Montag, 11. November 2024

IFH Köln: Höhere Preistoleranz nur bei regionalen Produkten

Köln. (ifh) Das IFH Köln und die KPMG Marktforschung untersuchen im Rahmen des ersten länderübergreifenden Consumer Barometers das Thema Nachhaltigkeit. Gründe für ein nachhaltiges Konsumbewusstsein sind für Konsumenten aus Deutschland, der Schweiz, Italien und Großbritannien sowohl persönlicher Natur als auch zukunftsweisend auf nachfolgende Generationen gerichtet. Größtes Hemmnis bei der Umsetzung eines nachhaltigen Lebensstils ist das Thema Preis.

Ein Viertel der im Rahmen des Consumer Barometers von IFH Köln und KPMG befragten Konsumenten aus Deutschland bewertet die Themen Nachhaltigkeit und nachhaltiger Konsum als sehr wichtig (25 Prozent). Im Vordergrund stehen für rund jeden zweiten Konsumenten dabei zukunftsweisende Aspekte wie der Erhalt und die Schaffung einer besseren Klimabilanz für zukünftige Generationen (55 Prozent) sowie persönliche Gründe in Form des Erhalts respektive Schutzes der eigenen Gesundheit (57 Prozent). Aber: 16 Prozent der Befragten geben auch an, einen sozialen Zwang zu verspüren, sich mit dem Thema beschäftigen zu müssen. Nur drei Prozent der Befragten ist das Thema generell nicht wichtig.

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Preis als größte Schmerzschwelle – außer bei regionalen Produkten

Ein großes Hindernis bei der Gestaltung eines nachhaltigen Lebensstils stellt für viele Konsumenten das Thema Preis dar. Knapp zwei Drittel der Befragten, für die das Thema Nachhaltigkeit keine oder nur eine geringe Rolle spielt, sind nicht bereit, für nachhaltige Produkte mehr Geld zu zahlen (62 Prozent). Und selbst Konsumenten, denen das Thema wichtig ist, nennen die finanzielle Mehrbelastung für nachhaltige Produkte als größte Herausforderung bei der Umsetzung eines nachhaltigen Lebensstils (71 Prozent). Nur wenn es um regionale Produkte geht, ist die Mehrheit der Konsumenten bereit, eine Preissteigerung zu akzeptieren. Das gilt speziell in den Sortimenten Fleisch, Molkereiprodukte sowie Obst/Gemüse.

«Bewertbarkeit von Nachhaltigkeit ist ein großes Thema. Ohne Standards können die besten Absichten ins Leere laufen. Dies fühlen Konsument:innen sehr deutlich. Daher kommt die Forderung, die Nachhaltigkeitsattribute durch einen regulierten Standard transparent zu machen. Klare Botschaften mit Kontrolle sind gewünscht», sagt Stephan Fetsch, EMA Head of Consumer Goods bei KPMG.

Änderung von Alltags- Und Konsumgewohnheiten als Nachhaltigkeitsbeitrag

Am häufigsten achten die Befragten zumindest gelegentlich auf die Haltbarkeit und Nutzungsdauer von Produkten, um einen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit zu leisten (89 Prozent). Nahezu ebenso viele Konsumenten berücksichtigen zudem Regionalität und Saisonalität (81 Prozent) und achten darauf Plastikverpackungen bei Produkten zu vermeiden (80 Prozent).

Wunsch nach transparenter Nachhaltigkeitskommunikation

Rund jeder zweite Befragte interessiert sich für den Ressourcenverbrauch von Produkten (48 Prozent). Auch weitere Informationen wie der unternehmensinterne Recyclinganteil von Rohstoffen (41 Prozent) sowie über den Einsatz erneuerbarer Energien (39 Prozent) sind für Konsumenten relevant. Diese Auskünfte sollten besonders durch Berichte oder Unternehmenssiegel von Nachhaltigkeitsverbänden gegeben werden – denn auf diesem Wege würde sich mehr als die Hälfte (57 Prozent) informieren wollen.

«Konsument:innen in allen befragten Ländern achten auf ökologische, ökonomische sowie soziale Nachhaltigkeitsaspekte, die damit für Unternehmen immer mehr zum Wettbewerbsfaktor werden. Um herauszuarbeiten, dass «Nachhaltigkeit» für das eigene Unternehmen mehr als nur ein Buzzword ist, gilt es, offen, seriös und transparent über die unternehmerischen Bemühungen zu kommunizieren. Verlässliche Informationen sollten dabei bestenfalls über neutrale Verbände verbreitet werden, vor allem in Deutschland und der Schweiz», sagt Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln (Grafik: KPMG/IFW).