Home > Management + Betrieb > Grundlagenarbeit: Probieren geht über Studieren

Grundlagenarbeit: Probieren geht über Studieren

Kronau. (goe) Thomas Alva Edison wurde einmal gefragt, wie viele erfolglose Versuche er für die Entwicklung der marktreifen Glühbirne benötigte. Seine Antwort lautete: «Mehr als eintausend, doch ich bin mit keinem Versuch gescheitert, denn ich kenne jetzt eintausend Wege, wie man keine Glühbirne bauen kann.»

Dieser kurze Ausflug in die Geschichte zeigt, dass auch damals Erfolg mit vielen Fehlversuchen zusammenhing. Das hat sich bis heute nicht geändert. Nur wer stetig neue Ansätze findet, neue Produkte kreiert, neue Lösungen ausprobiert, wird auch in Zukunft erfolgreich sein können. Doch sind wir heute noch in der Lage, diese Erfolglosigkeit bei einem Versuch zu ertragen? Wo liegt unsere Frustrationsgrenze, wenn wir «Neues» ausprobieren und es funktioniert nicht? Liegt sie bei ein, zwei, drei Versuchen, oder sind wir in der Lage, dutzende Versuche zu leisten? Manchmal hat man das Gefühl, dass, je jünger die Leute im Team sind, desto niedriger die Frustrationsgrenze fällt.

Diese Beobachtung ist nicht falsch. Dank sorgenvoller Helikopter-Eltern werden Kinder seit vielen Jahren nahezu frustrationsfrei betreut. Nur wenige Kinder dürfen wirklich noch etwas riskieren. Überspitzt formuliert, würden einige Eltern ihre Kindern gerne direkt vom Krabbeln zum Laufen bringen – ohne das Hinfallen dazwischen. Kurz: sie wollen ihre Kinder vor allen Misslichkeiten schützen. Das Ergebnis dieser Philosophie sehen vermutlich auch Sie täglich in Ihrem Unternehmen.

Glücklich ist, wer ein gutes Führungsteam hat, das jungen Menschen helfen kann zu erkennen, dass ein Misserfolg nicht gleich das Ende der Welt bedeutet. Weder ein Hinweis auf Unfähigkeit noch ein Grund zur Resignation ist, sondern einfach nur Ansporn, sich ernster mit den Dingen auseinanderzusetzen. Natürlich hängt der Lernerfolg von Menschen und Situationen ab. Doch wer sich darauf einlässt, jungen Leuten den Mut zum Fehler machen beizupulen und ihnen zeigt, wie man mit den bisweilen unrühmlichen Resultaten umgeht, wird diesen Erfolg schneller erreichen.

Was beklagenswert ist, kann auch ein Geschenk sein. Was ein nervtötendes Dienstverhältnis ist, kann sich bei geduldiger Handhabung zu einem wichtigen Teamplayer entwickeln. Auch wenn Sie zu Recht einwenden, dass die Grundlagen eigentlich andere hätten legen sollen, ändert dies nichts an Ihrer (!) Entscheidung, ob Sie die Herausforderung annehmen wollen oder nicht. Viel Kraft und Erfolg wünscht Ihnen das Team von Goecom.