WB-43-2010

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 42. KW 2010 (23.10. bis 29.10.)
Download: https://www.webbaecker.de/10archivphp/wb4310.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN:
01. HiCoPain: Coop kündigt Joint-Venture mit Aryzta auf
02. Backhaus Hinterwirth: weiht neue Produktion ein
03. BackWerk AT: freut sich über 15. Filiale

TERMINE:
04. Symposium: «Wissenschaft und Mühlen im Dialog»
05. «Science Cook»: mit «Mr. Chocolate» zum Sieg
06. Mestemacher: sucht Spitzenvater des Jahres 2011

MANAGEMENT + BETRIEB:
07. Controlling: Vertrauen ist gut …
08. Nestle: kommt im TK-Pizza-Geschäft voran

TRENDS + KONZEPTE:
09. LagerButler: Einer für Alles

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER:
10. Nachlese: 17. Lebensmittelrechtstag für Erzeugnisse aus Getreide
11. VTH: 7,7 Kilo Nudeln pro Kopf und Jahr

ROHSTOFFE + ENTWICKLUNGEN:
12. Cystein: … und ewig brodeln die Gerüchte
13. Solubl’in: nicht nur Produkt, sondern Konzept

PERSONEN + EHRUNGEN:
14. Ausgezeichnet: Stollen-Zacharias-Preisträger 2010
15. Carlo-Wildt-Pokal: geht ins badische Bühl
16. DLG: meldet neue Mitglieder im Sensorik-Ausschuss

BOOKMARKS + BOOKS:
17. «backwaren aktuell» 02/2010: bietet aktuelle Themen
18. Global Industry: CSM expects higher commodity prices

REZEPTE + IDEEN:
19. Winzer-Wähe: ein nicht mehr ganz so geheimer Geheimtipp …


MARKT + UNTERNEHMEN


HiCoPain: Coop kündigt Joint-Venture mit Aryzta auf

Basel / CH. (28.10. / cg) Im Zuge ihrer «Logistik- und Bäckereistrategie 2015+» hat sich die eidgenössische Coop Gruppe entschieden, ihr Bäckergeschäft umzubauen. Demnach wird ein Neubau und die umgebaute bestehende regionale Verteilzentrale Schafisheim (Aargau) nebst der Frischbrotproduktion auch nationaler Produktionsstandort für Tiefkühl-Backwaren. Die Bäckereien Basel und Wallisellen werden aufgehoben und in Schafisheim zusammengefasst. Mit der Schließung der Produktionsstandorte könnten sehr viele Straßenkilometer und der damit verbundene CO2-Ausstoß vermieden werden, heißt es aus Basel. Zur Auslastung der neuen Großbäckerei würden in Zukunft TK-Teiglinge in Schafisheim produziert und direkt vor Ort im Tiefkühllager eingefroren. Die TK-Teiglinge könnten so ohne Transport direkt ab Produktion eingelagert werden. Aus diesem Grund hat sich Coop entschieden, den bestehenden Vertrag mit HiCoPain nicht zu verlängern. Die regionalen Bäckereien Aclens, Bern, Castione, Chur und Gossau bleiben bestehen. Die HiCoPain AG ist ein Joint Venture-Unternehmen zwischen der ehemaligen Hiestand AG (heute Aryzta AG) und der Coop Gruppe, das 2002 gegründet wurde. In 2005 – vor gerade mal fünf Jahren – nahm die damals europaweit modernste Großbäckerei in Dagmersellen (LU) ihren Betrieb auf und stand schnell im Ruf, die halbe Schweiz versorgen zu können. Die einmalige Investition in den Umbau des Bäckereigeschäfts beziffert Coop mit 150 Millionen Schweizer Franken (CHF). Die jährlich wiederkehrenden Einsparungen sehen die Baseler Genossen bei 29 Millionen CHF; im Tiefkühlbereich bei acht Millionen CHF. Weitere Zahlen und Fakten gibt es hier. Details zu HiCoPain gibt es beim WebBaecker unter folgenden Links:
Hiestand und Coop gründen HiCoPain (37. KW 2002)
HiCoPain – Joint Venture nimmt Betrieb auf (04. KW 2005)
HiCoPain – «Backstube für die halbe Schweiz» (21. KW 2005)
HiCoPain mit drei weiteren Produktionslinien (36. KW 2005)

Backhaus Hinterwirth: weiht neue Produktion ein

Gmunden / AT. (27.10. / div) Das Backhaus Hinterwirth aus dem Salzkammergut hat in dieser Woche seine neue Zentrale in Gschwandt eingeweiht. Nah bei Gmunden gelegen, ist dies für den Familienbetrieb ein großer Schritt: Die Hinterwirths backen nämlich schon seit 1550 am Nordufer des Traunsees. Heute führt Gerhart Hinterwirth die Bäckerei und Konditorei in neunter Generation – und setzt mit dem neuen Standort Maßstäbe für die Zukunft. Der neue Verkaufsbereich mit Café-Haus bietet Platz für 70 Gäste; insgesamt laden 200 Quadratmeter zum Kaufen und Verweilen ein. Bei passendem Wetter kommt noch eine gediegene Terrasse mit 40 Sitzplätzen hinzu. Die neue Produktion auf über 1.000 Quadratmetern bietet reichlich Platz für die rund 30 Beschäftigten und teilt sich in Bäckerei, Konditorei sowie Expedition, Kühlung und Technik. Mit der Eröffnung des neuen Backhauses betreibt Hinterwirth nun elf eigene Standorte in der Region und beschäftigt über 75 Mitarbeitende in allen Sparten. Im Schnitt verarbeitet das Unternehmen pro Tag rund 1,5 Tonnen Mehl und kommt dabei unter anderem auf 7.000 bis 8.000 Semmeln, 800 Kilogramm Brot und mehr als 2.500 Stück Feingebäck.

BackWerk AT: freut sich über 15. Filiale

Wien / AT. (23.10. / bwat) Die Selbstbedienungsbäckerei BackWerk eröffnete ihre achte Franchise-Filiale in der österreichischen Hauptstadt. Die Filiale befindet sich im neu errichteten Bürocenter Rivergate am Handelskai. Österreichweit hält das in Deutschland gegründete Unternehmen nun 15 Standorte. Mit einem Sprung von drei Millionen Euro auf rund sechs Millionen Euro konnte der Umsatz in 2009 nahezu verdoppelt werden. Damit sei die SB-Bäckerei in ihrem Segment Marktführerin im Alpenland, heißt es in einer Presse-Info. «Die neu gestaltete Filiale erscheint in einer angenehmen Lounge-Atmosphäre. Denn erstmals wurde in Österreich das neue Erscheinungsbild mit neuen Böden und dunkleren Farben umgesetzt», sagt Ingrid Dubowy, BackWerk-Geschäftsführerin für Österreich. Die neue Filiale hat eine Verkaufsfläche von 130 Quadratmeter und wird von elf Mitarbeitern unter der Leitung von Frank und Bettina Graf betreut. Das Ehepaar Graf übernimmt damit bereits den zweiten Standort in Wien.


TERMINE + EVENTS


Symposium: «Wissenschaft und Mühlen im Dialog»

Bonn. (29.10. / vdm) Zum dritten Mal findet am 05. November das Würzburger Wissenschaftliche Symposium des Verbands Deutscher Mühlen (VDM) statt. Die erfolgreiche Vortrags- und Diskussionsreihe soll den Kontakt zwischen Mühlenwirtschaft und Wissenschaft stärken – dieses Jahr anhand der aktuellen Fragen zur Ernte 2010 und den Kapriolen an den Getreidepreismärkten. Die schlechteren Erntequalitäten von Weizen und Roggen stellen die deutschen Mühlen vor besondere Herausforderungen, um die gewohnten Backeigenschaften der Mehle zu sichern. Zum Thema «Ernteausfälle in Russland und die Konsequenzen» – und über den Einfluss, den Osteuropa künftig auf die Getreidemärkte hat – spricht Konstantin Hahlbrock M.Sc. von der Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa aus Halle. Dem «Einfluss der Spekulation auf die Getreidemärkte» ist Dipl.-Volkswirt Friedrich Hedtrich von der Christian-Albrechts-Universität Kiel auf der Spur.

«Science Cook»: mit «Mr. Chocolate» zum Sieg

Bonn. (29.10. / fei) Mit «Mr. Chocolate» hat ein deutsches Team der Technischen Universität Berlin (TU) den «European Student Award for Food Innovation» Trophelia Europe 2010 gewonnen. Nachdem die Berliner Studenten mit ihrer innovativen Backmischung bereits beim nationalen Vorentscheid überzeugen konnten (der übrigens vom FEI organisiert wurde), gelang ihnen dies auch multinational in Paris: Die 17-köpfige Jury setzte das deutsche Team mit «Mr. Chocolate» auf den ersten Platz. «Mr. Chocolate» ist eine mit Vollkornmehl und Rapsölpulver hergestellte Backmischung für einen Schokoladenkuchen aus der Tasse. Entwickelt wurde die Produktidee vom Studententeam «Science Cook» des Fachgebiets Lebensmittelbiotechnologie und -prozesstechnik der TU Berlin unter Leitung von Prof. Dietrich Knorr. Mit dem Convenience-Produkt lässt sich ohne den Zusatz von Eiern oder Butter ein Tassenkuchen in nur drei Minuten in einer Mikrowelle backen. Dies spart 80 Prozent Energie im Vergleich zu einem im Ofen gebackenen Kuchen. Der ökologische Nutzen, das durchdachte Verpackungskonzept und nicht zuletzt der Geschmack überzeugten die Jury von «Mr. Chocolate». Ein deutsches Lebensmittelunternehmen zeige bereits großes Interesse an der Vermarktung des innovativen Produkts, heißt es aus Bonn.

Mestemacher: sucht Spitzenvater des Jahres 2011

Gütersloh. (27.10. / ots) Die Großbäckerei Mestemacher GmbH wird in 2011 wieder die Auszeichnung «Spitzenvater des Jahres» an zwei Familienväter vergeben. Schirmherrin des Preises ist die Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder. Aus der Taufe gehoben hat 2006 das vielbeachtete Gleichstellungsprojekt Prof. Dr. Ulrike Detmers. Die Unternehmerin, Wirtschaftsprofessorin und Frauenrechtlerin will mit dem Projekt die Modernisierung der Vaterrolle in Wirtschaft und Gesellschaft vorantreiben. Gesucht werden Vatertypen, die sich die Erziehungs- und Hausarbeit mit ihrer Partnerin teilen und sie dabei unterstützen, eine eigene berufliche Karriere aufzubauen. Auf die zwei Gewinner warten jeweils 5.000 Euro Preisgeld und ein großer Festakt am 10. März 2011 im Luxushotel InterContinental Berlin. Die Spitzenväter müssen vorgeschlagen werden. Für den Vorschlag steht sowohl ein On-Line- als auch ein PDF-Formular zum Download zur Verfügung. Einsendeschluss für Ihren Vorschlag ist der 30. November dieses Jahrs. Weiterführende Hinweise gibt die Seite «Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres 2011».


MANAGEMENT + BETRIEB


Controlling: Vertrauen ist gut …

Kronau. (26.10. / goe) Das Vertrauen zwischen Unternehmern und Mitarbeitenden wird zuweilen auf eine harte Probe gestellt. Dass Unternehmer dem Vertrauen ihrer Beschäftigten gerecht werden, ist an jedem Zahltag messbar, an dem das Gehalt pünktlich auf die Konten überwiesen wird. Umgekehrt unterliegt der Geldfluss – sprechen wir vom Verkaufspersonal – von der Filiale zurück auf das Unternehmenskonto manchmal einer gewissen «Verdunstungsquote». Oder kurz gesagt: ein Teil der Einnahmen wandert als strafbare Umsatzbeteiligung in die Taschen des Personals. Dieses allgemein bekannte Problem kann aber eingedämmt und weitgehend korrigiert werden: Hier hilft eine regelmäßige, konsequente Überprüfung des Waren- und Geldflusses anhand einfacher Auswertungen, die Auskunft über möglichst alle Warenbewegungen und Einnahmen geben. Anhand dieser objektiven Daten können Konfliktgespräche dann vorbereitet und durchgeführt werden. Auch wenn dies dazu führt, dass Mitarbeiter in der Folge neue Wege beschreiten müssen – außerhalb des Unternehmens. Bedenken Sie: Vertrauen an sich kann nicht verdient oder erarbeitet, sondern nur zerstört oder missbraucht werden. Daher bedarf es gerade in der Arbeitswelt regelmäßig einer ordentlichen Überprüfung – weil wir immer mal wieder daran erinnert werden müssen, dass Vertrauen zu achten und zu respektieren ist. Das legen Ihnen die Software-Spezialisten von Goecom ans Herz.

Nestle: kommt im TK-Pizza-Geschäft voran

Vevey / CH. (25.10. / nag) In den ersten neun Monaten 2010 belief sich der Gesamtumsatz der Nestle S.A. auf 82,8 Milliarden Schweizer Franken (CHF), bestehend aus einem organischen Wachstum von 6,1 Prozent, das ein internes Realwachstum von 4,5 Prozent beinhaltet. Wechselkurseffekte wirkten sich mit minus 2,7 Prozent auf den Gruppenumsatz aus, wobei veräußerungsbereinigte Akquisitionen einen Einfluss von 0,7 Prozent hatten. Insgesamt stieg der Gruppenumsatz um 4,1 Prozent. Der Umsatz mit Nahrungsmitteln und Getränken belief sich auf 77,0 Milliarden CHF, bestehend aus einem organischen Wachstum von 5,7 Prozent, das ein internes Realwachstum von 4,2 Prozent beinhaltet. Wechselkurseffekte wirkten sich mit minus 2,8 Prozent auf den Umsatz mit Nahrungsmitteln und Getränken aus, wobei veräußerungsbereinigte Akquisitionen einen Einfluss von 1,6 Prozent hatten. Insgesamt stieg der Umsatz mit Nahrungsmitteln und Getränken um 4,5 Prozent. Die vollständige Presse-Info «Nestle-Umsatz nach neun Monaten: Fortsetzung der starken Dynamik des ersten Halbjahrs» finden Interessenten im Format PDF hier. Über das für uns interessante Pizza-Geschäft erfährt man darin allerdings wenig. Nur soviel: In Nordamerika konnten Tiefkühlpizzas von Nestle USA ihren Marktanteil ausbauen. Auch in Europa lief es nicht schlecht. Hier zeigten TK-Pizzas von Buitoni und Wagner besonders in Westeuropa eine «gute Leistung».


TRENDS + KONZEPTE


LagerButler: Einer für Alles

Image

Isernhagen. (29.10. / is) Erfolgreiche Bäckereien benötigen schnell mehr Vorteig ebenso wie eine hohe Flexibilität. Dazu dient der neue IsernHäger Lagerbutler, der diese Flexibilität ohne nennenswerte Investition ermöglicht. Ihre Vorteile: einfache Kapazitätserweiterung, Produktunabhängig, platzsparend und mobil, kein zusätzlicher Reinigungsaufwand. Alles Weitere erklärt Ihnen das kurze Video «LagerButler – Einer für Alles» (02:42 Minuten).


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


Nachlese: 17. Lebensmittelrechtstag für Erzeugnisse aus Getreide

Detmold. (27.10. / agf) Bereits im Juni diskutierte der 17. Lebensmittelrechtstag für Erzeugnisse aus Getreide interessante Themen der Getreidewirtschaft. Wirtschaft und Lebensmittelüberwachung ging es dabei um das FIAP-Paket, die Bewertung von Lebensmitteln, Fragen der Kennzeichnung, die Bewältigung von Krisensituationen sowie um neue Verordnungen, Gesetze und Urteile. Der Lebensmittelrechtstag für Erzeugnisse aus Getreide wird auf dem Detmolder Schützenberg in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Getreidewirtschaft veranstaltet und wendet sich an Besucher aus der Lebensmittelüberwachung und -herstellung. Die Themen im Einzelnen:

  • Das FIAP Paket
    • Interessante Probleme hinsichtlich der Zusatzstoffe – Christof Crone, Bonn.
    • Einsatz von Enzymen vor dem Hintergrund des Food Improvement Agents Package – Dirk Hisserich, Bremen.
  • Bewertung von Lebensmitteln
    • Die Erosion gesetzlicher Standards durch Medien und Verbraucherschutzorganisationen – Markus Grube, Gummersbach.
    • Rechtliche Bewertung der Nanotechnologie – Sigrid Stähle, Berlin.
    • Diabetiker-Lebensmittel und die europäische Diskussion des Diätrechts.
  • Kennzeichnung
    • Kennzeichnung von Imitaten – Hasan Taschan, Kassel.
    • Nationale und internationale Vollkorn-Definitionen – Meinolf G. Lindhauer, Detmold.
    • Kritische Beurteilung der DIN-Norm 10355 zur Typenregelung und zur Vollkorn-Definition – Alexander Meyer-Kretschmer, Bonn.
    • Vertragsrechtliche Probleme bei der Lieferung von GVO-kontaminierten Rohstoffen – Helmut Martell, Düsseldorf.
    • Lebensmittelinformations-Verordnung – Petra Unland, Bielefeld.
  • Krisenmanagement
    • Umgang mit Behörden nach Best-Practice – Michael Lendle, Bonn.
  • Verordnungen, Gesetze und Urteile
    • Erweiterte Unternehmerpflichten zur Information von Behörden – Henner Grote, Gummersbach.
    • Aktuelle Gerichtsurteile und deren Auswirkungen – Margret Dresselhaus-Schoebler, Düsseldorf.

Den 17. Lebensmittelrechtstag für Erzeugnisse aus Getreide organisierte die Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung (AGF) gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Lebensmittel auf Getreidebasis der Lebensmittelchemischen Gesellschaft (Fachgruppe der GDCh); dem Backzutatenverband; Getreidenährmittelverband; Fachverband der Stärke-Industrie; Verband Deutscher Mühlen; Verband der Teigwarenhersteller und Hartweizenmühlen Deutschlands; Verband Deutscher Großbäckereien; Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks.
Zusammenfassung: http://www.agfdt.de/loads/taginfo/lttaginf.pdf (15 Seiten)

VTH: 7,7 Kilo Nudeln pro Kopf und Jahr

Image Berlin. (25.10. / vth) Der Verband der Teigwarenhersteller und Hartweizenmühlen Deutschlands (VTH) feiert dieser Tage den «Welt-Nudeltag 2010». In diesem Zusammenhang weist der VTH darauf hin, dass Herr und Frau Deutschländer pro Kopf und Jahr im Schnitt 7,7 Kilogramm Nudeln verkonsumieren. Das seien 2,2 Kilo mehr als noch vor zehn Jahren und damit liege Deutschland im europäischen Vergleich auf dem sechsten Rang. Rund 90 Prozent der deutschen Produktion wird aus Durum- oder Hartweizen hergestellt. In speziellen Durum-Mühlen – hierzulande gibt es sieben – wird der Hartweizen zu Grieß vermahlen. Die Mühlen haben laut Erntebilanz kräftig zu tun: Die Anbaufläche für heimischen Hartweizen hat sich in 2010 nahezu verdoppelt – von 11.000 auf 21.000 Hektar. Damit wuchs der Ernteertrag von 65.000 auf 119.000 Tonnen. Vor mehr als 4.000 Jahren in China «erfunden», gibt es heute bundesweit über hundert verschiedene Nudel-Sorten. Eine kleine Warenkunde über Rezepte bis hin zu Ernährungstipps bietet die kostenfreie Broschüre «Nudeln aus Deutschland – Vielfalt für die moderne Küche» (Format PDF; 36 Seiten; 1.346 KB).


ROHSTOFFE + ENTWICKLUNGEN


Cystein: … und ewig brodeln die Gerüchte

Hamburg. (29.10. / eb) «kerner.de» – da denken Sie vermutlich zuerst an Johannes B., der aus Hamburg kommt und seit neuestem fürs Privatfernsehen arbeitet. Den meinen wir aber nicht. Wir meinen einen gänzlich unbekannten Olaf aus Dresden, der mit «kerner.de» im Windschatten von Johannes. B. zu segeln versucht und auch ansonsten mit höchst abstrusen Geschichten aufwartet. Eine davon lautet «Menschenhaare im Brot» und geht wortwörtlich so: «Wissen Sie eigentlich was Sie mit dem Brot so alles zu sich nehmen? Brot-Backmischungen die Sie kaufen, die auch der Bäcker verwendet, enthalten Menschenhaare oder Schweineborsten. Aus diesen Haaren gewinnen die Hersteller den Eiweißbaustein Cystein …». Bedauerlich, was der Dresdner Kerner da öffentlich (und unwidersprochen) aus der Mottenkiste zieht. Vorsichtshalber – eventuell für Ihre Verkaufsschulung – geben wir Ihnen seriöse Beschreibungen von L-Cystein (E 920) an die Hand, wie es tatsächlich hergestellt und verwendet wird:

  • Wissensforum Backwaren (Broschüre Nr. 12) über L-Cystein:
    • Vorkommen: natürliche Aminosäure zahlreicher Eiweißstoffe (Keratin, Glutathion der Hefe, Gluten des Mehles)
    • Anwendungsbereich Mehlbehandlungsmittel; in Backmitteln für Weizenkleingebäck, Toastbrot
    • Wirkungsweise Erweichung des Klebers, Verbesserung der Knettoleranz, Erhöhung des Gashaltevermögens
  • Wikipedia – die freie Enzyklopädie des Wissens: (…) L-Cystein kann, wie fast alle anderen Aminosäuren, durch Einwirkung von Salzsäure auf Proteine wie Keratin (meist aus keratinreichen Geweben wie Menschen- oder Tierhaaren oder Federn) durch Hydrolyse gewonnen werden. Seit einiger Zeit ist die Darstellung auch durch Fermentation mit Bakterien, zum Beispiel Escherichia coli, auch unter Einsatz gentechnisch veränderter Organismen möglich.
  • Wacker Chemie AG, München: Cystein – Premiumqualität durch Biotechnologie; ausführliche Produkt-Betrachtung von der Herstellung bis hin zu den Einsatzmöglichkeiten von Cystein.

Solubl’in: nicht nur Produkt, sondern Konzept

Bühl / Baden. (27.10. / agf / fa) Traditionelle Backmittel in Pulverform haben in den letzten Jahren Konkurrenz durch Flüssigbackmittel bekommen. Dabei gibt es bei beiden Angebotsformen klare Vorteile, aber auch Nachteile. Mit Solubl’in hat die Lesaffre Forschung eine Alternative entwickelt, welche die Vorteile beider Angebotsformen kombiniert und darüber hinaus zusätzlichen Nutzen bietet. Solubl’in ist mehr als ein Produkt. Es ist als Konzept für den rationellen Einsatz von Backmitteln entwickelt worden und wird als hochkonzentriertes Pulver mit einer Dosierung von 0,05 Prozent geliefert. Diese hohe Konzentration wird erreicht, in dem alle backtechnischen Eigenschaften von Enzymen gesteuert werden. Vor dem Einsatz wird das Backmittel in Wasser gelöst und mit einem Prozent als Flüssigbackmittel dosiert. Durch die Verpackung in einer wasserlöslichen Folie ist Solubl’in absolut staubfrei in der Anwendung. Ein aktiv gekühlter Auflöser, der in Deutschland von FALA zur Verfügung gestellt wird, ist ebenso Teil des Konzepts. Die überaus platzsparende Alternative wurde hierzulande erstmals während der Getreidetechnologietagung 2009 in Detmold der Fachwelt näher vorgestellt.
Info: https://www.webbaecker.de/r_rohstoffe/2010/4310-FALA-SOLUBLIN.HTM


PERSONEN + EHRUNGEN


Ausgezeichnet: Stollen-Zacharias-Preisträger 2010

Bingen. (26.10. / mm) Die Bäckerei-Konditorei Ulfers-Eden aus Jever und die Bäckerinnung München konnten sich beim Stollen-Zacharias 2010 als Erstplatzierte durchsetzen. Im 20. Jahr der Auszeichnung für kreative Konzepte zur Imagepflege des handwerklichen Stollens hatten die Ostfriesen die Nase vorn – vor der Eggenroter Meisterbäckerei und der Bäckerei Bertermann aus Minden. Der Preis wurde während der Stuttgarter Südback im Bäcker-Trend-Forum überreicht.

Carlo-Wildt-Pokal: geht ins badische Bühl

Stuttgart. (26.10. / mstgt) Insgesamt 46 junge Konditorgesellen und Fachverkäufer kämpften während der Südback um den Carlo-Wildt-Pokal. Zugelassen waren Auszubildende aus dem dritten Lehrjahr, deren Betrieb Mitglied einer Konditoren-Innung ist. Siegerin bei den Konditoren ist Annette Klingelhöfer, Auszubildende vom Cafe Böckeler in Bühl/Baden. Bei den Konditoreifachverkäufern hatte Marina Berger die Nase vorn – ebenfalls Auszubildende im Café Böckeler. Der Carlo-Wildt-Pokal gilt als angesehene Auszeichnung für den Konditorennachwuchs und wird regelmäßig während der Stuttgarter Fachmesse für das Bäcker- und Konditorenhandwerk verliehen.

DLG: meldet neue Mitglieder im Sensorik-Ausschuss

Frankfurt / Main. (23.10. / dlg) Als neue Mitglieder in den DLG-Ausschuss für Sensorik sind Prof. Dr. Ingrid Seuß-Baum von der Hochschule Fulda und Prof. Dr. Guido Ritter von der University of Applied Sciences Münster gewählt worden. Im Mittelpunkt des 2007 gegründeten Ausschusses steht die wissenschaftliche Stärkung und Weiterentwicklung sensorischer Analysemethoden, heißt es in einer Presse-Info der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in Frankfurt.


BOOKMARKS + BOOKS


«backwaren aktuell» 02/2010: bietet aktuelle Themen

Image Bonn. (28.10. / wifo) Informationen dicht an dicht bietet «backwaren aktuell» 02/2010, jüngste Ausgabe aus der Informationsreihe für die Ernährungs- und Verbraucherberatung. Herausgeber ist das Wissensforum Backwaren Bonn/Wien. Die Themen im Überblick:

Das Kreuz mit der Gentechnik-Kennzeichnung.
Markt der Zukunft für Brot und Backwaren.
Hafer – Die Alleskörner.
Nährwertkennzeichnung – quo vadis?

In der Auseinandersetzung mit Massenproduzenten und Diskontern tun sich handwerkliche Backbetriebe manchmal etwas schwer. Der Beitrag «Markt der Zukunft für Brot und Backwaren. Wo sind Potenziale für die Bäcker?» gibt Anregungen für eine adäquate Profilierung in der Praxis. Den lesenswerten Beitrag und das – natürlich! – insgesamt lesenswerte Heft (24 Seiten) «backwaren aktuell» 02/2010 können sich Interessenten vom Server des Wissensforums Backwaren kostenfrei als PDF-Datei herunterladen.

Global Industry: CSM expects higher commodity prices

Hamburg. (bm) CSM N.V. delivered a 19 percent increase in underlying Ebita in Q3/2010 compared to Q3/2009. All three divisions posted organic sales growth in a challenging market. The integration of Best Brands is progressing according to plan – the company said in an interim management statement. Other topics of the week:

Title Region Date
CSM: Q3/2010 Interim Management Statement (NL) Fri 10-29
Premier Foods: Sales fall as trading conditions get tougher (UK) Fri 10-29
Bloomberg: Bimbo leads bid for Sara Lee unit (US) Thu 10-28
WSJ: Talks to sell United Biscuits stall (UK) Thu 10-28
Panera Bread: third quarter 2010 earnings report (US) Thu 10-28
Hostess Brands: appoints John Stewart as EVP and CFO (US) Thu 10-28
Russia: grain production lowered by 34,3 percent (RU) Wed 10-27
Ralcorp Holdings: expands its Board of Directors (US) Wed 10-27
Kroger: names new Group Vice President of Perishables (US) Wed 10-27
Hershey: announces third quarter results (US) Tue 10-26
FDA: heightens focus on in-store food safety (US) Tue 10-26
Toast: Britains Feel Good Food (UK) Tue 10-26
Grupo Bimbo: reports third quarter 2010 results (MX) Mon 10-25
Business for Peace: award for Roberto Sendra (NO) Mon 10-25
Kellogg Company: cuts 2010 profit view (US) Sat 10-23
ConAgra: names president of commercial foods (US) Sat 10-23


REZEPTE + IDEEN


Winzer-Wähe: ein nicht mehr ganz so geheimer Geheimtipp …

Image Bonn. (29.10. / GMF) Ein für Sie, liebe Leserinnen und Leser, höchst attraktives Rezept zu Erntedank und neuem Wein ist nach wie vor die Anleitung für die «Moseltaler Winzer-Wähe». Das Oktober-Rezept der GMF Vereinigung Getreide-, Markt- und Ernährungsforschung aus Bonn hat der WebBaecker Ihnen in kaum einem Jahr vorenthalten. Aus gutem Grund, denn Sie lesen es gern und bereiten die Wähe vermutlich noch lieber zu: Mit oder ohne Federweißem eine interessante Kreation auch in diesem Herbst. Das Rezept bezieht sich auf vier Portionen.

Zutaten: Für den Teig 125g Mehl Type 1050, 125g Mehl Type 405, 1/2 Würfel Backhefe, 1 gestrichenen Tl Salz, 1 Prise Zucker, 20g zerlassenes Butterschmalz, 1/8l lauwarme Milch. Für den Belag 300g Schweinefilet, 100g durchwachsenen Speck in Scheiben, 150g weiche Backpflaumen, 1 Stange Porree, 3 Eier, 75g Creme Fraiche, 50ml Sahne, Salz, weißen Pfeffer aus der Mühle.

Zubereitung: Die Hefe zerbröckeln und in der Milch mit einer Prise Zucker auflösen. Mehl, Butterschmalz und Salz dazugeben und zu einem glatten Teig verarbeiten. Teig angehen lassen. In der Zwischenzeit die Speckscheiben in einer beschichteten Pfanne hellbraun braten, herausnehmen und zur Seite stellen. Schweinefilet in dünne Scheiben schneiden und kurz im Speckfett anbraten, beiseite stellen. Porree in Ringen ebenfalls in die Pfanne geben und 5 Minuten dünsten. Backpflaumen halbieren. Den Hefeteig nochmals durchkneten und eine gefettete Form (32 cm) damit auskleiden, an den Rändern etwas hochziehen. Erneut einige Zeit gehen lassen, dann mit Schweinefilet, Porree, Backpflaumen und Speckscheiben belegen. Eier mit Sahne und Crème Fraîche verquirlen und mit Salz und reichlich weißem Pfeffer aus der Mühle würzen. Den Guss über der Wähe verteilen und im Backofen bei 200° Celsius 25 bis 30 Minuten backen.

Nährwert: Je Portion 730 kcal / 3090 kJ.

Quelle: http://www.gmf-info.de/info/verbrauchertipps/rezept10.htm