Sonntag, 5. Februar 2023

Gellertstadt Bäckerei meldet insolvenz an

Hainichen. (ag / ra / eb) Die Gellertstadt Bäckerei GmbH aus dem Landkreis Mittelsachsen, vertreten durch Geschäftsführer Guido Rill, hat vor dem Amtsgericht Chemnitz Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht den Rechtsanwalt Stefan Kahnt in Chemnitz (Aktenzeichen 13.IN.712/16) von der Pluta Rechtsanwalts GmbH mit Hauptsitz im schwäbischen Ulm.

Die Gellertstadt Bäckerei zählt über 130 Mitarbeitende und betreibt insgesamt 28 Filialen in Sachsen und Thüringen. Gemeinsam mit seinem Team konnte sich Rechtsanwalt Kahnt einen ersten Überblick über die Lage der Bäckerei verschaffen. Kahnt: «Der Geschäftsbetrieb wird an allen Standorten voll umfänglich fortgeführt. Die Kunden können weiter einkaufen und auf die bewährt hohe Qualität der Backwaren vertrauen». Ziel der Insolvenzverwaltung ist es, dem Traditionsunternehmen eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter leitete bereits eine Insolvenzgeldvorfinanzierung in die Wege. Das Insolvenzgeld sichert die Löhne und Gehälter der Beschäftigten für die Dauer von drei Monaten.

Das Unternehmen ist ein traditioneller Backwarenhersteller aus der Gellertstadt Hainichen. Seit mehr als 50 Jahren setzen die Bäcker ihr handwerkliches Können ein, um Backwaren unter Verwendung hochwertiger Rohstoffe für die Kunden zu produzieren. Die Gellertstadt Bäckerei wird vom Dresdner Rechtsanwalt Thomas Mulansky von der Zwade Mulansky Rechtsanwälte GmbH beraten.

Das Vertriebsgebiet der Gellertstadt Bäckerei erstreckt sich über 21 Ortschaften: Hainichen, Altenberg, Bannewitz, Bürgel, Chemnitz, Dresden, Eisenberg, Gera, Geringswalde, Glashütte, Jena, Lauchhammer, Leipzig, Limbach-Oberfrohna, Magdala, Meißen, Mittweida, Oederan, Radebeul, Stadtroda und Waldheim.

Das traditionsreiche Unternehmen, gegründet 1960, wurde 2002 vom «Jahrhunderthochwasser» der Erzgebirgsflüsse heimgesucht. 2007 zerstörte ein Großbrand die alte Betriebsstätte in der Innenstadt von Hainichen. Nach einer Bauzeit von nur zehn Monaten konnte im Januar 2008 die neue Produktionsstätte – nunmehr im Gewerbegebiet – in Betrieb gehen. Um das weitere Wachstum des Unternehmens für die Zukunft abzusichern, wurden hier mehr als 5,6 Millionen Euro in modernste Maschinen, Anlagen und Gebäude investiert. Die teils dramatischen Veränderungen, denen die Bäckerbranche seit Jahren unterliegt, werden mit dazu geführt haben, dass Wachstumsprognose und tatsächliche Entwicklung nicht mehr übereinstimmen.

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