Dienstag, 18. Januar 2022

Hochschulprojekt erzeugt grünem Wasserstoff in MicroGrid-Container

Bremerhaven. (hs) Großer Erfolg für die Forschenden im Projekt «Wasserstoff – grünes Gas für Bremerhaven» unter der Gesamtleitung von Prof. Dr.-Ing. Carsten Fichter: Im Teilprojekt «MicroGrid» an der Hochschule Bremerhaven wird ab sofort grüner Wasserstoff produziert. Damit wurde rund 14 Monate nach Projektstart ein wichtiger Meilenstein des Projekts erreicht, heißt es aus der Seestadt.

«Es ist ein Kreislauf entstanden, bei dem wir mit Hilfe von erneuerbaren Energiequellen grünen Wasserstoff erzeugen, speichern und bei Bedarf auch als Energiequelle für die Strom- und Wärmeversorgung unterschiedlichster Gebäudestrukturen nutzen können», sagt Prof. Dr.-Ing. Uwe Werner, der das Teilprojekt an der Hochschule leitet. Mithilfe des Modellaufbaus im MicroGrid-Container auf dem Hochschulgelände sollen künftig Aussagen zu Speicherdichte, Sicherheit, Lebensdauer, Benutzerfreundlichkeit, Wartungsfreiheit und Energieautarkie sogenannter Inselnetze getroffen werden können. Damit könnte die Versorgung von Haushalten mit «grünem Strom» vorangetrieben werden.

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Schon Ende November konnten die letzten nötigen Installationen vorgenommen werden. Dafür wurden zahlreiche Komponenten, von der Brennstoffzelle bis hin zu kleinteiligem Zubehör verbaut. Zudem wurde der Container an vorhandene erneuerbare Energiequellen angeschlossen. Die Energie stammt von Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Gebäudes C der Hochschule. Auch eine kleine Windenergieanlage wurde installiert. «Wir haben es geschafft, in einem 20 Fuß-Container nicht nur die Erzeugung des Wasserstoffs durch einen Elektrolyseur abzubilden, sondern auch die Rückverstromung durch die Brennstoffzelle zu etablieren», freut sich Prof. Werner. Durch die Speicherung des grünen Wasserstoffs schaffe man nun eine weitere, CO2 neutrale Energiequelle, die die schwankende Energieeinspeisung von Windenergie- und Photovoltaikanlagen puffere und somit eine wetterunabhängige Stromversorgung gewährleiste. Damit arbeitet der Container als MicroGrid in Modellgröße. Er soll Ergebnisse dazu liefern, ob MicroGrids als kleinräumige elektrische Energienetze zur Energieversorgung in regional abgegrenzten Gebieten, zum Beispiel in Häusern, Industrien und Gewerbe, einen wichtigen Beitrag leisten können.

Das Projekt «Wasserstoff – grünes Gas für Bremerhaven» will den Grundstein für die Wasserstoffwirtschaft in der Seestadt legen. Die neuen Aktivitäten knüpfen an die wissenschaftliche Kompetenz und bestehende Infrastruktur aus der Forschung für Windenergie, Energiewirtschaft, Elektrische Maschinentechnik und Verfahrenstechnik an. Die Projektpartner HS Bremerhaven, ttz Bremerhaven und Fraunhofer IWES untersuchen in ausgewählten Anwendungen das Potenzial und bereiten damit den Weg für wirtschaftliche, CO2-reduzierte Industrieprozesse sowie flexible und resiliente Strom- und Energiesysteme.

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Im oben genannten Zusammenhang gibt es am Wirtschaftsstandort Bremerhaven ein «Kompetenzzentrum Wasserstoff». Konkret werden dabei unter anderem die Erkenntnisse aus Untersuchungen exemplarischer Anwendungsfälle (siehe unten) im Bereich der Wasserstoffanwendungen sowohl in den wissenschaftlichen als auch in den wirtschaftlichen Bereich transportiert, mit dem Ziel, den Wissens- und Wirtschaftsstandort Bremerhaven zu stärken. Im Rahmen des Projektes «Wasserstoff-grünes Gas für Bremerhaven» werden vier Anwendungsfälle, zur Erschließung der noch wenig verbreiteten Wasserstofftechnologie in wirtschaftlichen Sektoren (Verkehr, Industrie, Gewerbe, Dienstleistung und Handel sowie Endverbraucher), in Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Bremerhaven und dem Technologietransferzentrum TTZ, entwickelt: