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Bäcker Schlüter: Generationswechsel in Halstenbek

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Halstenbek. (eb) Wenn ein Herr Büsch aus Kamp-Lintfort auf einmal Inhaber einer Bäckerei in Norddeutschland ist, dann werden wir zunächst mal hellhörig. Tim Büsch (28) und Nicole Arts (27) vom Linken Niederrhein haben den Bäcker Schlüter aus dem Kreis Pinneberg übernommen. Wobei Halstenbek direkt an der Stadtgrenze zu Hamburg liegt und als gute Wohngegend gilt. In vierter Generation haben dort Jürgen und Imke Schlüter den Traditionsbetrieb von 1888 zur heutigen Größe geführt: 180 Mitarbeitende sorgen dafür, dass in den neun Filialen in Halstenbek, Schenefeld, Rellingen, Pinneberg und Prisdorf auf hohem Niveau alles rund läuft, auch sonntags.

Das wichtigste Ziel und Anliegen der Familie Schlüter war, dass ihr Lebenswerk ein Familienunternehmen bleibt, dessen Mitarbeitende weiterhin einen sicheren und familiären Arbeitsplatz haben. Natürlich werden die neuen Inhaber irgendwann eigene Akzente setzen, doch zunächst bleibt alles wie es war. Schlüter bleibt Schlüter, Handwerk bleibt Handwerk. Er habe durchaus «Mehl im Blut», sagte Tim Büsch gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Das wollte ihn wohl abklopfen und mehr über den jungen Mann erfahren, der nicht nur die Bäckerbranche aus dem Effeff kennt, sondern auch Betriebswirtschaft studiert hat, eine kaufmännische Ausbildung genoss und kurzzeitig in den USA tätig war. Was das Abendblatt nicht weiß: Bevor Tim Büsch gemeinsam mit seiner Lebens- und Geschäftspartnerin die Bäckerei Schlüter übernahm, hat er seine Ausbildung bei der Bäckerei Hinkel in Düsseldorf absolviert, bei der Bäckerei Rischart in München als Geselle gearbeitet und war zuletzt Betriebsleiter bei der Bäckerei Görtz in Ludwigshafen.

Nicole Arts hat ein duales Bachelor- und Masterstudium in Kooperation mit der Unternehmensgruppe Aldi Süd absolviert. Bei Aldi Süd war sie die letzten vier Jahre als Regionalverkaufsleitung tätig und hat fünf Filialen am Linken Niederrhein betreut. Als Leiterin Verkauf und Verwaltung liegt ihr Fokus entsprechend auf ihren Kernkompetenzen. Beide sind sehr zufrieden, wie freundlich sie im Unternehmen aufgenommen wurden. Sie fühlen sich wohl und pflegen einen guten Kontakt zur Familie Schlüter, die bei Bedarf beratend zur Seite steht.

Die Bäckerei Büsch in Kamp-Lintfort

Seine Liebe zum Bäckerberuf entdeckte Norbert Büsch, als er in den 1970er Jahren am Linken Niederrhein auf dem elterlichen Bauernhof einen Steinofen baute und darin Brot backte. Nach Ausbildung, Meisterprüfung und Wanderjahren machte er sich dann in Kamp-Lintfort sebstandig. In den folgenden Jahren entwickelte sich der Betrieb rasant. Als Tochterunternehmen der Edeka Handelsgesellschaft Rhein-Ruhr setzt die Bäckerei Büsch heute in gut 180 Filialen um die 110 Millionen Euro per Anno um.

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Für die Liebe zum Handwerk von Tim Büsch und Nicole Arts spricht, dass beide vermutlich eine gut dotierte Position im Management der Büsch GmbH oder bei Edeka Rhein-Ruhr hätten übernehmen können. Ohne die verwandtschaftlichen Verhältnisse näher beleuchten zu müssen, ist den meisten Außenstehenden allerdings schnell «klar», weshalb beide ihr berufliches Glück nicht am Linken Niederrhein suchten, sondern ihren eigenen Weg gehen wollen.

Der Familie Schlüter hingegen kann man nur gratulieren. Schließlich hat nicht jede Bäckerei das Glück, kompetente Nachfolger zu finden – noch dazu mit «Mehl im Blut» (Foto: bs).