Freitag, 26. Februar 2021

WB-44-2011

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 44. KW 2011 (29.10. bis 04.11.)
Download: https://www.webbaecker.de/11archivphp/wb4411.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN:
01. Aldi Nord: plant Runderneuerung inklusive Backstationen
02. Bäcker Legat: strebt Sanierung mit Eigenverwaltung an
03. Schneider: übernimmt sieben Hannen-Filialen

TERMINE + EVENTS:
04. Informationsveranstaltung: «Tatort Kasse»
05. Seminar: Kriminalitätsprävention für Bäckereien
06. AGF: lädt zur 62. Tagung für Bäckerei-Technologie
07. Trophelia 2012: Ideenwettbewerb für Studenten

MANAGEMENT + BETRIEB:
08. Systemspezialist: baut Service-Stützpunkte weiter aus
09. Erneuerbare Energien: Um- oder anbauen nach EEWärmeG
10. «Lebensmittelrecht und Praxis»: wertvolles Wissen aus 1. Hand
11. So wird’s gemacht: Datenbestand bereinigen in Marvin

TRENDS + KONZEPTE:
12. Nahversorgung in Mittel- und Großstädten – Was tun?
13. Schädlingsbekämpfung: warme Luft statt Chemie

MARKETING + VERKAUF:
14. «Brain Sells»: Preispotentiale erfolgreich nutzen
15. Studie: über die Kiosklandschaft in Deutschland

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER:
16. Trans-Fettsäuren: Minimierungserfolge nicht erkennbar
17. BVE: Verbraucher fragen immer qualifizierter
18. Bäcker: Bayern für Streichung der Nährwertprofile

PERSONEN + EHRUNGEN:
19. Pain Paillasse: Erfinder stirbt mit 62 Jahren

BOOKMARKS + BOOKS:
20. Global Industry: CSM to undergo «extremely challenging» Q3/2011

REZEPTE + IDEEN:
21. Vinschgauer Brot: eine europäische Spezialität


MARKT + UNTERNEHMEN


Aldi Nord: plant Runderneuerung inklusive Backstationen

Essen / Ruhr. (04.11. / ehi / lz) Aldi Nord besteht in Deutschland aus 36 rechtlich selbstständigen Regionalgesellschaften mit über 2.524 Filialen. International ist Aldi Nord mit über 5.260 Filialen in zehn Ländern präsent, entnehmen wir den EHI Handelsdaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Portugal, Spanien und den USA. Jetzt plane Aldi Nord das größte Investitionsprogramm der Firmengeschichte, berichtet LZ-Net. Der Discounter wolle europaweit alle Filialen erneuern sowie in Deutschland Backstationen einführen – natürlich flächendeckend. Vorbild für die Runderneuerung ist demnach ein Pilotprojekt im belgischen Gent.

Bäcker Legat: strebt Sanierung mit Eigenverwaltung an

Klagenfurt / AT. (03.11. / ksv) Die Bäcker Legat GmbH aus dem österreichischen Bundesland Kärnten hat vor dem Landesgericht Klagenfurt Insolvenz angemeldet und strebt ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung an. Vorläufiger Sanierungsverwalter ist Dr. RA Herbert Felsberger aus Klagenfurt, meldet der KSV1870. In seinem Antrag auf Insolvenz führt das Unternehmen mit 15 Filialen unter Leitung von DI Alexander Legat verschiedene Ursachen für die aktuelle Schieflage an. An erster Stelle steht demnach der Umzug der Produktion von Klagenfurts Gartengasse in 2008 an die Ruprechter Straße. Der sei nötig geworden wegen verschiedener massiver Beschwerden durch Anrainer und darauf folgender gewerbebehördlicher Maßnahmen – kostenintensive Auflagen zur Verminderung der betrieblichen Emissionen. Der Standort an der Gartengasse werde weiterhin als Bürogebäude und Lager genutzt. Kostensteigerungen bei den Rohstoffen um bis zu 90 Prozent sowie Umsatzeinbußen bei einigen Großkunden und der Paradigmanwechsel im Backwarensegment hätten ihr übriges dazu beigetragen, dass Legat den Gang zum Insolvenzrichter hat antreten müssen. Legat hatte in Kärnten bis 2009 die Märkte des Discounters Penny (Rewe) beliefert. Auch einen zweiten Großauftrag von einem anderen Großabnehmer hatte die Bäckerei in einer Zeit verloren, in der der LEH verstärkt auf Tiefkühlbackwaren und eigene Backstationen setzt und dadurch die Nachfrage nach Frischware schlicht sinkt. Vom nun fälligen Sanierungsverfahren betroffen sind laut KSV1870 147 Dienstnehmer. Das Unternehmen gibt sein freies Vermögen mit 1,3 Millionen Euro an. Die Schulden sollen 4,5 Millionen Euro betragen. Der Sanierungsplanantrag sieht 30 Prozent in drei Raten binnen zweier Jahre vor. Es gebe 211 Gläubiger.

Schneider: übernimmt sieben Hannen-Filialen

Mönchengladbach. (01.11. / wib) Ende Juni hatte das Amtsgericht Mönchengladbach-Rheydt über die Hannen Bäckerei Konditorei Cafe GmbH, gesetzlich vertreten durch Geschäftsführer Herbert Hannen aus Giesenkirchen, das Insolvenzverfahren eröffnet (siehe WebBaecker 27/2011). Nun sieht es so aus, als hätte das in 1954 gegründete Unternehmen das Verfahren überstanden – wenn auch reichlich «gerupft». Wies die Bäckerei im Juli noch zwölf Backshops und drei Cafe-Bistros-Restaurants aus, sind davon nur vier Standorte übrig geblieben. Den Löwenanteil – sieben Filialen – übernahm die Bäckerei Schneider GmbH aus dem Erftkreis, berichtet die Regionalpresse. Gegründet 1901, liegen deren Geschicke seit 2007 in den Händen von André Kunkel, Jörg Aprath und Willi Kühne. Das Unternehmen zähle nun um die 60 Filialen, weiß die Regionalpresse. Produziert werden die Erzeugnisse auf 2.400 Quadratmeter Elsdorf – ausgestattet mit modernster Technik und dem seit Jahrzehnten bewährten handwerklichen Können aller Mitarbeitenden.


TERMINE + EVENTS


Informationsveranstaltung: «Tatort Kasse»

Hechingen. (04.11. / KMZ / goe) Für Januar planen die Software-Experten von Goecom und die Systemspezialisten von KMZ-Kassensystem ein gemeinsames Seminar unter dem Titel «Tatort Kasse». Der Kurs mit maximal zwölf Teilnehmern pro Tag findet bei KMZ in Hechingen statt. Die Veranstaltung beginnt um 10:00 Uhr und endet voraussichtlich um 16:00 Uhr. Die Kursgebühr beträgt 80 Euro. Näheres gibt es demnächst an dieser Stelle – oder auf der KMZ- und auf der Goecom-Homepage. Es sind drei Termine vorgesehen: 18. Januar, 19. Januar und 20. Januar. Wer sich schon jetzt die Teilnahme sichern will, wendet sich telefonisch an einen der Veranstalter.

Seminar: Kriminalitätsprävention für Bäckereien

Hannover. (04.11. / biv) Unter der Überschrift «Kriminalitätsprävention für Bäckereien / Traumabehandlung für Mitarbeiter» steht ein Krisenseminar, das der Bäckerinnungsverband Niedersachsen/Bremen (BIV) in enger Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei und der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) entwickelt hat. Es soll Mitgliedsbetrieben Hinweise und Verhaltensweisen an die Hand geben für den Fall, dass es zu Einbruchsdiebstählen kommt oder ein Fachgeschäft oder ein Auslieferungsfahrzeug überfallen wird. Die Kriminalpolizei hat hierfür besondere Präventionsansätze und Arbeitsstrukturen entwickelt, die während des Seminars vorgestellt werden. Besonders für den Zuständigkeitsbereich des Landeskriminalamts Bremen ergebe sich aufgrund der aktuellen Lage die Notwendigkeit, Präventionsbemühungen zu verstärken, heißt es aus Hannover. Die kostenfreie Veranstaltung findet statt am 14. November von 15:00 bis 17:00 Uhr in der Handwerkskammer Bremen. Alle Interessenten sind herzlich willkommen, um verbindliche Voranmeldung wird gebeten.

AGF: lädt zur 62. Tagung für Bäckerei-Technologie

Detmold. (31.10. / agf) In Zusammenarbeit mit dem Max Rubner Institut, Institut für Sicherheit und Qualität bei Getreide, veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung (AGF) vom 15. bis 17. November ihre 62. Tagung für Bäckerei-Technologie. Auch in diesem Jahr erwartet die Teilnehmer auf dem Detmolder Schützenberg ein vielseitiges Programm (PDF). Es beinhaltet die Schwerpunkte Lebensmittelrecht, Nachhaltigkeit, Roh- und Inhaltsstoffe, Technologie und Technik, Energie, Glutenfreie Backwaren und Feine Backwaren. Nach der Ehrung der besten «Backmanager» und der Verleihung der Modersohn-Medaille beginnt die Tagung mit neuen Entwicklungen im Lebensmittelrecht. Anschließend diskutiert das Plenum über Nachhaltigkeit in Sachen Hefeproduktion, CO2-freie Backstube und Carbon Foot Print. Das Energiemanagement steht ebenso auf dem Programm wie bei den Roh- und Inhaltsstoffe die Erntequalität sowie die Bedeutung der Fallzahl für den Backprozess. Der erste Tagungstag endet mit einem Ausstellerforum, das verschiedene Neuentwicklungen vorstellt. Der zweite Tagungstag ist überwiegend technischen und technologischen Referaten vorbehalten. Stichworte: die moderne Backstube, der Backautomat, das Abkühlen von Backwaren, die Herstellung hochwertiger Roggenbrote, die Verwertung von Restteigen und die Gärgutträger-Hygiene. Ein weiterer Schwerpunkt befasst sich mit der Herstellung glutenfreier Backwaren. Am letzten Tagungstag stehen Vorträge über Snacks und Feine Backwaren im Mittelpunkt. Stichworte: Systemgastronomie, der Zuckerersatz Stevia, Weizenfraktionen als Emulgatorersatz, die kontinuierliche Herstellung von Keksteigen sowie Möglichkeiten zur Reduktion von Trans-Fettsäuren. Die Tagung wird begleitet durch eine Maschinen- und Geräteausstellung. Für die verbindliche Anmeldung können Interessenten ein Online-Formular nutzen.

Trophelia 2012: Ideenwettbewerb für Studenten

Bonn. (29.10. / bgn) Der Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) schreibt den Studentenwettbewerb Trophelia Deutschland zum dritten Mal aus. Derzeit entwickeln Studententeams aus ganz Deutschland Ideen für innovative Lebensmittelprodukte, die auch mit einem ökologischen Mehrwert überzeugen. Die Produktideen werden im April 2012 im Rahmen des FEI-Kooperationsforums einer Jury von Vertretern der Lebensmittelindustrie vorgestellt. Das Gewinnerteam wird automatisch für die Teilnahme an dem europäischen Wettbewerb EcoTrophelia nominiert, der auch von der Europäischen Kommission unterstützt wird. Teilnehmen können Teams von Studenten der Lebensmitteltechnologie, der Lebensmittelchemie, der Lebensmittelverfahrenstechnik, der Oecotrophologie sowie von angrenzenden Disziplinen. Jedes Team wird wissenschaftlich von Vertretern seiner Hochschule betreut. Unternehmen, die Interesse haben, den deutschen Wettbewerb finanziell zu unterstützen, um damit Kontakte zu engagierten Nachwuchskräften zu knüpfen, können sich bis zum 13. Januar 2012 mit der FEI-Geschäftsstelle in Verbindung setzen.


MANAGEMENT + BETRIEB


Systemspezialist: baut Service-Stützpunkte weiter aus

Hechingen. (04.11. / KMZ) Den Systemspezialisten der KMZ-Kassensystem GmbH und KMZ-Xetron-Nord GmbH liegt für Ihren Betrieb stets ein ganzheitlicher Lösungsansatz am Herzen. Ein umfangreicher bundesweiter Service für kurze Reaktionszeiten und die Weiterentwicklung vorhandener Systeme gehören dazu. Die Zahl der bundesweiten Service-Stützpunkte baut KMZ hierfür kontinuierlich aus. Auch ist eine neue Vertriebsniederlassung in Rheinland-Pfalz hinzugekommen. Während die KMZ Xetron Nord GmbH aus Bremen eine Niederlassung in Osnabrück hat, verfügt die KMZ Kassensystem GmbH aus Hechingen – neben Darmstadt – nun auch in Ettinghausen (Westerwaldkreis) über eine Filiale.

Erneuerbare Energien: Um- oder anbauen nach EEWärmeG

Buchholz. (04.11. / ele) Die Öl und Gasreserven nehmen weltweit rapide ab, die Förderung der noch verbleibenden Ressourcen wird immer aufwendiger und teurer. Durch die zunehmende Industrialisierung der Schwellenländer, die damit einhergehende Motorisierung und das schnelle Wirtschaftswachstum von Ländern wie China und Indien sind die Prognosen, wie lange die Vorräte an fossilen Brennstoffen noch ausreichen, am Tag der Veröffentlichung schon wieder überholt. Daher hat die Europäische Union ihren Mitgliedsstaaten eine Richtlinie auferlegt, in der der Einsatz von Erneuerbaren Energien verbindlich vorgeschrieben wird. Im Vorgriff auf diese Richtlinie hat die Bundesregierung das «Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz» (EEWärmeG) verabschiedet. Damit werden Bauherren zum Einsatz von Solarenergie, Geothermie oder Biomasse zu bestimmten Mindestanteilen am Gesamtenergiebedarf verpflichtet. Doch ist es nicht immer möglich, eine der regenerativen Energiequellen zu nutzen. Daher sieht das Gesetz Ersatzmaßnahmen vor. Zu diesen Maßnahmen zählen zum Beispiel die Nutzung von Abwärme aus technischen Anlagen, der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung, oder eine Verschärfung der Anforderungen an die Gebäudedämmung. Die jeweilige Situation muss bei jeder Baumaßnahme dezidiert geprüft und geltende Verpflichtungen müssen berücksichtigt werden, wissen die Experten von ELEKOM,:::::.de” >ELEKOM. Bei Neubauten sind die Regelungen eindeutig. Strittig ist hingegen oft, ab wann bei einem Umbau oder einer Erweiterung diese Pflichten bestehen – nämlich dann, wenn der Anbau ein selbständiges neues Gebäude bildet oder an sich die Voraussetzungen eines Gebäudes im Sinne des Gesetzes erfüllt (§3 Abs. 2 des EEWärmeG). Im Einzelfall ist das anhand einer Gesamtschau der Umstände zu beurteilen. Dabei helfen die Fachleute für Architektur, Produktionsplanung, Projektmanagement und Energieverbundkonzepte aus Buchholz in der Nordheide.

«Lebensmittelrecht und Praxis»: wertvolles Wissen aus 1. Hand

Berlin. (04.11. / ZV) An der Bundesakademie Weinheim fand Anfang November die erste Fortbildung «Lebensmittelrecht und Praxis» des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV) statt. Über 40 Teilnehmer, überwiegend Handwerksbäcker, nutzten die Gelegenheit, ihr Wissen auf diesem Gebiet auf den neuesten Stand zu bringen. Zehn Top-Referenten informierten zwei Tage lang über die neuesten Entwicklungen rund um Allergeninformation, Produkthaftung, Bedarfsgegenständegesetz oder Backtechnologie und standen auch abseits der Vorträge zum Gespräch zur Verfügung. «Der breite Zuspruch gibt uns Recht. Ein gelungener Auftakt zu einer Seminarreihe, in der ganz bestimmt noch viele interessante Veranstaltungen folgen werden», verspricht ZV-Präsident Peter Becker. «Unser Ziel war es, den Teilnehmern praxisnahe, verständliche und für das Tagesgeschäft nützliche Hilfen und Informationen an die Hand zu geben. Für Nicht-Rechtsexperten ist es oftmals nicht leicht, bei der sich schnell ändernden Rechtslage auf dem neuesten Stand zu bleiben und die neuesten Verordnungen aus Brüssel oder Berlin zeitnah richtig umzusetzen», fügt ZV-Hauptgeschäftsführer RA Amin Werner hinzu. Abseits der Vorträge bot sich den Teilnehmern reichlich Gelegenheit zum Austausch unter Kollegen. Aufgrund des breiten Zuspruchs sind weitere Veranstaltungen ähnlicher Art geplant.

So wird’s gemacht: Datenbestand bereinigen in Marvin

Kronau. (29.10. / goe) Alte Datenbestände oder/und Dateneinträge, die nicht mehr benötigt werden, können in Goecom,:::::.de/Produkte/marvin/marvin.php” >Marvin auf einfache Art und Weise entfernt werden. Hierzu kann im Menüpunkt «Hilfsprogramme» der Programmteil «Systemprozeduren» angewählt werden. Dort haben Sie entweder die Möglichkeit, mittels der Funktion «Datenbank bereinigen» sogenannte Karteileichen aus dem System zu entfernen oder im Bereich «Abschluss-Funktionen» alte Daten komplett zu löschen. Mit dieser Löschfunktion können Sie exakt die Daten aus dem System entfernen, die nicht mehr dauerhaft benötigt werden. Bitte achten Sie jedoch darauf, dass Sie vor diesen beiden Bereinigungsvorgängen immer eine Datensicherung vornehmen, die Sie bei Bedarf wieder einspielen können, denn einige der Daten unterliegen gesetzlichen Verwahrfristen. Nach der Durchführung dieser Vorgänge kann die Datenbank optimiert, das heißt verkleinert und komprimiert werden, damit die freigewordene Festplattenkapazität neu verwendet werden kann.


TRENDS + KONZEPTE


Nahversorgung in Mittel- und Großstädten – Was tun?

Berlin. (03.11. / difu) Der städtische Einzelhandel hat sich in den letzten 40 Jahren stark verändert. Dies trifft natürlich auch für den Lebensmittel-Einzelhandel und die Nahversorgung der Stadtbewohner zu. So gibt es heute viele Discounter in Ortsrandlagen, die fußläufig kaum zu erreichen sind. Gleichzeitig nahm die Anzahl von Wohngebieten ohne eigenen, zu Fuß erreichbaren Supermarkt oder Lebensmittel-Discounter zu. In Großstädten werden zwar noch rund 90 Prozent der Einwohner ausreichend versorgt, in manchen kleinen Mittelstädten ist jedoch nur noch für 50 Prozent der Einwohner ein Supermarkt oder Lebensmittel-Discounter fußläufig erreichbar, heißt es in einer Veröffentlichung des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) in Berlin. Verantwortliche in den Rathäusern können in die Entwicklungsprozesse steuernd eingreifen, um die Versorgung für ihre Bürger optimal zu sichern. Einzelhandels- und Zentrenkonzepte, das Städtebaurecht und nicht zuletzt Konzepte und Strategien des Einzelhandels selbst müssen in intensiver und vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und dem Handel verzahnt eingesetzt werden, um eine gute Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Instrumente zur Sicherung der Nahversorgung sowie Praxisbeispiele stellt die Broschüre «Einzelhandel in den Kommunen und Nahversorgung in Mittel- sowie Großstädten» (20 Seiten) vor. Interessenten können das Heft beim Difu gegen eine geringe Schutzgebühr von fünf Euro käuflich erwerben.

Schädlingsbekämpfung: warme Luft statt Chemie

Mannheim. (29.10. / bgn) Schadinsekten in Backbetrieben mit Chemikalien zu bekämpfen wird aus Gründen des Gesundheits- und des Umweltschutzes immer restriktiver. Eine umweltfreundliche und nicht gesundheitsschädliche Alternative ist das thermische Entwesungsverfahren ThermoNox®. Hierbei werden die Insekten und ihre Eier mit Warmluft von 50° bis 60° Celsius abgetötet, heißt es in einem Bericht der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN).


MARKETING + VERKAUF


«Brain Sells»: Preispotentiale erfolgreich nutzen

Gräfelfing. (02.11. / liv) «Kunden erwarten in einem Bäcker-Fachgeschäft unterbewusst ein anspruchsvolles Preisniveau». Das war einer der Kernsätze des neu konzipierten Seminars «Brain Sells – mit Neuromarketing Preispotentiale erfolgreich nutzen», das Mitte Oktober an der Akademie des bayerischen Bäckerhandwerks Lochham erstmals stattfand. LIV-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Filter und Betriebsberater Walter Gossmann machten den Teilnehmern klar, dass Wettbewerbsvorteile heute nicht mehr einfach zu haben sind. Für LIM Heinrich Traublinger ist eine aktive Preispolitik zudem ein zentrales Element für das Überleben am Markt. Die Seminarteilnehmer – ausnahmslos Betriebsinhaber oder Geschäftsführer – erwartete in den sieben Stunden, die das Seminar dauerte, ein anspruchsvoller Parcours durch den aktuellen Wissensstand der Verkaufspsychologie (Volltext).

Studie: über die Kiosklandschaft in Deutschland

Frechen. (01.11. / lk) Kioske gehören in Deutschland in vielen Gegenden zum Stadtbild dazu und werden von den Konsumenten nicht nur als Anlaufstelle für den schnellen Snack oder die «Notversorgung», sondern auch für einen netten Plausch mit den Nachbarn geschätzt. Aber wie organisiert sich eigentlich ein Kiosk und wie sieht die Kundschaft dieser «Büdchen» aus? Diesen und anderen Fragen geht die aktuelle Lekkerland Convenience-Studie auf den Grund. Die aktuelle Studie zeigt, dass rund 40 Prozent aller befragten Konsumenten von ihrem Arbeitsplatz aus einen Kiosk zu Fuß in rund sieben Minuten erreichen können. Auch im privaten Bereich ist der Kiosk nah: Die Hälfte aller Befragten muss ebenfalls im Durchschnitt nur sieben Minuten gehen, um von ihrer Wohnung zu einem Kiosk zu gelangen. Und diese Nähe erzeugt Kundschaft …


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


Trans-Fettsäuren: Minimierungserfolge nicht erkennbar

Bonn. (02.11. / aid) Eine zu hohe Aufnahme von Trans-Fettsäuren (TFA) kann das Herz-Kreislauf-System schädigen, das gilt als gesichert. Weniger klar ist: Bei welchen Produkten sind die Gehalte hoch, was bringen Minimierungsstrategien und wie viele Menschen nehmen zu große Mengen auf? Nach einer aktuellen Studie der Universität Jena sind die Durchschnittswerte in einzelnen Lebensmittelgruppen zwar gesunken, bei einigen gibt es aber immer noch sehr hohe Werte, besonders bei Back- und Süßwaren – heißt es in einer Zusammenfassung des aid Infodiensts.

BVE: Verbraucher fragen immer qualifizierter

Berlin. (01.11. / bve) Die Verbraucher suchen verstärkt den direkten Dialog mit den Unternehmen der Ernährungsindustrie, die Zahl der täglichen Verbraucheranfragen steigt stetig. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) in den Unternehmen der Ernährungsindustrie. Für zwei Drittel der dort befragten Unternehmen stieg die Zahl der Verbraucheranfragen in den letzten drei Jahren deutlich. Die Verbraucheranfragen werden zunehmend differenzierter und sind fachlich anspruchsvoll. Über die Hälfte der befragten Unternehmen erhält täglich mindestens eine bis vier oder mehr qualifizierte Verbraucheranfragen. Dieser Trend erfordert direkte und kompetente Antworten von den Unternehmen, heißt es in der Zusammenfassung.

Bäcker: Bayern für Streichung der Nährwertprofile

München. (01.11. / liv) «Ernährungsbedürfnisse sind grundsätzlich individuell – was für den einen schlecht ist, kann für den anderen lebensnotwendig sein». Mit dieser Feststellung plädiert der Landesinnungsmeister des bayerischen Bäckerhandwerks, Heinrich Traublinger, MdL a. D. nachdrücklich für die Streichung der sogenannten Nährwertprofile aus der EU-Health-Claims-Verordnung (HCVO). In einem Schreiben, das der Landesinnungsverband Ende September an mehrere bayerischen Abgeordnete des Europa-Parlaments verschickt hat, legt Traublinger dar, dass die Einführung der Nährwertprofile nicht nur ernährungsphysiologisch kontraproduktiv ist, sondern zudem bisher weitgehend unangetastete Freiheitsrechte einschränken könne. Die Freiheit des Gewerbebetriebs, Produkte nach eigenen Ideen zu produzieren, kann ebenso betroffen sein wie die Freiheit des Konsumenten, diejenigen Produkte zu kaufen, die ihm schmecken, heißt es nicht zu Unrecht in einer Mitteilung.


PERSONEN + EHRUNGEN


Pain Paillasse: Erfinder stirbt mit 62 Jahren

Genf / CH. (31.10. / wib) Europaweit gibt es heute rund 1’200 handwerkliche Bäckereien, die das auch in Deutschland bekannte «Pain Paillasse» verkaufen. Das hatte der Schweizer Aimé Pouly 1993 entwickelt und 1995 patentieren lassen. Oft kopiert und nie erreicht, traf der Waadtländer Bauernsohn damit den Nerv der Zeit – und den Geschmack der Menschen, die nach einem außergewöhnlichen Brot verlangten. Seine Bäckerlehre hatte Pouly in Biel absolviert. Nachdem er 1974 in Genf eine kleine Patisserie-Confisserie erworben hatte, bestand er 1976 die eidgenössische Meisterprüfung. Sein Streben nach Qualität und Tradition sowie sein unternehmerischer Weitblick ließen ihn manchen Weg anders gehen, doch hatte er dabei stets das Handwerk im Blick. Im Jahr 2000 fusionierte die Bäckerei Aimé Pouly und die Novafood SA. Es entstand die Pouly Tradition AG, die verschiedenen Quellen zufolge heute über 750 Mitarbeitende zählt. Vor zwei Jahren würdigte das Beratungsunternehmen Ernst + Young den Unternehmer Pouly mit dem «Entrepreneur of the year» und zugleich dem «Master Entrepreneur» fürs Lebenswerk (siehe WebBaecker 44/2009). Am vergangenen Samstag verstarb Aimé Pouly im Alter von 62 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens.


BOOKMARKS + BOOKS


Global Industry: CSM to undergo «extremely challenging» Q3/2011

Hamburg. (bm) CSM’s third quarter 2011 has been impacted by significantly weaker consumer demand in most markets, which, following the financial crisis, deteriorated over the quarter. In addition, raw material prices continued to rise. This difficult trading environment put further pressure on volumes and pricing. This was compounded by the drive for increased promotional activities to sustain volume. Other topics of the week:

Title Region Date
CSM: Q3/2011 Interim Management Statement (NL) Fri 11-04
Kraft Foods: reports strong Q3/2011 results (US) Fri 11-04
Snyder´s-Lance: Reports Results for Third Quarter 2011 (US) Fri 11-04
Sara Lee: Reports Solid Start to the Year (US) Fri 11-04
Ebro Foods: Comparable Net Profit up 16 Percent in Q3/2011 (ES) Thu 11-03
Diamond Foods: Provides Update on Pringles Transaction (US) Thu 11-03
Hain Celestial: Reports First Quarter 2012 Result (US) Thu 11-03
Bunge: to Invest in Palm Plantation in Singapore (US) Thu 11-03
ADM: Reports Q1/2012 Earnings of 460 Million USD (US) Thu 11-03
PMCI: Bankruptcy Court Confirms Plan of Reorganization (US) Thu 11-03
Dunkin´ Brands: Reports Third Quarter 2011 Results (US) Wed 11-02
Recreation industry needs revamped foodservice offerings (US) Wed 11-02
Premier Foods: Announces Directorate Change (UK) Wed 11-02
Grupo Bimbo: reports solid results for Q3/2011 (MX) Tue 11-01
Hershey: Announces Third Quarter Results, Updates Outlook (US) Mon 10-31
Canada Bread: Reports Results for the Third Quarter 2011 (CA) Mon 10-31
Weston Bakeries: Wonder Bread Now Free of Chemical Additives (CA) Sat 10-29
Dunkin´ Donuts: Announces 86 New Restaurants in D.C. (US) Sat 10-29


REZEPTE + IDEEN


Vinschgauer Brot: eine europäische Spezialität

Image Isernhagen. (02.11. / is / wp) Bis ins 17. Jahrhundert wurde im Südtiroler Vinschgau fast nur Rätoromanisch gesprochen und die Beziehungen zum ebenfalls romanischsprachigen Schweizer Engadin waren sehr eng. Unter dem Einfluss der Kirchen änderte sich dies. Am längsten hielt sich das Rätoromanische jedoch im Oberen Vinschgau, wo die Menschen erst im 19. Jahrhundert zum Deutschen übergingen. Heute sprechen die Ortsansässigen – trotz gut 80-jähriger Zugehörigkeit zu Italien – immer noch zu fast 97 Prozent Deutsch als Muttersprache und nur zu drei Prozent Italienisch. Die Menschen orientieren sich also eher regional als national. Sie achten auf ihre Traditionen und gelten nicht zuletzt deshalb als Freunde eines «Europas der Regionen». Über besondere Spezialitäten aus dem Vinschgau ist in der online verfügbaren Literatur wenig bekannt. Im Segment Brot und Gebäck fallen Wikipedia gerade mal «Schüttelbrot» und «Vinschgauer» ein – die noch dazu eng verwandt sind. Doch es spricht wohl für das Gebäck an sich, dass zumindest die «Vinschgauer» – ob als Brötchen oder Brot – überall in Europa ihre Freunde gefunden haben. Auch in Deutschland gibt es viele Bäckereien, die ihren Kunden gerne «Vinschger Paarln» anbieten. Dass «Vinschgauer» auch ein köstliches Roggenmischbrot sein kann, daran erinnert das IsernHäger Rezept für November. Ausgehend von 100 Kilogramm Gesamtmehlmenge sorgen nicht zuletzt eine Detmolder Einstufenführung, Kümmel und Fenchel für einen ausgewogenen Geschmack. Die Einwaage von 350 Gramm macht das Brot im Verkauf auch für Single-Haushalte besonders attraktiv.

ODS (22 KB): 4411-ISERN-VINSCHGAUER.ODS
XLS (24 KB): 4411-ISERN-VINSCHGAUER.XLS
PDF (35 KB): 2011-10_Vinschgauer.pdf