Samstag, 15. Juni 2024

Immaterielles Kulturerbe: Genossenschaftsidee einzigartig

Bonn. (duk) Deutschland nimmt 27 Traditionen und Wissensformen in sein neues bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf und setzt damit das entsprechende Unesco-Übereinkommen um. Zu den lebendigen Traditionen, die die Kriterien erfüllen, zählen etwa das Chorsingen, die Morsetelegrafie, die Flößerei, die Orgelbautradition und die Brotkultur. Außerdem nominierten die Experten aus den 27 Kulturformen die Genossenschaftsidee für die internationale «Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit». «Das bundesweite Verzeichnis ist ein Spiegelbild der kulturellen Vielfalt in Deutschland. Und es macht gleichzeitig deutlich, mit welchem großartigen Engagement die Zivilgesellschaft traditionelle kulturelle Bräuche und Techniken bis heute pflegt, modern interpretiert und an nachfolgende Generationen weitergibt», sagt Sylvia Löhrmann als Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK). Deutschland wird seine erste Nominierung bei der Unesco im März 2015 einreichen. Die Aufnahme der Genossenschaftsidee würde der internationalen Vielfalt des immateriellen Kulturerbes eine neue Facette hinzufügen. Bislang ist eine solche Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation auf den Unesco-Listen nicht vertreten. Die Genossenschaftsidee wurde gemeinsam von Gruppen aus Rheinland-Pfalz und Sachsen vorgeschlagen und mit Empfehlungen beider Länder weitergeleitet. Insgesamt waren 83 Traditionen und Wissensformen nach einer Auswertung durch die Bundesländer in der engeren Wahl (Volltext).