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Goldback: Filialnetz löst sich zunehmend auf

Cottbus. (lro) «Ex-Beschäftigte klagen gegen Goldback» berichtet die «Lausitzer Rundschau» und beschreibt in ihrem Artikel das Dahinsiechen der Goldback GmbH – Nachfolgerin der insolventen Hofmeister Backbetriebe in Cottbus. «Mittlerweile sind nur noch zehn Backshops von einst 52 übernommenen Hofmeister-Filialen übrig geblieben», sagt Ingolf Fechner von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gegenüber der Zeitung. Ob den betroffenen Verkäuferinnen bereits Kündigungen ausgesprochen wurden, kann Fechner nicht sagen. «Um überhaupt noch an Geld zu kommen, müssen sich die ehemaligen Goldback-Mitarbeiter beim Arbeitsgericht einen Titel holen» , sagt er. Denn: Die Firma, die für Goldback die Lohnkostenabrechnungen übernommen hatte, arbeite nicht mehr für die Bäckerei, da auch sie auf unbezahlten Rechnungen sitzen geblieben sei. So müsse das Arbeitsgericht zunächst die Ansprüche der Arbeitnehmer gegenüber Goldback anerkennen. Erst mit den entsprechenden Urteilen könne die Agentur für Arbeit die Höhe des Arbeitslosengeldes berechnen. Derzeit seien über 40 Gerichtsverfahren gegen die Bäckerei anhängig. Dabei handele es sich um Ansprüche von mehr als 100 000 Euro. «Wir haben auch schon einige Gerichtsvollzieher losgeschickt» , erklärte der Gewerkschafter. Sie hätten jedoch nur Teilansprüche einholen können. Bei den Stadtwerken sind die Goldback-Schulden bereits auf 180.000 Euro gewachsen. «Wir befinden uns in einem Gerichtsverfahren», sagt deren Sprecherin Heike Schumann. Unterdessen ermittelt die Cottbuser Staatsanwaltschaft gegen die Goldback GmbH wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung. Das Unternehmen hatte die insolventen Hofmeisterbetriebe Juli 2006 übernommen. Mitte März 2007 war die Produktion in Cottbus geschlossen worden. Heute werden die verbliebenen Goldback-Filialen aus Strausberg bei Berlin mit Backwaren beliefert. Die Goldback GmbH hat Fechner zufolge ihren Firmensitz von Cottbus nach Berlin verlegt.