Samstag, 10. April 2021

WB-36-2011

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 36. KW 2011 (03.09. bis 09.09.)
Download: https://www.webbaecker.de/11archivphp/wb3611.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN:
01. Großbäcker: Zahl der Betriebe sinkt weiter
02. Großbäcker: Brot und Backwaren nach wie vor preiswert
03. Großbäcker: bieten Beschäftigten sichere Arbeitsplätze
04. Württemberg: Bäcker Mayer feiert Richtfest
05. Le Pain Quotidien: zieht sich vom deutschen Markt zurück
06. Tiefkühlkost: Preise drücken den Absatz
07. BDSI: deutscher Süßwarenexport legt zu
08. Jowa AG: produziert in Huttwil glutenfrei

TERMINE + EVENTS:
09. Eu’Vend 2011: Automaten auch für Bäcker interessant

MANAGEMENT + BETRIEB:
10. Preisanalyse 2011: Fordern Sie Ihr Exemplar kostenlos an
11. Urteile: BVerwG stärkt Meisterpflicht im Handwerk
12. BIV-Fachtagung: Tipps + Strategien für die Ausbildung

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER:
13. «Taste the Waste»: Wer macht aus Essen Müll?
14. Honig-Verband: erwartet nur begrenzte Einschränkungen
15. «Honig-Urteil»: BMELV über Hintergründe und Konsequenzen
16. Fettfrei, zuckerfrei, probiotisch – glutenfrei
17. BÖLW: Honig mit Mon810-Pollen ist «Sondermüll»
18. Zehn Jahre Bio-Siegel: eine Erfolgsgeschichte

PERSONEN + EHRUNGEN:
19. In vierter Generation: 75 Jahre Bäckerei Baumgärtel
20. Corporate Affairs: Lekkerland ordnet Kommunikation neu

BOOKMARKS + BOOKS:
21. Global Industry: Lotus Bakeries’ H1/2011 profit climbs 20%

REZEPTE + IDEEN:
22. Malzmehrkornbrot: kräftig und attraktiv


MARKT + UNTERNEHMEN


Großbäcker: Zahl der Betriebe sinkt weiter

Frankfurt. (09.09. / gb) Die Zahl der Bäckereien in Deutschland wird nach Auffassung des Verbands Deutscher Großbäckereien weiter sinken. Der Verband vertritt den weitaus größten Teil des Branchenumsatzes von knapp 17 Milliarden Euro. Verbandspräsident Helmut Klemme schätzt, dass die Zahl von derzeit knapp 14.000 Betrieben langfristig auf etwa 8.000 zurückgehen wird. Dabei wird der Marktanteil der Großbäckereien weiter steigen. Bereits jetzt haben die 28 größten Bäckereien nach den letzten verfügbaren Zahlen von 2009 einen Marktanteil von 29 Prozent. «Dieser steigende Marktanteil führt allerdings nicht zu einer Vereinheitlichung des Angebots, sondern zu einer wachsenden Vielfalt an Erzeugnissen für alle Gelegenheiten», sagte Klemme in Frankfurt. Gerade die Großbäckereien hätten sich bereits in der Vergangenheit durch zahlreiche Innovationen bei Herstellung und Produkten ausgezeichnet. Doch trotz aller Modernisierung würden in Großbäckereien auch heute noch die klassischen Verfahren zur Herstellung von Brot angewendet, um beste Qualität zu garantieren.

Großbäcker: Brot und Backwaren nach wie vor preiswert

Frankfurt. (09.09. / gb) Brot und Backwaren gehören nach Angaben des Verbands Deutscher Großbäckereien nach wie vor zu den preiswerten Lebensmitteln. Verbandspräsident Helmut Klemme betonte während der Jahrespressekonferenz in Frankfurt den entscheidenden Anteil der Großbäckereien an dieser Entwicklung. «Qualifizierte Mitarbeiter, optimale Betriebsgröße und Anlagen auf dem neuesten Stand der Technik sind die wichtigsten Voraussetzungen, um kostengünstig produzieren zu können». Für die Verbraucher bedeute das, dass die Preise der Erzeugnisse aus den Backöfen der Großbäckereien auch in Zukunft deutlich unter denen des Bäckerhandwerks liegen würden, was neben der Qualität ein weiterer Grund für die ständig wachsenden Marktanteile der Großbäckereien im deutschen Backwarenmarkt sei. Klemme verwies allerdings darauf, dass die Preise für Getreide, Fette, Butter, Ölsaaten, Kakao, Hefe, aber auch Logistik- und Verpackungskosten erneut gestiegen sind. Bei Filialbäckereien machten die Rohstoffkosten einen Anteil am Umsatz von ungefähr 20 bis 30 Prozent aus, beim Lebensmittel-Einzelhandel etwa 40 bis 60 Prozent. Hinzu kämen mögliche Auswirkungen der Energiewende. «Das Potenzial für Rationalisierungen bei den Großbäckereien ist in den letzten Jahren nahezu vollständig ausgeschöpft worden», sagt Klemme. Es sei allerdings die Entscheidung der einzelnen Unternehmen, welche Konsequenzen sie aus den Preissteigerungen zögen.

Großbäcker: bieten Beschäftigten sichere Arbeitsplätze

Frankfurt. (09.09. / gb) «Für Großbäckereien gilt unverändert der Grundsatz: Wer gute Mitarbeiter in seinen Betrieben halten will, der muss ihnen gute soziale Bedingungen bieten». Davon ist Helmut Klemme, Präsident des Verbands Deutscher Großbäckereien, überzeugt. Der Verband vertritt den weitaus überwiegenden Teil des Branchenumsatzes von knapp 17 Milliarden Euro. Grundsätzlich seien die knapp 35.000 Arbeitsplätze in den Großbäckereien sicher, auch wenn in letzter Zeit einige Betriebsstätten aus den unterschiedlichsten Gründen geschlossen werden mussten. Die betroffenen Arbeitnehmer hätten jedoch in den meisten Fällen umgehend wieder eine neue Beschäftigung gefunden. Obwohl die Tarife für Beschäftigte in Großbäckereien deutlich höher lägen als in den handwerklichen Bäckereien, hätten die Betriebe inzwischen Probleme, ausreichend Auszubildende und Beschäftigte zu finden. «Wir werden deshalb gemeinsam mit der Gewerkschaft nach Wegen suchen, die Arbeitsplätze in unseren Unternehmen noch attraktiver zu machen», sagte Klemme anlässlich der Jahrespressekonferenz des Verbands in Frankfurt. Bereits jetzt böten die Großbäckereien ihren Beschäftigten eine zusätzliche Altersvorsorge. Großbäckereien bilden in einer Vielzahl von Ausbildungsberufen aus – vom Bäcker und Konditor und der Bäckereifachverkäuferin über die Fachkraft für Lebensmitteltechnik bis hin zu Berufen in Verwaltung und Logistik.

Württemberg: Bäcker Mayer feiert Richtfest

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Kohlberg. (09.09. / may / ele) Nach dem ersten Spatenstich im Februar war es in dieser Woche soweit: Die Bäckerei-Konditorei Günter Mayer e. K. feierte in Kohlberg Richtfest. Die zwei Anbauten an die bestehende Bäckerei sind im Rohbau nahezu fertig. Was der Familienbetrieb am Reißbrett und im Modell gemeinsam mit den Architekten von ELEKOM plante, nimmt im Landkreis Esslingen jetzt deutlich Gestalt an: Die bisherige Bäckerei mit rund 2.000 Quadratmetern Grundfläche wird künftig etwa 4.200 Quadratmeter umfassen und damit für eine Entlastung in der Produktion und im Versand sorgen. Trotz des Grundstücks in ausgeprägter Hanglage ist es den Planern aus Buchholz in der Nordheide gut gelungen, die Anbauten und deren Nutzung an die Höhenunterschiede anzupassen. Für die Mitarbeiter/innen entsteht ein Pausenbereich mit wunderschönem Blick auf die gegenüberliegende Burg Hohenneuffen.

Le Pain Quotidien: zieht sich vom deutschen Markt zurück

Trier. (09.09. / aag) In knapp einem Jahrzehnt mögen es gut ein Dutzend Meldungen gewesen sein, mit denen der WebBaecker Sie darüber auf dem Laufenden hielt, was Le Pain Quotidien (LPQ) für den deutschen Markt plante und was nicht. Einen neuen Anlauf nahm und verwarf. Zuletzt waren es Kent Hahne und die Trierer Apeiron AG, die im Juli 2008 ankündigten, der belgisch-amerikanischen Bäckerei-Cafe-Kette – im dritten Anlauf – hierzulande zum Erfolg zu verhelfen. Im Juli 2009 ging das Gerücht um, die erste deutsche LPQ-Filiale könnte in Düsseldorf eröffnen. Ob sie das je tat, wissen wir nicht. Die Homepage von LPQ Deutschland weist nur zwei Filialen aus – eine in München, eine am Frankfurter Flughafen. Wie es jetzt aus Trier heißt, zieht sich Le Pain Quotidien vom deutschen Markt zurück. Die bestehenden zwei Filialen übernimmt und integriert die La Maison du Pain International GmbH aus Frankfurt am Main. Deren Geschäftsführer Oliver Mayer, Markus Spengler und Andreas E. Schlotterbek betreiben sehr erfolgreich drei viel beachtete Brasseries in Frankfurt und neuerdings eine in Wiesbaden. Die Übernahme der zwei LPQ-Filialen kommt jetzt dem Wunsch von La Maison du Pain entgegen, Zug um Zug zu expandieren. Die Branchenkenner aus Hessen zählen mit den beiden LPQ-Filialen nun insgesamt sechs Standorte.

Tiefkühlkost: Preise drücken den Absatz

Berlin. (09.09. / dti) Ungewohnt zurückhaltend liest sich die Bilanz für das erste Halbjahr 2011 der Tiefkühlbranche. Dabei sehen die Zahlen, die das Deutsche Tiefkühlinstitut (dti) in Berlin ermittelt und zum Teil für das gesamte Jahr hochgerechnet hat, gar nicht so schlecht aus. Der Gesamtabsatz von tiefgekühlten Produkten (ohne Speiseeis) stieg im H1/2011 leicht um 0,8 Prozent. Dieser Trend werde sich fortsetzen und stabilisieren, so dass der Gesamtmarkt von TK-Kost bis zum Jahresende um insgesamt ein Prozent zugelegt haben dürfte – auf eine Absatzmenge von 3,31 Millionen Tonnen (2010: 3,29 Millionen Tonnen). Der Außer-Haus-Markt brummt und nicht zuletzt das sommerliche Frühjahr sorgten dafür, dass das Großverbrauchersegment (GV) stetigen Zuwachs verzeichnete. Von der positiven Entwicklung können jedoch nicht alle Produktgruppen profitieren. TK-Fisch und TK-Pizza mussten im H1/2011 einen leichten Absatzrückgang hinnehmen. Ist die Grundstimmung im GV-Bereich insgesamt optimistisch, sieht sich der Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) einer leicht rückläufigen Entwicklung gegenüber. Höhere Herstellungskosten führten – analog zu anderen Produktgruppen – auch bei Tiefkühlerzeugnissen zu Preiserhöhungen. Wesentlich durch diesen Umstand bedingt, ging der Absatz in LEH-Segment um zwei Prozent zurück. Zeigten sich Discounter und Heimdienste eher preissensibel, stellte sich die Situation im klassischen LEH tendenziell besser dar. Eines der Sortimente, in denen sich die Auswirkung der Preiserhöhungen besonders bemerkbar macht, ist das Backwarensegment – hier stagniert derzeit die Entwicklung im LEH.

BDSI: deutscher Süßwarenexport legt zu

Bonn. (08.09. / bdsi) Die Ausfuhren von Süßwaren konnten in der ersten Jahreshälfte 2011 erneut zulegen. Die Exportmenge wuchs im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 um 4,5 Prozent auf rund 812.000 Tonnen. Der Exportumsatz stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum um 8,2 Prozent auf nunmehr rund 2,55 Milliarden Euro. Besonders positiv war die Entwicklung bei Schokoladenwaren sowie bei Kakao- und Schokoladenhalberzeugnissen als auch bei Zuckerwaren. Die Segmente Feine Backwaren, Knabberartikel und Speiseeis waren dagegen leicht rückläufig. Die Ausfuhren in die Europäische Union haben sich positiv entwickelt. Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Österreich und Italien sind nach wie vor die Hauptabnehmerländer deutscher Süßwaren. Die Ausfuhren in Drittländer wie die USA, Russland oder Australien legten sogar überdurchschnittlich zu. Insgesamt stiegen die Ausfuhren in Drittländer in der Menge um 6,1 Prozent und im Wert um 14,7 Prozent. Beliebt waren besonders Schokoladentafeln, Schokoriegel, Gummibonbons und Schokoladenkekse – berichtet der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI).

Jowa AG: produziert in Huttwil glutenfrei

Volketswil / CH. (07.09. / mgb) Die eidgenössische Jowa AG, ein Unternehmen des Migros Genossenschafts-Bunds (MGB), richtet am Standort Huttwil im Kanton Bern ein Zentrum für die Produktion von glutenfreien Erzeugnissen ein. Die baulichen Maßnahmen laufen derzeit auf Hochtouren. «Wir werden unsere 20 Mitarbeitenden in Huttwil in den nächsten Wochen mit Spezialschulungen auf die besonderen Hygiene- und Sicherheitsanforderungen vorbereiten», sagt Christoph Keller, der die Standortleitung neu übernehmen wird, in einer Medienmitteilung aus Zürich. Keller ist seit neun Jahren bei Jowa tätig und leitete zuletzt die Regionalbäckerei in Birsfelden, Kanton Basel Land. Während die Umbauten in Huttwil auf Hochtouren laufen, ist ebenso die Auslagerung der zuvor dort ansässigen Teigwarenproduktion nach Buchs in vollem Gang. Bereits in den nächsten Wochen sollen die ersten Anlagen in Betrieb genommen werden. Das glutenfreie Sortiment umfasst diverse Back- und Teigwaren und wird ab Anfang 2012 in den Migros-Filialen angeboten.


TERMINE + EVENTS


Eu’Vend 2011: Automaten auch für Bäcker interessant

Köln. (05.09. / km) Die direkte Selbstvermarktung wird für Landwirte, Metzger und Bäcker immer interessanter, denn die Nachfrage nach regional erzeugten, frischen Produkten steigt. Automaten sind die ideale Verkaufsstation für Produkte ab Hof, neben dem Bäcker, vor der Fleischerei und an anderen Außer-Haus-Standorten. Sogar sensible Eier lassen sich mit Liftsystem aus dem Automaten direkt an den Verbraucher verkaufen – neben Kartoffeln, Milch, Spießbraten, Brot, Brötchen, Butter, Mortadella oder Honig. Auf der «Eu’Vend 2011» – Internationale Fachmesse für die Vending-Automatenwirtschaft – können Interessenten vom 08. bis 10. September Automaten für den gut gekühlten Frischeeinsatz live in Aktion erleben. Erstmals findet die Eu’Vend in diesem Jahr im Verbund mit der «Coffeena» – International Coffee Fair – statt. Zusammen wird das Messeduo über 230 Anbieter auf sich vereinen.
Info: https://www.webbaecker.de/r_marketing/2011/3611-KM-EUVEND.HTM


MANAGEMENT + BETRIEB


Preisanalyse 2011: Fordern Sie Ihr Exemplar kostenlos an

Isernhagen. (09.09. / ge) Die Zeit der historisch niedrigen Einkaufspreise ist. Seit Mitte des Jahres 2010 sind fast alle Rohstoffe teurer geworden. Aus diesem Grund sollte jeder Betrieb seine Verkaufspreise überprüfen, indem eine Nachkalkulation der einzelnen Produkte durchgeführt wird. Doch die zunehmende Preissensibilität der Konsumenten sorgt dafür, dass die Bäckerbranche aufgrund des hohen Preisniveaus mit teils erheblichen Kundenverlusten zu kämpfen hat. Durch diese Veränderung der Absatzstrukturen bildet die richtige Preisfindung eine wesentliche Voraussetzung, um weiterhin am Markt bestehen zu können. Jeder Unternehmer sollte mindestens einmal im Jahr die Kalkulation seiner Verkaufspreise überprüfen, denn die Ermittlung der Verkaufspreise ist ein unverzichtbarer Baustein der zukunftsorientierten Unternehmensführung. Die Gehrke Econ Unternehmensberatungsgesellschaft mbH führt aus diesem Grund seit vielen Jahren umfangreiche Umfrageaktionen über die aktuellen Verkaufspreise durch, um einen Anhaltspunkt bzw. ein Hilfsmittel für die Preisfindung bieten zu können.
Info: Bei Interesse an der «Auswertung der Preisanalyse 2011» wenden Sie sich bitte per E-Mail an Monika Sacha von Gehrke Econ in Isernhagen. Sie erhalten die Zusammenfassung dann kostenlos zugesandt.

Urteile: BVerwG stärkt Meisterpflicht im Handwerk

Berlin. (03.09. / ZV) Auch künftig führt in bestimmten Handwerksberufen kein Weg am Meisterbrief vorbei – das hat das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in Leipzig am 31. August in zwei Entscheidungen bestätigt. Geklagt hatten zwei Gesellen aus dem Friseur- und Dachdeckerhandwerk, die sich durch die geltende Regelung der Handwerksordnung (HwO) unverhältnismäßig in der Berufsfreiheit eingeschränkt und gegenüber Mitbewerbern aus dem EU-Ausland benachteiligt sahen. Diese Argumentation wies das BVerwG zurück. Wer sich in Deutschland in einem zulassungspflichtigen Handwerksgewerbe selbstständig machen will, muss entweder eine bestandene Meisterprüfung, eine gleichwertige Prüfung («Großer Befähigungsnachweis») oder sechs Jahre qualifizierte Berufserfahrung nach Ablegen der Gesellenprüfung nachweisen (Altgesellenregelung). «Wir begrüßen die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts. Kunden können die Qualität handwerklicher Produkte meist erst dann beurteilen, wenn sie sie gekauft haben. Der Meisterbrief gibt ihnen Sicherheit, dass sie sich auf Qualität, Hygiene und auf die Qualifikation der Anbieter verlassen können», kommentiert RA Amin Werner, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks.
Info: https://www.webbaecker.de/r_management/2011/3611-ZV-BVerwG.HTM

BIV-Fachtagung: Tipps + Strategien für die Ausbildung

Hannover. (03.09. / biv) Das Verhältnis von betrieblicher Ausbildungs- und Berufsschulzeit muss bei erwachsenen Lehrlingen anders berechnet werden als bei noch nicht volljährigen Azubis. Darauf hat der Abteilungsleiter Berufsbildung der Handwerkskammer Hannover, Dr. Carl-Michael Vogt, bei der Berufsbildungsfachtagung des Bäckerinnungsverbands Niedersachsen/Bremen (BIV) hingewiesen. Das heißt, dass für über 18-jährige Auszubildende der Berufsschulunterricht parallel liegende Arbeitszeit ersetzt. Ein Nacharbeiten von Berufsschulzeit im Ausbildungsbetrieb ist nicht erlaubt. Ausbilder sollten auch beachten, dass am Berufsschultag vor Beginn der Berufsschule keine Ausbildung im Betrieb erfolgen darf. Die Berufsbildungstagung hat sich als jährliches Treffen von Berufsschullehrerinnen und -lehrern der Bäcker-Fachklassen in Niedersachsen und Bremen sowie ausbildenden Handwerksbäckern und Lehrlingswarten der Bäckerinnungen im BIV etabliert. Zur Tagung, die erstmals mit einem Rundgang über die Berufsfindungsmesse «IdeenExpo» verbunden war, kamen über 80 Teilnehmer/innen nach Hannover.
Info: https://www.webbaecker.de/r_management/2011/3611-BIV-BBFT.HTM


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


«Taste the Waste»: Wer macht aus Essen Müll?

Hamburg. (09.09. / eb) Wir dürfen Ihre geschätzte Aufmerksamkeit auf den Dokumentarfilm «Taste the Waste» von Valentin Thurn lenken, der gerade in den deutschen Kinos angelaufen ist. Thema ist die globale Lebensmittelverschwendung. Wer macht aus Essen Müll? Welche Folgen hat die globale Nahrungsmittel-Vernichtung für das Klima? Für die Ernährung von sieben Milliarden Menschen? Längst setzen sich die Lebensmittel verarbeitenden Branchen und der Handel mit dem ungeheuren Ausmaß an Verschwendung auseinander. Deshalb gibt es im Internet auch einige lesenswerte Kommentare mit mehr oder weniger direktem Bezug auf «Taste the Waste» zu lesen. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) weist in ihrem Beitrag zum Beispiel darauf hin, dass der größte Teil der weggeworfenen Lebensmittel aus Privathaushalten stammt. Gründe hierfür liegen unter anderem darin, das die Konsumenten über den bestehenden Bedarf hinaus einkaufen sowie der falschen Interpretation des Mindesthaltbarkeitsdatums. Das EHI Retail Institute weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass die derzeit verfügbare Datenbasis im Sinne der Differenz von produzierten und verbrauchten Lebensmitteln äußerst dürftig sei und bereits verfügbare Studien zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kämen. Sowohl BVE als auch EHI begrüßen jedoch grundsätzlich die Diskussionen, zu denen «Taste the Waste» anregt.

Honig-Verband: erwartet nur begrenzte Einschränkungen

Hamburg. (09.09. / hv) Die deutschen Verbraucher werden weiterhin aus einem breiten Sortiment heimischer und internationaler Honig-Sorten wählen können. Darauf weist der Honig-Verband hin. Bei vielen Verbrauchern ist nach der Veröffentlichung des EuGH-Urteils der Eindruck entstanden, Honig werde nunmehr in großem Umfang aus den Regalen des Handels genommen. «Diese Sorge ist unbegründet», sagt Verbandsgeschäftsführerin Dr. Katrin Langner in einer Medienmitteilung.

«Honig-Urteil»: BMELV über Hintergründe und Konsequenzen

Berlin. (09.09. / bmelv) Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in dieser Woche sein Urteil zu gentechnisch veränderten Pollen im Honig verkündet. Danach darf Honig, auch wenn er nur geringfügige Spuren von gentechnisch veränderten Pollen enthält, nur mit einer Zulassung in den Verkehr gebracht werden. Vorausgegangen war dem Urteil des EuGH ein jahrelanger Rechtsstreit, ob Honig wegen geringer Spuren von Pollen unter die Vorschriften des Gentechnikrechts fällt und deshalb einer Zulassung bedarf oder nicht. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat zum Thema «Antworten auf häufig gestellte Fragen» zusammengestellt.

Fettfrei, zuckerfrei, probiotisch – glutenfrei

Hamburg. (07.09. / eb) Glutenfreies Brot und Gebäck ist «in». Ob mit Glutenunverträglichkeit belastet oder nicht: Immer mehr Konsumenten rund um den Globus wollen glutenfreies Brot und Gebäck. Nach «low carb», «fettfrei», «zuckerfrei» und «probiotisch» mögen sie es jetzt also gerne «glutenfrei». Die Nachfrage nach glutenfreiem Brot und Gebäck nimmt in Übersee bereits solche Dimensionen an, dass sowohl Ernährungswissenschaftler als auch Behörden – nicht mal die Backwarenindustrie selbst – aufmerksam machen auf die technologische Bedeutung von Gluten auf die wattig-weiche, elastische Krume, die Nordamerikaner an ihrem Sandwichbrot doch eigentlich so lieben. Wie auch immer: Der Trend freut die Menschen, die tatsächlich an Zöliakie leiden und bislang nur auf ein schmales Backwarensortiment zurückgreifen konnten. Unter alleiniger Berücksichtigung der symptomatischen Fälle reicht die Häufigkeit oder Verbreitung der Krankheit von 1:10’000 in Dänemark und den USA bis hin zu 1:300 in Schweden und Großbritannien. Weltweit gibt Wikipedia eine durchschnittliche Häufigkeit von etwa 1:3’350 an. Zieht man die zwar diagnostizierten, doch nicht ausgebrochenen Fälle hinzu, erhöht sich die Häufigkeit auf 1:500 in Deutschland und Dänemark sowie etwa 1:110 in den USA und Großbritannien – im weltweiten Schnitt etwa 1:270. Bei gut 81 Millionen Einwohnern zählt Deutschland rein rechnerisch also etwa 162’000 Menschen, die an Glutenunverträglichkeit leiden. Die Schweiz zählt knapp acht Millionen Einwohner; demnach etwa 16’000 Menschen, die auf Weizen, Roggen, Gerste und Hafer allergisch reagieren.

BÖLW: Honig mit Mon810-Pollen ist «Sondermüll»

Luxemburg. (07.09. / boe / eu) Was dieser Tage der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem Rechtsstreit zwischen einem Imker und dem Freistaat Bayern entschied, hat das Zeug zu einem Präzedenzfall: Honig, der Pollen von nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen enthält, darf nicht ohne weiteres in Verkehr gebracht werden. «Das wegweisende Urteil ist eine gute Nachricht für Verbraucher und Imker in Europa. Das Recht der Imker, Honig auch künftig ohne Gentechnik herzustellen, ist gestärkt», heißt es vom BÖLW in Berlin. Mit dem Urteil könne der Klage führende Imker nun Schadensersatz für seinen nicht verkaufsfähigen Honig vom Freistaat Bayern verlangen, der den gentechnisch veränderten Mais Mon810 auf einem Versuchsfeld angebaut hatte. Der EuGH hat der Position des Imkers stattgegeben, der Pollen von Mon810 in seinem Honig fand. Die Richter bestätigten, dass die Zulassung des Maises gravierende Lücken aufweist. Beim Zulassungsverfahren wurde die Verwendung des Konstrukts im Pollen und anderen unverarbeiteten Lebensmitteln nicht geprüft. Auch bei der laufenden Neuzulassung von Mon810 soll die bestehende Zulassungslücke nicht geschlossen werden. «Das Urteil ist eine Ohrfeige für die EU-Kommission und die deutsche Politik, die über viele Jahre die legitimen Interessen der Imker ignorierten», schreibt der BÖLW. Mehr noch: Der EuGH wende sich mit seinem Urteil auch gegen die Versuche von EU-Kommission, Bundesregierung und Agrarlobby, die Nulltoleranz bei nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen zu lockern.
Info: «Honig und Nahrungsergänzungsmittel, die den Pollen eines GVO enthalten, sind aus GVO hergestellte Lebensmittel, die nicht ohne vorherige Zulassung in den Verkehr gebracht werden dürfen» (EuGH-Pressemitteilung zum Urteil in der Rechtssache C-442/09). Um das Urteil an sich nachzulesen, nutzen Interessenten bitte die EuGH-Suchmaske und geben in das Feld «Aktenzeichen» den Suchbegriff «C-442/09» ein.

Zehn Jahre Bio-Siegel: eine Erfolgsgeschichte

Berlin. (06.09. / bmelv) «Wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin» – mit dieser klaren Botschaft ging das Bio-Siegel 2001 in Deutschland an den Start. Heute, zehn Jahre später, gibt es im Handel über 62.000 Produkte, die mit der Marke gekennzeichnet sind. Mehr als 3.900 Unternehmen, vor allem aus Handel und Verarbeitung, haben den Sektor für sich erschlossen und verwenden das Siegel. «Bio» ist zu einem wichtigen Standbein der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft geworden. «Die Erfolgsgeschichte des Bio-Siegels zeigt, wie Klarheit und Transparenz bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln zum Erfolg für einen ganzen Wirtschaftszweig geworden sind», heißt es aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Berlin. Kürzlich wurde der Markenschutz für das Bio-Siegel auf BMELV-Initiative um weitere zehn Jahre verlängert.


PERSONEN + EHRUNGEN


In vierter Generation: 75 Jahre Bäckerei Baumgärtel

Lindendorf. (08.09. / div) Für ihre Bäckerei kamen Marie und Oskar Baumgärtel 1936 in den Oderbruch. Erfahrungen hatten sie zuvor in in der Neumark und auf dem Hohen Barnim gesammelt. Sachsendorf bei Seelow wurde den Baumgärtels zur Heimat – auch wenn sie 1945 ausgebombt wurden und ihren Betrieb 1947 wieder aufbauen mussten. Zu dieser Zeit war längst die zweite Generation federführend beteiligt. Dora und Rudolf Baumgärtel brachten die Bäckerei zu neuer Blüte und entwickelten ihr «Sachsendorfer Brot» zum Geheimtipp – weit über die Region hinaus. Mit Doris und Günter Baumgärtel stieg Ende der 60er Jahre die dritte Generation in die Bäckerei-Konditorei ein, die bis Mitte der 80er Jahre zehn Angestellte zählte – zu DDR-Zeiten das absolute Limit für private Bäcker. Rund zehn Tonnen Mehl verarbeitete der Familienbetrieb pro Woche. Die Wendezeit war nicht einfach. Auch wenn die Baumgärtels das anerkannt beste Brot backten, so lag ihr Betrieb doch plötzlich «irgendwo im Nirgendwo». Die Menschen kamen nicht mehr von selbst. Der Betrieb musste sich neu erfinden. Die Kinder – damals 18, 14 und zwölf Jahre alt – sagten ihre Unterstützung zu, so dass die Bäckerei 1990 neu durchstarten und 1991 die erste Filiale eröffnen konnte. Aus Claas, Diana und Beatrix wurden engagierte Mitgestalter. Von 1990 bis 2000 sorgten Investitionen von rund 3,5 Millionen Mark zudem dafür, dass das Unternehmen für die Zukuft gut gerüstet ist und heute insgesamt acht schmucke Filialen betreibt. Ihr 75-jähriges Bestehen in Sachsendorf feierte die Bäckerfamilie jetzt gemeinsam mit rund 60 Mitarbeitenden, deren Partnern und vielen Überraschungen.

Corporate Affairs: Lekkerland ordnet Kommunikation neu

Frechen. (07.09. / lk) Als Head of Corporate Affairs bei Lekkerland betreut Inga Koenen (42) seit Anfang September die Bereiche Communications, Lobbying sowie die CSR (Corporate Social Responsibility)-Kommunikation des Unternehmens. Koenen berichtet in ihrer neuen Funktion direkt an den Vorstandsvorsitzenden Christian Berner. Koenen ist seit 1999 beim Convenience-Experten beschäftigt und hatte dort die interne und externe Unternehmenskommunikation aufgebaut und europäisch aufgestellt. Wie es aus Frechen heißt, erklärt sich Koenens Pause mit einer anderthalbjährigen Elternzeit, aus der sie nun mit erweiterten Aufgaben zurück ist.


BOOKMARKS + BOOKS


Global Industry: Lotus Bakeries’ H1/2011 profit climbs 20%

Hamburg. (bm) During the first half, the consolidated turnover of the Lotus Bakeries Group grew by five percent to 133,6 million EUR. On a like-for-like basis, taking into account the termination of the Jaffa Cake bars contract with McVities, internal growth was over six percent. Other topics of the week:

Title Region Date
McDonald´s: investing one billion CAD in Canada (US) Fri 09-09
AMF: Completes Acquisition of BakeTech (US) Fri 09-09
Sara Lee: appoints chairman for «CoffeeCo» (US) Fri 09-09
Kraft Foods: reveals benefits of splitting into two (US) Thu 09-08
Fitch: Affirms Corn Products’ Ratings (US) Thu 09-08
ADM: Expands Oilseeds Processing Capacity in India (US) Wed 09-07
Barry Callebaut: strengthens its European footprint (CH) Tue 09-06
Russia: In September grain exports may set a new record (RU) Tue 09-06
Lotus Bakeries: Turnover up five percent in H1/2011 (BE) Mon 09-05
RBA: Announces 2011 Class Of Emeritus Members (US) Mon 09-05
Campbell: Reports Fourth-Quarter and Full-Year Results (US) Sat 09-03
Bunge: to Buy Elevator in Crittenden County (US) Sat 09-03


REZEPTE + IDEEN


Malzmehrkornbrot: kräftig und attraktiv

Image Duisburg. (09.09. / bae) Die Homepage der Bäko Gruppe Nord bietet unter «Downloads» ein kleines Rezeptarchiv, das seit April 2007 – Monat für Monat – um eine Brotidee reicher wird. So klein ist das Archiv also gar nicht mehr und bietet vom «Scharfen Griechen» über «Herbstzauber» und «Bautzener Senfbrot» viele interessante Anregungen. Zwischen Sommerzeit/Regenzeit und herannahendem Herbst scheint uns ganz gut das «Malzmehrkornbrot» zu passen, für das die Bäko-Bäcker unter anderem ein Quellstück und einen Grundsauer vorsehen. Das Roggenmischbrot erhält zudem ein Dekor aus Maisgrieß und Leinsaat, was dem fertigen, gut ausgebackenen Produkt zusätzliche Attraktivität verleiht.