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Artar Brot: eine typisch deutsche Geschichte

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Leverkusen. (eb) Nehmen Sie sich 27:26 Minuten Zeit. Setzen sie sich mit an den großen Youtube-Tisch mit Großbäcker Algin Artar, Vertriebsleiter Ahmet Demir, Leverkusens Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn und seiner Delegation. Die knappe halbe Stunde ist gut investiert und vergeht wie im Flug. Vorausgesetzt, man hört sich gerne Geschichten an, wie Unternehmen aus dem Nichts heraus entstehen, mit welchen Problemen sie kämpfen und wo sie heute stehen.

500 bis 600 Tonnen Mehl verarbeitet Artar Brot in Leverkusens Fixheide jeden Monat, sagt Algin Artar, der neben seinem Bruder Anil Artar die Geschäfte der Großbäckerei führt, im Video anlässlich des Besuchs des Oberbürgermeisters. Die urdeutsche «Vom- Karosseriebauer- zum- erfolgreichen- Großbäcker- Geschichte» fängt mit Artar Senior an, der als Gastarbeiter nach Deutschland kam und immer den Traum hatte, sich selbständig zu machen. Als die Söhne endlich in der (KfZ-) Lehre waren, übernahm er kurzerhand ein türkisches Feinkostgeschäft. Schon bald stiegen die Söhne mehr willig als freiwillig mit ein.

1991 übernahmen sie die kleine türkische Bäckerei aus Leverkusen, die das Feinkostgeschäft des Vaters mit Brot belieferte. Der kleine Familienbetrieb war eine der ersten türkischen Bäckereien in Deutschland überhaupt. Schon bald musste eine größere Produktionsstätte her. Dank Unterstützung der Wirtschaftsförderung der Stadt siedelte sich das Unternehmen in der Fixheide an. Dort wurde eine Halle mit über 3.000 Quadratmetern geschaffen, die Platz für zwei Backstraßen bot. Anfangs wurden primär der türkische Einzel- und zum Teil auch Großhandel beliefert.

Nach der Jahrtausendwende erweiterten die Brüder Artar die Produktpalette. Gleichzeitig richteten sie ihre Vertriebsstrategie stärker auf deutsche Supermärkte aus. Nachdem die Kapazitäten dadurch abermals an Grenzen stießen, erwarben die Brüder ein angrenzendes Grundstück, um die Produktion und das Lager zu erweitern.

Heute zählt fast der gesamte deutsche Lebensmittel- Einzelhandel zu den Kunden. Lieferungen gehen zudem in die Benelux-Länder, nach Frankreich, Österreich und Dänemark. Ebenso befinden sich große Fluggesellschaften unter den Abnehmern. Im März dieses Jahres erhielt Artar Brot den Landesehrenpreis für Lebensmittel des Landes Nordrhein-Westfalen.

1991 setzte die damals noch kleine türkische Bäckerei rund zwei Millionen Deutsche Mark um. Im Jahr 2010 waren es vier bis fünf Millionen Euro Umsatz. 2014 erwirtschafteten knapp 100 Mitarbeitende insgesamt 13 Millionen Euro Umsatz – bei gutem Ergebnis, wie es im Video heißt.

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Leverkusens Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn (links), Großbäcker Algin Artar (rechts) und Vertriebsleiter Ahmet Demir im Hintergrund hatten während der Betriebsbesichtigung in der Fixheide offensichtlich viel Freude (Bildquelle: Stadt Leverkusen).