Montag, 26. September 2022

G7-Agrarminister: Nur offene Märkte sichern die Ernährung für alle

Berlin. (bmel) Angesichts der Auswirkungen auf die Agrarweltmärkte durch den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine haben sich die G7-Agrarministerinnen und -minister bei einer Sondersitzung auf offene Märkte für Getreide und andere Agrarprodukte verständigt, berichtet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). So sollen etwa Ausfuhrverbote verhindert und die Märkte für landwirtschaftliche Erzeugnisse genau beobachtet werden. Zudem sollen Hilfsorganisationen dabei unterstützt werden, weiterhin Getreide beschaffen und verteilen zu können.

Zu dem virtuellen Treffen hatte Bundesminister Cem Özdemir (BMEL) eingeladen. Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz der G7-Präsidentschaft. Der ukrainische Landwirtschaftsminister Roman Leschtschenko war ebenfalls zugeschaltet, wie auch diverse internationale Organisationen. Zu Beginn des G7-Sondertreffens wurde den Opfern von Putins Krieg in einem Moment des Schweigens gedacht.

Bundesminister Özdemir: «Die G7-Staaten erklären sich absolut solidarisch mit der Ukraine, Hilfe ist nun unsere oberste Maxime. Gleichzeitig sehen wir, dass viele Länder Schwierigkeiten bekommen, sich mit Agrarrohstoffen zu versorgen – das bedroht in Teilen der Welt die Versorgung mit Nahrungsmitteln. Umso wichtiger ist es, dass wir die Märkte weltweit offenhalten und nicht etwa durch Exportbeschränkungen behindern – wir G7-Staaten werden dafür alles in unserer Macht Stehende tun. Genauso müssen wir Hilfsorganisationen dabei unterstützen, Güter am Markt einzukaufen, um sie in den Ländern zu verteilen, die weit weniger privilegiert sind als wir. Vergessen wir nicht: in vielen Regionen der Welt sind Hungersnöte schon jetzt an der Tagesordnung, ausgelöst durch Folgen der Klimakrisen und gewalttätige Konflikte. Wichtig ist es deshalb, dass wir die eine Krise nicht gegen die andere ausspielen.»

Der russische Angriffskrieg führt weltweit zu stark steigenden Preisen für Getreide, vor allem für Weizen und Mais. Das bringt Probleme vor allem für Entwicklungs- und Schwellenländer, die Nahrungsmittel importieren. Auch die Kosten für Tierfutter und Düngemittel steigen.

Die Abschlusserklärung in Stichpunkten

Die G7-Agrarministerin und -minister einigten sich darauf:

  • die russischen Aggressionen gegen die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine zu verurteilen.
  • absolut solidarisch an der Seite der Ukraine zu stehen.
  • die Ernährung in der Ukraine sicherzustellen und die ukrainischen Landwirte dabei zu unterstützen, ausreichend Lebensmittel zu produzieren.
  • zusammenzuarbeiten, um Transportprobleme für Lebensmittel oder die Rohstoffproduktion zu lösen.
  • alle restriktiven Signale und Maßnahmen, die Exporte beschränken und zu weiterer Preissteigerung führen, zu vermeiden.
  • alle Länder aufzufordern, ihre Lebensmittel- und Agrarmärkte offen zu halten.
  • künstlich überhöhte Preise nicht zu dulden und gegen jedes spekulative Verhalten, das die Ernährungssicherheit gefährdet, vorzugehen.
  • eine engmaschige Beobachtung der Agrarmärkte zu vereinbaren und das Marktinformationssystem AMIS zu stärken.
  • in dieser Krise ihre Klima- und Umweltverpflichtungen und die Ziele der nachhaltigen Entwicklung weiter zu verfolgen.
  • die gemeinsame Kooperation innerhalb der G7 mit internationalen Organisationen und Finanzinstitutionen fortzusetzen, um die globale Ernährung sicherzustellen, auch mit humanitärer Hilfe.
  • zu erklären, dass sie zusammenstehen mit den Partnern, und solidarisch mit der Regierung und den Menschen in der Ukraine.
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