Montag, 25. September 2023

Gerolzhofen: Neues Logistikzentrum betriebsbereit

Fürth. (nor) Die Norma Lebensmittelfilialbetrieb Stiftung + Co. KG eröffnet nach 14 Monaten Bauzeit ihr neues und hochmodernes Logistikzentrum im unterfränkischen Gerolzhofen. Das Neubauprojekt ist das größte Einzelinvestment in der Unternehmensgeschichte und nimmt eine zentrale Stellung in der Nachhaltigkeits- und der Expansionsstrategie ein. Das Logistikzentrum umfasst eine rund 34.000 Quadratmeter große Lagerhalle sowie ein knapp 2.000 Quadratmeter großes Verwaltungsgebäude und erfüllt höchste Standards in Sachen Effizienz. Das hocheffiziente Energie-Management – gepaart mit der rund 10.000 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage – sorgt dafür, dass keine fossilen Brennstoffe zum Betrieb des Logistikzentrums notwendig sind. Außerdem werden bei der Belieferung der Filialen künftig rund 600.000 Streckenkilometer pro Jahr eingespart.

In Gerolzhofen wurde größter Wert auf die nachhaltige, energiesparende und wirtschaftlich effiziente Auslegung aller Gebäudekomponenten gelegt. Die Teilnehmenden der Eröffnungsfeier, darunter Joachim Herrmann, Bayerns Innen- und Kommunalminister, die Norma Geschäftsführung und Stiftungsräte, Niederlassungsleiter Franz Fritzenschaft sowie zahlreiche weitere Gäste aus Politik und Gesellschaft, hoben vor allem die Bedeutung für die Umwelt aber auch die 200 wettbewerbsfähigen Arbeitsplätze hervor, die im Rahmen des neuen Logistikzentrums entstanden sind.

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Nachhaltigkeit schon seit Jahren im Fokus

Für den Lebensmittel-Händler spielt das Thema Nachhaltigkeit seit Jahren eine große Rolle. In diesem Kontext ist auch der Neubau in Gerolzhofen zu sehen. Beim Spatenstich im März 2022 wurde bereits deutlich gemacht, dass bei der Planung des neuen Logistikzentrums ökologische Gesichtspunkte im Mittelpunkt standen. Die rund 34.000 Quadratmeter große Lagerhalle, die auf bis zu 50.000 Quadratmeter erweitert werden kann, sorgt dank ihrer guten geografischen Lage dafür, dass jährlich rund 600.000 Streckenkilometer bei der Belieferung von Filialen eingespart werden können. Die moderne Wärmerückgewinnung bei den Tiefkühlanlagen und die Heizung der Halle heben das Logistikzentrum von Norma auf ein neues Effizienzlevel: Anstelle der immer noch gängigen Hallenheizung über Deckengeräte wurde in Gerolzhofen eine Industrieflächenheizung in Form einer Betonkernaktivierung verbaut. Dabei werden analog einer Fußbodenheizung die großen Hallenbodenflächen temperiert. Diese Konzeption führt zu deutlich geringeren energetischen Verlusten, vor allem auch, weil der Wärmestau unter der Hallendecke vermieden wird und der Großteil der Abwärme genutzt werden kann. All diese nachhaltigen Maßnahmen führen dazu, dass keine fossilen Brennstoffe mehr für den Betrieb nötig sind und die Emissionen bei der Belieferung der Filialen deutlich reduziert werden. Zudem gehören ökologische Ausgleichsflächen zum Bauplan. Somit wird das Logistikzentrum Gerolzhofen zum Vorzeigeprojekt zur Energiebilanz des Lebensmittelhändlers.

Neue Arbeitsplätze und eine langfristige Strategie

Der Standort in Gerolzhofen wird sofort mit der Inbetriebnahme in die Reihe der bislang 16 Logistikzentren eingebunden und stellt zusätzlich sicher, dass jede der 1.450 Filialen täglich mit frischen Waren versorgt wird. Neben den 200 Arbeitsplätzen in der Verwaltung, im Einkauf und der Logistik, die geschaffen wurden, profitierte das regionale Handwerk während der Bauphase von Aufträgen des Nürnberger Discounters. Zudem finden regionale Landwirte in Norma einen Großabnehmer für die eigenen Produkte, auf den sie sich verlassen können. Der europaweit agierende Discounter baut seit Jahren sein Netzwerk an regionalen Erzeugern aus und schließt dazu beim Einkauf langfristige Verträge mit regionalen Herstellern.

Effizient und nachhaltig – bis ins letzte Detail

Für den besonders nachhaltigen Betrieb des neuen Logistikzentrums hat der Lebensmittelhändler weitere Besonderheiten vorgesehen: Mit speziellen Ladestationen für die Kühl-Lkw wird sichergestellt, dass die wartenden Lastwagen nicht über den eigenen Motor, sondern mit Strom gekühlt werden. Zusätzlich stehen vor Ort Ladestationen für elektrische Pkw und Fahrräder zur Verfügung. Tests neuer Antriebsformen für die Lkw-Flotte in Gerolzhofen sind bereits in Planung. So wird Norma weitere Erfahrungen mit Wasserstoffantrieben sammeln. Auch bereits im Unternehmen getestete Lkw, die mit Flüssiggas (LNG, liquified natural gas) aus Bioabfällen angetrieben werden, sollen zum Einsatz kommen.

Das Konzept zur Verkehrsführung zu und auf dem Gelände stellt sicher, dass der Betrieb reibungslos verläuft und dabei keine Staus entstehen. Die gute Verkehrsanbindung von Gerolzhofen war immerhin einer der ausschlaggebenden Gründe, warum sich das international tätige Unternehmen für den Standort entschieden hat. Das neue Logistikzentrum wird sich dank eigener Zufahrten und Abbiegerspuren ideal in die flüssige Verkehrsführung einfügen.

Die Investition in den Standort Gerolzhofen ist ein wichtiger Meilenstein für die weitere Expansion des Lebensmittel-Discounters. Mit deutlich verkürzten Lieferstrecken und der damit einhergehenden, kürzeren Lieferzeit – im Vergleich zur Versorgung durch das bisher zuständige Verteilerzentrum in Röttenbach bei Erlangen – steigt die Effizienz deutlich an. Der mittelfränkische Standort bleibt aber natürlich erhalten und kann sich künftig komplett auf die Abwicklung des wachsenden Onlinehandels fokussieren. Er nimmt so eine wichtige Stellung im Gesamtkonzept des Discounters ein (Foto: Norma).

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