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Bäko Workshop 2016: bot viele spannende Themen

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Würzburg. (goe) Der Bäko-Workshop lud in diesem Jahr ins Congress Centrum Würzburg. Anfang November standen wieder viele namhafte Top-Referenten zu ausgesuchten Themen auf der Bühne und präsentierten Wissenswertes aus der Branche, diskutierten praktische und wissenschaftliche Ansätze und zeigten neue Wege des unternehmenspolitischen Handelns auf. Wobei der 28. Bäko Workshop mit seinen rund 320 Teilnehmern ganz im Zeichen der «Schnittstelle Mensch in der Digitalisierung» stand.

In den Vorträgen wurden die verschiedenen Aspekte der modernen Welt beleuchtet und verschiedenste Konzepte vorgestellt und dem Bäcker ans Herz gelegt. Facebook-Seite, eigene Hompage, der Umgang mit dem Smartphone, Twitter, Instagram… Die Experten hatten dazu unterschiedliche Meinungen, was für den Bäcker nun am besten sei. Die Einen waren der Auffassung, eine eigene Homepage wäre nicht mehr nötig, sondern nur aufwendig und kostspielig; schneller und einfacher wäre da eine Facebook-Seite, in die sich neuerdings sogar ein Webshop integrieren lässt. Die Anderen, unter anderem Anitra Eggler, sie nennt sich selbst «Digital-Therapeutin», rieten zur eigenen Homepage: Denn diese gehört der Person oder dem Unternehmen, das die Seite betreibt – und nicht Facebook. In der heutigen Zeit ist es dank WordPress und anderen Tools zudem nicht mehr teuer und schwierig, eine ansprechende digitale Visitenkarte zu erstellen.

Aber nochmal von vorne: Der Workshop begann mit der Einleitung durch Holger Knieling, geschäftsführender Vorstand der Bäko Zentrale Süddeutschland, und Michael Wippler in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der Bäko Marken und Service eG. Danach legte Gerriet Danz los, Trendforscher, mit dem ersten Vortrag, der vielen im Gedächtnis blieb. Auch am Büchertisch waren seine Bücher sehr begehrt. Er beleuchtete das Thema Innovation von allen Seiten und appellierte an die Bäcker, ihr Geschäftsmodell regelmäßig in Frage zu stellen und vielleicht sogar neu zu erfinden. Die Konkurrenten von morgen könnten aus völlig anderen Branchen kommen und auch völlig unerwartet. In anderen Branchen ist dies bereits geschehen: Die Taxi-Branche leidet unter dem Unternehmen «Uber» – welches aus Mathematikern und Programmieren besteht und mit Taxifahren eigentlich nichts am Hut hat. Dennoch boomt das Geschäftsmodell von Uber zur Zeit weltweit. Hotels erfahren den Wettbewerb durch eine Plattform namens «Airbnb», wiederum ein Unternehmen mit jungen Leuten aus der Informatiker-Branche, die sich das Internet zunutze machen. Im Anschluss daran hielt Ben Schulz einen Vortrag über die Wichtigkeit der eigenen Identität und der Identität des Unternehmens. In Zeiten der Digitalisierung ist es wichtig, sowohl uns selbst als auch unser Unternehmen authentisch nach außen zu präsentieren. Woher sollen unsere Kunden sonst wissen, dass sie Vertrauen zu uns haben können? Der Abend wurde abgerundet durch ein stimmiges Menü und spannende Gespräche zu den gerade gehörten Themen.

Am Montag war wie immer beim Bäko Workshop volles Programm. Der Tag begann mit einem Vortrag von Dr. Manuela Jacob-Niedballa, Fachärztin für Arbeitsmedizin zum Thema Stress. Positiv empfundener Stress kann das Leben verlängern. Negativer Stress dagegen, und das überrascht nicht, verkürzt unser Leben erheblich. Interessant dabei ist jedoch, dass wir selbst entscheiden können, wie wir mit Stress umgehen und ob wir ihn als positiv oder negativ empfinden. Lola Güldenberg zeigte in ihrem Vortrag die vielfältigen Möglichkeiten, modernste Technologien in Bäckereien einzusetzen. Bernd Kütscher, Direktor der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim, hielt einen prägnanten und knackigen Vortrag über das Thema «Bäckereien bei Facebook», zeigte verschiedene Webauftritte und erläuterte gute und schlechte Seiten im Internet und worauf es zu achten gilt. Kütschers konkrete Tipps können viele Bäcker für sich nutzen. Der Vormittag wurde abgerundet durch den Vortrag von Josef A. Hartmayer, Betriebsberater des LIV Württemberg, wie moderne Software die Betriebe in ihren Prozessen unterstützen kann. Bevor wir es vergessen zu erwähnen: In einem waren sich alle Experten einig, nämlich «Twitter ist tot» und die Bäcker müssen dafür keine Zeit und Energie mehr verschwenden. Lieber eine eigene Homepage und Facebook-Seite.

Nach der Mittagspause folgte ein spannender und witziger Vortrag von Anitra Eggler über unseren Umgang mit dem Smartphone und der ständigen Erreichbarkeit. Innerhalb von zehn Jahren haben Smartphones unsere Welt erobert, aber kaum jemand macht sich Gedanken darüber, wie auslaugend die ständige Erreichbarkeit für uns ist. Checken Sie auch abends im Bett noch ihre E-Mails? Ist ein Vibrationsalarm tatsächlich «stumm»? Im Schnitt werden wir in unserem Arbeitsalltag alle elf Minuten unterbrochen. Und dann wundern wir uns, dass unsere Konzentrationsspanne kürzer geworden ist als die eines Goldfischs…

Der Abend stand, nach all den Themen der Moderne, dagegen im Zeichen der Vergangenheit. Der Bäko Workshop entführte auf die Burg von Würzburg, es gab ein leckeres Menü und die Teilnehmer wurden dauerhaft von Gauklern, Rittern und verschiedenen Fabelwesen unterhalten. Die Atmosphäre auf der Burg ist einzigartig und der Blick über die Stadt einfach wunderschön.

Der Dienstag hielt nochmals zwei interessante Vorträge bereit zum Thema Vertrauen und der «Marke Mensch» von Prof. Dr. Armin Nassehi und Prof. Dr. Thomas Jendrosch. Zum Abschluss des Workshops stand dann Alfons auf der Bühne – der Kultreporter aus der ARD mit französischen Akzent. Er wechselte zwischen kurzen Videos mit Umfragen, zum Beispiel zum Thema Bäko Workshop, und Comedy auf der Bühne. Der ganze Saal konnte zum Abschluss noch einmal herzhaft lachen, eine Befreiung für den Kopf nach all den interessanten und spannenden Vorträgen.

Der 28. Bäko Workshop in Würzburg hat gutgetan und vermittelte viele Anregungen, die zuhause im eigenen Betrieb «so oder so» Anwendung finden können. Die «Karawane» trifft sich wieder zum 29. Bäko Workshop vom 05. bis 07. November 2017 in Münster/Westfalen (Fotos: Christine Klepsch, Hans Kaiser).