Mittwoch, 14. April 2021
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Deutscher Konditoren-Bund erlebt schwere Krise

München. (eb) Die Konditoren-Innung Bayern (KIB) hat während ihrer Versammlung am 16. Mai mit deutlicher Mehrheit beschlossen, zum 31. Dezember 2017 aus dem Deutschen Konditoren-Bund (DKB) auszutreten. Die KIB hatte erst zum Jahreswechsel 2016/2017 die Geschäftsführung für den DKB übernommen. Über die näheren Beweggründe zum Austritt wird die KIB in den kommenden Tagen berichten, sagte eine KIB-Sprecherin gegenüber dem WebBaecker.

Bereits am 06. April hatte die KIB ein Rundschreiben zum Anlass genommen darüber zu informieren, dass…

  • KIB-Obermeister Günter Asemann Anfang März als DKB-Vizepräsident zurückgetreten ist,
  • Alexandra Melzer ihre Tätigkeit als DKB-Geschäftsführerin zum 30. September beendet, doch weiterhin KIB-Geschäftsführerin bleibt,
  • Daniela Sauer ihre Tätigkeit als DKB-Rechtsanwältin zum 30. September beendet, jedoch KIB-Rechtsanwältin bleibt.

«Für mich war der Rücktritt als Vizepräsident beim DKB unausweichlich, da ich als Obermeister der Konditoren-Innung Bayern zukunftsorientierte Entscheidungen treffen möchte. Diese Entscheidungen lassen sich nicht mit meinem Amt als Vizepräsident beim DKB in Einklang bringen», sagt Günter Asemann im erwähnten Rundschreiben.

«Die Interessen, die ich als Geschäftsführerin des Deutschen Konditoren-Bunds und zugleich der Konditoren-Innung Bayern vertreten musste, waren oft nicht miteinander vereinbar. Durch meine alleinige Tätigkeit bei der Konditoren-Innung Bayern kann ich mich nun klar für unsere Betriebe in Bayern positionieren», sagt Alexandra Melzer.

Dem Obermeister Günter Asemann liegt ein starkes Konditorenhandwerk am Herzen. In Bayern habe sich die Fusion regionaler Innungen zu einer landesweiten Innung seit vielen Jahren erfolgreich bewährt. Leider ließen sich diese Ziele aus bayerischer Sicht auf bundesdeutscher Ebene derzeit nicht verwirklichen. Der DKB habe dieses wichtige Ziel aus den Augen verloren und sich mit zu viel interner Bürokratie beschäftigt. Dabei seien Strategien, die das Konditorenhandwerk voranbringen, zu kurz gekommen. Aus bayerischer Sicht ist das ursprünglich gemeinsame Ziel einer starken Bundesinnung wegen vielfältiger Widerstände in weite Ferne gerückt.

Die Konditoren-Innung Bayern ist der deutlich mitgliederstärkste Verband im DKB und hat zum Jahreswechsel 2016/2017 zudem die Geschäftsführung des Landesinnungsverbands Baden-Württemberg übernommen. Auf der Homepage des Deutschen Konditoren-Bunds sucht man eine Stellungnahme indes vergebens. Nach Angaben auf konditoren.de zählte das bundesdeutsche Konditorenhandwerk zum Stichtag 31. Dezember 2016 exakt 3.110 Fachbetriebe mit 68.500 Beschäftigten, die 2016 einen Gesamtumsatz von über 1,754 Milliarden Euro generierten. Präsident des Deutschen Konditoren-Bunds ist Gerhard Schenk aus Augsburg (Foto: pixabay.com).