Sonntag, 20. Juni 2021

Edeka Südwest: Backbetriebe müssen dickes Umsatzminus hinnehmen

Offenburg. (ez / eb) Die Regionalgesellschaft Edeka Südwest hat ihren Geschäftsbericht für das Pandemie-Jahr 2020 digital aufbereitet und veröffentlicht. Durch die bunten Kästen, Tabellen und Linien leidet ein wenig die Nutzerführung und inhaltliche Zusammenhänge lösen sich auf. Das schnelle lineare Erfassen und Vergleichen von Informationen fällt unter diesen Bedingungen schwer. Als Konsequenz interessieren wir uns mal nicht für die Edeka Handelsgesellschaft Südwest, sondern nur für ihre Backbetriebe.

Die K+U Bäckerei GmbH zählt im Südwesten Deutschlands fünf Bäckerbub-Backbetriebe an den Standorten Neuenburg, Mannheim, Reutlingen, Bexbach und Hilzingen. Das Unternehmen zählt etwa 5.000 Mitarbeitende und weist auf seiner Homepage rund 600 Filialen aus. Bekannt ist, dass sich das Backwarengeschäft der Gesellschaft in einer strukturellen Modernisierung befindet. Die Zahl der Filialen wird nach und nach sinken, weil die Standorte sukzessive an die Edeka-Kaufleute überführt werden.

Dem Geschäftsbericht 2020 von Edeka Südwest ist zu entnehmen, dass sich die Backbetriebe trotz etlicher Negativ-Effekte im Pandemie-Jahr 2020 stabil entwickelten. Zum Jahresende wurde ein Umsatzvolumen (Außenumsatz) von 240 Millionen Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Rückgang von rund 16,6 Prozent gegenüber 2019. Zu schaffen machten den Backbetrieben besonders die pandemiebedingten Schließungen der Gastronomiebereiche. Verkaufsstellen in Innenstadtlagen verzeichneten Umsatzverluste von bis zu 80 Prozent. In zahlreichen Filialen war das Einführen von Kurzarbeit die einzige Alternative.

Doch es gab auch positive Entwicklungen: Im Auftrag traditioneller Backkultur nahmen die Backbetriebe eine neue Kooperation mit den «Wildbakers» auf. Dabei stehen handwerkliches Brot und mit «Wilder Bube» ein ganz neues Produkt mit besonderer Rezeptur im Mittelpunkt. In der Produktion zählte 2020 der Bau sechs neuer Steinöfen am Standort Reutlingen zu den Höhepunkten. Rund 1,8 Millionen Euro investierten die Back-Profis vor Ort ins Bäckerhandwerk und knusprige Krusten.

Im laufenden Geschäftsjahr wurde der Standort Mannheim erfolgreich nach den strengen Kriterien des Bio-Anbauverbands demeter zertifiziert. Im Februar 2021 brachte K+U das erste demeter-Brot auf den Markt.

Die Backbetriebe verfügten Ende 2020 über ein Netz von «rund 500 eigenen Bäckerei- Verkaufsstellen». 64 K+U-Filialen hat die Regionalgesellschaft 2020 in die Hände von Edeka-Kaufleuten überführt. Weitere werden im laufenden Jahr und darüber hinaus folgen. Hier werden sie als «Marktbäckereien» oder mit individuellem Namen des jeweiligen Betreibers geführt. Die Integration der Backwarentheken in den selbstständigen Einzelhandel ist eine für Edeka Südwest zukunftsweisende Strategie (Foto: Edeka Verbund).