Freitag, 3. Dezember 2021
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BfR-Studie: über die Wahrnehmung von Lebensmittelzusatzstoffen

Berlin. (bfr) Ob Farb- oder Konservierungsstoffe, Emulgatoren oder Süßungsmittel – in Zutatenlisten von Süßwaren, Getränken und anderen verarbeiteten Lebensmitteln sind häufig Lebensmittelzusatzstoffe enthalten. Eine aktuelle, repräsentative Befragung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigt: 55 Prozent der Bevölkerung versuchen, Zusatzstoffe beim Kauf von Lebensmitteln zu vermeiden. «Viele Menschen sorgen sich über mögliche gesundheitliche Folgen, gleichzeitig fühlen sie sich nicht gut über Zusatzstoffe informiert», sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. «Lebensmittelzusatzstoffe werden in Europa streng geprüft. Nur wenn gesundheitliche Beeinträchtigungen bei der vorgesehenen Verwendung nicht zu erwarten sind, dürfen sie eingesetzt werden.»

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Zusatzstoffe werden Lebensmitteln aus technologischen Gründen zugesetzt. So beeinflussen zum Beispiel Farbstoffe das Aussehen, Emulgatoren die Konsistenz und Süßungsmittel den Geschmack eines Lebensmittels – Eigenschaften, die von den meisten Befragten der Studie als wichtig oder sehr wichtig eingestuft werden.

Mehr als die Hälfte versucht, Zusatzstoffe beim Kauf von Lebensmitteln zu vermeiden. Denn bei den meisten Befragten ist das wahrgenommene gesundheitliche Risiko von Zusatzstoffen größer als deren eingeschätzter Nutzen – dies gilt besonders für Süßungsmittel, Farbstoffe und Geschmacksverstärker (jeweils über 40 Prozent). Vor allem mögliche Unverträglichkeiten sowie die Förderung von Krebs und Übergewicht sind Risiken, die von den Befragten mit Lebensmittelzusatzstoffen verbunden werden.

Die Ergebnisse zeigen weiterhin, dass die Bevölkerung ihr Wissen über Lebensmittelzusatzstoffe als gering einschätzt. So fühlen sich die Menschen zum einen nicht gut informiert, zum Beispiel wenn es um die Funktionen oder mögliche gesundheitliche Risiken von Zusatzstoffen geht. Zum anderen zeigen die Ergebnisse, dass selbst häufig eingesetzte Zusatzstoffe vielen nicht bekannt sind. Jeweils über 40 Prozent der Befragten geben an, den Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat und das Süßungsmittel Aspartam nicht zu kennen. Nicht allen ist die vorrangige Funktionsgruppe einzelner Zusatzstoffe bekannt: Zwar weiß die Mehrheit, dass Carotin als Farbstoff verwendet wird, bei Milchsäure wissen hingegen nur etwa ein Viertel der Befragten, dass diese hauptsächlich als Konservierungsstoff genutzt wird.

Der Begriff Lebensmittelzusatzstoff wird in der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 definiert. Danach versteht man darunter einen Stoff mit oder ohne Nährwert, der einem Lebensmittel aus technologischen Gründen zugesetzt wird. Lebensmittelzusatzstoffe dürfen in der Europäischen Union nur verwendet werden, wenn sie zuvor zugelassen wurden. Voraussetzung dafür ist, dass der Stoff für die vorgesehene Verwendung gesundheitlich unbedenklich ist. Weiterhin muss eine technologische Notwendigkeit für den Zusatz bestehen und Verbraucherinnen und Verbraucher dürfen durch die Verwendung des Lebensmittelzusatzstoffs nicht irregeführt werden. Ein in der EU zugelassener Lebensmittelzusatzstoff erhält eine E-Nummer und muss in der Zutatenliste angegeben werden.

Über den BfR-Verbrauchermonitor

Ob Antibiotikaresistenzen, Mikroplastik, Salmonellen oder Aluminium in Lebensmitteln – welche gesundheitlichen Risiken sind der Bevölkerung bekannt und was beunruhigt sie? Antworten auf diese und andere Fragen liefert der BfR-Verbrauchermonitor, eine seit 2014 regelmäßig durchgeführte repräsentative Bevölkerungsbefragung. Dazu werden etwa 1.000 Personen, die in Privathaushalten in Deutschland leben, im Auftrag des BfR telefonisch interviewt. In Ergänzung dazu führt das BfR Repräsentativbefragungen zu Einzelthemen durch, die von besonderem aktuellem Interesse sind, wie zum Beispiel Tattoos, E-Zigaretten, Superfoods oder Zusatzstoffe in Lebensmitteln (Foto: pixabay.com).