Montag, 17. Juni 2024

BLL-Jahrestagung: Plädoyer für Wahlfreiheit und Souveränität

Berlin. (bll) Mit Blick auf die anstehenden Wahlen des Europäischen Parlaments hat sich der neue BLL-Präsident Stephan Nießner für Wahlfreiheit und gegen staatliche Angebotslenkung ausgesprochen. Im Rahmen der Jahrestagung des Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde plädierte er für eine Politik, die die Rahmen setzt für kritische, aber eigenverantwortliche Entscheidungen. «Ich möchte keine Politik, die mich erziehen will. Lassen Sie uns das hohe Gut der Wahlfreiheit wahren». Auch Bundesminister Christian Schmidt unterstrich in seiner Ansprache die Souveränität des Verbrauchers. Professor Markus Möstl, Direktor der Forschungsstelle für Deutsches und Europäisches Lebensmittelrecht der Universität Bayreuth, beleuchtete verschiedene Modelle des Verbraucherleitbilds aus wissenschaftlich- juristischer Sicht und kam zu dem Schluss, dass das «Leitbild eines angemessen verständigen Verbrauchers Zukunft hat». Er räumte aber ein, dass der Gesetzgeber sicher auch weiterhin situationsbedingt andere Maßstäbe zugrunde legen würde. Bei der abschließenden Podiumsdiskussion mit Renate Künast, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Recht und Verbraucherschutz, Dr. Holger Krawinkel, Bereichsleiter Verbraucherpolitik und Mitglied der Geschäftsleitung des Verbraucherzentale Bundesverbands (vzbv), Jan-Philipp Hein, Journalist, Prof. Dr. Stefan Leible, Präsident der Universität Bayreuth und BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff, ging es vor allem um die Frage, welche Informationen und welche Ausbildung die Verbraucher benötigen, um selbständige Entscheidungen treffen zu können. Einigkeit bestand darin, dass Ernährungserziehung und die Vermittlung von Wissen rund um Lebensmittel bereits im Kindesalter beginnen sollte.