Dienstag, 27. Februar 2024

Bio-Fachhandel meldet für 2023 stabile Umsatzentwicklung

Berlin. (bnn) Im Kalenderjahr 2022 hatte der Bio-Fachhandel, also die Bioläden, Biomärkte und Biosupermärkte mit einem 100-prozentigen Bio-Lebensmittelsortiment, erstmals seit langem mit einem Minus abgeschlossen. Im laufenden Jahr 2023 konnte diese Entwicklung gestoppt werden, berichtet erleichtert der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN).

Positive Umsatzzuwächse ab Mitte 2023

Seit Juni 2023 sind die Umsatzzuwächse im Bio-Fachhandel wieder durchgängig positiv, wie unter anderem das Fachhandelspanel von bioVista berichtet. Laut Fabian Ganz von bioVista liegt der Bio-Fachhandel dort für die Zeitspanne Januar bis Ende Oktober 2023 bei minus 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr: «Wir erwarten, dass der Bio-Fachhandel zum Jahresende das Niveau des Vorjahrs erreicht.»

Dass die positive Entwicklung ab der Jahresmitte nicht noch deutlicher ausfällt, resultiert aus den Ergebnissen des ersten Quartals 2023, die im Januar noch um bis zu sieben Prozent unter den Werten des Vorjahrs gelegen hatten. Seitdem haben sich die Werte von Monat zu Monat kontinuierlich verbessert.

20231213-BNN(Grafik: BNN)

«Die Umsatzentwicklung im ersten Quartal ist eine Hypothek, die das Gesamtergebnis belastet. Viel wichtiger ist aber die kontinuierlich positive Entwicklung ab Jahresmitte. Dass sich alle drei Monate eines Quartals positiv entwickeln, haben wir im Bio-Fachhandel zuletzt Ende 2020 erlebt. Und für das Gesamtjahr scheint uns ein ganz leichtes Plus derzeit noch möglich», fügt Klaus Braun von der gleichnamigen Unternehmensberatung hinzu. Auch er führt eine Umsatzstatistik für den inhabergeführten Bio-Fachhandel.

Dass sich dieser Positiv-Trend bis zum Jahresende halten kann, zeigen erste Gespräche mit Ladnern, denen zufolge auch für den November ein positives Umsatzergebnis zu erwarten ist.

Kundenzuwachs sorgt für stabile Umsätze

Schon seit Februar 2023, das zeigen die Auswertungen des Handelspanels von bioVista, kommen wieder mehr Kund*innen in die Bio-Läden. Im Oktober waren es schließlich 4,1 Prozent mehr Kund*innen im Bio-Fachhandel als im Vorjahresmonat. Die durchschnittliche Anzahl der gekauften Artikel verbleibt ebenso wie der durchschnittliche Bonwert fast auf Vorjahresniveau. Es kann also davon ausgegangen werden, dass wieder mehr Kunden in den Bio-Fachhandel kommen.

Unter diesen Vorzeichen, da sind sich Marktbeobachter wie Marktteilnehmer einig, kann der Bio-Fachhandel sein Vorjahresergebnis halten und geht mit einem leicht positiven Trend ins neue Jahr.

Preisstabilität und sinkende Inflationsrate

Unterstützt werden könnte diese Entwicklung durch die seit Februar 2023 fallenden Inflationsraten. Diese liegen bei Lebensmitteln zwar immer noch über der allgemeinen Inflation, sind aber ebenfalls rückläufig. Gleichzeitig sind Bio-Lebensmittel, wie eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt, deutlich preisstabiler als konventionell erzeugte Lebensmittel.3 Der Preisabstand zwischen konventionell und biologisch erzeugten Lebensmitteln ist seit 2022 immer geringer geworden. Dadurch könnte diese Hürde für die Verbraucher an Bedeutung verlieren.

«Insgesamt zeigt sich der Bio-Fachhandel 2023 entgegen vieler Erwartungen robust. Diese Entwicklung findet in einem herausfordernden und von vielfältigen Krisen geprägten Marktumfeld statt. Jetzt ist die Politik gefordert. Sie sollte konkrete Maßnahmen fördern, um das Ziel von 30 Prozent Bio bis 2030 zu erreichen. Der Bio-Fachhandel mit seinen regionalen Wertschöpfungsketten und mittelständischen Unternehmen bleibt dabei ein wichtiger Partner dieses Ziels», ordnet Kathrin Jäckel, Geschäftsführerin des Bio-Fachhandelsverbandes Bundesverband Naturkost Naturwaren die Entwicklung ein (TitelFoto: pixabay.com).

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