Sonntag, 21. Juli 2024

Edeka Minden-Hannover: über Verschiebungen im Backwarenabsatz

Minden. (ez / eb) Wie aus dem aktuellen Geschäftsbericht 2022 von Edeka Minden-Hannover hervorgeht, waren auch im Vertriebsgebiet der Regionalgesellschaft die Heraus­forde­rungen nie so groß wie heute: In den Produktionsbetrieben der Regionalgesellschaft – die Bauerngut Fleisch- und Wurstwaren GmbH, die Schäfer’s Brot- und Kuchen-Spezialitäten GmbH sowie die Hagenah Frische GmbH – sind die Auswirkungen der Pandemie, steigender ­Inflationsraten und explodierender Rohstoffpreise sowie der Energiekrise spürbar. Das zwingt zu einer konsequenten Kostenkontrolle, zu Restrukturierung und Optimierung, denn mit der Zeitenwende wandeln sich die Konsumgewohnheiten deutlich.

Ausgelöst durch die insgesamt wachsenden Lebenshaltungskosten prägten Kaufzurückhaltung oder gar ­kompletter Konsumverzicht der Endverbraucher das abgelaufene Geschäftsjahr der Produktionsbetriebe von Bauerngut, Hagenah und Schäfer’s. Bauerngut reagierte unter anderem mit der Einführung von fleischlosen Produkten auf den Konsumrückgang von Fleisch und Wurst, der 2022 bei nur noch rund 52 Kilogramm (minus 7,5 Prozent zum Vorjahr) pro Kopf lag. Im Bereich der Backwaren verlagerte sich der Trend von Produkten aus serviceorientierten Handwerksbäckereien zu SB-Waren aus den Märkten. Während bei der Edeka Minden-Hannover der Absatz von Backwaren in Bedienung im Vorjahresvergleich um etwa zehn Prozent sank, legten Produkte der SB-Backstationen um etwa denselben Wert zu.

Stephan Wohler, Vorstand der Regionalgesellschaft Edeka Minden-Hannover: «Wir hatten es in diesem Jahr mit völlig veränderten Rahmenbedingungen im Backwarenbereich zu tun. Explodierende Kosten und veränderte Kunden­anforderungen haben bei Schäfer’s für eine angespannte wirtschaftliche Lage gesorgt. Dem begegnen wir mit einer konsequenten Bündelung unserer Produktionsaktivitäten, einer deutlich sortimentsspezifischeren Ausrichtung und der Energieoptimierung unserer Werke. Parallel dazu entwickeln wir kunden­orientiert ständig neue Sortimente. Unser Bio-Backwaren-Angebot ist ein Beispiel.»

Bio aus Osterweddingen

Rund elf Millionen Euro betrug das Investitionspaket an der Schäfer’s-Produktionsstätte Osterweddingen I. Seit Juni 2022 werden am Standort der ­Edeka-­Tochter täglich etwa 75 Tonnen Mehl verarbeitet und zu 50.000 Stück Bio-Backwaren nach den Richt­linien des Anbauverbands Bioland produziert.

Restrukturierung und Optimierung

Im Juni 2022 lief am Schäfers’-Standort Osterweddingen I die Produktion von Bio-Backwaren an. Seither werden aus der Betriebsstätte in Sachsen-Anhalt Brötchen und Brote mit Zutaten aus kontrolliert ökologischem Anbau und in Bioland- Qualität geliefert. Erhältlich sind diese an den Bedien­theken und SB-Backstationen in den Märkten unter der Marke Edeka Bio sowie in den Schäfer’s-Fachgeschäften unter der Marke Schäfer’s Bio. Den Kunden steht auf diesen beiden Kanälen eine Auswahl von sechs verschiedenen Bio-Brötchen und sieben Bio-Broten zur Ver­fügung. Im zweiten Halbjahr 2023 ergänzen Schäfer’s Bio Backwaren zudem das SB-Regal und das Tiefkühltruhen-Sortiment. Mit der gezielten Bünde­lung der Brotproduktion an der Betriebsstätte in Lehrte ging ­außerdem die Stilllegung des Schäfer’s-Standorts in ­Porta Westfalica zum Jahresende einher. Zudem wurde entschieden, die Produktion am Standort Teutschenthal Ende September 2023 stillzulegen und am Standort einen Umschlagpunkt einzurichten.

Die Schäfer’s Produktionsgesellschaften betreiben aktuell vier Produktionsbetriebsstätten. Sie erwirtschafteten im zurückliegenden Geschäftsjahr unkonsolidierte Umsätze ohne ­Kostenartikel in Höhe von insgesamt 165 Millionen Euro (Vorjahr: 159 Millionen Euro). Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von 3,9 Prozent (Foto und Tabelle: Edeka Minden-Hannover).

Edeka Minden-Hannover: Kennzahlen im Überblick

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