6. August 2020
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Gardebäcker: wiederholt in finanzieller Schieflage

Achim. (eb) Die Geschichte der heutigen Achimer Stadtbäckerei GmbH + Co. gehört zu den umfangreicheren Kapiteln der Bäckerbranche. Uns fällt zum Beispiel die geplante Insolvenz in Eigenverwaltung und die Planinsolvenz 2019 ein. Auch die erste Planinsolvenz von 2013, die sich im Umfeld des Niedergangs der Siebrecht Gruppe abspielte, bewegte die Branche. Wie auch immer: Nach Angaben des Unternehmens zählte die Achimer Stadtbäckerei 2013/2014 exakt 45 Filialen und 450 Mitarbeitende. Nach der Planinsolvenz von 2019 sind laut Homepage 34 Filialen verblieben. Als Geschäftsführer weist die Website Karsten Jarick allein aus.

Wenn wir jetzt in der norddeutschen Tagespresse lesen, der Gardebäcker hätte «wegen Corona» Insolvenz anmelden müssen, dann ist das nicht richtig und nicht falsch und auch nicht nur «wegen Corona». Jedenfalls hat das Unternehmen am 01. Juli 2020 vor dem Amtsgericht Verden einen Antrag auf Eröffnung eines Verfahrens zur Sanierung in Eigenverwaltung angemeldet. Das Gericht hat dem entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Amtsgericht Verden wieder den Bremer Rechtsanwalt Dr. Malte Köster. Unterstützt wird die Geschäftsleitung der Achimer Stadtbäckerei – wieder – durch die Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff.

Das Vertriebsgebiet der Achimer Stadtbäckerei erstreckt sich über den Landkreis Verden und das Land Bremen bis nach Cuxhaven im Norden und Buxtehude, Kreis Stade, im Nordwesten. Dem Unternehmen um Geschäftsführer Karsten Jarick ist zuzugestehen, dass es nach der zweiten Insolvenz noch nicht die Rücklagen aufgebaut hat, die es zum reibungslosen Überstehen der Pandemie jetzt benötigen würde. In der Folge führte an der dritten Insolvenz in Eigenverwaltung kein Weg vorbei (Foto: pixabay.com).