Home > Termine + Events > Die CeBIT ist eingestellt, und nun?

Die CeBIT ist eingestellt, und nun?

Albstadt. (comp) Das waren noch Zeiten, als Bäcker-Azubis während der CeBIT 2008 besonders große «IT-Fitness-Brötchen» verteilten. Seither hat sich die Welt verändert, Digitalisierung ist in fast alle Lebensbereiche eingedrungen und die Deutsche Messe AG zieht nach 33 Jahren die Konsequenzen: Sie sortiert ihr Portfolio neu und sagt die CeBIT 2019 ab. Industrienahe Digitalthemen integriert sie künftig in die Hannover Messe.

«Digitalisierung» dreht sich nicht nur um sich selbst. Auch kann man nicht sagen, dass sich andere Lebens- und Berufsthemen plötzlich nur noch um Digitalisierung drehen. Nein, die zwei Seiten einer Medaille oder Entwicklung müssen sehen, wie sie miteinander auskommen. Müssen gemeinsam ringen, um das Beste aus beiden Welten zusammenzuführen. Das ist die Dynamik, die zum logischen Aus der CeBIT führte.

«Vor etlichen Jahren wurde bereits die Systems in München eingestellt und erst vor wenigen Jahren die IT+Business in Stuttgart. Alles dreht sich um Digitalisierung und dies in den nächsten Jahren zunehmend. So ist es auf den ersten Blick unverständlich, dass es zu einem derartigen Top-Thema offensichtlich nicht möglich ist, eine Messe entsprechend attraktiv zu gestalten», gibt Reiner Veit zu bedenken, Geschäftsführender Gesellschafter der CompData Computer GmbH in Albstadt.

Künstliche Intelligenz, Robotics, Internet of Things, Future Mobility, BlockChain: Alles Themen, die natürlich auch Softwareanbieter für die backenden Branchen interessieren. Themen, die in wenigen Jahren auch für den deutschen Mittelstand unausweichlich sein werden. Dennoch ließen die letzten Jahre rückläufige Besucherzahlen bei der CeBIT erkennen. CompData war in den letzten Jahren dort nicht mehr vertreten. Weder als Aussteller noch als Besucher.

Es mangelte an Effizienz. Weder kamen ausreichend Bäcker zur CeBIT, denen man als Aussteller hätte begegnen können. Noch reichten ein oder zwei Tage als Besucher aus, um das Gesamtgeschehen zu erfassen. Veit: «Wenn man alles sehen will, ist man die gesamte Messezeit unterwegs. Diese Zeit zu ermöglichen, ist für Unternehmer heute kaum machbar. Darüber hinaus ist es so, dass es von nahezu allen Herstellern regelmäßige Veranstaltungen, Roadshows oder Webinare gibt, so dass ein kontinuierlicher Informationstransfer stattfindet. Auch die Rolle des Internets ist beachtlich und deckt einen Großteil des Informationsbedarfs ab».

Vor allem aber findet Digitalisierung heute überall statt, wie eingangs bereits erwähnt. In diesem Sinn haben auch alle Fachmessen mittlerweile einen spezifischen Bereich für das Thema geschaffen und sind damit näher an Bedarfen und Bedürfnissen ihrer Zielgruppen, als es die CeBIT künftig überhaupt noch vermocht hätte.