Sonntag, 29. November 2020

Covid-19: Experimentelle Daten zeigen aktuelles Kaufverhalten

Wiesbaden. (destatis) Vor dem Hintergrund steigender Covid-19-Infektionen in Deutschland ist die Nachfrage nach ausgewählten Hygieneartikeln und Lebensmitteln teils deutlich gestiegen. Wie eine Sonderauswertung experimenteller Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) zeigt, waren die Verkaufszahlen von Toilettenpapier in der 42. Kalenderwoche vom 12. bis 17. Oktober 2020 fast doppelt so hoch (+89,9 Prozent) wie im Durchschnitt der Vorkrisen-Monate August 2019 bis Januar 2020. Der Absatz von Desinfektionsmitteln lag in der 42. Kalenderwoche knapp drei Viertel (+72,5 Prozent) und der von Seife knapp zwei Drittel (+62,3 Prozent) über dem Vorkrisen-Durchschnitt.

Auch Verkaufszahlen von Mehl und Hefe deutlich über Vorkrisen-Niveau

Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und Seife blieb auch während des Sommers, als sich der Absatz von Lebensmitteln weitgehend normalisiert hatte, leicht überdurchschnittlich. In der 42. Kalenderwoche zog nun auch die Nachfrage nach bestimmten Lebensmitteln an. So stieg der Absatz von Mehl verglichen mit dem Vorkrisen-Durchschnitt um mehr als ein Viertel (+28,4 Prozent) und der Absatz von Hefe um mehr als ein Drittel (+34,8 Prozent). Die Verkaufszahlen von Teigwaren wie Nudeln waren hingegen leicht unterdurchschnittlich (-0,2 Prozent). Die Politik und Wirtschaftsverbände sehen die Versorgungslage mit Gütern des täglichen Bedarfs unterdessen als gesichert und appellieren an die Bevölkerung, von «Hamsterkäufen» abzusehen.

20201022-DESTATIS

Methodischer Hinweis

Die Angaben basieren auf neuen Datenquellen und Methoden. Ausgewertet wurden digital verfügbare Kassendaten, sogenannte Scannerdaten. Die zugrunde liegenden Daten basieren auf einer geringen Anzahl von Filialen aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie sind daher eingeschränkt repräsentativ für das Kaufverhalten in Deutschland. Auswertungen dieser Art haben experimentellen Charakter und sind Teil eines Projektes im Bereich «Experimentelle Daten», mit dem das Statistische Bundesamt neue Datenquellen und Methoden erprobt (Grafik: Destatis – Foto: pixabay.com).