Donnerstag, 6. Oktober 2022
20211220-BUNDESREGIERUNG-KUGLER

Bund und Länder berieten über Omikron und andere Herausforderungen

Berlin. (bund) Obwohl sich die Zahl der Neuinfektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus (Corona) in den letzten Tagen verlangsamt hat, befinden wir uns aktuell in einer sehr kritischen Phase der Pandemie. Die Wissenschaftler (m/w/d) sowie weiteren Fachleute des Expertenrats der Bundesregierung haben in ihrer ersten, einstimmigen Stellungnahme eine Einordnung der neuen Virusvariante «Omikron» vorgenommen. Die 19 Experten (m/w/d) haben festgehalten, dass sich die neue Variante sehr viel schneller und einfacher von einem Menschen auf den anderen überträgt. In anderen Staaten zeigt sich, dass sich die Zahl der Infizierten innerhalb von 2-3 Tagen verdoppelt. Das ist eine nie dagewesene Verbreitungsgeschwindigkeit. Die neue Virusvariante unterläuft außerdem einen bestehenden Infektionsschutz. Sie infiziert damit in kürzester Zeit deutlich mehr Menschen und bezieht auch Genesene und Geimpfte stärker in das Infektionsgeschehen ein. Dies kann zu einer explosionsartigen Verbreitung führen.

30 Millionen Impfungen bis zum Jahresende werden erreicht

Die Wissenschaftler (m/w/d) des Expertenrats weisen darauf hin, dass nach den ersten Studienergebnissen der Impfschutz gegen die Omikron-Variante rasch nachlässt und auch immune Personen symptomatisch erkranken. Nach erfolgter Auffrischungsimpfung («Booster-Impfung») mit den derzeit verfügbaren mRNA-Impfstoffen (Moderna und BioNTech) zeigen verschiedene Studien einen guten Immunschutz. Es ist daher gut, dass Bund und Länder unmittelbar mit der Empfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut (STIKO) zu den Auffrischungsimpfungen für Erwachsene über 18 Jahre Mitte November eine umfangreiche Impfkampagne gestartet haben. Das Ziel, bis zum Jahresende 30 Millionen Impfungen durchzuführen, wird erreicht.

Dennoch gibt es eine vergleichsweise große Impflücke

Dennoch ist aufgrund der vergleichsweise großen Impflücke in Deutschland, die besonders bei Erwachsenen besteht, mit einer sehr hohen Krankheitslast durch Omikron zu rechnen. Bereits jetzt sind die Krankenhäuser in einigen Regionen Deutschlands an ihre Grenzen geraten. Patienten (m/w/d) müssen in Krankenhäuser anderer Regionen verlegt werden, nicht dringend nötige Operationen verschoben werden. Ärzte (m/w/d), Pfleger (m/w/d) und die weiteren Beschäftigten in den Krankenhäusern arbeiten seit Monaten an oder über ihrer Belastungsgrenze.

Hinzu kommt, dass stark steigende Infektionszahlen und deren Folgen ein Ausmaß erreichen können, dass die kritische Infrastruktur (KRITIS, unter anderem Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Telekommunikation, Strom- und Wasserversorgung sowie die entsprechende Logistik) in ihrer Funktionsweise eingeschränkt wird. Daher ist es vordringlich, dass sich noch mehr Bürger (m/w/d) impfen lassen. Die Impfkampagne soll daher erheblich intensiviert werden. Es geht um Boosterimpfungen, aber auch um Erst- und Zweitimpfungen. Dies gilt besonders für Ältere und andere Personen mit bekanntem Risiko für einen schweren Covid-19 Verlauf.

Omikron stellt eine zusätzliche Herausforderung dar

Der Bundeskanzler und die Regierungschefs (m/w/d) der Länder danken der großen Mehrheit der Bürger (m/w/d) für ihr verantwortungsbewusstes Verhalten. Sie wissen, dass die lange Dauer der Pandemie und die neue Virusvariante Omikron eine große Herausforderung und Zumutung für die gesamte Gesellschaft darstellen. Sie bitten alle Bürger (m/w/d), sich gemeinsam dieser Herausforderung zu stellen und die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen. Dazu ist es erneut nötig, die Kontakte zu anderen Menschen deutlich einzuschränken. Bisher betraf dies vor allem Ungeimpfte. Nunmehr gilt es aufgrund der Virusvariante Omikron auch wieder verstärkt für geimpfte und genesene Personen. Sofern Treffen im erlaubten Rahmen stattfinden, sollten dringend Schnelltests durchgeführt werden, um das Risiko einer unbemerkten Ansteckung zu reduzieren.

Der Bundeskanzler und die Regierungschefs (m/w/d) der Länder haben vor dem Hintergrund der veränderten Situation aktualisierte Vereinbarungen getroffen, die nachfolgend als PDF-Download (97 KB) und zur Ansicht zur Verfügung stehen (Foto: Bundesregierung – Kugler).

Beschluss Bund-Länder-Videokonferenz vom 21. Dezember (7 Seiten)

20211221-COVID-19
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