Montag, 26. September 2022

Bulgarien: Wie Cupffee-Becher mithelfen die Welt zu retten

Plovdiv (BG) | Uzwil (CH). (bg) Die Bühler Gruppe und das bulgarische Start-up Cupffee arbeiten seit 2016 gemeinsam daran, das drängende Problem des Plastikmülls mit Innovationen anzugehen. Unterstützt von Lösungen und Know-how aus Uzwil ist Cupffee jetzt bereit, das Produktionsvolumen seiner essbaren, knusprigen Waffelbecher zu verdoppeln und seinen Einfluss auf eine nachhaltige Zukunft zu erhöhen.

Cupffee stellt seit 2014 essbare Becher her. Alles begann mit einem Traum. Der bulgarische Unternehmer Miroslav Zapryanov wollte, dass die biologisch abbaubaren Becher von Cupffee die Einweg-Kaffeebecher ersetzen. In seiner Heimatstadt Plovdiv in Bulgarien verursachten die zahlreichen Cafés und Restaurants Plastikmüll, den Zapryanov, Vorstandsvorsitzender und Gründer von Cupffee, unbedingt durch eine nachhaltige Alternative ersetzt sehen wollte. So wurde die Idee zu Cupffee geboren. «Die Idee für essbare Kaffeebecher hatte ich schon in meiner frühen Schulzeit. Ich war inspiriert von der Tatsache, dass eine grüne Lösung dringend notwendig war, um gegen die Milliarden von Plastikbechern anzukämpfen, die täglich auf der Welt verwendet werden», sagt Zapryanov. «Das Unternehmen Cupffee wurde 2014 gegründet und sein Pioniercharakter wurde schnell von anderen Gleichgesinnten und Unternehmen erkannt, die uns bei unserem schnellen Wachstum und unserer Expansion geholfen haben.»

Das Projekt Cupffee im Überblick

Knusprige Kaffeetassen

Auf der Suche nach dem perfekten Rezept für die Tassen unternahm Cupffee viele Versuche, um die Zutaten anzupassen und die Mischung, die Proportionen und die Temperatur zu verändern. «Es hat ein paar Jahre gedauert, bis wir die endgültige Version des Rezepts gefunden hatten», sagt Zapryanov. «Es war uns sehr wichtig, dass der Becher über Stunden hinweg nicht ausläuft und mindestens 40 Minuten lang knusprig bleibt. Ein weiterer wichtiger Faktor, auf den wir bei der Entwicklung der Cupffee-Becher geachtet haben, war ihre Geschmacksneutralität, die den Geschmack des Getränks nicht verändern sollte.»

Essbare Becher werden immer beliebter

Die Cupffee-Becher sind in zwei Größen erhältlich: 110 und 220 Milliliter. Sie bestehen aus natürlicher Haferkleie und Weizenmehl und sind dank ihres geringen Gewichts der perfekte Snack mit nur 56 respektive 105 Kilokalorien. Sie bestehen aus rein natürlichen Zutaten, sind nicht mit Schokolade oder Zucker überzogen und haben einen neutralen Geschmack. Die Cupffee-Becher gewannen schnell an Bedeutung und wurden weltweit bei großen Kunden beliebt, die sich bemühen, mit ihren umweltfreundlichen Arbeitsweisen und nachhaltigen Initiativen eine Vorreiterrolle einzunehmen. Zu den visionären Partnern von Cupffee in seiner Umweltmission gehört das weltweit führende Kaffeeunternehmen Lavazza. Es serviert seinen Espresso in zahlreichen Märkten und bei prominenten Veranstaltungen wie zum Beispiel Wimbledon in Keks-Bechern. Giuseppe Lavazza, Vizepräsident des Verwaltungsrats der Luigi Lavazza S.p.A., und Königin Elisabeth II. genossen ihren Kaffee am Rande des Centre Courts in Cupffee-Bechern. Auf dem ersten einwegplastikfreien Flug von Etihad Airway am Earth Day wurden Heißgetränke in Cupffee-Bechern serviert, als Teil ihres Engagements für Nachhaltigkeit. Der Lebensmittelhändler Lidl, die internationale Discounterkette aus Deutschland, ist ein weiterer wichtiger Kunde, der die Mission von Cupffee zur Reduzierung von Plastikmüll unterstützt.

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Wachstum mit Lösungen aus Uzwil

Das Bühler Team in Sofia, Bulgarien, nahm vor sechs Jahren Kontakt mit Miroslav Zapryanov von Cupffee auf, um ihn über die Vorteile von Produkttests im Bühler Wafer Innovation Center in Leobendorf, Österreich, zu informieren. Bühler verfügt über eine speziell modifizierte Lösung für gegossene Tüten und Becher, die es Cupffee ermöglichen würde, im industriellen Maßstab zu produzieren, um die wachsende Kundennachfrage zu decken. Als Miroslav Zapryanov davon hörte wusste er, das war genau wonach er gesucht hatte. «Unser erster Kontakt mit Bühler fand 2016 statt, und das war genau zum richtigen Zeitpunkt», sagt Miroslav. «Zu dieser Zeit verlangte der Markt nach großen Mengen, die wir nicht produzieren konnten. Dank der Lösungen von Bühler und der Tatsache, dass Bühler ein weltweit führender Hersteller von Produktionsmaschinen für die Lebensmittelindustrie ist, konnten wir unsere Kapazität um ein Vielfaches erhöhen und die Anforderungen der Kundinnen und Kunden erfüllen.»

Mit dem Bühler Ofen Franz Haas MTA-V für festen Teig und die Produktionslinie für essbare Becher ist es Cupffee gelungen, schnell zu wachsen und sein Produkt auf dem Massenmarkt einzuführen. Die derzeitige Kapazität von Cupffee beträgt etwa drei Millionen Becher pro Monat. Das Unternehmen will sein Volumen in den nächsten zwei Jahren verdoppeln oder verdreifachen und plant, zwei weitere Produktionslinien für essbare Becher in seiner Produktionsstätte in Plovdiv zu installieren.

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Nachhaltige Produktion mit Nebenströmen

Laut Miroslav Zapryanov ist Bühler aufgrund seiner Qualität, seines technologischen Fortschritts und seiner Marktführerschaft die natürliche Wahl für Cupffee. Bühler und sein Wafer Innovation Center sind ständig bestrebt, neue Lösungen zu entwickeln, besonders wenn es um nachhaltige Produkte geht. Andreas Clemenz, Leiter des Bühler Wafer Innovation Center in Leobendorf, Österreich, sagt: «Cupffee verwendet Haferkleie für die Rezeptur der essbaren Becher. Da Haferkleie ein Nebenprodukt des Müllereiprozesses ist, ist dies eine großartige Möglichkeit, die Becher noch nachhaltiger zu machen und diesen Nebenstrom aus dem Müllereiprozess zu recyceln. Zudem werden die Becher so noch gesünder. Ähnliche Nebenströme entstehen bei anderen Prozessen der Lebensmittelherstellung, etwa Nussschalen aus der Nussverarbeitung oder Aprikosenkerne aus der Marmeladen- und Saftherstellung. Einige von ihnen wurden bereits für die Verwendung in Bechern getestet, und Bühler erforscht viele weitere.»

Nach einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) von 2021 werden heute jedes Jahr rund 400 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle produziert. Etwa 36 Prozent aller produzierten Kunststoffe werden laut UNEP für Verpackungen verwendet, darunter Einwegplastikprodukte für Lebensmittel- und Getränkebehälter. Cupffee plant, seine Produktion auf 10 Millionen Becher pro Monat zu erhöhen und hat sich zum Ziel gesetzt, mindestens ein Prozent des weltweiten Angebots an Einweg-Kaffeebechern aus Plastik oder/und Karton zu ersetzen (Fotos: Bühler AG – Video: Bühler AG via Youtube).

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