Samstag, 27. Februar 2021

WB-31-32-2008

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 31. + 32. KW 2008 (26.07. bis 08.08.)
Download: https://www.webbaecker.de/08archivphp/wb31+3208.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN:
01. Bayern: weniger Betriebe, mehr Umsatz, mehr Beschäftigte
02. Der Mann: Studenten informierten sich über perfekte Logistik
03. Brandbrief: Christliche Verbände ziehen gegen Ihle zu Felde
04. Australien: Erste «No-Oxygen-Mühle» geht in Betrieb
05. IAWS: Generalversammlung stimmt für Hiestand-Fusion
06. Bäcker Bachmeier: 100 neue Jobs für das Innviertel

IN EIGENER SACHE: Verstärkung für die Herausgeber-Gemeinschaft
07. FALA: Kompetenz, die Sie zu schätzen wissen

TERMINE:
08. Seminarkalender: Praxiswissen aus erster Hand

MANAGEMENT + BETRIEB:
09. Fremdsprachen: für Marvin kein Problem
10. Bitkom: E-Personalausweis erhöht Internet-Sicherheit
11. EU-Öko-VO: Durchführungsbestimmungen sind beschlossen
12. Bayern: Bäcker erhalten mehr Geld

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER:
13. DIfE: Warum Vollkornkost nicht jeden gleich gut schützt
14. ZMP: Tiefkühlkost liegt weiter im Trend
15. Trans-Fettsäuren: Was sagt die Grundlagenforschung?

ROHSTOFFE + ENTWICKLUNGEN:
16. Mais: als Rohstoff für Bioethanolherstellung gefragt

BOOKMARKS + BOOKS:
17. Global Industry: Ebro Puleva´s profit rises 60 percent in H1/2008

REZEPTE + IDEEN:
18. Piratenbrötchen: gelingen und schmecken mit Sicherheit


MARKT + UNTERNEHMEN


Bayern: weniger Betriebe, mehr Umsatz, mehr Beschäftigte

München. (01.08. / liv) Für das zurückliegende Wirtschaftsjahr hat das bayerische Bäckerhandwerk eine ausgeglichene Bilanz vorgelegt. Auf der Jahrespressekonferenz in München berichtete Landesinnungsmeister Heinrich Traublinger, MdL über gestiegene Umsätze, Beschäftigten- und Lehrlingszahlen in der backenden Brache des Freistaats. Aktuell habe sich die Lage stabilisiert. Mit Blick auf die enorm angestiegenen und noch wachsenden Kosten in den Bereichen Rohstoffe und Energie sieht Traublinger aber auch große Risiken für die Rentabilität der Betriebe und einen anhaltenden Druck zur Preisanpassung im Backwarenmarkt. Vor diesem Hintergrund kritisierte er bevorstehende Kostenbelastungen für die Betriebe, die nicht wirtschaftlich, sondern allein durch politische Entscheidungen bedingt seien. Die Entwicklung im Überblick (die vollständige Meldung finden Interessenten auf der Homepage des Verbands):

2007-01-01 2008-01-01 Veränderung
Handwerksbäckereien: 3.338 3.259 -79
Innungen: 64 63 -01
Vorjahresumsatz: 2,2 Mrd. EUR 2,3 Mrd. EUR +100 Mio. EUR
Beschäftigte: 46.300 47.500 +1.200
Lehrlinge: 7.752 7.825 +73

Der Mann: Studenten informierten sich über perfekte Logistik

Wien / AT. (30.07. / dm) Im Rahmen der Internationalen Sommeruniversität der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) hatten Studenten aus Europa, Südostasien und den USA Gelegenheit, die Kurt Mann Bäckerei + Konditorei GmbH + Co KG als Musterbeispiel für Logistik und Transport kennenzulernen. Neben hochstehender Qualität und erstklassiger Hygiene ist absolute Frische der Backwaren eine der Prämissen der Bäckerei DerMann. Voraussetzung für garantierte Frische ist eine perfekte Logistik, die im Backzentrum auf einem ausgeklügelten Arbeitsablauf beruht, der bei den Bestellaufträgen beginnt und EDV-automatisiert an die Produktion gesendet wird. Wegen des hohen Anspruchs an Frische ist die Produktion so gesteuert, dass die Backwaren zum spätest möglichen Zeitpunkt fertig gestellt unter strengen hygienischen Richtlinien die Logistik erreichen, im Warenverteilsystem erfasst und zugeteilt werden, bevor sie in den Lieferautos minutengenau das Gelände verlassen. Von diesem faszinierenden Perfektionismus im Management der Logistikkette überzeugten sich unter der Leitung von Magister Wolfram Groschopf von der WU Studenten aus Mittel- und Osteuropa sowie Schweden, Litauen und der Türkei, aus Singapur und den USA. Darüber hinaus waren die Studenten von der hundertprozentigen Transparenz beeindruckt, mit der von der Besuchergalerie im DerMann Backzentrum, dem so genannten Brotway, durch den Einblick in die verglaste Produktion der Beweis für die erstklassige Qualität und Hygiene für jedermann ersichtlich ist.

Brandbrief: Christliche Verbände ziehen gegen Ihle zu Felde

Augsburg. (29.07. / az) Sieben katholische Verbände haben bei ihren regionalen Landtagsabgeordneten mit einem «Brandbrief» gegen die zunehmende Aushöhlung des Sonntagsschutzes durch Tankstellen, Autobahnraststätten, Bahnhöfe und Autowaschanlagen protestiert, berichtet die «Augsburger Allgemeine». Unmittelbarer Anlass war ein Antrag, mit dem die Landbäckerei Ihle (vgl. WebBaecker 25/2008) bei der Regierung von Schwaben eine Ausnahmegenehmigung für die Produktion von Backwaren am Sonntag erwirken will. Ihle hingegen argumentiert mit der Konkurrenz aus Österreich und Frankreich, die ebenfalls Sonntags backen dürfe, und stellt die Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen in Aussicht. Doch auch der Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk nimmt das Thema Sonntagsruhe «sehr ernst» (vgl. WebBaecker 30/2008), und ist damit für den erfolgreichen Backbetrieb kaum eine Stütze. «Recht» werden wohl alle Parteien haben. Wobei es die Menschen im Land schlussendlich interessiert, ob sie ihr Recht auf Arbeit umsetzen können.

Australien: Erste «No-Oxygen-Mühle» geht in Betrieb

Brisbane / AU. (28.07. / bfa / eb) Bio-Verarbeiter sind in technologischer Hinsicht manchmal ziemlich weit voraus. So wird der bio-zertifizierte australische Mühlenbetrieb Z-Mills in Kürze die erste Mehlfabrikation eröffnen, die unter Ausschluss von Sauerstoff und Licht arbeitet, weniger Wärme erzeugt und dazu noch 30 Prozent weniger Energie benötigt. Kleie, ätherische Öle, Mineralien und Fasern, die den Gesundheitswert des Mehls verbessern, bleiben damit erhalten. Zudem können harte Geteidearten wie Reis und Hanf verarbeitet werden, ohne ranzig zu werden, wodurch die Möglichkeiten für ganz neue Produktlinien entstehen. Die Haltbarkeit von No-Oxygen-Produkten kann bis zu zwei Jahren betragen, berichtet der Verband Biological Farmers of Australia (BFA). «Ein großes Messer, vergleichbar dem eines Rasenmähers, wirbelt das Getreide mit 400 Metern pro Sekunde durch die Luft. Das Mahlen geschieht dadurch, dass die Getreidekörner kollidieren – im Prinzip mahlt sich das Getreide von selbst», sagt Z-Mills-Geschäftsführer Thomas Cunliffe. Der Betrieb laufe bei 4° Celsius in sauerstofffreier Umgebung. Z Mills ist ein rein australisches Joint Venture zwischen der «Down Under» führenden Cool Tech Milling Pty Limited und dem Finanzinvestor Alligrator Pty Limited. Mitte 2007 übernahm Z Mills zudem die Trumix Australia Pty Limited und verfügt nun über drei Mühlen.

IAWS: Generalversammlung stimmt für Hiestand-Fusion

Lupfig / CH. (28.07. / hag) Die außerordentliche Generalversammlung der irischen IAWS Group PLC hat allen Anträgen im Zusammenhang mit der vorgesehenen Fusion mit der schweizerischen Hiestand Holding AG mit überwältigendem Mehrheit zugestimmt. 99,97 Prozent aller anwesenden Aktionäre sprachen sich für das geplante Zusammengehen von IAWS und Hiestand unter dem Dach der Aryzta AG aus. Die außerordentliche Generalversammlung der Hiestand Holding AG, die der Fusion ebenfalls noch zustimmen muss, findet am 19. August statt.

Bäcker Bachmeier: 100 neue Jobs für das Innviertel

Altheim / AT. (26.07. / orf / ua) Im österreichischen Bezirk Braunau errichtet die deutsche Bäcker Bachmeier GmbH + Co. KG eine neue Produktionsstätte. Die Investition des «Familienbetriebs seit 1927» mit Hauptsitz im niederbayrischen Eggenfelden beläuft sich auf rund 19 Millionen Euro. Mit dem neuen Teiglingswerk inklusive angeschlossenem Kühlhaus entstehen in der Region rund 100 neue Arbeitsplätze, heißt es in den alpenländischen Medien. Baubeginn soll spätestens im Frühjahr 2009 sein. Ab Herbst 2009 sollen rund 500.000 Teiglinge pro Tag vom Band laufen. Die Brüder Lorenz und Christian Bachmeier haben sich den Angaben nach für das Innviertel entschieden, weil die Region ausreichend Arbeitskräfte zur Verfügung stellen könne und der Standort gerade mit Blick auf Osteuropa günstig gelegen sei. Mit eine Rolle gespielt haben dürfte eine flexibel und zielorientiert agierende Regionalverwaltung, die es dem Unternehmen erleichterte, den benötigten Raum für die Expansion zu finden. Außerdem hatten sich dreizehn Gemeinden aus den österreichischen Bezirken Braunau und Ried zum regionalen Wirtschaftsverband Altheim-Geinberg zusammengeschlossen und Baugründe für Betriebe mit großem Flächenbedarf bereitgestellt. 50.000 Quadratmeter davon sind nun für den Bäcker Bachmeier reserviert. Der zählt aktuell – in dritter Generation – über 100 eigene Filialen in Bayern und mehr als 500 Handels-Kunden in Deutschland und Österreich.


IN EIGENER SACHE: Verstärkung für die Herausgeber-Gemeinschaft


FALA: Kompetenz, die Sie zu schätzen wissen

Hamburg. (eb) Im März meldete Ihnen der WebBaecker, dass die FALA GmbH, deutsches Tochterunternehmen der Lesaffre-Gruppe, Mathias Kollmann als gesamtverantwortlichen Head of Operation and Sale in sein Management-Team berufen hat. Damit trägt der ehemalige Lantmännen-Unibake-Mann für die komplette operative Betreuung sowie als Repräsentant der Geschäftsführung die Verantwortung in Deutschland.

Seither ist hinter den Kulissen viel passiert. Zum Beispiel zeigt ein Blick auf die Webseiten von Backmittelverband und Backmittelinstitut, dass FALA intensiv an seinem Sortiment gearbeitet hat und sich nun klar als Backmittelhersteller positioniert. Die Hefe-Herstellung gehört dabei – natürlich – nach wie vor zu den Kernkompetenzen. Seit neuestem ist auch nicht mehr Achern, sondern Bühl der Hauptsitz von Lesaffre Deutschland. Wer FALA auf den kommenden Herbstmessen einen Besuch abstattet, wird zudem einen ganz neuen Auftritt erleben – zeitgemäß für «Qualitätsprodukte aus Europa für Bäcker und Konditoren».

Die Lesaffre-Gruppe und damit FALA verfügen über umfangreiches Know-how. Durch intensive Kontakte zu Herstellern und Spezialisten in ganz Europa kann FALA seinen Kunden beste Qualität in Produkten und Dienstleistungen garantieren. Für diese Garantie ist fundiertes Wissen und detaillierte Erfahrung Voraussetzung, was sich bei Mathias Kollmann unter anderem wie folgt anhört: «International engagiert sich Lesaffre sehr. Oder nehmen wir nur mal den französischsprachigen Zweig: Was hier an Fachwissen ausgetauscht wird, das hat schon was».

Und Deutschland? Dafür gibt es seit neuestem den WebBaecker. Die Herausgeber- Gemeinschaft freut sich jedenfalls sehr, Ihnen – liebe Leserinnen und Leser – mit FALA eine engagierte Verstärkung vorstellen zu dürfen. FALA freut sich, weil das Unternehmen mit dem WebBaecker auf ein sachkundiges, neugieriges, treues und vor allem großes Publikum trifft. Sie, liebe Leserinnen und Leser, werden die neue Kompetenz, die Ihrem Infodienst durch FALA zuwächst, sicher zu schätzen wissen – also eine klassische Win-Win-Win-Situation.

Neben ELEKOM, der Gehrke Econ Gruppe, Goecom, IsernHäger und dem Backnetz MedienBüro ist FALA damit das sechste Unternehmen, über dessen Website Sie täglich die neuesten Nachrichten von und für die backenden Branchen erfahren können. Sie finden dort ebenfalls das umfangreiche WebBaecker-Archiv aus über sieben Jahren Info-Service.

Sommerpause für den WebBaecker
Bevor wir alle gemeinsam ins zweite Halbjahr 2008 durchstarten, hat sich der WebBaecker – die Redaktion – eine kleine Sommerpause verdient. Aus diesem Grund ist dies die Doppelausgabe für die 31. und 32. Kalenderwoche. Auch das rege genutzte Content Management System, das in die Websites der Herausgeber eingebunden ist, wird vom 02. bis 08. August nicht aktualisiert. Freuen Sie sich auf die nächste Ausgabe 33/2007, die Sie pünktlich am Freitag, den 15. August erhalten – im Online-System geht es bereits ein paar Tage früher wieder los.

Bis dahin eine schöne Zeit wünschen Ihnen
Herausgeber-Gemeinschaft und Redaktion.


TERMINE + EVENTS


Seminarkalender: Praxiswissen aus erster Hand

Isernhagen. (30.07. / is) Bei den Veranstaltungen und Seminaren im zweiten Halbjahr 2008 vermitteln Ihnen die IsernHäger Vorteig-Spezialisten in Theorie und Praxis objektives und unabhängiges Wissen im Umgang mit den natürlichen und qualitätssteigernden Produkten. Profitieren Sie, auch in Ihrer Nähe, von der gut 30-jährigen Erfahrung im Bereich geführter Sauerteige und dem Know-how der IsernHäger Experten. Wer sich durch unverwechselbaren Geschmack und höchste Qualität abheben möchte, der ist bei diesen Veranstaltungen genau richtig. Details zu Terminen, Themen und Veranstaltungsorten finden Sie auf der IsernHäger Homepage oder telefonisch unter 05139/99950. Hier die Übersicht:

Datum Thema Veranstaltungsort
04.09.2008 Info-Veranstaltung AromaStück® Olpe, Bäckerfachschule
09.09.2008 Seminar Brotfermentation Isernhagen, VorteigCentrum
18.09.2008 Info-Veranstaltung Weizensauerteig Stuttgart, Bäckerfachschule
25.09.2008 Seminar Brotfermentation Weinheim, Bundesfachschule
29.10.2008 Seminar Brotfermentation Stuttgart, Bäckerfachschule
06.11.2008 Info-Veranstaltung Weizensauerteig Isernhagen, VorteigCentrum
13.11.2008 Info-Veranstaltung AromaStück® Weinheim, Bundesfachschule


MANAGEMENT + BETRIEB


Fremdsprachen: für Marvin kein Problem

Kronau. (01.08. / goe) Mit Hilfe des Programm-Moduls Fremdsprachen können Nutzer in der Bäckereisoftware Marvin zu jedem ihrer Artikel unterschiedliche landessprachige Beschreibungen und Informationen hinterlegen. Je nach Kennzeichnung des Kunden und/oder der Filiale werden die Artikelbezeichnungen dann automatisch beim Ausdruck und der Übertragung durch die entsprechende Sprachvariante ersetzt. Somit können Vertrieb und Verkauf bei Lieferungen ins Ausland die Artikelbezeichnungen auf Lieferscheinen und Rechnungen übersetzen lassen oder die Artikel in den einzelnen Filialen unterschiedlich benennen, ohne dass der Artikelstamm durch zusätzliche Artikelvarianten unnötig erweitert wird (siehe auch «Marvin® 2007 SP1» inklusive Bildschirmfoto).
Info: Ihr Vertriebspartner von Goecom informiert Sie gerne näher zu diesem Thema. So Sie nicht exakt wissen, wer «Ihr» Vertriebspartner ist, hilft Ihnen die Goecom,:::::.de/Kontakt/kontakt.php” >Goecom Hotline gerne weiter.

Bitkom: E-Personalausweis erhöht Internet-Sicherheit

Berlin. (30.07. / bk) Der Branchenverband Bitkom begrüßt den Beschluss des Bundeskabinetts, den neuen elektronischen Personalausweis einzuführen. «Der erhöht die Sicherheit im Internet und stärkt damit das Vertrauen der Verbraucher», sagt Prof. Dieter Kempf, Mitglied des Präsidiums. Viele Missbrauchsmöglichkeiten und Sicherheitslücken könnten so geschlossen werden. Je eher Bürger die neuen Ausweise – mit den zusätzlichen Sicherheitsfunktionen wie der digitalen Signatur – nutzten, umso besser. Einsatzmöglichkeiten sind unter anderem Online Banking, Einkauf im Internet, elektronische Bürgerdienste der Verwaltungen oder die Altersüberprüfung im Netz. 55 Prozent der Internet-Nutzer würden den digitalen Ausweis beim Online Banking einsetzen. Das hat eine repräsentative Umfrage von Forsa im Bitkom-Auftrag ergeben. Fast ebenso viele Surfer, 54 Prozent, würden damit staatliche Online-Dienste nutzen. Jeweils rund 40 Prozent der deutschen Web-Nutzer sehen im elektronischen Personalausweis einen Sicherheitsgewinn für Auktionen und den Einkauf im Netz. Laut Umfrage sind fast vier Millionen Deutsche schon mal Opfer von Computer-Kriminalität geworden. Sieben Prozent aller Computernutzer ab 14 Jahre haben bereits einen finanziellen Schaden etwa durch Viren, bei Online-Auktionen oder Online Banking erlitten.

EU-Öko-VO: Durchführungsbestimmungen sind beschlossen

Bonn. (28.07. / ifoam) Anfang Juli wurden die Durchführungsbestimmungen für die neue EU-Öko-Verordnung verabschiedet. Sie sollen ab Januar 2009 gelten und noch im August im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden. Positiv zu bewerten ist, dass nun Klarheit darüber besteht, welche in Anhang VIII gelisteten Zusatz- und Hilfsstoffe ab Anfang 2009 in die Berechnung von Rezepturen mit einbezogen werden müssen – heißt es seitens der internationale Dachorganisation des ökologischen Landbaus IFOAM, Regionalgruppe deutschsprachige Länder. Die IFOAM-EU-Gruppe erkenne an, dass die neue Verordnung wichtige Definitionen und Klarstellungen beinhalte, die von der IFOAM-Lobbygruppe vorgeschlagen worden waren. Doch die Gruppe ist bei weitem noch nicht zufrieden. «Wir bedauern, dass wir mit neuen Regeln leben müssen, die den Start deutlich beeinträchtigen werden. Die kurze Zeitspanne, die den Mitgliedsländern bis zum Januar 2009 zur Verfügung steht, ist eines der Hauptbedenken», moniert Francis Blake, Vorsitzender der IFOAM-EU-Gruppe. So gebe es immer noch problematische Themenfelder wie etwa die Geflügelproduktion, die Überarbeitung der zulässigen Zusatzstoffe sowie der Verarbeitungsrichtlinien.

Bayern: Bäcker erhalten mehr Geld

München. (28.07. / ngg) Bäcker in Bayern erhalten ab August mindestens drei Prozent mehr Lohn. Während der Tarifverhandlungen für die rund 47.000 Beschäftigten des Bäckerhandwerks konnten sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk in der ersten Verhandlungsrunde einigen, teilt die NGG mit. Je nach Standort des Betriebs erhalten Mitarbeitende ab August 2008 eine Lohnerhöhung von vier oder drei Prozent sowie eine weitere Steigerung um 3,2 oder 2,2 Prozent ab August 2009. In der Branche war es bislang üblich, abhängig von der Ortseinteilung der Bäckerei, unterschiedliche Löhne zu zahlen. Dieses System sei veraltet, nicht nachvollziehbar und werde deshalb ab August 2009 entfallen, sagt NGG-Verhandlungsführer Peter Schmidt. Für ihn ist vollständige Aufhebung dieses Systems ab dem genannten Stichtag eine «historische Leitung».


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


DIfE: Warum Vollkornkost nicht jeden gleich gut schützt

Bonn. (01.08. / aid) Vollkornprodukte halten gesund – aber nicht jeden gleich gut. Zumindest in Bezug auf die Krankheit Diabetes hängt der positive Effekt des vollen Korns auch von den Genen ab. So wiesen Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke 2007 nach, dass der Verzehr von Vollkornprodukten das Risiko für Typ-2-Diabetes senkt. Jetzt fanden sie heraus, dass von diesem Effekt nur Personen mit einer bestimmten Variante im Gen TCF7L2 profitieren. Wer an dieser Position von beiden Eltern die Base C geerbt hat, dessen Diabetesrisiko sinkt pro täglich verzehrter Scheibe Vollkornbrot um 14 Prozent. Laut der Datenbank OMIM (Online Mendelian Inheritance in Man) trifft das auf immerhin gut die Hälfte der Bevölkerung zu. Wer dagegen von einem Elternteil die Base T geerbt hat, für den bleibt der Verzehr von Vollkornbrot mit Blick auf Diabetes wirkungslos: Sein Risiko, an Diabetes zu erkranken, ist generell 1,5-fach erhöht. Wer sogar von beiden Elternteilen die Base T erbt, was zum Glück nur bei etwa sieben von hundert Menschen der Fall ist, hat sogar ein noch höheres Risiko. Das heißt jedoch nicht, dass «T-Träger» auf Vollkornprodukte verzichten sollten: Von anderen positiven Effekten, etwa dem Schutz vor Darmkrebs oder Herz-Kreislauferkrankungen, profitieren sie ebenso wie CC-Träger. Für die Diabetesvorsorge ist bei ihnen aber regelmäßige Bewegung und eine schlanke Linie deutlich wichtiger als der Ballaststoffverzehr. Noch ist unklar, auf welche Weise die Genvariante das Diabetesrisiko erhöht, da der betroffene Erbgutabschnitt die Aktivität zahlreicher anderer Gene reguliert. Die Potsdamer Wissenschaftler hoffen aber, eines Tages jedem Menschen seinen persönlichen optimalen Ernährungsplan zusammenstellen zu können. Bis dahin bleibt für alle Verbraucher die Empfehlung bestehen, regelmäßig Vollkornprodukte zu essen.
Info:

ZMP: Tiefkühlkost liegt weiter im Trend

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Bonn. (31.07. / zmp) Auch im vergangenen Jahr verzeichnete das Segment Tiefkühlkost ein Wachstum. Insgesamt wurden 2007 in Deutschland 3,1 Millionen Tonnen davon (ohne Speiseeis) verkauft. Nach Angaben des Deutschen Tiefkühlinstituts (dti) war das ein Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Schnitt aß jeder Bundesbürger damit 38,1 Kilogramm Tiefkühlprodukte im Jahr. Neben den absatzstarken Basissortimenten Fisch, Gemüse sowie Pommes Frites und andere Kartoffelspezialitäten gehören seit Jahren Snacks, Backwaren und Pizza zu den tiefgekühlten Trendprodukten. Der Verbrauch von Baguettes, Frühlingsrollen und Co. aus der Tiefkühlung erreichte im Zehn-Jahresvergleich ein Plus von über 221 Prozent. Auch Backwaren legten mit einer Steigerung von über 140 Prozent kräftig zu. Das Absatzplus von Tiefkühlpizza lag bei knapp 90 Prozent. Der Tiefkühlmarkt in Deutschland verteilte sich 2007 auf zwei fast gleichgewichtige Felder. Der Markt für Privatverbraucher belegt einen Mengenanteil von 54,6 Prozent und der Außer-Haus-Markt von 45,4 Prozent am Gesamtverbrauch (Quelle).

Trans-Fettsäuren: Was sagt die Grundlagenforschung?

Hamburg. (31.07. / eb) «Universität Jena: über gute und schlechte Fette» hieß ein Artikel von September 2007 an dieser Stelle. Darin geht es um Trans-Fettsäuren. Der Artikel spricht einerseits von «Aktionismus» mit Blick auf US-amerikanische Bestrebungen, das Anbieten von Gerichten in Kneipen und Restaurants zu verbieten, die mehr als ein halbes Gramm Trans-Fettsäuren je Portion enthalten. Andererseits müssen die hiesigen Ernährungswissenschaftler zugeben, dass sie die Aufnahme eben dieser Fettsäuren in unserer Ernährung nur schätzen können, da hierzulande exakte Daten über den Gehalt fehlen. Der unterstellte «Aktionismus» relativiert sich spätestens dann, wenn Prof. Dr. Gerhard Jahreis von einer «wünschenswerten Deklarationspflicht» spricht. Davon scheint Deutschland weit entfernt. In Dänemark gibt es einen Höchstwert und auch aus der Schweiz kennen wir Bemühungen, Trans-Fettsäuren deutlich zu reduzieren. Die deutschen Angaben hingegen sind widersprüchlich. Hier und da begegnet uns die Behauptung, der Anteil an Trans-Fettsäuren liege seit langem unter Dänemarks Höchstwert. Andererseits wissen wir dank Prof. Jahreis von der Uni Jena, dass wir gar keine exakten Daten haben und eine Deklarationspflicht wünschenswert wäre. Mit anderen Worten: Wissenschaftliche Laien – Verbraucher, Verarbeiter – können nicht wissen, wie sie auf das Thema reagieren sollen. Sie können eine Entscheidung nicht fällen, weil weder Frühstücksmargarine noch Ziehfett Angaben bieten, die einen Spielraum zur Entscheidung erst eröffnen. Es ist nicht möglich, so genannten «Aktionismus» als solchen zu entlarven, weil uns schlicht die Grundlagenarbeit fehlt. Am Ende ist es womöglich gar kein «Aktionismus», der uns – verpackt in diverse Schlagzeilen – regelmäßig aus anderen Teilen der Welt erreicht …
Ach ja: Die Meldung des Tages hieß eigentlich «Los Angeles: Stadtrat verbietet neue Schnellkost-Filialen». Der Stadtrat der kalifornischen Metropole hat ein Verbot neuer Schnellkost-Restaurants im Stadtteil Süd Los Angeles beschlossen. In dem Bezirk mit einer halben Million Menschen leben besonders viele Dicke. Das Schnellkost-Verbot soll langfristig zu einer besseren Ernährung führen. Einer Studie zufolge leiden 30 Prozent der Kinder in Süd Los Angeles an Übergewicht, fünf Prozent mehr als der Durchschnitt der Kinder in der Stadt.


ROHSTOFFE + ENTWICKLUNGEN


Mais: als Rohstoff für Bioethanolherstellung gefragt

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Bonn. (26.07. / zmp) Der weltweite Getreideverbrauch für die Bioethanolproduktion steigt weiter, der Gesamtbedarf liegt aber nur bei sieben Prozent. Nach Schätzung des Internationalen Getreiderates (IGC) wurden im Wirtschaftsjahr 2007/2008 bereits knapp 96 Millionen Tonnen Getreide eingesetzt, 32 Prozent mehr als im Vorjahr. Für die laufende Saison wird sogar ein Zuwachs auf 121 Millionen Tonnen prognostiziert, berichtet die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP). Mit einem Anteil von 97 Prozent ist Mais dabei der dominierende Rohstoff, andere Getreidearten, wie etwa Weizen, Gerste oder Sorghum spielen hingegen nur eine unbedeutende Rolle. Triebfeder dieser Entwicklung ist die US-Bioethanolindustrie, die ihren Maisverbrauch 2008/2009 voraussichtlich noch einmal um ein Fünftel auf knapp 100 Millionen Tonnen steigert. Damit dürfte im kommenden Wirtschaftsjahr bereits gut ein Drittel der US-Maisernte zur Herstellung von Treibstoff und Eiweißfuttermittel in die Bioethanolanlagen fließen. Zum Vergleich: In der EU-27 soll der Getreideverbrauch in diesem Sektor auf 2,8 Millionen Tonnen steigen, das wären lediglich 1,8 Prozent der Erzeugung (Quelle).


BOOKMARKS + BOOKS


Global Industry: Ebro Puleva´s profit rises 60 percent in H1/2008

Hamburg. (bm) Spanish Ebro Puleva Group chalked up a net profit of 78,6 million Euro in the first half of 2008, 60 percent more than in the same period of 2007. The net turnover rose 13 percent year on year to 1’446 million Euro. The EBITDA for the period totalled 146 million Euro, two million Euro more than last year. Other topics of the week:

Title Region Date
Bruegger´s: Sales increase for 17th consecutive quarter (US) Thu 07-31
Britannia Industries: reports 20 percent top line growth (IN) Thu 07-31
Cloetta Fazer: Changes Financial Year and Date for Reporting (FI) Wed 07-30
Ebro Puleva: Profit rises 60 percent in H1/2008 (ES) Wed 07-30
George Weston: Q2/2008 profit falls 8,5 percent (CA) Tue 07-29
Ralcorp: Q3 profit rises on gains from investment (US) Tue 07-29
Kraft Foods: reports strong result (US) Mon 07-28
Kraft Pizza: expands frozen pizza manufacturing plant (US) Mon 07-28
Grupo Bimbo: posts higher profit in Q2/2008 (MX) Sat 07-26
AAFE: Agri-business giants launch new coalition (US) Sat 07-26
Bunge: Profits shot up in Q2/2008 (US) Fri 07-25


REZEPTE + IDEEN


Piratenbrötchen: gelingen und schmecken mit Sicherheit

Bonn. (01.08. / GMF) Aus dem CMA-Roggenbäcker-Rezeptwettbewerb stellen wir Ihnen heute eine eher klassisch angelegte Rezeptidee vor: Nach Urteil der Fachjury ideal zur Bedienung traditioneller Roggenkunden mit einer Kleingebäckvariante, die die gesundheitsbetonten Vorstellungen für Roggenprodukte norddeutscher Prägung bedient. Das Rezept für ein Roggenflockenbrötchen von Hubert Recktenwald erhielt im Wettbewerb die höchste Punktzahl für praxisnahe Umsetzbarkeit in der bäckerischen Herstellung. Das Rezept ist zu finden im jüngsten «Mehlreport» der Vereinigung Getreide-, Markt- und Ernährungsforschung aus Bonn. Damit Sie die Piratenbrötchen auch garantiert finden, hat der WebBaecker zusätzlich eine einzelne Datei angelegt.
Mehlreport: Ausgabe Juli 2008; Format PDF; vier Seiten; 707 KB
Rezept: Piratenbrötchen; Format JPEG; 168 KB