Donnerstag, 15. April 2021

Durchwachsen: Schweizer Dauerbackwaren in 2020 weniger gefragt

Bern / CH. (bs) Nach einem durchzogenen Vorjahr ging der Branchenumsatz der Schweizer Dauerbackwarenindustrie 2020 erneut zurück. Während sich das Inlandgeschäft gut entwickelte, verlief das Exportgeschäft weiterhin negativ. Die Importe stiegen stark an und sorgten für einen deutlichen Anstieg des Pro-Kopf-Konsums von Keksen, berichtet der eidgenössische Branchenverband Biscosuisse.

Zu den beliebtesten Dauerbackwaren gehörten 2020 Standard-Biskuitprodukte und Spezialitäten. Diese machten rund zwei Drittel der Gesamtproduktion aus. Während bei den Standard-Biskuitprodukten (wie zum Beispiel Petit Beurre, einfache Nuss- und Mandelgebäcke, Weihnachtskonfekt, et cetera) die Verkaufsmengen zunahmen (plus 3,5 Prozent), gingen sie bei den Spezialitäten (zum Beispiel schokolatierte Gebäcke, gefüllte Hüppen) zurück (minus 3,0 Prozent).

Eine positive Absatzentwicklung war bei den weniger ins Gewicht fallenden haltbaren «Frischbackwaren» (plus 28,2 Prozent), den Apéro- und Salzgebäcken (plus 5,0 Prozent) und den brotähnlichen Gebäcken (plus 2,2 Prozent) zu verzeichnen. Ein starker Einbruch musste beim Absatz von Spezialfabrikationen wie zum Beispiel Dessert-Halbfabrikate (minus 33,6 Prozent) verzeichnet werden. Insgesamt ging der Branchenumsatz um 0,6 Prozent zurück, während die Produktionsmenge um 1,5 Prozent stieg.

Zunahme der Importe

Das Inlandgeschäft lief leicht besser als im Vorjahr. Während die Verkaufsmenge um 2,4 Prozent stieg, erhöhte sich der Umsatz um 1,3 Prozent. Gleichzeitig nahmen die Importe stark zu. So wurden 2020 beispielsweise rund 12 Prozent mehr Standard-Biskuitprodukte und Spezialitäten importiert, was für einen deutlichen Anstieg des Pro-Kopf-Konsums um über 5 Prozent auf rund 5½ kg sorgte. Der Importanteil im Schweizer Markt für Standard-Biskuitprodukte und Spezialitäten liegt neu bei 52,5 Prozent. Damit stieg der Marktanteil dieser Importwaren um 5,2 Prozent.

Erneuter Rückgang der Exporte

Die Aussenhandelsstatistik des Zolls verzeichnete für 2020 bei Backwaren[1] insgesamt einen Rückgang des Exportumsatzes in Höhe von 16,6 Prozent. Die ausgeführte Menge ging um 9,0 Prozent zurück. Weniger stark waren die Rückschläge bei den Biscosuisse-Meldefirmen: Ihr Exportumsatz für Dauerbackwaren ging um insgesamt 7,4 Prozent zurück, während sich ihre Exportmenge um 1,0 Prozent reduzierte. Die Liste der Exportdestinationen für Schweizer Biscuits umfasste im Jahr 2020 nur noch 62 Länder – im Jahr 2019 waren es noch 70, im Jahr 2018 sogar noch 85 Länder. An der Spitze der Exportländer stand 2020 wiederum Deutschland, gefolgt von Frankreich, Saudi-Arabien und USA.

Herausfordernde Rahmenbedingungen

2020 ist der Importanteil markant gestiegen, während sich das Exportgeschäft negativ entwickelte. Diese Entwicklung wird durch den asymmetrischen Grenzschutz von Rohstoffen und Verarbeitungsprodukten unterstützt. Die Politik ist aufgerufen, eine weitere Verschärfung dieser Problematik zu verhindern. Die Situation würde insbesondere durch die von Teilen der Politik geforderte Festschreibung eines Mindestgrenzschutzes für den Rohstoff Zucker verschärft.

Der Branchenverband Biscosuisse vereint unter anderem die industriellen Schweizer Hersteller von Dauerbackwaren. Die in diesem Bereich tätigen 21 Unternehmen beschäftigten Ende 2020 in der Schweiz 2’371 Personen (1’169 Frauen und 1’202 Männer).

[1] Die Aussenhandelsstatistik umfasst neben Dauerbackwaren wie Biscuits, brotähnlichen Gebäcken, Apéro- und Salzgebäcken oder Meringues auch weitere Bäckerei- und Konditoreiwaren (Foto: pixabay.com).