Samstag, 20. Juli 2024

Ifo Institut: Corona-Hilfen haben ihr Ziel meistens erreicht

Dresden. (ifo) Die meisten Corona-Hilfsprogramme des Staats haben nach Bewertung des Ifo Instituts ihr Ziel erreicht und waren gut begründet. Dies ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse der Inanspruchnahme der verschiedenen Programme. «Vor allem die Liquiditätshilfen für Unternehmen mit Geschäftsverboten und die erweiterten Kurzarbeiterregeln waren angemessen. Denn sie kamen rechtzeitig, waren zielgerichtet und zeitlich befristet», sagt Joachim Ragnitz von der Niederlassung Dresden des Ifo Instituts. «Einzelne Maßnahmen, wie die zeitweilige Absenkung des Mehrwertsteuersatzes oder die Vergabe von Krediten an ohnehin schon geschwächte Unternehmen, müssen im Nachhinein aber auch kritisch betrachtet werden. Sie richteten sich nicht gezielt an Firmen, die durch Corona Probleme hatten.»

Ragnitz: «Die hiermit verbundenen Finanzierungen werden künftige Generationen noch stark belasten, da die während der Corona-Pandemie aufgenommenen Kredite noch bis zum Jahre 2058 zurückzuzahlen sind. Das sind 30 Jahre Tilgung ab dem Jahre 2028.» Die Coronahilfen des Bunds beliefen sich auf mehr als 75 Milliarden Euro allein an Zuschüssen für liquiditätsbedrohte Unternehmen. Hinzu kamen zeitweise Steuersenkungen (rund 20 Milliarden Euro allein für die zeitweilige Absenkung des Mehrwertsteuersatzes) sowie Kredite an von der Pandemie betroffene Unternehmen (knapp 70 Milliarden Euro).

Zum PDF-Download: Staatliche Hilfsprogramme während der Corona-Pandemie – Eine Bewertung aus ökonomischer Sicht – Joachim Ragnitz – Ifo Institut Dresden 2023 (Foto: pixabay.com).