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DVH: Hefeindustrie sieht sich unter Kostendruck

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Bonn. (dvh) Die Hefeindustrie in Deutschland rechnet mit in deutlichen Kostensteigerungen in den Bereichen Agrarrohstoffe, Energie und Logistik. «Die Mitgliedsunternehmen stehen aktuell Kostentreibern gegenüber, welche die Produktionskosten deutlich steigen lassen», erläutert Dirk Radermacher, Geschäftsführer des Deutschen Verbands der (DVH). «Es kommen gleich drei Faktoren zusammen: Druck auf den Hauptrohstoff Melasse, drastisch gestiegene Energiekosten und erhöhte Logistikkosten».

Der Zuckerrübenanbau leidet unter dem trockenen Sommer

Die Dürre im Sommer 2018 wird die Rübenernte laut Ernteberichten zum Teil deutlich verschlechtern. Die verfügbare Melassemenge wird damit unter den Erwartungen liegen. Hinzu kommt: Weil der der klassische Futtermittelanbau ebenfalls unter den heißen Sommertemperaturen stark gelitten hat, zeichnet sich ein erhöhter Bedarf an Melasse als alternativer Kalorienträger für die Herstellung von Viehfutter ab. Verringertes Angebot begegnet also steigender Nachfrage.

Herstellung von Hefe ist energieintensiv

Die Preise für Diesel und Gas sind in den vergangenen 24 Monaten angestiegen. Seit Sommer 2017 hat der Ölpreis nochmals deutlich angezogen. Von rund 45 Euro kommend liegt der Preis für ein Barrel Öl aktuell bei fast 80 Euro, was einer Preissteigerung von über 70 Prozent entspricht. Auch die Strom- und Gaskosten an der Energiebörse Leipzig (EEX) haben deutlich angezogen. Die Hefeproduzenten stellt diese Entwicklung vor eine weitere Herausforderung.

Höhere Transportkosten

Neben den gestiegenen Kraftstoffpreisen sind neue Mautkosten für einen zweifachen Kostenschub im Bereich der Logistik verantwortlich. Seit Juli 2018 gelten für LKW bereits zusätzliche Mautsätze auch auf den Bundesstraßen. Ab Januar 2019 sehen neue Regelungen eine weitere Erhöhung der Mautgebühren vor. Zusammen mit der knappen Verfügbarkeit von Fahrern wirken sich diese Kostensteigerungen unmittelbar auf die Frachtpreise für Hefe aus (Foto: pixabay.com).