Samstag, 13. Juli 2024

Absatz von Röstkaffee in 2022 auf Rekordniveau

Hamburg. (kv) Die Deutschen haben im letzten Jahr mehr Röstkaffee gekauft als je zuvor. Mit 479.700 Tonnen liegt der Absatz von Röstkaffee auf einem Rekordhoch. Der große Gewinner: die Gastronomie. Der Kaffeekonsum im Außer-Haus-Markt legt um rund 45 Prozent gegenüber 2021 zu. Beim Kaffeekonsum zu Hause liegt das Segment «ganze Bohne» im Trend: dessen Marktanteil stieg 2022 um rund acht Prozent und liegt inzwischen bei etwa 44 Prozent – und damit nahezu gleichauf mit gemahlenem Röstkaffee.

«Kaffee ist krisenfest. Das haben die Pandemie-Jahre klar gezeigt. Auch 2022 war ein starkes Kaffeejahr. Trotz Inflation und preissensiblem Konsumverhalten haben die Bürger mehr Röstkaffee gekauft und getrunken als je zuvor,» sagt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbands.

Im Jahr 2022 haben sich die Orte, an denen Kaffee getrunken wurde, signifikant verschoben. «Wir haben einen klaren Trend zum Außer-Haus-Markt beobachtet. Die Leute wollen endlich wieder raus aus den eigenen vier Wänden, sie wollen endlich wieder draußen Kaffee trinken», sagt Holger Preibisch. Letztes Jahr hat es die Verbraucher wieder deutlich häufiger an öffentliche Orte gezogen. Nach Zahlen des Deutschen Kaffeeverbandes stieg der Kaffeekonsum im sogenannten Außer-Haus-Markt um rund 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Grund hierfür waren die Lockerungen der Corona-Maßnahmen: Kaffeegenuss in Cafés, Coffeeshops oder Bäckereien war wieder möglich. Preibisch: «2022 waren außerdem wieder mehr Arbeitnehmer im Büro und nicht mehr so häufig im Homeoffice, sodass wieder mehr Kaffee auf dem Weg zur Arbeit oder in der Mittagspause beim Businesslunch getrunken wurde. Auch die klassische Kaffeepause erlebte ihr Revival.»

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Im Außer-Haus-Markt wurde 2022 mehr Kaffee konsumiert; zu Hause ist die getrunkene Menge mit einem Minus von fünf Prozent leicht rückläufig. Wobei «zu Hause» den Erwerb von Produkten im Lebensmittel-Einzelhandel (LEH), in Kaffeeläden oder über Onlineshops meint. In der Kaffeezubereitung zu Hause zeigte das Segment «ganze Bohne» mit einem Plus von etwa acht Prozent den größten Zuwachs. Damit gleichen sich erstmals die beiden Segmente «gemahlener Röstkaffee» und «ganze Bohne» mit je rund 44 Prozent Marktanteil einander an.

Der Kaffeemarkt zeigt deutlich eine Verschiebung von Pads, Kapseln und gemahlenem Röstkaffee in Richtung «ganze Bohne»: Pads hatten in 2022 einen Marktanteil von sechs Prozent, Kapseln von fünf Prozent. Der Deutsche Kaffeeverband sieht hier den Trend zum Vollautomaten, in dem überwiegend ganze, ungemahlene Bohnen verwendet werden. «Frische Zubereitung mit einem Knopfdruck am Vollautomaten, das liegt aktuell im Trend», erklärt Holger Preibisch «Inzwischen steht in jedem dritten Haushalt ein entsprechendes System.»

Der Absatz von Röstkaffee wächst. Ebenso die Bevölkerung in der Bundesrepublik: Rund eine Million Menschen sind im Jahr 2022 laut Statistischem Bundesamt hinzugekommen. Gerechnet auf die gestiegene Einwohnerzahl ist demnach der jährliche Pro-Kopf-Konsum von Kaffee trotz Rekordabsatz von Röstkaffee mit 167 Litern leicht zurückgegangen. Für das Jahr 2023 erwartet der Deutsche Kaffeeverband, dass erstmals mehr «ganze Bohnen» als klassischer, gemahlener Röstkaffee verkauft werden. «Die Kaffeetrinker wollen ihren Kaffee frisch vor der Zubereitung selbst mahlen, um volles Aroma genießen zu können. Sie haben mittlerweile eine riesige Auswahl an Kaffeeprodukten «ganze Bohne», die Supermärkte, der Onlinehandel und die vielen Spezialitätenröster heute anbieten. Die Zubereitung mit einem Knopfdruck, das frische Mahlen von Kaffeebohnen – das werden die Kaffee-Trends im Jahr 2023 sein», erwartet Holger Preibisch (Foto: pixabay.com – Grafik: kaffeeverband.de).