Freitag, 3. Dezember 2021
20211118-GROSSBAECKER

Großbäcker: Steigende Kosten belasten die Betriebsergebnisse

Bildunterschrift: Verbandspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Detmers (rechts) und Hauptgeschäftsführer Armin Juncker (links) führten im westfälischen Gütersloh durch die Jahrespressekonferenz des Verbands Deutscher Großbäckereien (Foto: grossbaecker.de).


Düsseldorf. (eb) Steigende Kosten belasten die Betriebsergebnisse auch der Unternehmen, die im Verband Deutscher Großbäckereien (VDG) organisiert sind. Hohe Rohstoffpreise stehen ganz oben auf der Agenda der Liefer- und Filialbäckereien. So sind die Kosten für Getreideerzeugnisse gegenüber dem Vorjahr um 60 Prozent (Weizen) respektive 70 Prozent (Roggen) gestiegen. Doch auch Saaten, Öle und Fette, Kuchenobst, Energie, Kartonagen und so weiter haben deutlich zugelegt. Nicht zu vergessen die Logistik.
 
Hinzu kommt: Für die vielen Kostensteigerungen, die aktuell die Betriebsergebnisse belasten, gibt es mit Blick auf 2022 keine Entwarnung. Die Weltbevölkerung wächst und strebt nach mehr Konsum. Der zunehmende Klimawandel gefährdet parallel dazu Ernteerträge. Geopolitische Konflikte können Rohstoffquellen von heute auf morgen zum Versiegen bringen. Der zunehmende Mangel an Fach- und Führungskräften hierzulande zwingt schon heute viele Betriebe zu strategischen Korrekturen.
 
Dennoch würden die Hersteller von Brot und Gebäck die Kundenzufriedenheit nicht aus den Augen verlieren, betonte Prof. Dr. Ulrike Detmers, Präsidentin des Verbands Deutscher Großbäckereien, während der Jahrespressekonferenz in Gütersloh. Im Bestreben, immer besser zu werden, stellen Stichworte wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Lieferketten die Unternehmen vor komplexe Herausforderungen.
  • Ethical-Trade-Audits werden zunehmend wichtig. Sie umfassen die Bereiche Arbeitsnormen sowie Gesundheit und Sicherheit, Menschenrechte, Managementsysteme, Arbeitsberechtigung, Unterauftragsvergabe und Heimarbeit. Die Audits verfolgen das Ziel, verantwortungsvolle und ethische Geschäftspraktiken in globalen Lieferketten zu implementieren.
  • Die Organisation eines Umweltmanagementsystems (UMS) basiert primär auf den Anforderungen der ISO 14001. Handelskonzerne verlangen von ihren Lieferanten die Ableitung von Umweltzielen und Maßnahmen für die nächsten Jahre.
  • Das neue Lieferketten-Sorgfaltsgesetz verpflichtet Unternehmen dazu, mit Herstellerpartnern im Wertschöpfungsnetzwerk anerkannte Sozialstandards zu implementieren – das gilt auch für sogenannte Rohwarenerzeuger in Risikoländern entsprechend der BSCI-Einstufung. BSCI= Business Social Compliance Initiative. Regelmäßige Third Party Audits sind Teil des Programms.

Die Projektion des Bundeswirtschaftsministeriums ging 2020 davon aus, dass das Vor-Corona-Niveau des Bruttoinlandsprodukts zu Beginn des Jahres 2022 wieder erreicht sei. Es bleibe abzuwarten, wie Post-Corona-Bedingungen bis dahin die Branche beeinflussten – unkte der WebBaecker deshalb schon vor gut einem Jahr an dieser Stelle. Glücklicherweise kommt das Backgewerbe, ob Handwerk oder Industrie, besser durch die Pandemie als andere Wirtschaftsbereiche. Entsprechend dieser Entwicklung fiel die Prognose von VDG-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Detmers vor gut einem Jahr aus: Demnach liege der Markanteil der Liefergroßbäckereien und Filialbäckereien im Umfang von 70 Prozent des Branchenumsatzes. Der für 2018 mit 20,67 Milliarden Euro bezifferte Branchenumsatz bleibe stabil oder wachse leicht. An diesen Zahlen dürfte sich Stand November 2021 nicht viel geändert haben (Foto: VDG).