Freitag, 26. Februar 2021

WB-49-2009

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 49. KW 2009 (28.11. bis 04.12.)
Download: https://www.webbaecker.de/09archivphp/wb4909.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN:
01. VDM: gegen Handelsschranken bei Mehl und Gebäck
02. Braaker Mühle: 32.000 Brötchen täglich
03. VK Mühlen AG: Durchsuchung durch die Kartellbehörde
04. Spar Österreich: baut Großbäckerei und erweitert Logistik
05. Rezessionsbedingt: Aryzta AG büßt 15,7% Umsatz ein

TERMINE + EVENTS:
06. DLG: präsentiert sich auf der ProSweets Cologne 2010
07. Sweets Global Network: Kongress setzte Akzente
08. DLG: Aktuelle Infos zu «Qualität in der Ernährung»

MANAGEMENT + BETRIEB:
09. BGN: Versicherungsschutz erloschen – Neuantrag nötig
10. Tipp: Werbe- und Infotexte leicht gemacht

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER:
11. VDM: bietet Verbraucher-Website rund um Mehl
12. Forschung: Health Claims aus Verbrauchersicht
13. CO2-Fußabdruck: bei Lebensmitteln kaum geeignet

PERSONEN + EHRUNGEN:
14. Lekkerland: Food Intelligence unter neuer Leitung
15. WP: trauert um Alexander Peukert
16. Bayern: Hohe Auszeichnung für großes Engagement
17. MühlenMasters 2009: Die Gewinner stehen fest

BOOKMARKS + BOOKS:
18. Umfrage: Schokoriegel, Müsliriegel, Energieriegel
19. In Deutsch: Weltagrarbericht zum Download bereit
20. Global Industry: United Biscuits bakes India plan

REZEPTE + IDEEN:
21. Walnussbrot: mit vielen guten Eigenschaften


MARKT + UNTERNEHMEN


VDM: gegen Handelsschranken bei Mehl und Gebäck

Bonn. (04.12. / vdm) Der Export von Weizenmehl und weizenmehlhaltigen Produkten aus der Europäischen Union nach Kanada stößt nach Angaben des Verbands Deutscher Mühlen (VDM) auf Probleme. Demnach verlangen die kanadischen Behörden, dass die Produkte mit einem Mix aus Spurenelementen angereichert werden (Thiamin, Folsäure, Eisen …) und drohen widrigenfalls Vollzugsmaßnahmen an. Der VDM kritisiert die Forderungen. Denn die genannten Stoffe sind in Getreide und Mehl in ausreichender Menge enthalten, besonders bei dunkleren Mehlen und Vollkornmahlerzeugnissen. Es entsteht der Eindruck, dass Importwaren mit dieser Regel stark benachteiligt werden sollen, und zwar nicht nur Mehl. Denn der Anreicherungszwang gilt für alle Lebensmittel, die Mehl enthalten; damit wäre auch der Export von Brot und Backwaren, Süßwaren, Gebäck und andere mehlhaltige Erzeugnisse nach Kanada in der bisherigen Weise nicht mehr möglich, befürchtet der VDM. Die Mehl verarbeitenden und exportierenden Branchen in Deutschland und Europa würden stark benachteiligt. Auch technisch stünden die meisten Mühlenbetriebe mit den kanadischen Forderungen vor großen Problemen und müssten ihren gesamten Produktionsprozess umstellen. Dadurch werden deutsche und viele europäische Mühlen im freien Warenverkehr massiv behindert, was letztlich ein nichttarifäres Handelshemmnis darstellt. Der VDM wird diesen Fall deshalb den für Handelsfragen zuständigen europäischen Stellen zur Kenntnis bringen. Besonders im Zusammenhang mit den laufenden Verhandlungen zu gentechnisch veränderter Leinsaat aus Kanada würde man sich ein Entgegenkommen der kanadischen Seite sehr wünschen.

Braaker Mühle: 32.000 Brötchen täglich

Kreis Stormarn. (04.12. / hha) Seit gut 150 Jahren gibt es die Braaker Mühle Brot- und Backwaren GmbH. Die Familie Lessau führt das erfolgreiche Unternehmen bereits in fünfter Generation. Für die Zentrale in Braak (Kreis Stormarn), die 18 stationären Filialen und die Verkaufswagen auf zwölf Wochenmärkten arbeiten insgesamt 180 Leute. Der Jahresumsatz 2008 lag nach Firmenangaben bei 7,5 Millionen Euro. Für dieses Jahr erwartet Joachim Lessau ein Plus von sechs Prozent. In Braak werden jährlich 750 Tonnen Mehl verarbeitet. Täglich verlassen rund 32.000 Brötchen und 2.000 Brote die Backstube. Besonderheit: Das traditionsreiche Unternehmen ist die einzige Bäckerei in Norddeutschland mit angeschlossener, produktiv arbeitender Windmühle und somit in der Lage, immer frisch gemahlenes Getreide zu verarbeiten – heißt es in der kleinen Reportage «Meine Firma: Bäckerei Braaker Mühle – 32.000 Brötchen täglich» im Hamburger Abendblatt.

VK Mühlen AG: Durchsuchung durch die Kartellbehörde

Hamburg. (03.12. / dgap) Der Vorstand der VK Mühlen AG teilt mit, dass Anfang der Woche Beauftragte des Bundeskartellamts die Durum-Mühle der zum Konzern gehörenden Kampffmeyer Mühlen GmbH in Mannheim durchsucht haben, heißt es in einer Pflichtmitteilung. Hintergrund der Durchsuchungsaktion ist der gegen die Branche erhobene Vorwurf kartellrechtswidrigen Verhaltens. Nach Auskunft der Behörden sind neben der Durum-Mühle des VK Mühlen-Konzerns weitere Hersteller von diesem Vorwurf betroffen, schließt die Mitteilung. Das Bundeskartellamt hatte schon einmal im Februar 2008 ein Verfahren wegen des Verdachts auf Preisabsprachen eingeleitet und in diesem Zusammenhang 18 Mühlen in ganz Deutschland durchsucht (siehe WebBaecker 09/2008). Die VK Mühlen AG mit Hauptsitz in Hamburg gehört zu 51 Prozent der Leipnik Lundenburger Invest Gruppe (LLI), einem Konzern im Mehrheitsbesitz der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien. LLI ist Mühlen-Marktführer in Österreich und in benachbarten Ländern tätig. Der Konzern zählt knapp 1.000 Mitarbeitende in Deutschland, Ungarn, und Polen und konnte den Umsatz im Geschäftsjahr 2007/2008 von 527 auf 744 Millionen Euro steigern – den Gewinn von 8,7 auf 10,2 Millionen Euro. Der Veröffentlichungstermin für den Jahresabschluss 2008/2009 ist der 18. Dezember, heißt es im Finanzkalender der Müller. Hier erwarten die Aktionäre wohl mindestens einen Gewinn wie 2007/2008. Je nachdem, was die Untersuchungen der Kartellbehörde zutage fördern, kann eine Kartellstrafe bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes kosten.

Spar Österreich: baut Großbäckerei und erweitert Logistik

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Salzburg. (01.12. / sag) Wie Spar Österreich mitteilt, will die Warenhandels AG das Logistikzentrum in Graz umfangreich erweitern und eine topmoderne Interspar-Frische-Bäckerei neu errichten. Insgesamt investieren Spar und Interspar 2010 rund 65 Millionen Euro in die Steiermark. Davon fließen 51 Millionen Euro in Neueröffnungen und Modernisierungen von Märkten. 14 Millionen Euro sind für den Ausbau des steirischen Logistikzentrums sowie den Bau der Großbäckerei vorgesehen. Die Grundstücksfläche der Zentrale Graz beträgt aktuell über 84.000 Quadratmeter. Die Lager-, Produktions- und Administrationsflächen werden von knapp 37.000 Quadratmetern auf rund 44.000 Quadratmeter erweitert. Die topmoderne Interspar-Bäckerei samt Konditorei werde ab dem vierten Quartal 2010 insgesamt neun Interspar-Hypermärkte in der Steiermark und im Südburgenland beliefern. Bis zur Inbetriebnahme ist der Bäckerei-Standort dem Interspar-Hypermarkt im Grazer Citypark angeschlossen. Mittelfristig ist daran gedacht, die Belieferung auf Spar- und EuroSpar-Märkte zu erweitern – Stichwort «Steiermark-Bäckerei». Insgesamt betreibt Spar in Österreich neun Bäckereien und sieben Konditoreien.

Rezessionsbedingt: Aryzta AG büßt 15,7% Umsatz ein

Zürich / CH. (01.12. / vr / aag) Der Umsatz der Aryzta AG habe im ersten Quartal 2010 zwar unter den Analysten- und Markterwartungen gelegen, jedoch ein stärker als angenommenes organisches Wachstum aufgewiesen. Das operative Ergebnis wiederum habe von betrieblichen Effizienzsteigerungen und Synergien im Lebensmittelgeschäft profitiert. Für Vontobel Research alles in allem Gründe, die Aktie des internationalen Backwarenkonzerns auf «halten» zu belassen, berichtet die Finanzpresse. Nachdem der Konzern viele Jahre eigentlich immer nur Positiv-Meldungen abgesetzt hat, ist für das Q1/2010 erstmals seit langem festzustellen, dass Aryzta die Erwartungen verfehlte: Der Umsatz sank im Vergleich zum Q1/2009 um 16 Prozent auf 729 Millionen Euro. Im Hauptgeschäft mit Tiefkühlbackwaren reduzierte sich der Umsatz um 8,4 Prozent auf 407,4 Millionen Euro. Der Rückgang entspreche dem Trend des Geschäftsjahrs 2009, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebita erhöhte sich im Hauptgeschäft um 2,2 Prozent auf 51,1 Millionen Euro. In Europa schrumpfte der Umsatz um 11,4 Prozent. Besonders in Großbritannien und Irland kam der Konzern unter Druck, weil die Konsumenten dort ihre Ausgaben drastisch kürzten. Der Umsatz in Nordamerika reduzierte sich nur um 2,1 Prozent. Der Umsatz der Tochtergesellschaft Origin (Dünge- und Futtermittel) verminderte sich um 17,6 Prozent auf 321,7 Millionen Euro. Origin Enterprises PLC weist einen Ebit von 12,7 Millionen Euro aus – 40,1 Prozent weniger als im Q1/2009.
Info: Aryzta AG – First Quarter Trading Update for the period ended 31 October 2009 (Format PDF, vier Seiten, 84 KB).


TERMINE + EVENTS


DLG: präsentiert sich auf der ProSweets Cologne 2010

Frankfurt / Main. (02.12. / dlg) Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ist 2010 wieder einer der ideellen Träger der ProSweets Cologne, internationale Zuliefermesse für die Süßwarenwirtschaft, die vom 31. Januar bis 03. Februar in Köln stattfindet. Im Mittelpunkt des Messeauftritts stehen die Qualitäts- und Testarbeit des DLG-Testzentrums Lebensmittel, das Fortbildungsprogramm der DLG-Akademie sowie Angebote im Bereich der DLG-Mitgliedschaft für die Ernährungswirtschaft. Auf der ProSweets Cologne 2010 veranstaltet die DLG außerdem ein Fachforum in englischer Sprache zum Thema «Sensory in the confectionery production», welches am 31. Januar stattfinden wird.

Sweets Global Network: Kongress setzte Akzente

München. (01.12. / sg) Mit mehr als 500 Teilnehmern aus elf Ländern konnte der 10. Internationale Süßwarenkongress, den der Süßwarenhandelsverband Sweets Global Network (SG) in Berlin veranstaltete, einen neuen Rekord vermelden und ist damit nach eigenen Angaben das weltgrößte Tagungsforum der Süßwarenwirtschaft. Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung standen die zentralen Fragen: Welche Veränderungen wird die anhaltende Wirtschaftskrise der Süßwarenwirtschaft bescheren, wenngleich die Süßwarenwirtschaft in Deutschland nach wie vor stabile Umsatzzahlen vorweisen kann? Wie werden sich die nationalen und globalen Märkte entwickeln? Umfassende Antworten zu diesem Themenkomplex gab es von einer Reihe hochkarätiger Referenten und Marktexperten, die zu den Teilaspekten «Trends machen Märkte», «Süßwaren besser platzieren und verkaufen» sowie «Krisen als Chance» ihre Erfahrungen und Perspektiven ausführlich darstellten.

DLG: Aktuelle Infos zu «Qualität in der Ernährung»

Frankfurt / Main. (30.11. / dlg) Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) informiert im Rahmen der BMELV-Sonderschau «Hier wächst Zukunft – Innovation und Vielfalt für mehr Lebensqualität» während der Grünen Woche über die Qualitätsarbeit und die Qualitätsprüfungen ihres Testzentrums Lebensmittel. Im Mittelpunkt des DLG-Auftritts auf der weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau steht das neue DLG-Qualitätszeichen mit Herkunftsangabe. Es kombiniert die bekannten DLG-Medaillen mit der Aussage «Hergestellt in Deutschland». Die Sonderschau veranstaltet das BMELV in Halle 23a. Die Grüne Woche findet vom 15. bis 24. Januar in Berlin statt.


MANAGEMENT + BETRIEB


BGN: Versicherungsschutz erloschen – Neuantrag nötig

Mannheim. (03.12. / bgn) Ist die freiwillige Versicherung bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN) erloschen, weil Beiträge oder Beitragsvorschüsse nicht gezahlt wurden, gewährt nur ein Neuantrag den Versicherungsschutz. Wer rückständige Beiträge für bereits gewährten Versicherungsschutz nachträglich zahlt, steht also nicht automatisch wieder unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, heißt es aus Mannheim. Der Beitrag zur freiwilligen Versicherung für 2008 und der Vorschuss für 2009 waren in voller Höhe am 15. Mai 2009 fällig. Die Versicherung erlischt nach Gesetz (SGB VII, §6), wenn der Beitrag oder Beitragsvorschuss nicht innerhalb von zwei Monaten nach Fälligkeit gezahlt wurde. Das bedeutet: Die Frist von zwei Monaten endete am 15. Juli 2009. Die Versicherung ist auch dann erloschen, wenn ohne eine von der BGN genehmigte Ratenzahlung nur Teilbeträge auf den Gesamtbetrag gezahlt wurden. Auch wenn ein Unternehmer damit nicht mehr bei der BGN versichert ist, entbindet ihn das nicht von der Zahlung bisher angefallener Beiträge für seine freiwillige Versicherung. Neuanmeldungen bleiben zudem unwirksam, bis die rückständigen Beiträge gezahlt wurden. Der Versicherungsschutz der Mitarbeiter bleibt davon unberührt. Übrigens: Eine Mahnung ist nicht Voraussetzung für das Erlöschen der Versicherung wegen Nichtzahlung der Beiträge oder Beitragsvorschüsse. Der Aufhebungsbescheid ist auch dann rechtmäßig, wenn vorher keine Mahnung zuging.

Tipp: Werbe- und Infotexte leicht gemacht

Kronau. (02.12. / goe) Sie wollen wichtige Informationen an Ihre Kunden und/oder Filialen übermitteln? Dann ist die Werbetextfunktion für Sie als Marvin-Anwender genau das Richtige. Dazu legen Sie in den Stammdaten einfach Ihre gewünschten Werbetexte an, definieren deren Gültigkeitsdauer und bestimmen, für welche Kundengruppe der Werbetext gelten soll. Goecom,:::::.de/Produkte/marvin/marvin.php” >Marvin druckt Ihnen anschließend taggenau die gewünschten Informationen auf die entsprechenden Lieferscheine und Rechnungen aus. Somit werden Ihre Kunden und Filialen schnell und zeitnah über Angebote und andere Hinweise informiert.


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


VDM: bietet Verbraucher-Website rund um Mehl

Bonn. (04.12. / vdm) Nützliche Infos über Mehl und andere Mahlerzeugnisse, gesunde Ernährung sowie kreative Rezeptideen gibt es neuerdings unter mein-mehl.de. Auf der Verbraucher-Website des Verbands Deutscher Mühlen (VDM) erfahren Internetnutzer alles über Herstellungsprozesse, Produkte und Qualitätssicherung in der Mühlenbranche. Die vorweihnachtliche Zeit begleiten ein Adventskalender mit Geschichten und Tipps zum Thema Mehl sowie Rezepte für die Weihnachtsbäckerei. «Die neue Website verdeutlicht, dass Mehl ganz selbstverständlich zum Alltag für unterschiedliche Nutzergruppen gehört», sagt VDM-Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer.

Forschung: Health Claims aus Verbrauchersicht

Bonn.(30.11. / aid) Gesundheitsangaben (Health Claims) sollten erst auf Lebensmitteln stehen, wenn sie wissenschaftlich bewiesen sind, meinen 65 Prozent der Verbraucher. 18 Prozent wären mit Werbeaussagen einverstanden, die noch nicht ganz abgesichert sind – vorausgesetzt, man findet einen Hinweis dazu auf der Verpackung. Neun Prozent sind sogar der Meinung, dass Gesundheitswerbung auf Lebensmitteln grundsätzlich nichts zu suchen hat, selbst wenn ein wissenschaftlicher Nachweis vorliegt. Diese Studienergebnisse präsentierte Prof. Monika Hartmann von der Universität Bonn auf dem Kongress «Lebensmittel mit Zusatznutzen», einer Veranstaltung des Clustermanagement Ernährung.NRW und des Bonner Agrar- und Ernährungsnetzwerks BAEN. Der Auftrag an die Politik scheint eindeutig: Gesundheitsangaben sollen wissenschaftlich fundiert sein. Die Frage ist allerdings, auf welchem wissenschaftlichen Niveau dieser Nachweis geführt werden muss. Sind die Anforderungen zu niedrig, dann wird unter Umständen ein falscher Claim zugelassen, sind die Anforderungen an den Nachweis zu hoch, dann werden möglicherweise richtige Claims nicht genehmigt. In beiden Fällen wäre die Entscheidung für den Verbraucher nachteilig. Doch selbst wenn eine Angabe objektiv richtig ist bedeutet das noch lange nicht, dass sie auch richtig verstanden wird, stellte Hartmann fest. So kann eine unterschiedliche Beschreibung der objektiv selben Eigenschaft die Produktbeurteilung der Konsumenten beeinflussen. Studien zeigen zum Beispiel, dass Verbraucher Hackfleisch mit der Angabe «zu 75 Prozent mager» positiver bewerten als mit dem Hinweis «Fettanteil 25 Prozent». Auch die subjektive Wahrnehmung spielt also eine wichtige Rolle beim Nutzen, den Claims für Verbraucher haben (Quelle).

CO2-Fußabdruck: bei Lebensmitteln kaum geeignet

Berlin. (28.11. / bve) Der CO2-Fußabdruck (Product Carbon Footprint) ist keine geeignete Umweltkennzeichnung für Lebensmittel. Dies ist eine der Feststellungen, die das Bundesministerium für Umwelt (BMU) aktuell in einem Memorandum getroffen hat. Hintergrund sind die Ergebnisse einer Studie des Öko-Instituts zur Erarbeitung von Grundsätzen für die Ermittlung und die Kommunikation eines Product Carbon Footprints. Jürgen Abraham, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE): «Die ablehnende Haltung des BMU gegenüber einer umweltbezogenen, besonders auf die Emission von Treibhausgasen fokussierten Kennzeichnung von Nahrungsmitteln wird von der deutschen Ernährungsindustrie unterstützt. Damit wird einer BVE-Position Rechnung getragen, die wir bereits in 2008 bezogen und dargelegt hatten. Entscheidend ist, dass Maßnahmen des Klima- und Umweltschutzes zielgerichtet erfolgen. Im Rahmen der gesamten Wertschöpfungskette, also von der landwirtschaftlichen Rohstofferzeugung über die industrielle Veredelung bis hin zum Verbraucher, müssen alle relevanten Stellschrauben betätigt werden, um den Ausstoß schädlicher Klimagase zu verringern. Der effiziente Energie- und Rohstoffeinsatz in Produktions- und Verfahrensabläufen ist in unserer Branche geübte Praxis, die es zu erweitern und zu optimieren gilt. Eine CO2-Kennzeichnung auf Lebensmitteln stellt allerdings keinen Lösungsbeitrag dar».

  • BMU Memorandum Product Carbon Footprint
    (Langfassung, PDF, 40 Seiten, 301 KB)
  • BMU Memorandum Product Carbon Footprint
    (Kurzfassung, PDF, zwei Seiten, 35 KB)
  • BVE-Positionspapier zur umweltbezogenen Kennzeichnung von Nahrungsmitteln
    (PDF, vier Seiten, 53 KB)

PERSONEN + EHRUNGEN


Lekkerland: Food Intelligence unter neuer Leitung

Frechen. (03.12. / ld) Zum Jahreswechsel 2009/2010 übernimmt Jonny Natelberg (57), bisher Executive Vice President Corporate Sales der Lekkerland AG + Co. KG, die Leitung der Food Services Division Lekkerland Food Intelligence. Bereits seit 2004 war/ist Natelberg für den europaweiten Vertrieb des Convenience-Großhändlers verantwortlich. Ralf Teschmit (44), seit Januar 2008 Geschäftsführer Lekkerland Österreich, wird zum Jahreswechsel Senior Vice President Corporate Sales und Marketing und übernimmt die Vertriebsaufgabe von Natelberg. Andreas Jiménez (45), seit Juli 2005 Geschäftsführer Lekkerland Schweiz AG, leitet ab dem Jahreswechsel das Cluster Schweiz und Österreich. Bei seiner neuen Aufgabe wird ihn jeweils ein Management-Team in jeder Landesorganisation unterstützen. Jiménez, Natelberg und Teschmit berichten direkt an Christian Berner, Chief Executive Officer der Lekkerland AG + Co. KG.

WP: trauert um Alexander Peukert

Dinkelsbühl. (03.12. / wpl) Bei einem schweren, unverschuldeten Verkehrsunfall kam am 21. November Alexander Peukert ums Leben. Erst vor einem Jahr hatte er die Position des Technischen Leiters bei Werner + Pfleiderer in Dinkelsbühl übernommen und verantwortete in dieser Funkton die Fachbereiche Produktion, Konstruktion und Entwicklung. Zugleich war er Mitglied des Führungskreises. Werner + Pfleiderer verliert mit ihm einen sympathischen, engagierten und kompetenten Mitarbeiter. Alexander Peukert wurde nur 51 Jahre alt und hinterlässt seine Frau und drei Kinder.

Bayern: Hohe Auszeichnung für großes Engagement

Wörth am Main. (02.12. / liv) Als Auszeichnung für «außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement im berufsständischen, gesellschaftlichen und kommunalpolitischen Bereich» hat Erich Stappel, Obmann des bayerischen Bäckerhandwerks für den Regierungsbezirk Unterfranken, die Staatsmedaille für besondere Verdienste um die bayerische Wirtschaft erhalten. Der Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil verlieh ihm und zwölf weiteren Persönlichkeiten die Medaille im Rahmen eines Festakts Ende November in München. In seiner Laudatio würdigte Zeil vor allem Stappels Engagement für die berufliche Bildung: «Die Förderung der Ausbildung der Jugend war und ist Ihnen ein Herzensanliegen, für das Sie sich mit großer Leidenschaft einsetzen».

MühlenMasters 2009: Die Gewinner stehen fest

Bonn. (28.11. / vdm) Die besten Gesellen der Mühlenwirtschaft konnten ihr Wissen und ihre Erfahrungen im «MühlenMasters 2009» messen. Der Leistungswettbewerb fand in diesem Jahr bei der Kampffmeyer Mühlen GmbH statt, Werk Wesermühlen Hameln. Dort absolvierten sechs «Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft», die ihre Fertigkeits- und Gesellenprüfung mindestens mit der Note «Gut» bestanden hatten, die Prüfstationen. Die drei Bestplatzierten des Wettbewerbs sind Sebastian Unger (Rätze-Mühle Godä), der für seine herausragenden Leistungen zudem eine Urkunde vom Zentralverband des Deutschen Handwerks erhält, Felix Thomä (Getreidemühle Thomä, Bretzfeld) und Thomas Huemer (Eberhard Lockfisch, Altenmarkt). Die zu lösenden Aufgaben waren so vielfältig wie der Müllerberuf selbst, berichtet der Verband Deutscher Mühlen (VDM). Die Leistungen der Gesellen beurteilten sechs Experten aus der Mühlenwirtschaft und von Fachschulen unter Vorsitz von Oberstudienrat Hans-Rainer Rohde von der Müllerschule in Wittingen. Alles in Allem sind es 608 mittelständisch geprägte Mühlen in Deutschland, die per Annum aus rund 7,6 Millionen Tonnen Weizen und Roggen vielfältige Mahlerzeugnisse, auch Futtermittel, herstellen. Die Mühlenbranche erwirtschaftet mit insgesamt rund 6.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 1,8 Milliarden Euro. Der VDM mit Sitz in Bonn vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Getreidemühlen.


BOOKMARKS + BOOKS


Umfrage: Schokoriegel, Müsliriegel, Energieriegel

Aachen. (01.12. / dag) Riegel, besonders Schokoriegel, werden gerne abends vor dem Fernseher gegessen (Schokoriegel 45 Prozent, Müsliriegel 15 Prozent, Energieriegel zehn Prozent). Auffallend ist, dass während der Arbeitszeit der Verzehr von Müsliriegeln mit 31 Prozent und der von Energieriegeln mit 19 Prozent deutlich höher liegt als beim abendlichen Fernsehen. Beim Wandern und beim Sport liegt der Konsum von Energieriegeln (53 Prozent) weit über dem von Schokoriegeln (19 Prozent). Viele Verbraucher haben unterwegs meist einen Riegel dabei, sei es in der Handtasche, in der Sporttasche oder im Handschuhfach des Autos – berichten die Marktforscher von Dialego in «Schokoriegel, Müsliriegel, Energieriegel» (Format PDF, 18 Seiten, 466 KB).

In Deutsch: Weltagrarbericht zum Download bereit

Hamburg. (30.11. / hup) Vor kurzem wurde die deutsche Übersetzung des Syntheseberichts des Weltagrarberichts (IAASTD) vorgestellt. Das Buch liegt in einer gebundenen Ausgabe der Hamburg University Press (HUP) vor und ist nach dem Prinzip des öffentlichen Zugangs zu wissenschaftlichen Informationen vollständig im Internet abrufbar. Ein zentrales Anliegen der deutschen Übersetzung der wichtigsten Teile des IAASTD-Berichts ist es, die notwendige Debatte um die Zukunft von Landwirtschaft, Ernährung und globale Gerechtigkeit auch im deutschsprachigen Raum zu befördern. Es handelt sich hierbei um zentrale Analysen und Handlungsmöglichkeiten, die von einer weltweiten Gemeinschaft von Wissenschaftlern und Engagierten zusammengetragen und ausgewertet worden sind.
Info: https://hup.sub.uni-hamburg.de/products-page/publikationen/78/

Global Industry: United Biscuits bakes India plan

Hamburg. (bm) United Biscuits, the world´s third largest biscuit maker, is making its Indian foray by taking over the manufacturing facility of a little-known Himachal Pradesh firm. The UK-based maker of well known cookie brands is buying the facility of SS Food Industries (SSFI) that makes biscuits for exports to Africa and the Middle East. Other topics of the week:

Title Region Date
AIPC: Reports Fiscal Year 2009 Results (US) Fri 12-04
United Biscuits: buys manufacturing facility in India (IN) Thu 12-03
BfR stakeholder conference: How safe is safe? (DE) Thu 12-03
RFG: about acquisitions and H1/2010 guidance (AU) Wed 12-02
Aryzta AG: announces 15,7 percent drop in sales (CH) Tue 12-01
Krispy Kreme: Awards Development Rights for New Mexico (US) Tue 12-01
Pioneer Foods: posts rise in full-year profit (ZA) Tue 12-01
Tate + Lyle: Research confirms value of fibre (US) Mon 11-30
Spain: Apax Funds acquire La Bella Easo (ES) Sat 11-28


REZEPTE + IDEEN


Walnussbrot: mit vielen guten Eigenschaften

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Bildquelle: walnuss.de
Isernhagen. (30.11. / is) Die Walnuss wird vom Brot über den Kuchen bis hin zum Speiseeis in vielen Lebensmitteln verarbeitet. Neben ganzen Nüssen stehen auch von der Schale befreite Kerne und Walnussöl hoch in der Verbrauchergunst. Eine weitere Art der Nutzung ist die Ernte halbreifer grüner Nüsse im Juni. Aus diesen kann man ein Einmachobst mit einem außergewöhnlich hohen Gehalt an Vitamin C oder einen Nusslikör herstellen. Je nachdem, ob frisch oder getrocknet, haben Walnusskerne einen Fettanteil von 42 bis 60 Prozent, dabei überdurchschnittlich viel von den für das Herz gesunden Omega-3-Fettsäuren, elf bis 16 Prozent Eiweiß, 15 bis 23 Prozent Kohlenhydrate. Der Energiegehalt ist höher als bei den meisten anderen handelsüblichen Nüssen. Dazu ist die Walnuss reich an Zink (ein wichtiges Spurenelement für Leber und Haare) und Kalium (für den Herzmuskel). Zudem enthält sie Magnesium, Phosphor, Schwefel, Eisen, Calcium und die Vitamine A, B1, B2, B3, C, E und Pantothensäure. Eine Untersuchung über Mittelmeerdiäten hat ergeben, dass die Früchte überdies eine gegen Diabetes (Typ2) schützende Wirkung besitzen. Kurzum: Ein Walnussbrot ist nicht einfach nur ein Walnussbrot. Veredelt durch eine Detmolder Einstufen Führung (TA 220), rustikal zubereitet durch die Wahl der Mehltypen 1050 und 1150 sowie in Kombination mit Sonnenblumensaat haben die IsernHäger Vorteig-Spezialisten ein ausnehmend aromatisches Brot kreiert, das zudem eine überdurchschnittliche Frischhaltung verspricht. Ihre Kunden werden es mögen, zumal es geschmacklich gut in die Vorweihnachtszeit passt.

ODS (18 KB): 4909-ISERN-WALNUSSBROT.ODS
XLS (22 KB): 4909-ISERN-WALNUSSBROT.XLS
PDF (148 KB): Walnussbrot.pdf