Anzeige
Home > Rohstoffe + Entwicklungen > Hefeindustrie: hält Preiskorrektur für unumgänglich

Hefeindustrie: hält Preiskorrektur für unumgänglich

20180724-HEFETEIG

Nürnberg. (dhw) Die Hefeindustrie in Deutschland sieht sich mit erheblichen Unsicherheiten konfrontiert, schreibt Joachim Baum, Verkaufsleiter Deutschland des Joint Ventures aus Lallemand und DHW. Als einer der drei Marktbeteiligten in Deutschland sehe man sich gezwungen, die Abgabepreise zu korrigieren und begründet den Schritt wie folgt:

Der weiterhin rückläufige Konsum an Backwaren – minus 3,7 Prozent in 2018 – sowie Verfahrensänderungen bei der Herstellung von Backwaren hin zu längerer Teigführung oder dem Einsatz von Vorteigen führen seit Jahren zu einem immer weiter sinkenden Hefeverbrauch. Andererseits sehen sich Lallemand-DHV erheblichen Kostensteigerungen ausgesetzt. So werden die Melassepreise wieder deutlich steigen, vor allem bedingt durch Verknappung. Durch die große Trockenheit wird sich die Missernte des letzten Jahres vermutlich wiederholen, die Zuckerindustrie schließt weitere Betriebe und die Rübenanbaufläche in Deutschland ist um weitere 2,5 Prozent kleiner geworden. Transport- und Energiekosten steigen weiter und nicht zuletzt die bevorstehende CO2-Steuer werde die Hefeindustrie extrem hart treffen. Bei der Vermehrung von Hefe wird etwa die Hälfte des eingesetzten Kohlenstoffs in Form von Zucker in Hefe-Biomasse umgewandelt, die andere Hälfte wird zur Stoffwechsel- Energieversorgung verwendet, wobei dieser Kohlenstoff dann in Form von CO2 entweicht.

Aufgrund der derzeitigen niedrigen Hefeverkaufspreise macht Lallemand-DHV nicht nur seit einigen Jahren große Verluste. Es sei auch schlicht unmöglich, dringend nötige Investitionen zu tätigen, heißt es aus Nürnberg. Diese sind aber essentiell, um wachsenden Anforderungen an die Produktqualität gerecht zu werden, die Produktionskapazität aufrecht zu erhalten und auch die Effizienz weiter zu steigern.

Als einzig mögliche Konsequenz ist Lallemand-DHV daher gezwungen, die Verkaufspreise in einer Größenordnung von zehn Prozent über alle Produkte im Sortiment zu erhöhen. Diese Erhöhung werde sobald wie möglich umgesetzt, wobei Lallemand-DHV natürlich bestehende Lieferverträge einhalten wird. Nur durch diese Maßnahme sieht sich Lallemand-DHW in der Lage, seine Kunden auch in zehn Jahren noch mit der gewohnt guten Qualität immer pünktlich beliefern zu können (Foto: pixabay.com).