Sonntag, 26. Mai 2024

Handel und Handwerk fordern bessere Unterstützung

Berlin. (hde / eb) Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Gesamtwirtschaft und zur Existenzsicherung von kleinen Unternehmen sind nach Auffassung des Handelsverbands Deutschland (HDE) insgesamt sinnvoll und geeignet. Entscheidend ist nun, dass die Hilfen auch kurzfristig bei den betroffenen Unternehmen ankommen. «Hier zählt jeder Tag», sagt HDE Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Kreditprüfungen durch die Hausbanken etwa, die mehrere Wochen dauern, seien inakzeptabel. «Die Unternehmen brauchen jetzt verlässliche Zusagen.»

Eine zentrale Rolle werden die von Bund und Ländern bereitgestellten Soforthilfen in Form von nicht zurückzahlbaren Direktzuschüssen spielen. «Das Soforthilfe-Programm der Bundesregierung ist wichtig, wenn auch vom möglichen Auszahlungsbetrag knapp bemessen», sagt Genth. Im Einzelhandel seien zudem zahlreiche Unternehmen, die mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigen, von Schließungen betroffen und auf entsprechende Hilfen angewiesen. «Auch hier sind Direktzuschüsse dringend geboten», sagt Stefan Genth. Darüber hinaus müssten Bund und Länder bereits jetzt einen bundesweit einheitlichen und verlässlichen Fahrplan «für die Zeit danach» entwerfen.

Staatliche Unterstützung auf Dauer unzureichend

In Bezug auf die Umsatzrückgänge einerseits und die geplante finanzielle Unterstützung andererseits äußern sich verschiedene Landesinnungsverbände des Bäckerhandwerks ähnlich. Der Bäckerinnungsverband Niedersachsen-Bremen, der Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks Schleswig-Holstein, der Landesinnungsverband des Bäcker- und Konditorenhandwerks Mecklenburg-Vorpommern sowie der Landesinnungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk lassen sich ungefähr wie folgt zusammenfassen:

Die Umsatzrückgänge bewegen sich im Moment zwischen 20 und 70 Prozent. Gerade in Tourismusgebieten seien die Einbußen existenzbedrohend. Viele Bäcker sind zudem Zulieferer von Hotels aber auch von Schulen. Umsätze die jetzt nicht erfolgen, können nicht nachgeholt werden. Die mangelnde Liquidität ist derzeit das Hauptproblem bei den Betrieben und viele würden nicht mehr lange durchhalten können.

Vor dem Hintergrund fordern die Verbände eine bessere finanzielle Unterstützung für die Betriebe. Stundungen helfen nicht, wenn die Kredite später zurückgezahlt werden müssen. Viele Betriebe können die Kriterien für frisches Geld erst gar nicht erfüllen, da nachgewiesen werden muss, dass ein Geschäftsmodell mit ausreichend Perspektiven vorliegt.

Auch Bundeszuschüsse für Betriebe bis 15 Mitarbeiter, die nicht zurückgezahlt werden müssen, helfen im personalintensiven Bäckerhandwerk demnach wenig. Der durchschnittliche Handwerksbäcker beschäftigt in Deutschland 24 Mitarbeiter. die Hilfe muss schnell und unbürokratisch erfolgen. Der Handwerksbäcker kann sich durch die Regelungs- und Antragsflut nicht durchkämpfen. Fast alle Betriebe beschäftigen sich bereits mit dem Thema Kurzarbeit.