Samstag, 4. Februar 2023

Genmais-Studie: Monsanto wollte Publikation verhindern

Berlin. (gpd) Eine Studie unabhängiger französischer Wissenschaftler belegt das potentielle Gesundheitsrisiko von gentechnisch verändertem Mais. Der seit Januar 2006 für den Import in die Europäische Union als Lebens- und Futtermittel zugelassene Gen-Mais MON863 des Herstellers Monsanto produziert ein Insektengift gegen Schädlinge. Im MON863-Fuetterungsversuch mit Ratten wiesen die Tiere Vergiftungssymptome und Schädigungen von Leber und Nieren auf. Die vollständige Auswertung des Versuchs der unabhängigen Expertengruppe CRIIGEN (Committee for Independent Research and Genetic Engineering) veröffentlicht in den nächsten Tagen das US-Wissenschaftsmagazin Archives of Environmental Contamination and Toxicology. Erstmals wird damit ein Gesundheitsrisiko für eine bereits zugelassene Gen-Pflanze nachgewiesen. MON863 ist in den USA und Kanada zum Anbau zugelassen, für Lebens- und Futtermittel hat er eine Genehmigung in der EU, in Australien, China, Japan, Korea, Mexiko, den Philippinen und auf Taiwan. Durch die gentechnische Veränderung soll der schädliche Maiswurzelbohrer bekämpft werden. MON863 enthält zudem ein Resistenzgen für Antibiotika. Monsanto versuchte zu verhindern, dass die Daten aus den Fütterungsversuchen von Dezember 2002 veröffentlicht werden. Erst im Juni 2005 konnte Greenpeace die Offenlegung der für die europäische Marktzulassung vorgelegten Risikoüberprüfung per Gerichtsbeschluss erzwingen. Anschließend wurde die über 1.000-seitige Studie von CRIIGEN ausgewertet (vollständige Pressemitteilung).

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