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Aryzta AG: Veraison und Cobas bilden stärkste Aktionärsgruppe

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Zürich / CH. (vag / eb) Die Veraison Capital AG aus Zürich (CH) und die Cobas Asset Management aus Madrid (ES) haben am 13. Mai 2020 eine Aktionärsgruppe gebildet, die über 17.3 Prozent der Aktien der Aryzta AG hält. Die beiden Aktionäre haben sich zusammengeschlossen, um sich aktiv für Verbesserungen in der Gesellschaft einzubringen.

Aryzta handelt aus Sicht der Aktionärsgruppe zu einem deutlichen Abschlag zum Unternehmenswert. Die Börsenbewertung ist trotz der Kapitalerhöhung im Jahr 2018 in Höhe von 900 Millionen Schweizer Franken nochmals deutlich stärker als der Markt eingebrochen. Das Vertrauen in Aryzta muss wiederhergestellt werden. Nur so kann Aryzta wieder Werte für alle Stakeholder schaffen.

Die Aktionärsgruppe ist davon überzeugt, dass die Lebensmittelindustrie auch im aktuell von Covid-19 geprägten Umfeld nachhaltiges Wertschaffungspotenzial bietet. Die Aktionärsgruppe ist jedoch der Ansicht, dass sich Aryzta stärker fokussieren sollte und die Komplexität der Gruppe deutlich reduziert werden muss.

Die Aktionärsgruppe hofft, in einem konstruktiven Dialog mit dem Unternehmen die notwendigen Veränderungen herbeiführen zu können und Aryzta damit wieder auf ein solides Fundament zu stellen. Veraison wird die führende Rolle im Prozess einnehmen.

Veraison erhöht Aktienanteil an der Aryzta AG, Zürich auf 7.3 Prozent

Die Veraison Capital AG, Zürich, hat am 09. Mai 2020 für den Veraison Sicav – Engagement Fund den Aktienanteil an der Aryzta AG auf 7.3 Prozent erhöht. Bei Entstehung der Meldepflicht am 04. Mai betrug der Aktienanteil gemäss SIX Offenlegungsmeldung 6.8 Prozent.

Veraison erwirbt 3.2 Prozent Aktienanteil der Aryzta AG Zürich

Die Veraison Capital AG, Zürich, hat am 06. Mai 2020 für den Veraison Sicav – Engagement Fund einen 3.2 Prozent Aktienanteil an der Aryzta AG, Zürich erworben. Dies entspricht 31’681’672 Namenaktien.

Schlussfolgerung

Die Aktionärsgruppe hat sich einen seltsamen Zeitpunkt ausgesucht, um die Bäckereigruppe nach ihrem Gusto «optimieren» zu wollen. Durch die Covid-19-Pandemie hat sich die Welt in vielen Bereichen binnen kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. die Vertriebskanäle Systemgastronomie, Schnellkost, Gemeinschaftsverpflegung und Hotelbranche stehen weltweit unter großem Druck. Die einseitige Ausrichtung der Kanäle ist nicht auf dem Mist von Chief Executive Kevin Toland gewachsen. Als der ausgewiesene Sanierer 2017 die Leitung des Konzerns übernahm, trat er ein schwieriges Erbe an – bestehend aus diversen strategischen Fehlentscheidungen in der Vergangenheit. Dieses Desaster lässt sich nur Schritt für Schritt auflösen. Auch wenn die Aktie seither nur eine Richtung kennt – nach unten – können Konzernleitung, Aktionäre und die ganze Gruppe froh sein, dass nach viel Ungewissheit endlich wieder Ruhe eingekehrt ist. Das Vertrauen in die Fähigkeiten Tolands als Sanierer ist stetig gewachsen. Der Weg ist noch lang und die Covid-19-Pandemie macht ihn nicht einfacher. Mit Veraison und Cobas als stärkste Aktionäsgruppe sitzt jetzt zusätzlich eine Heuschrecke im ohnehin schon engen Kragen, die nach Aufmerksamkeit verlangt und ab und zu pieksen wird – ob zu Recht oder nicht.

Nachtrag: Aryzta lässt alle Optionen prüfen

Am 13. Mai 2020 teilte der Verwaltungsrat von Aryzta mit, dass er im April Rothschild + Co damit beauftragt hat, alle strategischen und finanziellen Optionen der Gruppe zu überprüfen, um den Wert zum Nutzen aller Interessengruppen der Gruppe zu maximieren. Es wird erwartet, dass die Überprüfung bis Ende Juli 2020 abgeschlossen sein wird. Aryzta gab außerdem bekannt, dass eine Aktionärsmeldung eingegangen ist, wonach Veraison Sicav – Engagement Fund und Cobas Asset Management, SGIIG, S.A. eine Aktionärsgruppe gebildet haben, die insgesamt 17,32 Prozent der Stimmrechte der Aryzta AG hält. Der Konzern wurde zudem darüber unterrrichtet, dass sowohl Cobas als auch Veraison jeweils weniger als drei Prozent der Stimmrechte an der Aryzta AG halten (Foto: pixabay.com).