Montag, 24. Juni 2024

Italien: Panettone wird zum Luxusgut

Mailand / IT. (eb) Ist es die Suche nach neuen Geschäftsfeldern? Das Unterstreichen der eigenen Herkunft durch den Vertrieb eines typisch lombardischen Feingebäcks? Sentimentalität? Unbekümmertheit? Weil die europäische Luxusbranche in den letzen Jahren so viel Geld verdient hat, dass sie bald nicht mehr weiß, wohin damit? Es wird wohl ein bisschen von allem sein, der die italienische Prada Gruppe bewog, 80 Prozent der traditionsreichen Konditorei Angelo Marchesi SRL zu erwerben. Durch die Übernahme will Prada die strategische Stärkung des 1824 gegründeten Unternehmens im Rahmen künftiger Entwicklungsprojekte fördern. Wobei die verklausulierte Ankündigung einer Expansion nicht nur für den italienischen Markt vorgesehen ist, sondern der Anspruch durchaus international ausfällt. Dabei werde der Konditoren-Spross Giovanni Angelo Marchesi weiterhin als Geschäftsführer das Unternehmen leiten, das für seine qualitativ hochwertigen Produkte, besonders die typisch lombardischen Panettone bekannt ist. Ziel sei es, in der Entwicklung der Marke auf effektive Art und Weise zusammenarbeiten – bei gleichzeitiger voller Achtung der Tradition, heißt es aus Mailand. Damit ist Prada hoffnungsvoll, aber nicht als erster Luxuskonzern unter die Feinbäcker respektive Konditoren gegangen: Erst im letzten Jahr erwarb die französische Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) Gruppe eine andere Mailänder Institution – die 1817 gegründete Pasticceria Cova. Hier ist man schon einen Schritt weiter und verfügt dank eines Franchisesystems heute über exklusive Niederlassungen in Hongkong, China und Japan.