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Kamps AG: schließt Werke in Bonn und Ludwigshafen

Parma / IT. (ftd / lz / wib) Bob Singer, Vorstandschef der Barilla Holding, hat Visionen. Er will mit der in 2002 für 1,8 Milliarden Euro gekauften Kamps AG nicht mehr nur Geld tauschen, sondern auch welches verdienen. Seit eineinhalb Jahren steht der US-Amerikaner an der Spitze des italienischen Nudel- und Backwarenkonzerns mit Zentrale in Parma. Nachdem Unternehmer Guido Barilla aufgegangen war, welchen «Flickenteppich» er mit dem Backwarenkonzern von Firmengründer Heiner Kamps übernommen hatte, war der Wert der Beteiligung nach und nach in den Büchern korrigiert worden – zuletzt 2006 um 639 Millionen Euro auf jetzt 850 Millionen Euro. Ähnlich läuft es mit der Geschäftsentwicklung: Der Umsatz der Düsseldorfer Großbäcker sank von 1,29 Milliarden Euro in 2005 auf 1,2 Milliarden Euro in 2006. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen betrug 2006 den Meldungen zufolge 67 Millionen Euro nach 81 Millionen Euro in 2005. Der Druck aus Parma wächst und kommt nicht nur dadurch zum Ausdruck, dass die Verwaltung der Kamps AG demnächst nach Schwalmtal und die Chefetage nach Garrel zieht. Wie jetzt bekannt wurde, wird Barilla weitere zwei Großbäckereien schließen. Betroffen sind die Standorte Ludwigshafen und Bonn. Die bestehenden rund 1.000 Filialen werden künftig aus insgesamt fünf Werken beliefert. Eine neue, zentrale Steuereinheit soll dabei helfen, das Backwarengeschäft zum Laufen zu bringen: Sie soll konzernweit das Know-how der Backtöchter bündeln – neben der Kamps AG zum Beispiel Harry’s in Frankreich und Russland oder auch Wasa. Die neue European Bakery Organisation EBO soll eine «virtuelle Einheit» bilden und Produkte entwickeln, die in Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Russland und Italien verkauft werden können.