Freitag, 26. Februar 2021

WB-42-2009

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 42. KW 2009 (10.10. bis 16.10.)
Download: https://www.webbaecker.de/09archivphp/wb4209.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN:
01. Bäcker Blanke: insolvent, aber nicht hoffnungslos
02. Wagner Pizza: könnte auch in Brötchen …
03. Grabower Süßwaren: kaufen Krisps Waffelbakkerij

TERMINE + EVENTS:
04. AGF: lädt zur 60. Tagung für Bäckerei-Technologie
05. Schlussbericht: Erfolgreiche Anuga 2009 stärkt den Markt

THEMA DER WOCHE: iba 2009 – Nachlese
06. Schlussbericht: iba bleibt Wachstumsmotor der Branche
07. Gekürt: die ersten Deutschen Meister der Bäckermeister
08. Stollen-Zacharias: Die Preisträger stehen fest
09. iba Cup der Bäckerjugend 2009

MANAGEMENT + BETRIEB:
10. Südzucker AG: kehrt in die Normalität zurück
11. Sinkende Lebensmittelpreise: Wer zahlt die Zeche?
12. Schweiz: Bäcker treten der Hotel + Gastro Union bei

TRENDS + KONZEPTE:
13. Oft diskutiert: Energieverbundkonzepte in Bäckereien
14. BGN: untersucht Gärguttücher mit Nano-Beschichtung
15. Reinigungstechnik: das Molchen in der Vorteigführung

MARKETING + VERKAUF:
16. Bibelbrot: Schnickschnack für ein barockes Weltbild?

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER:
17. BVE: über Werte und Verantwortung beim Lebensmittelkauf

PERSONEN + EHRUNGEN:
18. UMG: Ernährungsexperte Professor Dr. Volker Pudel verstorben
19. AGF: verleiht Ernst-Amme-Medaille
20. Hug AG: Großbäcker läutet Generationswechsel ein
21. Ruhrgebiet: 50 Jahre Bäckerei Bolten
22. «Ausbildungs-Ass»: Die Preisträger stehen fest
23. Westfalen: Die Besten kommen aus dem Sauerland
24. Coppenrath + Wiese: Wechsel in der Geschäftsleitung

BOOKMARKS + BOOKS:
25. Marvin und die «individuelle Ladelisten»
26. «Richtig frühstücken»: ab 2010 bundesweit
27. Global Industry: Kraft Foods opens Russian biscuit plant

REZEPTE + IDEEN:
28. Apfelbrot: knackig-frische Abwechslung im Brotregal


MARKT + UNTERNEHMEN


Bäcker Blanke: insolvent, aber nicht hoffnungslos

Grasberg. (16.10. / rb) Im hundertsten Jahr seines Bestehens ist der Bäcker Blanke im Kreis Osterholz in die Insolvenz geraten. 101 Beschäftigte hat die Bäckerei, die ihre Waren in 21 Filialen verkauft. Der Insolvenzverwalter Marc Kampfenkel ist zuversichtlich, das Unternehmen retten zu können. Ob dabei alle Arbeitsplätze und Filialen gerettet werden können, sei noch nicht vorherzusagen, sagte Kampfenkel gegenüber Radio Bremen. Da es aber bereits ein vorbereitetes Sanierungskonzept gibt und der Verkauf normal weiterlaufe, sei er optimistischer als bei manch anderem Verfahren. Hinzu kommt, dass die Probleme nicht im eigentlichen Geschäft der Bäckerei lägen. Vielmehr seien beim Um- und Ausbau nicht für den Betrieb notwendiger Immobilien in Grasberg hohe Schulden entstanden. Durch den Verkauf dieser Gebäude hofft Kampfenkel die Bäckerei retten zu können.

Wagner Pizza: könnte auch in Brötchen …

Nonnweiler. (14.10. / wib) Zum Jahreswechsel 2009/2010 will die Nestle Deutschland AG die Mehrheit bei der Wagner Tiefkühlprodukte GmbH übernehmen. Stimmt das Kartellamt zu, baut der hiesige Ableger des Schweizer Lebensmittelkonzerns damit seine Beteiligung von bislang 49 auf 74 Prozent aus (siehe WebBaecker 34/2009). «Damit erhöhen wir unsere Vertriebskraft und können im In- und Ausland expandieren», bekräftigte der Geschäftsführende Gesellschafter Gottfried Hares die Absichten jetzt noch einmal gegenüber der «Welt». Bislang sind die Gewichte auf dem bundesdeutschen Pizza-Markt klar verteilt: Rund ein Drittel sind No-Name-Produkte, ein Drittel kommt von Dr. Oetker und ein Drittel von Wagner. Geht es nach Hares, könnten sich die Gewichte zu Gunsten der Saarländer gerne verschieben – das Familienunternehmen greift mit seinem strategischen Partner im Rücken nach der Vorherrschaft auf dem milliardenschweren Pizza-Markt. Auch über neue Geschäftsfelder denken die Pizzabäcker nach. «Wir prüfen derzeit, was zur Marke Wagner passen würde», sagt Hares. Vor allem denkt er dabei an Backwaren. Denn zum einen gehören die zu den am schnellsten wachsenden Produktgruppen im Tiefkühlregal. Zum anderen ist Wagner aus einem Bäckereibetrieb hervorgegangen: Gründer Ernst Wagner war Bäcker. Auch heute noch arbeiten etliche Bäcker im Unternehmen; zum Beispiel in der Produktentwicklung. Die mögliche Expansion in neue Segmente will Gottfried Hares behutsam angehen. Vorstellbar sei organisches Wachstum mit eigenen Entwicklungen. Auch Zukäufe schließt der Geschäftsführer nicht aus, sofern ein Aspirant «passt». Mit Nestle im Rücken soll Wagner vor allem im margenstarken Exportgeschäft zulegen. Bislang verkaufen die Saarländer ihre Produkte in 20 europäische Länder; zuletzt ging es nach Russland, Norwegen und Tschechien. «Nun denken wir auch über Exportziele wie Amerika und Asien nach», sagt Hares. Die Partnerschaft mit Nestle sei dabei enorm hilfreich. Seit der Konzern 2004/2005 bei Wagner einstieg, hat der Pizzabäcker 200 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, 60 Millionen Euro in die Erweiterung und Modernisierung gesteckt und den Umsatz um ein Drittel erhöht. Angesichts der (mageren) Zahlen, die aus 2004/2005 vorliegen, müsste der Umsatz per Annum demnach bei 300 Millionen Euro liegen.

Grabower Süßwaren: kaufen Krisps Waffelbakkerij

Grabow. (13.10. / sg) Die Unternehmer-Familien Lithardt und Kuiper haben sich auf einen so genannten Asset-Deal (Erwerb der Wirtschaftsgüter) geeinigt. Seit Oktober stehen Produktion und Vermarktung der holländischen Waffelspezialitäten von Krisps unter der Regie der Grabower Süsswaren GmbH, berichtet «Sweet Global Networks» (SG). Krisps hat sich aus handwerklichen Anfängen zu einer Spezialwaffelfabrik entwickelt mit den Hauptabsatzgebieten Asien, Frankreich, Großbritannien und den Benelux-Staaten. Das Segment Waffeln erwirtschaftete als «Flämische Waffeln» und «Teatoast» 50 Prozent der Umsätze. Der verbleibende Umsatz entfiel auf Käsewaffeln und Gebäck. Die Spezial-Waffelmaschinen werden derzeit im Grabower Werk Arnstadt in Thüringen neu aufgebaut. Das Krisps-Team wird das Sortiment weiterhin im Export und EU-Binnenmarkt vermarkten. Der Grabower Vertrieb konzentriert sich auf die Einführung der Krisps-Produkte im deutschsprachigen Europa. Die Absatzerwartung für das erste Geschäftsjahr liege bei zehn Millionen Packungen Krisps-Waffeln, davon die Hälfte in Deutschland, heißt es in der Meldung.


TERMINE + EVENTS


AGF: lädt zur 60. Tagung für Bäckerei-Technologie

Detmold. (16.10. / agf) In Zusammenarbeit mit dem Max Rubner-Institut (MRI) veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung (AGF) vom 03. bis 05. November ihre 60. Tagung für Bäckerei-Technologie. Die Veranstaltung auf dem Detmolder Schützenberg ist wie immer sehr vielseitig angelegt. Der Ausschuss für Bäckerei-Technologie unter der Leitung von Georg Heberer, Mühlheim, und Matthias Bantel, Bochum, hat bei «Brot und Kleingebäck» Referate über Lebensmittelrecht, Marketing, Rohstoffe, Inhaltsstoffe, Recycling, Technik, Technologie und Verpackungen in das Tagungsprogramm aufgenommen. Im Schwerpunkt «Snacks und Feine Backwaren» diskutiert die Tagung über Produktentwicklung, Technologie und Mikrobiologie. Wie in jedem iba-Jahr bietet die Tagung ein «iba-Forum», das anhand verschiedener Kurzbeiträge Innovationen vom Weltmarkt des Backen vorstellt. Zum Rahmenprogramm gehört zudem die Verleihung der Modersohn-Medaiile und die Ehrung der besten «Backmanager» des letzten AGF-Lehrgangs.
Programm:
Anmeldung: https://www.agfdt.de/loads/taginfo/agf-form_bt.php

Schlussbericht: Erfolgreiche Anuga 2009 stärkt den Markt

Köln. (16.10. / km) Die 30. Anuga setzte durchweg positive Marktimpulse für die nationale und internationale Ernährungswirtschaft. Dieses Fazit zogen zum Abschluss der Weltleitmesse Veranstalter und Aussteller. «Die Anuga hat ihre herausragende Rolle als zentrale Handelsdrehscheibe und Informationsplattform für die internationale Ernährungswirtschaft klar unterstrichen. Die hervorragende Qualität der Messe hat für gute Stimmung und gute Geschäfte gesorgt», bestätigt Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH. «Gerade auch vor dem Hintergrund wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen hat das marktorientierte Messekonzept der Anuga erneut überzeugt». Mit rund 153.500 Fachbesuchern aus über 180 Ländern, davon 61 Prozent (etwa 93.500) aus dem Ausland, lag der Besucherzuspruch leicht unter dem Ergebnis der Vorveranstaltung, blieb insgesamt aber stabil. Auch die Zahl der Aussteller bewegte sich mit 6.522 Anbietern aus 97 Ländern auf unverändert hohem Niveau. Überdies profilierte sich die Branche überzeugend mit den Themen Corporate Social Responsibility (CSR) und Nachhaltigkeit. Starke Akzente bei Zukunftsthemen setzte darüber hinaus das Rahmenprogramm. Eröffnet wurde die Anuga 2009 von EU-Vizepräsident Günter Verheugen im Beisein zahlreich erschienener Prominenz aus Politik und Wirtschaft. Gelungen war der Auftritt des diesjährigen Partnerlandes Türkei, das in allen Facetten seine Leistungsfähigkeit erfolgreich darstellte (Volltext).


THEMA DER WOCHE: iba 2009 – Nachlese


Schlussbericht: iba bleibt Wachstumsmotor der Branche

Düsseldorf. (ghm) Die iba 2009 macht sich zum 60. Geburtstag das schönste Geschenk selbst, heißt es im vorläufigen offiziellen Schlussbericht: Mehr als 79.500 Fachbesucher kamen vom 03. bis 09. Oktober nach Düsseldorf, um sich über die Neuheiten der 1.059 Aussteller aus 55 Ländern zu informieren. Damit hat der Weltmarkt des Backens seine Stellung als internationale Fachmesse Nr.1 weiter ausgebaut. «Der Verlauf der iba 2009 ist hervorragend. Nach den gedämpften Prognosen vor der Messe sind alle unsere Erwartungen hinsichtlich Quantität und Qualität der Besucher weit übertroffen worden. Die Messe hat Maßstäbe gesetzt. Zuversicht und Investitionswille sind überall spürbar gewesen. Die iba 2009 steht für eine uneingeschränkte Dynamik im backenden Gewerbe. Sie ist das wichtigste Innovationskraftwerk für die nächsten drei Jahre, das den Markt nach vorne bringt», sagt Peter Becker, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. Die iba ist die Heimat für Bäcker und Konditoren aus aller Welt und unterstreicht dabei ihre internationale Alleinstellung. Zur Weltleitmesse kamen Besucher von allen Kontinenten. Der internationale Anteil lag bei 55 Prozent. Auf 123.000 Quadratmetern Brutto-Hallenfläche fanden sowohl Handwerksbäcker als auch Großbetriebe alles, was die Branche bewegt. Das allumfassende Produktportfolio bewerteten 91,4 Prozent der Befragten mit «ausgezeichnet bis gut». Die nächste iba findet vom 28. September bis zum 03. Oktober 2012 auf dem Gelände der Neuen Messe München statt. Bitte beachten Sie zu diesem Schlussbericht auch des WebBaeckers Messe-Nachlese aus der vorangegangenen Kalenderwoche:
iba 2009: aufgeräumt, modern und international
ELEKOM: « … sehr positiv und erfolgreich»
FALA: «… viele gute Gespräche auf hohem Niveau»
Goecom: «… ruhiger, aber deutlich intensiver»
IsernHäger: «… die Betriebe wollen investieren»
ZV: München wird ständige iba-Metropole
iba International Cup 2009: Team Frankreich gewinnt

Gekürt: die ersten Deutschen Meister der Bäckermeister

Image
Düsseldorf. (ZV) Alexander Schellenberger und Renè Krause aus Sachsen heißen die ersten Deutschen Meister der Bäckermeister. Schellenberger und Krause haben sich in einem hochklassigen, spannenden und zwei Tage dauernden Finale durchgesetzt. Ihre ideenreiche und hoch professionelle Umsetzung des Themas «Typisch Deutsch» überzeugte die Jury und sie sicherten sich den Titel knapp vor dem Team Johanna Morshäuser / Stephan Bockmeier aus Bayern und dem Team Lars Wickenburg / Thomas Pohl. Die Sieger erhielten zudem Ernennungs-Urkunden für die Deutsche Bäcker-Nationalmannschaft (Volltext).

Stollen-Zacharias: Die Preisträger stehen fest

Düsseldorf. (mm) Die Preisträger für den Stollen-Zacharias 2009 stehen fest. Während der iba 2009 in Düsseldorf ging der große Stollen-Zacharias an Die Lohner´s aus Polch in der Eifel und an die Bäckerinnung Ludwigsburg / Rems-Murr. Mit dem Ehren-Stollen-Zacharias ausgezeichnet wurde das Backhaus-Cafe Liese aus Bestwig im Sauerland. Die Preise für erfolgreiche Public Relations und kreatives Marketing zur Förderung von Image und Abverkauf handwerklicher Stollen wurden zum 20. Mal verliehen. Die auszeichnungen übergaben am Stand des Zentralverbands des deutschen Bäckerhandwerks Erwin Schaillée (Geschäftsführer MeisterMarken-Ulmer Spatz), Peter Becker (Präsident des Zentralverbands des deutschen Bäckerhandwerks), Lutz Hennig (geschäftsführender Vorstand der Bäko-Zentrale Nord) sowie Klaus Nannt (Verkaufsdirektor MeisterMarken-Ulmer Spatz).

iba Cup der Bäckerjugend 2009

Düsseldorf. (ZV) Tobias Liesenkötter und Tim Norbert Büsch von der Bäcker-Innung Rhein-Ruhr heißen die Gewinner des iba Cup der Bäckerjugend 2009. Sie konnten sich in diesem Wettbewerb während der iba 2009 in Düsseldorf gegen das Team der Bäcker-Innung Köln-Rhein-Erft-Kreis mit Anne-Katrin Schnabel und Volha Mikhalchuk durchsetzen. Alle Teilnehmer, die derzeit noch die Ausbildung zum Bäcker/in durchlaufen, überzeugten die Jury mit ihren fachlichen Leistungen. «Alle Teilnehmer konnten die Jury mit ihrem, für den Zeitpunkt der Ausbildung, überdurchschnittlichen Wissen und Fertigkeiten beeindrucken. Insgesamt war das Niveau der diesjährigen iba Cup-Wettbewerbe und der Deutschen Meisterschaft beeindruckend. In allen Wettbewerben haben nur Kleinigkeiten über den Sieg entschieden», resümiert der Vorsitzende der Jury Michael Wippler.


MANAGEMENT + BETRIEB


Südzucker AG: kehrt in die Normalität zurück

Mannheim / Ochsenfurt. (16.10. / sag) Die Halbjahreszahlen (März bis August 2009) der Südzucker AG zeigen einen geringen Rückgang des Konzernumsatzes um rund zwei Prozent auf 2.935 (Vorjahr 2’998) Millionen Euro. Das operative Konzernergebnis konnte mit 179 (Vorjahr 82) Millionen Euro mehr als verdoppelt werden. Hierzu trugen die Segmente Zucker, Spezialitäten und Frucht bei. Das operative Ergebnis im Segment Zucker erhöhte sich auf 107 (Vorjahr 49) Millionen Euro. Die geringeren Quotenzuckerabsätze und die gesunkenen Quotenzuckererlöse konnten überkompensiert werden durch die deutliche Verminderung der temporären Belastungen aus der Übergangsphase der EU-Zuckermarktordnung und Kostenentlastungen. Im Segment CropEnergies verminderte sich der operative Verlust aus dem ersten Quartal, der aufgrund des Anfahrbetriebs der neuen belgischen Bioethanolanlage und der Ethanolpreisentwicklung entstand, durch ein positives Ergebnis im zweiten Quartal. Die Verschuldung im Konzern wurde konsequent reduziert. Die Nettofinanzschulden lagen mit 962 (Vorjahr 1’592) Millionen Euro um 630 Millionen Euro unter Vorjahresniveau. Saisonal bedingt steigen die Nettofinanzschulden im zweiten Halbjahr an; Ziel bleibt, die Nettofinanzverschuldung zum Geschäftsjahresende 2009/2010 (Stichtag 28. Februar) auf ein Niveau zwischen 1’100 und 1’200 (Vorjahr 1’633) Millionen Euro zurückzuführen (Volltext).

Sinkende Lebensmittelpreise: Wer zahlt die Zeche?

Hamburg. (12.10. / ngg) Anlässlich der Anuga, dem Weltmarkt der Ernährung in Köln, erklärt der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg: «Wir haben qualitativ hochwertige Lebensmittel wie noch nie. Aber wenn besonders die Discounter die Preisspirale immer weiter nach unten treiben, besteht die Gefahr, dass dies zu Lasten der Lebensmittelqualität gehen kann, wie die Beispiele Analog-Käse oder Gel-Schinken zeigen». Das könne nicht im Sinn der Verbraucher/innen sein. Leidtragende sei zudem die noch weitgehend mittelständisch geprägte Lebensmittelwirtschaft und dort beschäftigte Arbeitnehmer/innen. An sie werde der Preisdruck in Form von Leistungsverdichtung, schlechtere Arbeitsbedingungen und schlimmstenfalls sogar Entlassungen weitergegeben: «Verdienen die Discounter wirklich so gut, dann sollten sie lieber den Beschäftigten höhere Löhne zahlen und die Arbeitsbedingungen verbessern», fordert Möllenberg. Es sei deutlich, dass die Ernährungswirtschaft in Zeiten der Wirtschaftskrise noch relativ stabil dastehe und durchaus Beschäftigung sichere: «Kurzarbeit ist in der Ernährungswirtschaft noch ein Fremdwort. Doch das kann sich ändern».

Schweiz: Bäcker treten der Hotel + Gastro Union bei

Luzern / CH. (10.10. / hgu) Die eidgenössische Hotel + Gastro Union hat den Schweizerischen Bäckerei- und Konditorei-Personal-Verband (SBKPV) als fünften Berufsverband in ihre Reihen aufgenommen. «Zusammen mit den 2’800 Bäckern haben wir jetzt 21’000 Mitglieder und können so unsere Position als stärkste Arbeitnehmervertretung der Gastro-Branche stärken», sagt Geschäftsleiter Urs Masshardt in einer Mitteilung. Während des Delegiertentags in Sursee wählte die Versammlung zudem Georges Knecht zu ihrem neuen Präsidenten der Union. Knecht ist Leiter der Küchenchefs im Inselspital Bern. Die Mitgliedschaft des Berufsverbands SBKPV in der Hotel + Gastro Union beginnt zum Jahreswechsel 2009/2010. SBKPV-Präsident Herbi Hess: «Unsere Sektionsvertreter sind der Meinung, dass die Eingliederung in die Hotel + Gastro Union von Vorteil ist. Die Ansicht vieler Sektionsvertreter und SBKPV-Mitglieder ist, dass unsere Branche unter den neuen Bedingungen weiterhin als Arbeitnehmerorganisation unsere Berufe vertreten kann». Die Hotel + Gastro Union gelte als gut geführter Berufsverband, mit dem gemeinsam die Bäcker-Konditoren die helvetischen Regionen stärken könnten. Zudem stelle die Vernetzung mit anderen Berufsgruppen eine Bereichung dar und sorge für sinnvolle Synergieeffekte.


TRENDS + KONZEPTE


Oft diskutiert: Energieverbundkonzepte für Bäckereien

Buchholz. (16.10. / ele) Nicht erst seitdem die EU-Okodesign-Richtlinie 2005/32/EG auf die umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte drängt, suchen Backbetriebe aus Deutschland und darüber hinaus nach Lösungen, die Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit ihres Maschinen- und Anlagenparks zu verbessern. Die hiesigen Energiekosten haben längst dafür gesorgt, dass das Thema bei den Unternehmen angekommen ist. Nicht zuletzt die iba 2009 in Düsseldorf versprach in den Vorankündigungen «mehr Energieeffizienz im Betriebsalltag». So wanderte mancher Unternehmer und Entscheidungsträger über den Weltmarkt des Backens in der Erwartung, einen für seinen Betrieb passenden Ansatz für ein Gesamtkonzept zu finden. «Eine Lösung von der Stange gibt es da kaum», sagt Jörn Wunderlich, Geschäftsführer von ELEKOM Technik aus Buchholz in der Nordheide. «Insellösungen einzelner Hersteller haben wir in Düsseldorf sicherlich gesehen. Doch ist den Betrieben erst richtig geholfen, wenn man die ‘Inseln’ zu einem funktionierenden Gesamtkonzept verbindet». Das Spezialgebiet der Fachleute für Architektur, Produktionsplanung und Projektmanagement – der Aufbau von Energieverbundkonzepten – war deshalb ein oft diskutiertes Thema am Messestand in Düsseldorf. Seit über zehn Jahren entwickelt und realisiert ELEKOM Energieverbundkonzepte bei Neubauten. Aufgrund der enorm gestiegenen Nachfrage erweitern die Buchholzer Spezialisten diesen Bereich gerade intensiv und entwickeln Konzepte für bereits bestehende Betriebe. Die ersten Aufträge in diesem Segment befinden sich bereits in Planung – mit anschließender Ausführung. Möglichst noch in diesem Jahr …

BGN: untersucht Gärguttücher mit Nano-Beschichtung

Mannheim. (14.10. / bgn) Seit gut einem Jahr können auch Bäcker an der so genannten Zukunftstechnologie des 21. Jahrhunderts, der Nanotechnologie, teilhaben: Es gibt Gärguttücher mit einer lebensmittelechten, silberhaltigen Nano-Beschichtung. Diese Beschichtung soll verhindern, dass Teiglinge selbst ohne Trennmehl anhaften. Das Einstauben der Gärtücher wäre somit überflüssig. Die Silberausrüstung soll die gefürchteten Schimmelpilzflecken auf den Gärguttüchern vermeiden helfen. Beide Eigenschaften wären für einen rationellen Produktionsablauf und für die Vermeidung von Bäckerasthma von großem Interesse. Deshalb testet die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN) jetzt die Tauglichkeit der neuen Produkte. Nach einer Reihe von Laboruntersuchungen und noch laufenden Praxistests in 15 Backstuben zeichnen sich folgende Trends ab:
Durchweg sehr positive Bewertung der Trenneigenschaft ohne Streumehleinsatz.
Kein erkennbarer Vorteil gegenüber konventionellen Tüchern ohne Silberausrüstung in Bezug auf die Resistenz gegen Schimmelpilze. Bei unsachgemäßer Behandlung schimmeln die Nano-Tücher genauso wie die konventionellen.
Info: Die abschließenden Ergebnisse der BGN-Untersuchung werden Anfang 2010 vorliegen. Weitere Details zum Thema sind telefonisch erhältlich unter der Rufnummer 0621/4456-3517.

Reinigungstechnik: das Molchen in der Vorteigführung

Isernhagen. (14.10. / is) Die Molchtechnik ist ein Förderverfahren (im Fachjargon «das Molchen» genannt), mit dem im Allgemeinen hochviskose Flüssigkeiten, pastöse Medien, auch Pulver und Granulate annähernd restlos aus Leitungssystemen entfernt werden. Dabei wird ein annähernd kugelförmiger, in der Mitte taillierter Gegenstand, eben der Molch, mit Wasser oder Druckluft durch das Leitungssystem gepresst. Er schiebt dann das auszudrückende Medium vor sich her. In der Anlagentechnik setzen die Vorteig-Spezialisten von IsernHäger seit vielen Jahren auf die Molchtechnik. Denn der Molch ist nicht nur dazu da, um Leitungssysteme zu reinigen. Weitere Aufgaben können die saubere Trennung zwischen aufeinanderfolgenden Produktchargen sein oder, je nach Konsistenz des Produkts, eine Unterstützung des Transports selbst. In der Regel wird hierfür der Betrieb nicht unterbrochen. Damit Sie eine Vorstellung davon bekommen, wie das in der Praxis funktioniert, hatte IsernHäger anlässlich der (für die Vorteig-Spezialisten sehr erfolgreichen …) iba 2009 ein kleines Video produziert. Das zeigt Ihnen anschaulich, wie der Molch durch eine Rohrleitung wandert und diese reinigt.
Info (3.423 KB): 20091016-ISERN-MOLCH.MOV
P.S.: Kann Ihr Media Player das Video nicht abspielen, dann versuchen Sie es mit dem «VLC Media Player». Der kostet nix, ist OpenSource und kommt mit fast jedem Format zurecht. Kurzum: Ein Spitzenplayer, der auf keinem Rechner fehlen sollte. Die Bedienung ist kinderleicht und selbstverständlich eingedeutscht.


MARKETING + VERKAUF


Bibelbrot: Schnickschnack für ein barockes Weltbild?

Image Hamburg. (13.10. / usp) Zwiespältig ist die Reaktion auf die biblische Brotkampagne eines österreichischen Backmittlers. Angelehnt an protestantische, atheistische oder calvinistische Traditionen, kann einem der katholische Schnickschnack zuweilen richtig fremd sein. Der Marienkult ist hierfür ein treffendes Beispiel: Während sich Gläubige einlassen und voller Inbrunst hingeben, kann ein eher nüchterner Menschenverstand damit nur wenig anfangen. Doch zeigt er Respekt und hält sich ansonsten zurück.

Beim «Bibelbrot» ist das anders. Auf eine so triviale Ebene will man den eigenen Wertekodex eigentlich nicht reduziert sehen. Schon gar nicht kommerzialisiert. Kirchliche Werte und kulturelles Erbe sind in unseren Breiten schließlich untrennbar verbunden – für Gläubige ebenso wie für Atheisten.

«Bibel» ist weit mehr als das Buch, in dem man mehr als 100-mal das Wort «Brot» nachlesen kann. «Bibel» ist die Schrift, in deren Namen unzählige Menschen hingeschlachtet und ganze Kulturen ausgelöscht wurden. «Bibel» ist aber auch das Buch, das in schwerer Stunde dem Einzelnen und ganzen Völkern Halt geben kann. Ganz gleich, wie man dazu steht – auf die leichte Schulter nehmen lässt es sich nicht.
Weshalb also «Bibelbrot»? Als Protest gegen die institutionelle Kirche? Schließlich hat die das Buch der Bücher oft genug als Werkzeug missbraucht – ohne Rücksicht auf Verluste. Oder etwa als Umsatzbringer im Fahrwasser blubbernder Trivial-Theologie? Im Dämmerlicht verschrobener Sekten? Keine Ahnung. Hoffentlich nicht als folkloristische Analogie zu den unsäglichen Mohammed-Karikaturen.
Vielleicht Alltagsreligion? Das könnte sein. Bevor man zum Friseur geht, schnell noch mal in die Kirche, die Moschee oder den Tempel gehen und ein Stoßgebet gen Himmel schicken dafür, dass er den Pony nicht wieder so schief schneidet. Eine herzerfrischende Naivität im Umgang mit höheren Mächten. Unbeschwert.
Vielleicht ist es diese typisch deutsche Erwartung, dass alle Dinge einen tieferen Sinn haben müssen. Diese Haltung könnte uns daran hindern, eine gewisse Leichtigkeit zu erkennen. Man braucht schließlich nur des Lesens mächtig zu sein, um der Bibel das Brotrezept oder zumindest die Zutaten dafür abzuluchsen. Geheime Verschlusssache war sie nie – nur die Auslegung seit jeher ein Problem.
Mit einem Quäntchen Glück und sicherlich auch Opportunismus war das Ergebnis dann schnell beim Bischof von Prag, der es wiederum dem Papst bei dessen Tschechien-Besuch zeigte. Fotografen hielten diesen «besonderen Moment der Erinnerung» fest und die Werbe-Maschinerie konnte sich endlich in Gang setzen.
Natürlich präsentierte der Backmittler während der iba die Beute: Papst-mit-Brot-Fotos in unübersehbarem Rahmen. Die Kampagne mit biblischem Hintergrund – «So steht es geschrieben, so wird es gebacken» – wurde und wird ergänzt durch die üblichen flankierenden Maßnahmen.
Eine reife Leistung, die gewürdigt sein will und sicher zum erwarteten Umsatzziel führt. Schnickschnack für ein barockes Weltbild mit rustikaler Kruste. Mehr eigentlich nicht. Wenn, ja wenn da nicht diese gefühlte Ambivalenz wäre – meint Ihre Ute Speer.

NACHTRAG: Leserbriefe

Hamburg. (22.10. / usp) Mit Unbehagen nahmen viele Leser den Artikel «Bibelbrot: Schnickschnack für ein barockes Weltbild?» aus der Ausgabe 42/2009 dieses Infodiensts auf. Soll man einen Bogen um die religiöse Komponente machen? Es gibt viele Gründe, diese Frage zu bejahen. Andererseits ist sie spätestens seit der iba 2009 in den backenden Branchen präsent. Grund genug, das Thema aufzugreifen und Sichtweisen darzulegen. Die folgenden Leserzuschriften zeigen die gesamte Bandbreite:


Mehmet Hekmat, Köln/Istanbul: Seit vielen Jahren lese ich den WebBaecker und weiß deshalb, dass Sie manchmal ganz schön zwicken können. Sie legen den Finger in die Wunde und warten ab, was passiert. Dabei sind Sie in dem, wie Sie jetzt berechtigte Zweifel und absurde Vorstellungen zu einem Bibelbrot aneinanderreihen, nur auf den ersten Blick provokant. Sie zeigen, dass Sie sich auf den Schlips getreten fühlen (und stehen damit nicht allein). Auf den zweiten Blick dürfen Ihre Leser annehmen, dass es Ihnen gar nicht um die Widerlegung von Halbwahrheiten und Befürchtungen geht. «Nun lassen Sie mal die Kirche im Dorf», möchte man sagen und ist genau dort, wo Sie uns haben wollen: Nicht von ungefähr gibt es in Deutschland eine strikte Trennung von Kirche und Staat. Dies sollte auch das Produktmarketing respektieren. Alles Andere führt früher oder später zu Missverständnissen, die keiner braucht und keiner will. In diesem Sinn vielen Dank fürs Zwicken.


Heinrich Jünemann, Berlin: Mit Ihren satirischen Ausführungen über das Bibelbrot als «Schnickschnack für ein barockes Weltbild» liegen Sie voll daneben. Typisch sind Ihre Aussagen für die heutige Zeit alles zu nivellieren. In unserer Wohlstandsgesellschaft ist Brot bedeutungslos und zur Halterung des Belages degradiert worden. Brot im erweiterten Sinn als Nahrungsmittel hat die Antike Welt bis heute als Materie und Geist beherrscht. Von den Ägyptern, die das Brotbacken erfunden haben, kam es zu den Israeliten, dann zu den Griechen und danach zu den Römern. Die Römer machten aus dem Brot ein Politikum. Die Einstellung zum Brot wandelte sich, als Jesus Christus lehrte: «Esset! Ich bin das Brot». In Bethlehem geboren hatte Christus schon enge Beziehungen zum Brot. Bethlehem heißt: «Haus des Brotes». Der Hunger war es auch, der sich in den Gleichnissen der Bibel wiederfindet. Die hungernden Menschen erwarten bis in die heutigen Zeit das irdische Brot. Darum bittet auch Jesus Christus im Vaterunser um das tägliche Brot. Brot ist zum Kult der größten Idee auf Erden geworden, Brot ist Religion. Das sollte uns allen in Deutschland wieder bewusst werden. Die Aktion des Backmittelherstellers anlässlich der IBA ist deshalb zu begrüßen.


Norbert Rohrberg, Duisburg: Ein Thema, um das man besser einen Bogen macht. Auf der IBA war das aber nicht zu übersehen. Ich habe in Düsseldorf nicht weiter darüber nachgedacht. Ich kann nicht jedem Ihrer Worte folgen. Aber das mit dem unguten Gefühl stimmt. Man sollte in der Werbung ein Tabu nicht einfach abstreifen wie einen alten Mantel. Entweder Bibel oder Brot. Nicht Bibelbrot.


Olaf Ohlms, Niebüll: Ich habe im Internet zufällig Ihren Kommentar zum sogenannten Bibelbrot gelesen. In einer Zeit, wo nun wirklich alles vermarktet wird was irgendwie zu vermarkten geht, ist es vielleicht auch einmal an der Zeit, etwas leisere Töne anzuschlagen. Auch ich bin der Meinung ,das die Kampagne des Herstellers über das Ziel hinausschießt. Es ist ja bekannt, dass seit 2006 (wo wir alle Papst wurden) nun wirklich fast alles vermarktet wurde was im Zusammenhang mit dem neuen Papst steht – vom Papstbier bis zur Versteigerung seines alten Autos bei Ebay. Ich denke es steht unserer Gesellschaft gut zu Gesicht, wenn wir etwas mehr in uns gehen, und die Religion dort lassen wo sie eigentlich wirken sollte: in den Kirchen und in den sozialen Einrichtungen unseres Landes, und nicht zuletzt in unseren Herzen.


Peter Augendopler, Asten (Hersteller und Ideengeber): Besten Dank dafür, dass Sie dem Bibelbrot Ihre Aufmerksamkeit widmen, und sich darüber Gedanken machen – alle Meinungen dazu sind legitim. Tatsache ist, dass das Christentum die Religion des Brotes ist. Das beginnt damit, dass Bethlehem «Haus des Brotes» heißt, dass man bei der Kommunion den Leib Christ in Form eines Brotes (Hostie) bekommt und dass Christus sagt: Ich bin das Brot des Lebens. Und man kann noch hunderte Beispiele bringen. Das Erstaunliche ist eigentlich, dass das Thema seit Jahrhunderten auf der Hand liegt, es aber niemand gesehen hat. Die Bibel ist die Basis des Glaubens und des Vertrauens für mehr als zwei Milliarden Menschen und meiner Meinung nach das klügste und intelligenteste was jemals geschrieben wurde. Ich darf Ihnen ein Beispiel geben. Eine der wichtigsten kulturellen Errungenschaften unserer modernen Gesellschaft ist die Trennung von Kirche und Staat. Und die finden Sie schon in der Bibel mit dem Zitat: Gib Gott was Gottes ist und des Kaisers was des Kaisers ist. Ist das nicht großartig? Und dass die Bibel auch von anderen Religionsgemeinschaften respektiert wird, spricht ebenfalls für sie. Schon in den nächsten Wochen werden Sie Bibelbrot auch in muslimischen Ländern finden – von Muslimen gebacken für christliche Kunden. Das ist doch positiv und zeigt wie entspannt ganz normale Menschen mit diesem Thema umgehen? Und ist es nicht wohltuender über solch ein Thema zu diskutieren als über manch anderes?.


Luus Karanfil, Marmaris (TR): Seit Tagen verfolge ich im Internet die Diskussion über das Thema «Bibelbrot». Als Tochter eines evangelischen Pfarrers in einem muslimischen Land beglückwünsche ich den Hersteller zu seinem Weltbild. Möge es ihm erhalten bleiben. Davon abgesehen arbeiten sich Ihre WebBaecker-Leser Punkt für Punkt durch ein Thema, das nicht nur dieses Brot umfasst sondern ganz allgemein einen religiösen Anstrich in der doch unbestritten weltlichen Werbung – am Beispiel dieses Brotes. Für Herrn Augendopler spricht, dass sein Bibelbrot für ihn nicht nur Marketing, sondern Überzeugung ist. Als gelernte Deutsche kann ich mir vorstellen, dass das in manchen Teilen der Welt nicht ausreicht und er besser einen Beipackzettel dazulegen lässt, wie er sein Brot meint. Es sind meistens ganz normale Leute, die zum Bäcker gehen – keine Theologen. In anderen Ländern wird man sein Brot dafür besser verstehen können. Für Deutschland oder andere westeuropäische Länder kann ich mir das Brot nur in Wallfahrtsorten vorstellen oder ähnliches. Aber ich bin mir nicht sicher. Das Erstaunliche an dieser Diskussion ist doch die überraschend große Meinungsvielfalt. Der Anstoß hat dafür gesorgt, dass hier sehr ehrliche und engagierte Meinungen zu lesen sind.


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


BVE: über Werte und Verantwortung beim Lebensmittelkauf

Berlin. (12.10. / bve) Die deutschen Verbraucher machen ihre Kaufentscheidung immer stärker davon abhängig, unter welchen Bedingungen ihre Lebensmittel produziert werden und für welche Werte die Hersteller und Händler stehen. Corporate Responsibility (CR) ist heute nicht mehr nur ein Leitprinzip einzelner Unternehmen – sozial und ökologisch verantwortliches Management und nachhaltiges Wirtschaften haben mittlerweile auf breiter Front Einzug in die Wirtschaft gehalten. In einer umfassenden Analyse der Haushalte in Deutschland haben GfK und Roland Berger Strategy Consultants erstmals das Thema Corporate Responsibility ganzheitlich für die Ernährungsindustrie und den Lebensmittelhandel analysiert. Sie vergleichen darin die Einstellungen der Konsumenten mit ihrem tatsächlichen Kaufverhalten. Corporate Responsibility hat für den Verbraucher vielfältige Dimensionen, von eher Ich-bezogenen Themen wie Gesundheit bis zu Allgemeinwohl-bezogenen Einstellungen wie Umwelt- und Klimaschutz, von emotionalen Gesichtspunkten wie Kinder- und Jugendschutz bis zu eher rationalen Ansichten zu Bildung und Forschung. CR ist für jeden Konsumenten relevant, aber mit unterschiedlichem inhaltlichen Schwerpunkt.
Info: «Consumers´ Choice 2009 «Corporate Responsibility in der Ernährungsindustrie» – Gemeinsame Studie von BVE, GfK und Roland Berger Strategy Consultants»


PERSONEN + EHRUNGEN


UMG: Ernährungsexperte Professor Dr. Volker Pudel verstorben

Göttingen. (16.10. / umg) Professor Dr. rer. nat. Volker Pudel ist gestorben. Der renommierte Ernährungsexperte und langjährige Leiter der früheren Ernährungspsychologischen Forschungsstelle in der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Göttingen ist am 07. Oktober im Alter von 65 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben. Professor Dr. Pudel gilt in Deutschland als ausgewiesener Experte für Fragen zum Ernährungsverhalten, den psychologischen Zusammenhängen von Essen und Appetit sowie zu Übergewicht und Adipositas. Seit April 2007 war er im Ruhestand. Sein Tod ist für die Ernährungspsychologische Forschung an der Universitätsmedizin Göttingen ein großer Verlust und hinterlässt eine tiefe Lücke. Die Universitätsmedizin Göttingen trauert um einen bemerkenswert innovativen und erfolgreichen Forscher und leidenschaftlichen Hochschullehrer. Den backenden Branchen ist Volker Pudel dank seiner kenntnisreichen und fundierten Referate bekannt, die er bei diversen branchenspezifischen Vortragsveranstaltungen hielt. Breitenwirkung und Public Health in der Ernährungsberatung und Ernährungsaufklärung waren ein zentrales Anliegen für Professor Pudel. Er verstand es wie kein anderer, wissenschaftliche Erkenntnisse in attraktive und verständliche Botschaften für den Verbraucher zu übersetzen. Den vollständigen Nachruf auf Volker Pudel bitte hier lesen.

AGF: verleiht Ernst-Amme-Medaille

Detmold. (16.10. / agf) Die Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung (AGF) verlieh anlässlich der 60. Tagung für Müllerei-Technologie Mitte September die Ernst Amme-Medaille an Friedrich-Wilhelm Borgstedt aus Bielefeld-Milse. Die Medaille wurde 1955 gestiftet und bislang 15 mal vergeben. Borgstedt erhielt die Ehrung für seine besonderen Verdienste auf dem Gebiet der Müllerei, besonders für die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis.
Info: Verleihung der Ernst-Amme-Medaille an Friedrich-Wilhelm Borgstedt (Format DOC)

Hug AG: Großbäcker läutet Generationswechsel ein

Littau / CH. (15.10. / wib) Seit 1877 bäckt die Familie Hug im Schweizer Kanton Luzern. In fünfter Generation übernimmt nun Paul Philipp Hug (31) von seinem Vater Paul (67) das Unternehmen, das seine Vorväter zu einer der erfolgreichsten Frischbäckereien in der Schweiz aufgebaut haben. Paul Hug steuert seit 1965 die Geschäfte und steht auch weiterhin als Verwaltungsratspräsident zur Verfügung. Die Bäckerei-Konditorei Hug AG ist heute mit 19 Filialen und Cafes in vier Kantonen rund um den Vierwaldstättersee vertreten und liefert an rund 150 Kunden aus Gastronomie und Detailhandel. Seit Januar diesen Jahres produziert Hug zudem in einem zweiten Werk. Die Produktion in Stans, dem Hauptort von Nidwalden, zeichnet heute für das gesamte Bäckerei-Konditorei Sortiment verantwortlich.

Ruhrgebiet: 50 Jahre Bäckerei Bolten

Duisburg. (15.10. / wib) Mitte Oktober 1959 eröffnete Hans Bolten (74) gemeinsam mit Ehefrau Brigitta eine Bäckerei in Duisburg-Neudorf. Ein halbes Jahrhundert später lenkt Sohn Ralf die Geschicke von 32 Filialen. Auch bäckt er nicht mehr in Neudorf, sondern in Großenbaum. 1959 gab es 292 backende Betriebe in Duisburg, heute sind es nur noch 21 Bäckereien, die selbst backen. Wer weiter bestehen wollte, musste seinen Betrieb ausbauen. Bei Boltens verlassen heute rund 50.000 Brötchen pro Tag die moderne Backstube, in der 60 Mitarbeitende ihrem Tagwerk nachgehen. Längst bestimmt die zweite und dritte Generation die Marschrichtung, berichtet die Regionalpresse. Hans Bolten übergab den Betrieb bereits 1989 an seine beiden Söhne Uwe und Ralf. Der damals 55-Jährige engagierte sich als Innungs-Obermeister und später, von 1991 bis 2000, als Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. Heute ist er dessen Ehrenpräsident. Seit dem Jahreswechsel 2008/2009 führt der gelernte Konditor Ralf Bolten das Unternehmen mit 331 Mitarbeitern allein. Unterstützt wird er von Ehefrau Maria, einer gelernten Bäckerei-Fachverkäuferin, sowie den beiden Töchtern Maite (26) und Melissa (22).

«Ausbildungs-Ass»: Die Preisträger stehen fest

Berlin. (15.10. / iv) Zwölf Unternehmen und Ausbildungsinitiativen können sich «Ausbildungs-Ass» 2009 nennen. Aus 185 Bewerbungen hat die Jury die diesjährigen Preisträger ausgewählt. Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung werden Mitte November in der Bertelsmann-Stiftung Berlin die genauen Platzierungen bekannt gegeben. Für die backenden Branchen interessant: Zu den ausgezeichneten Unternehmen in der Kategorie Handwerk gehört unter anderem Malzers Backstube aus Gelsenkirchen.

Westfalen: Die Besten kommen aus dem Sauerland

Olpe. (14.10. / wib) Die Sieger der westfälischen Meisterschaft der Bäckerjugend kommen aus dem Sauerland. Beim Leistungswettbewerb, der in der Bäckerfachschule Olpe stattfand, setzte sich bei den Bäckern Christoph Stratmann aus Marsberg-Westheim und bei den Fachverkäuferinnen Nina Tillmann aus Welschen Ennest durch. Sie werden ihren Landesverband beim Bundeswettbewerb vertreten, der im November in Weinheim stattfindet. Jungbäcker Stratmann hatte zuvor eine Lehre als Betonbauer absolviert und erst dann eine verkürzte Ausbildung im elterlichen Betrieb. Fachverkäuferin Tillmann lernte bei der Stadtbäckerei Olpe, in der Firmenchef Reinhard Hesse und Verkaufsleiterin Gaby Rothe für die Ausbildung verantwortlich zeichnen.

Coppenrath + Wiese: Wechsel in der Geschäftsleitung

Osnabrück. (12.10. / wib) Zum Jahreswechsel 2009/2010 geht Andreas Pache (65), Geschäftsführer Finanzen und Verwaltung der Conditorei Coppenrath + Wiese GmbH + Co. KG in den Ruhestand. Ins Amt folgt ihm Wibo van Kesteren (51), der zuletzt als Direktor Finanzen und Controlling für die Kölner Intersnack Knabber-Gebäck GmbH + Co. KG tätig war. Neben van Kesteren gehören der dreiköpfigen Geschäftsführung in Osnabrück noch Produktions- und Technikchef Andreas Wallmeier sowie der langjährige Marketing- und Vertriebs-Verantwortliche Martin Möllmann an.


BOOKMARKS + BOOKS


Marvin und die «individuelle Ladelisten»

Kronau. (16.10. / goe) Allen Anwendern der Bäckereisoftware Goecom,:::::.de/Produkte/produkte.php” >Marvin steht mit einer speziellen Lade-Verteilerlisten-Funktion eine clevere Lösung für Versandpapiere zur Verfügung. Nach Aktivierung in den Firmenparametern kann diese kostenfreie Zusatzfunktion (Voraussetzung: Ladelisten-Ausdrucke sind aktiviert) in der Bildschirmmaske des Ladelistendrucks verwendet und eingestellt werden. Damit haben Nutzer die Möglichkeit, nicht nur beliebige Kunden- und Artikelzusammenstellungen, sondern auch verschiedene Ausgabeformulare und Sortierungen zu verwenden. Die genaue Handhabung und Einstellmöglichkeiten finden Sie im Handbuch ausführlich beschrieben.
Info: Gerne informiert Sie auch die Goecom,:::::.de/Service/service.php” >Goecom-Hotline oder Ihr zuständiger Vertriebspartner über weitere Details zu dieser Funktion.

«Richtig frühstücken»: ab 2010 bundesweit

Berlin. (16.10. / ZV) Deutschlandweit beginnt die Frühstücks-Offensive des Bäckerhandwerks im Januar 2010. Die erfolgreiche Pilotaktion in Bayern, an der sich rund 500 Bäckereien mit etwa 1.300 Verkaufsstellen beteiligten, hatte gezeigt, dass das Frühstück ein besonders wichtiges Thema ist. Um die führende Position des Bäckerhandwerks im Frühstücksgeschäft zu sichern, haben der Zentralverband und die Werbegemeinschaft die langfristig angelegte Kampagne «Richtig frühstücken» entwickelt. Wichtige Zielgruppen werden in separaten Aktionen angesprochen. Innungsmitglieder können sich noch bis zu 06. November anmelden. Weitere Details gibt es hier.

Global Industry: Kraft Foods opens Russian biscuit plant

Hamburg. (bm) Kraft Foods Inc. has opened a new 50 million USD biscuit plant in Russia in the city of Sobinka. The facility will employ 600 people and manufacture Bolshevic brand biscuits among others. With 2’200 employees Russia is one of Kraft Foods´ priority markets. In the past 15 years, the company has invested more than 600 million USD in the Russian economy. Other topics of the week:

Title Region Date
Anuga 2009: Successful trade fair strengthens the market (DE) Fri 10-15
Kraft Foods: Steps Up Investment in Russia (US) Thu 10-15
Lance Inc.: completes Stella D´Oro acquisition (US) Thu 10-15
Gruma: opened new tortilla plant in Australia (MX) Wed 10-14
Domino´s Pizza Inc.: 3Q/2009 profit rises on cost-cutting (US) Wed 10-14
Heygate Group: confirms site for Manchester (UK) Wed 10-14
Britannia Industries: focus on cost cutting (IN) Tue 10-13
UK: Organic lines cut by a third as sales fall (UK) Tue 10-13
Bruegger´s: CEO Greco wins national award (US) Tue 10-13
Closing Report: iba 2009 once again a powerhouse (DE) Mon 10-12
Decision: Munich to become iba’s permanent home (DE) Mon 10-12
PepsiCo: Reports Solid Fiscal Third-Quarter Results (US) Sat 10-10
Kraft Foods: to build new biscuit R+D center in France (US) Fri 10-09
BfR: recommends measures to reduce salt content in food (DE) Fri 10-09


REZEPTE + IDEEN


Apfelbrot: knackig-frische Abwechslung im Brotregal

Bühl / Baden. (16.10. / fh) Schon probiert? Suchen Sie für Ihre Kunden nach neuen Geschmackserlebnissen, dann könnten Sie mit dem Apfelbrot-Mix von FALA einen Volltreffer landen. Erstmals während der iba 2009 in Düsseldorf einem breiten Publikum vorgestellt, überraschte der knackig-frische Geschmack die fachkundigen und durchaus kritischen Besucher. Die Premiere hätte nicht besser verlaufen können und so darf FALA davon ausgehen, dass die backenden Betriebe die neue Geschmacksnuance schnell in die bundesdeutschen Brotregale bringen. Die Bühler Spezialisten sind sicher: Viele Bäcker-Kunden wollen ‘öfter mal was Neues’ und lieben die Abwechslung. Durch eine Angebotsvielfalt in bester Qualität können Bäckereien ihre Kunden daher am ehesten begeistern.
200910-Apfelbrot-im-Kasten.pdf
200910-Apfelbrot-im-Kasten-mit-Apfelsaft.pdf
200910-Apfelbrot-mit-Apfelsaft-und-Grundsauer.pdf
200910-Apfelbrot-mit-Apfelsaft-und-RS-100.pdf
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Lange Rede, kurzer Sinn: Probieren geht über Studieren! In diesem Sinn hat Reinhold Pfetzer, Leiter des FALA Backstudios in Bühl, für Sie interessante Rezepte zusammengestellt. Das halbe Dutzend gibt Ihnen Anregungen, wie Sie für Ihre Kunden interessante Kreationen zaubern können.