Samstag, 1. Oktober 2022

BMEL: Ernährungssystem europaweit stabiler ausrichten

Berlin. (bmel) Unter anderem über die Folgen des Ukraine-Krieges beriet in dieser Woche der Agrar- und Fischereirat, berichtet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Im Mittelpunkt der Beratungen in Brüssel standen die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Agrar- und Ernährungswirtschaft. Der ukrainische Landwirtschaftsminister war dazu per Videokonferenz zugeschaltet, um über die Lage in seinem Land zu berichten.

Staatssekretärin Silvia Bender (BMEL) machte deutlich: «Wir befinden uns in einer Lage multipler Krisen: Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine steht derzeit zu Recht im Fokus unseres politischen Handelns. Die Erschütterungen sind weltweit zu spüren. Und weiterhin bleiben Klima- und Biodiversitätskrise virulent (= «giftig» oder «dynamisch toxisch») und sie werden sich Prognosen zufolge in den kommenden Jahren verschärfen. Deshalb arbeiten wir an der Transformation hin zu einem nachhaltigen und resilienten (widerstandsfähigen) Agrar- und Ernährungssystem. Unser Ziel: globale Ernährungssicherung, Klimaschutz und Biodiversität in Einklang zu bringen. Wir werden die Ziele des Green Deal und der Farm-to-Fork-Strategie dabei weiterverfolgen.»

Deutschland begrüßt grundsätzlich das von der EU-Kommission vorgestellte Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der Märkte. Bender regte an, EU-weit als zeitlich begrenzte Maßnahme konventionelle Futtermittel in Bio-Eiweißfuttermitteln zu nutzen. Deutschland machte außerdem seine Unterstützung für eine europäische Eiweißstrategie deutlich. Sich vom Import von eiweißhaltigen Futtermitteln unabhängig zu machen, sei eine Lehre dieser Tage, die auch Hand in Hand gehe mit Initiativen wie dem Green Deal und der Farm-to-Fork-Strategie.

Mehr Unabhängigkeit: Eiweißpflanzenstrategie weiter aufgestockt

Die Eiweißpflanzenstrategie soll ausgebaut und finanziell gestärkt werden, heißt es in einer anderen BMEL-Mitteilung. Im aktuellen Entwurf zum Bundeshaushalt 2022 wurden die Mittel demnach um weitere 1,6 Millionen Euro aufgestockt. Somit stehen 2022 insgesamt Mittel in Höhe von 5,6 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel ist es, das Angebot an regional erzeugten Futtermitteln und damit die Unabhängigkeit Deutschlands bei der Versorgung mit GVO-freien Eiweißfuttermitteln auszubauen. Wie wichtig es ist, mehr Autonomie bei der Futtermittelversorgung zu erreichen, verdeutlichen die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine (Foto: pixabay.com).

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