Donnerstag, 29. Februar 2024
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Bremerhaven: Haferkamp übernimmt Havenbäcker

Bremen. (sg /eb) Die Havenbäcker GmbH hatte am 29. Juno beim Amtsgericht Bremerhaven Insolvenzantrag über ihr Vermögen gestellt. Hiervon betroffen waren 146 Mitarbeiter in der Produktion und in den 18 Verkaufsfilialen des Unternehmens in Bremerhaven und im Bremerhavener Umland. Das Insolvenzverfahren soll zum 01. September 2018 eröffnet werden. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird die Delmenhorster Bäckermeister Haferkamp GmbH den Geschäftsbetrieb übernehmen und sämtlichen Mitarbeitern in Produktion, Verkauf und Logistik die Fortsetzung ihrer Arbeitsverhältnisse anbieten. Ohne Einfluss für die Mitarbeiter bleibt die unvermeidbare Schließung einiger der bisher betriebenen Filialen, weil diese auch durch den Erwerber nicht wirtschaftlich fortgeführt werden können.

Die Havenbäcker GmbH, die erst 2012 ihre Geschäfte aufgenommen hatte, ist die Nachfolgegesellschaft der in 1893 gegründeten Bäckerei Brüser. Sie erinnern sich: Die musste 2010 einen tiefgreifenden Schicksalsschlag hinnehmen. Näheres ist dem Beitrag «Havenbäcker steht vor ungewisser Zukunft» vom 30. Juni zu entnehmen. Mit der jetzigen Übernahme der Mitarbeitenden und der rentablen Filialen durch die Bäckermeister Haferkamp GmbH bleibt nicht nur der Name Brüser verschwunden, sondern werden auch alle Havenbäcker-Standorte auf Haferkamp umfirmieren.

Der vom Insolvenzgericht Bremerhaven eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter, Dr. Gerrit Hölzle, Bremer Partner der Sozietät Görg, hat mit der Einleitung des Verfahrens die Geschicke des Unternehmens übernommen und sich nach Einarbeitung in die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens sehr schnell und unter Einsatz ausschließlich sozietätsinterner Ressourcen auf die Investorensuche begeben. Die schnelle Analyse der Schwachstellen des Unternehmens aber auch seiner Sanierungspotentiale hat dabei geholfen, einerseits schnell einen Investor zu finden, andererseits zu Gunsten der Gläubiger das beste erreichbare Ergebnis zu erzielen.

Dr. Uwe Lissau, Präsident des Amtsgerichts Bremerhaven und zuständiger Insolvenzrichter: «Die Auswahl des Insolvenzverwalters gilt als die Schicksalsfrage des Insolvenzverfahrens. Mit Dr. Hölzle habe ich einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, der über einschlägige Branchenerfahrung verfügt und deshalb in der Lage war, sehr schnell und zielgerichtet zu agieren». Hölzle hatte in der Vergangenheit bereits große Bäckereifilialbetriebe als Insolvenzverwalter betreut, wie zum Beispiel den ältesten Bremer Bäckereifilialisten Tenter’s Backhaus oder zuletzt die Bäckerei Hellweg in Bremens Norden. Dr. Lissau ergänzt: «Im Ergebnis freut mich besonders, dass sämtliche Arbeitsplätze erhalten werden konnten».

Dr. Gerrit Hölzle zum erreichten Erfolg: «Das Verfahren war mit besonderen Herausforderungen verbunden, weil absehbar war, dass wir bis zur Eröffnung am 01. September eine Lösung brauchen würden. Das ist gelungen, wofür ich mich bei allen Beteiligten, allen voran bei der Belegschaft und den Mitgliedern des vorläufigen Gläubigerausschusses bedanke». Hölzle fügt hinzu, dass die eigentliche insolvenzrechtliche Arbeit, nämlich die Aufbereitung der Vergangenheit, jetzt erst beginne und noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Insbesondere die lange Geschichte der wirtschaftlichen Krise des Unternehmens ziehe einigen Bedarf an insolvenzrechtlicher Aufarbeitung nach sich (Foto: pixabay.com).

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