Montag, 15. August 2022

Bonn. (ble) Extremwetter und Ernteausfälle machen Landwirten immer mehr zu schaffen. Vielversprechend kann der Anbau von heterogenen Weizenpopulationen sein, wenn eine gute Wertschöpfung vom Acker bis zur Backstube gelingt. Ende Januar beginnt hierzu die Backkampagne «POP.Kruste» im Rahmen des BÖLN-geförderten Projekts BakWert.

Vielfalt auf dem Weizenfeld verringert das Risiko von Ernteausfällen und schafft Innovationskraft im Backhandwerk. Mit der am 24. Januar 2022 startenden Kampagne «POP.Kruste» wollen bundesweit 14 Bäckereien auf die Vorzüge von Populationsmehl hinweisen. Sie alle sind Praxispartner im Forschungsprojekt «BakWert – Bewertung und Akzeptanz heterogener Weizenpopulationen in ökologischen Wertschöpfungsketten». Es wird von der Universität Kassel zusammen mit dem Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (LTZ) und dem Verein Die Freien Bäcker durchgeführt und durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert. Im BakWert-Projekt erzeugen, vermahlen, verarbeiten und vermarkten Praxisbetriebe heterogene Winterweizenpopulationen. Angebaut werden die Weizenpopulation Brandex von der Forschung + Züchtung Dottenfelderhof und die OpenSource-Population EQuality.

Ab Ende Januar verbacken die beteiligten Bäckereien sowohl Vollkornmehl als auch Auszugsmehle des Populationsweizens. Sie entscheiden dabei selbst, welche Backwaren sie herstellen – unter anderem Leckereien wie POP Kruste, POP Seelen und POP Brioche. Das Kürzel «POP» steht für den nicht gängigen Begriff «heterogene Weizenpopulation». Anhand von Infokarten und Plakaten können die beteiligten Bäckereien ihre Kunden auf die besonderen Backwaren hinweisen. Hinzu kommt eine interaktive Website mit Videospots www.pop-kruste.de, welche – für Laien gut verständlich – über die Vorzüge dieses besonderen Weizenmehls informiert.

Heterogene Weizenpopulationen sind genetisch breiter angelegt als herkömmliche Sorten. Jede Pflanze zeigt andere Eigenschaftskombinationen. Manche kommen gut mit Hitze und Trockenheit zurecht, andere mit Staunässe und hohen Niederschlägen. Dadurch sinkt für die Landwirte das Risiko von Ernteausfällen. Trotz dieser genetischen Vielfalt unterscheidet sich das Populationsmehl kaum von anderen Qualitätsmehlen. In den bisherigen Tests in Mühlen und Backstuben ließ sich das Populationsmehl gut verarbeiten. Die handwerklichen Bäckereien zeigten sich begeistert über den neuen Rohstoff (Foto: pixabay.com).