Freitag, 26. Februar 2021

WB-29-2011

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 29. KW 2011 (16.07. bis 22.07.)
Download: https://www.webbaecker.de/11archivphp/wb2911.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN:
01. Bäckerei Moss: mehr Luft, Licht und Raum
02. MPreis: will Zentralbäckerei wieder aufbauen

TERMINE + EVENTS:
03. Technischer Bäcker: 2011 wieder ein großer Erfolg
04. DLG: Qualitätsprüfung für Bio-Produkte ausgeschrieben
05. BVE: Energieeffizienz in der Ernährungsindustrie

MANAGEMENT + BETRIEB:
06. Kostendruck: Potenziale aufspüren und heben
07. Holzofenforum: Materialien sind jetzt on Line
08. MPP: Marvin Power Print
09. Wegen fehlender Verbreitung: Elena wird eingestellt
10. Betriebsbereit: BZV und WFB mit neuer Adresse

MARKETING + VERKAUF:
11. Tschechien: neue Trends auf dem Lebensmittelmarkt
12. Indien: erwartet Investitionen in die Lebensmittelverarbeitung
13. Deutsches Brot als Weltkulturerbe: Fragen über Fragen

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER:
14. VIG: Entwurf zur Novellierung ist auf den Weg
15. lebensmittelklarheit.de: ist jetzt on Line
16. lebensmittelklarheit.de: ja zum Dialog, nein zum Pranger

ROHSTOFFE + ENTWICKLUNGEN:
17. UTZ Certified: steigert Absatz deutlich im H1/2011
18. Verband: Teemarkt in Deutschland bleibt stabil

BOOKMARKS + BOOKS:
19. Global Industry: Ralcorp Plans Spin-Off of Post Foods

REZEPTE + IDEEN:
20. Gemüsestrudel mit Schnittlauch-Joghurt-Sauce


MARKT + UNTERNEHMEN


Bäckerei Moss: mehr Luft, Licht und Raum

Aachen. (22.07. / wib) Obwohl die Bäckerei Moss GmbH + Co. KG groß genug für über 300 Mitarbeitende ist, sei sie andererseits klein genug, um ein unabhängiger und individueller Familienbetrieb zu bleiben. So steht es auf baeckerei-moss.de zu lesen. «Über 300» ist in diesem Fall ziemlich dehnbar. Tatsächlich beschäftigt das Familienunternehmen heute um die 600 Leute, davon rund 100 in der Produktion, und zählt 36 Filialen. Herzstück des Betriebs von 1925 war bis vor kurzem ein traditionsreiches Produktions- und Verwaltungsgebäude im Nordosten Aachens. Ein bischen weiter östlich liegt der Stadtteil Eilendorf. Dort hat der Filialist seine neue Produktionsstätte gebaut, in die er vor rund fünf Wochen umzog. Mit etwa 5.400 Quadratmetern hat das Unternehmen jetzt fast dreimal so viel «Luft, Licht und Raum», wie am alten Standort. Dort wurden auf 1.950 Quadratmetern pro Tag unter anderem 60.000 Brötchen, 6.000 Brote und 5.000 Snacks hergestellt. Kein Wunder also, dass sich das Team in der neuen Halle rundum wohlfühlt – auch wenn noch nicht alle Rädchen 100-prozentig ineinander greifen. Hans-Bernd Schwienhorst, Mitglied der Geschäftsführung, ist jedenfalls glücklich und stolz, dass der Umzug nach einjähriger Bauzeit so gut geklappt hat. Die Investition belief sich auf knapp neun Millionen Euro. Ein kleines Video (00:54 Minuten) zum Artikel der Aachener Zeitung zeigt weitere Details.

MPreis: will Zentralbäckerei wieder aufbauen

Völs / AT. (22.07. / div) Wie geht es der MPreis-Zentrale in Tirol? Im März war die Zentralbäckerei der österreichischen MPreis Warenvertriebs GmbH ein Raub der Flammen geworden (siehe WebBaecker 11/2011). Die Produktion wurde vollständig zerstört. Nach Angaben der alpenländischen Tagespresse wird die Großbäckerei wieder aufgebaut und soll schon in gut einem Jahr den Betrieb aufnehmen – westlich des MPreis-Zentrallagers in Völs auf rund 16.000 Quadratmetern. Rund 30 bis 35 Millionen Euro will MPreis hierfür investieren, sagte Baguette-Chef Herbert Mölk unlängst gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Auch die Zentralküche soll nach Völs kommen. «Baguette» ist die Bistro-Betriebs GmbH von MPreis, die aktuell 146 Standorte zählt und in diesem Jahr gerne noch die 150-Bistro-Marke überspringen möchte. Über 1.000 vorrangig Teilzeitbeschäftigte sorgen allein bei der MPreis-Vertriebsschiene dafür, dass alles rund läuft. Insgesamt weist MPreis 4.880 Mitarbeiter/innen aus – verteilt auf 197 Einkaufsmärkte, die beschriebene Bistro-Cafe-Schiene, die abgebrannte Zentralbäckerei, eine Zentralmetzgerei sowie auf ein Dienstleistungszentrum nahe Innsbruck. Zurück zur abgebrannten Bäckerei: Dass die «in gut einem Jahr» schon wieder betriebsbereit sein soll, hält der WebBaecker für einen frommen Wunsch. Sorgfältig geplant, gebaut und eingerichtet dürften zwei Jahre vergehen, bevor die Zentralbäckerei wieder im Regelbetrieb läuft.


TERMINE + EVENTS


Technischer Bäcker: 2011 wieder ein großer Erfolg

Nuthetal. (21.07. / igv) Zum 10. Mal veranstaltete das Institut für Getreideverarbeitung (IGV) den modular aufgebauten Lehrgang zum Technischen Bäcker. Seit 2002 erfreut sich die Weiterbildung in der Branche großer Beliebtheit, dient sie doch dazu, das Wissen von Fachkräften, vorrangig aus der Produktion von Filialbäckereien, weiter zu entwickeln und zu festigen. Aber auch Bäcker aus kleinen handwerklichen Unternehmen sowie industriellen Großbetrieben gehören zu den Teilnehmern, ebenso wie Mitarbeiter der Zulieferindustrie und aus Unternehmen des Maschinenbaus. Der Lehrgang ist in drei voneinander unabhängige Module unterteilt, die die Themen Brot und Kleingebäck aus Weizen respektive Roggen sowie das Thema Feine Backwaren behandeln. Es besteht die Möglichkeit, sowohl alle 3 Module zusammen oder auch einzelne Module zu buchen. Für 2012 stehen die Termin bereits fest. Details siehe igv-gmbh.de.

DLG: Qualitätsprüfung für Bio-Produkte ausgeschrieben

Frankfurt / Main. (19.07. / dlg) Das Testzentrum Lebensmittel der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat seine Internationale Qualitätsprüfung für Bio-Produkte 2012 ausgeschrieben. Die Prüfung ist Deutschlands führender Spezial-Test für Lebensmittel aus ökologischem Anbau und wird bereits zum sechsten Mal durchgeführt. Erfahrene Bio-Experten beurteilen die Produkte hinsichtlich ihrer sensorischen Qualität. Weitere produktspezifische Laboranalysen ergänzen die Tests. Lebensmittel, die die DLG-Tests bestehen, erhalten die Auszeichnung «DLG-prämiert» in Gold, Silber oder Bronze. Anmeldeschluss ist der 05. Oktober 2011.

BVE: Energieeffizienz in der Ernährungsindustrie

Berlin. (16.07. / bve) Energieeffizienz trägt dazu bei, den Energieverbrauch zu senken und entsprechende Kosten zu reduzieren; sie kann deshalb einen wesentlichen Beitrag zum betrieblichen Kostenmanagement und somit zur Produktivität leisten. Darüber hinaus spielt das Thema Energieeffizienz im aktuellen Energiekonzept der Bundesregierung und der damit einhergehenden Energiewende sowie beim Klimaschutz eine wesentliche Rolle. Vor diesem Hintergrund veranstaltet die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) am 21. September in Düsseldorf ihre 4. Jahrestagung «Energieeffizienz in der Ernährungsindustrie». Die Zielsetzung dieser Veranstaltung, die mit neuen Inhalten an die seit 2008 bestehende Veranstaltungsreihe anknüpft, ist darauf ausgerichtet, den Teilnehmern innovative Energieeinsparmaßnahmen und –techniken vorzustellen und zu befähigen, das Energiemanagement im eigenen Betrieb vor dem Hintergrund der Zertifizierung nach DIN EN 160001 durchzuführen.
Info: Faltblatt mit weiteren Details (PDF) – Anmeldung.


MANAGEMENT + BETRIEB


Kostendruck: Potenziale aufspüren und heben

Hechingen. (22.07. / KMZ) Man muss schon genau hingucken, um heute attraktive Ansätze zu finden, mit denen Kosten nicht nur verlagert, sondern tatsächlich gespart werden. «Einerseits sehen wir die zunehmenden Belastungen aus den Rohstoff-, Energie- und Treibstoffsegmenten, welche viele Bäckerei-Unternehmer über Preiserhöhungen nachdenken lässt», sagt Peter Kaierle, Geschäftsführer Vertrieb der KMZ Kassensystem GmbH in Hechingen. «Andererseits wissen die Unternehmer auch, dass Einsparungen auf der Kostenseite – nicht so gute Rohstoffqualitäten oder Einsparungen beim Personal – langfristig kaum zum gewünschten Ziel führen». Andere Produktqualitäten oder ein weniger gut geschulter Verkauf schlagen sich relativ schnell in den Kennzahlen nieder. Bäckereien, die über die Jahre ein adäquates Controlling- und Organisationssystem aufgebaut haben, wissen, dass man sich viele Erfolge kontinuierlich erarbeiten und interne Abläufe immer wieder optimieren muss. «Die betriebswirtschaftliche Situation der Betriebe ist heute genauso unterschiedlich, wie Unternehmer ihre Erwartungen an die weitere Entwicklung formulieren», sagt Kaierle. Doch zeigt die Erfahrung, dass – von welchem Standpunkt auch immer – ein gut gepflegtes Controlling- und Organisationssystem heute unerlässlich ist, um Potenziale aufzuspüren und zu heben.

Holzofenforum: Materialien sind jetzt on Line

Berlin. (22.07. / ZV) Die Nachfrage nach Holzofenbrot wächst. Infolgedessen steigt auch das Angebot moderner, automatischer Pelletsöfen, die sich zunehmend neben den traditionell gemauerten Holzöfen etablieren. Gleichzeitig werden über 100 Jahre alte Öfen zum Backen von Holzofenbrot wiederbelebt. Doch was zeichnet ein Holzofenbrot aus? Zur Klärung der Frage, wann Brot ein Holzofenbrot ist, hatte der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV) Ende März zum ersten Holzofenforum eingeladen. Dieser zentralen Frage gingen an der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk in Weinheim zahlreiche Vertreter und Experten der Branche auf den Grund. Jetzt liegt die Zusammenfassung der Ergebnisse vor – nachzulesen auf dem ZV-Server. «Das nächste Holzofenforum ist bereits in Planung, um die nach dem ersten Treffen offen gebliebenen Fragen zu klären. Es ist zu prüfen, welche innovativen Öfen derzeit auf dem Markt sind und ob noch weitere fast vergessene Varianten existieren. Gibt es bislang nicht berücksichtigte Befeuerungsmethoden? Vor allem: Was stellt sich der Verbraucher unter einem Holzofenbrot vor?», erklärt ZV-Hauptgeschäftsführer RA Amin Werner die Intention. Diese und andere Fragen werden am 04. und 05. Juni 2012 in der Ersten Deutschen Bäckerfachschule Olpe auf der Tagesordnung stehen. Nach ZV-Angaben ist das avisierte Interesse am zweiten Holzofenforum schon jetzt «rege».

MPP: Marvin Power Print

Kronau. (22.07. / goe) Wieder einmal trifft die EU neue Deklarationsentscheidungen. Zumindest für die nähere Zukunft wurde mit der jüngsten Kennzeichnungsverordnung über die Nährwertzusammensetzung eine umsetzungsfähige Regelung festgelegt. Mit Goecom,:::::.de/Produkte/mpp/mpp.php” >Marvin Power Print in Kombination mit der Nährwertberechnung können Sie schon heute in Marvin alle Daten, zu deren Kennzeichnung Sie verpflichtet sind, zusammenstellen und bei Bedarf abrufen. Ob diese Daten dann in der Kasse, im Webshop, auf Produktinformationen, auf Preisschilder oder auf Auszeichnungs-etiketten erscheinen sollen, legen Sie ganz bequem und schnell selbst fest. Diese Daten sind danach aktuell abrufbar und können so jederzeit neu ausgedruckt respektive übertragen werden. Ändern sich Rezeptur und/oder die Artikeldaten, dann sind alle Daten sofort aktualisiert und auf dem neuesten Stand. Ihr Vertriebspartner oder die Goecom,:::::.de” >Goecom-Hotline informieren Sie gerne näher über das Modul MPP.

Wegen fehlender Verbreitung: Elena wird eingestellt

Berlin. (19.07. / bmwi) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) haben sich nach eingehender Überprüfung des so genannten Elena-Verfahrens (… zur Erstellung und Verarbeitung des elektronischen Entgeltnachweises) darauf verständigt, das Verfahren schnellstmöglich einzustellen. Grund ist die fehlende Verbreitung der qualifizierten elektronischen Signatur. Umfassende Untersuchungen haben jetzt gezeigt, dass sich dieser Sicherheitsstandard, der für dieses Verfahren datenschutzrechtlich zwingend geboten ist, trotz aller Bemühungen in absehbarer Zeit nicht flächendeckend verbreiten wird. Hiervon hängt aber der Erfolg des Elena-Verfahrens ab. Die Bundesregierung wird dafür Sorge tragen, dass die bisher gespeicherten Daten unverzüglich gelöscht und die Arbeitgeber von den bestehenden elektronischen Meldepflichten entlastet werden. Das BMWI wird in Kürze einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. Das BMAS will einen Weg finden, wie die bereits bestehende Infrastruktur des Elena-Verfahrens und das erworbene Know-how künftig für ein weniger kompliziertes und unbürokratisches Meldeverfahren in der Sozialversicherung genutzt werden können.

Betriebsbereit: BZV und WFB mit neuer Adresse

Berlin / Wien. (18.07. / bzv) Wie bereits im Februar angekündigt, haben der Backzutatenverband (BZV) und das Wissensforum Backwaren (WFB) ihren Geschäftssitz von Bonn nach Berlin verlegt und sind jetzt sozusagen betriebsbereit. Beide Organisationen haben ab August ihren offiziellen Sitz an der Neustädtischen Kirchstraße 7A in der City; und zwar im selben Gebäude wie der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, der Verband Deutscher Mühlen und der Deutsche Brauer-Bund. Neben Geschäftsführer Christof Crone hat auch die BZV-Referentin Martina Bröcker ihren Dienstsitz künftig in Berlin. Hingegen bleibt die langjährige Assistentin der Geschäftsleitung, Jutta Haski, aus familiären Gründen in Bonn.


MARKETING + VERKAUF


Prag / CZ. (20.07. / gtai) Tschechien hat 2010 Lebensmittel im Wert von 4,5 Milliarden Euro eingeführt, so viel wie nie zuvor. Wichtigstes Herkunftsland ist Deutschland, das mit Lebensmittellieferungen im Wert von 1,1 Milliarden Euro fast ein Viertel der Importe stellte. Vom Umfang her dominieren Gemüse und Obst vor Fleisch und Wurstwaren, Milch und Molkereiprodukten. Zugleich sind Bauernmärkte im Kommen, die sich überall im Land etablieren. Sie entsprechen der wachsenden Nachfrage nach frischen und einheimischen Agrarprodukten – berichtet Germany Trade + Invest (GTAI).
Info: https://www.webbaecker.de/r_marketing/2011/2911-GTAI-TSCHECHIEN.HTM

Indien: erwartet Investitionen in die Lebensmittelverarbeitung

Mumbai / IN. (20.07. / gtai) Indiens Marktpotenzial in der Lebensmittelindustrie ist groß. Denn obwohl der Subkontinent der zweitgrößte Agrarproduzent weltweit ist, steckt die Lebensmittelweiterverarbeitung noch in einem frühen Entwicklungsstadium. In den nächsten Jahren ist mit steigenden Investitionen im Sektor zu rechnen. Der Bedarf an Technik für den Aufbau einer Infrastruktur für Transport, Kühlung und Lagerung ist hoch. Außerdem steigt die Nachfrage nach Maschinen zur Weiterverarbeitung und Verpackung von Lebensmitteln – berichtet Germany Trade + Invest (GTAI). Allein die schiere Masse der 1,15-Milliarden-Bevölkerung macht Indien zu einem der aussichtsreichen Märkte für verarbeitete Lebensmittel weltweit.
Info: https://www.webbaecker.de/r_marketing/2011/2911-GTAI-INDIEN.HTM

Deutsches Brot als Weltkulturerbe: Fragen über Fragen

Hamburg. (18.07. / usp) Muckefuck wäre ehrlicher, Sauerkraut typischer und das bunte Sortiment an Gummibärchen origineller – heißt es in dem Beitrag «Es könnte so viel leckerer sein! Die Wahrheit über deutsches Brot» von Udo Pollmer für Deutschlandradio Kultur. Sie mögen einwenden: «Der schon wieder». Wagt er doch in seinem Rundumschlag zu behaupten, dass Deutschlands Brotkultur verlottere. Die meisten Bäcker nähmen Fertigbackmischungen und jetzt wollten sie das auch noch als «Weltkulturerbe» schützen lassen. Dem Autor schmeckt das ganz und gar nicht. Hm, hm, hm.

Doch dann tauchen Fragen auf: Wer sind denn «die meisten Bäcker»? Von welchen Marktanteilen und Vertriebskanälen spricht Pollmer? Andererseits: Wer hätte gedacht, dass die Seite «brotregister.de» von Februar bis heute auf über 1.900 Einträge kommt, die für sich in Anspruch nehmen, «Weltkulturerbe» zu sein? Das wirft Fragen nach der Transparenz der Prüfverfahren auf. Vor allem darf man wohl nach der Unabhängigkeit der Prüfkommission fragen. Schließlich soll ja nicht nur der Titel «immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe» das Brot schmücken. Um den Wert des Titels nicht zu schmälern, müsste im Gegenzug auch das deutsche Brot den Titel schmücken.

Das setzt ein nachvollziehbares Verfahren voraus, welches die eingereichten Rezepte nicht nur national bewertet, sondern ebenso in einen internationalen Kontext setzt. Bei allem Getöse ist nämlich längst nicht geklärt, was wir im Zusammenhang mit Brot unter Kultur verstehen wollen: Traditionell gewachsene Backkultur? Additive Backkultur, die in kürzester Zeit größtmögliche Verbreitung gefunden hat?

Doch derlei Fragen halten die Akteure sicher für zu akademisch und die breite Masse der Konsumenten interessiert das ohnehin kaum. Die fänden es einfach nur toll, wäre deutsches Brot «Weltkulturerbe». Allerdings würden sie – so sie es denn merken – nicht verstehen, weshalb (derzeit) nur Innungsbäckereien ihre Spezialitäten für den Titel registrieren lassen dürfen. Weltweit sorgte dieses Kleinklein für noch mehr Unverständnis und passt so gar nicht zu dem hohen Titel, den das organisierte Bäckerhandwerk da erringen will.


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


VIG: Entwurf zur Novellierung ist auf den Weg

Berlin. (21.07. / bmelv) Die Bundesregierung hat einen Entwurf des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zur Überarbeitung des Verbraucherinformationsgesetzes (VIG) angenommen. Der Gesetzentwurf dient unter anderem der Umsetzung des vom BMELV initiierten Aktionsplans «Verbraucherschutz in der Futtermittelkette» sowie der Ergebnisse der Sonderkonferenz der Verbraucherschutzminister- und Agrarministerkonferenz von Januar dieses Jahrs: «Unbedenkliche Futtermittel, sichere Lebensmittel, Transparenz für die Verbraucher». Mit dem Gesetzentwurf würden zudem die Folgerungen aus der Evaluierung des VIG im letzten Jahr gezogen, heißt es aus Berlin. Kernpunkte der geplanten Novelle sind:

  • eine aktivere Information der Öffentlichkeit, besonders durch die neue Verpflichtung zur zwingenden Veröffentlichung aller Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften;
  • Erhöhung der Bürgerfreundlichkeit bei der Bearbeitung individueller Anfragen und Straffung von Verwaltungsverfahren;
  • Erleichterung der Rechtsauslegung und Erhöhung der Rechtssicherheit für die Behörden vor Ort;
  • Ausweitung des Anwendungsbereichs des Gesetzes auf alle Verbraucherprodukte im Sinne des künftigen Produktsicherheitsgesetzes.

Info: Eine ausführliche Medienmitteilung zur geplanten Novelle gibt es auf dem BMELV-Server. Den Entwurf der VIG-Novelle vom 20. Juli können sich Interessenten unter der Adresse vig-wirkt.de als PDF-Datei herunterladen.

lebensmittelklarheit.de: ist jetzt on Line

Berlin. (21.07. / wib) Ob das stimmt? Vielleicht müsste die Überschrift lauten: «lebensmittelklarheit.de sollte jetzt on Line sein». Bei den Bürgern muss sich viel Frust aufgestaut haben, denn als das Verbraucherportal am Mittwoch seinen Dienst aufnahm, wurde es förmlich überrannt, so dass nach wenigen Stunden nichts mehr ging. Bis zu 20.000 Anfragen pro Sekunde (!) sorgten dafür, dass der Server wegen Überlastung zusammenbrach. Gegen Abend war zumindest wieder die Homepage zu sehen. Tiefergehende Besichtigungen quittierte das Portal dann aber schnell wieder mit Fehlermeldungen. Betreiber ist der Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände (vzbv) in Berlin. Das BMELV fördert das Portal im Rahmen der Initiative «Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln» – die Rede ist von gut 750.000 Euro. Alles Weitere siehe lebensmittelklarheit.de.
Nachtrag: Am Donnerstagabend konnte der WebBaecker endlich genauer hingucken. Angesichts der langen Vorbereitungszeit und des stattlichen Etats ist die derzeit anzutreffende Substanz unter lebensmittelklarheit.de eher dürftig. In Verbindung mit dem gründlich misslungenen Start hält das Portal im Moment noch nicht, was der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) mehrfach versprochen hatte.

lebensmittelklarheit.de: ja zum Dialog, nein zum Pranger

Berlin. (21.07. / bve) Die deutsche Ernährungsindustrie erwartet vom Portal «lebensmittelklarheit.de» einen substantiellen Beitrag zur Information über Lebensmittel, ihre Kennzeichnung und Aufmachung sowie eine sachliche Plattform zum Dialog. Dazu sagt der Vorsitzende des Spitzenverbands der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Jürgen Abraham: «Nur so lassen sich die gut 750.000 Euro, mit denen das Projekt vom BMELV finanziert wird, vor dem deutschen Steuerzahler überhaupt rechtfertigen. Daher lehnen wir nach wie vor den Teil des Internetportals ab, in dem konkrete Produkte mit Marke und Firma genannt werden, weil sich Verbraucher subjektiv irregeführt fühlen; es handelt sich nämlich um Lebensmittel, die entsprechend den gesetzlichen Anforderungen gekennzeichnet und aufgemacht, die also völlig legal sind». Niemand dürfe durch eine öffentliche Zurschaustellung bestraft werden, wenn er sich an Recht und Gesetz hält. Ob dies der Fall ist, entscheiden die Kontrollbehörden und letztlich die Gerichte. Daher sei es nicht akzeptabel, wenn eine andere, nicht legitimierte Instanz darüber befindet, ob ein Produkt quasi mit amtlichem Anstrich öffentlich abgewertet wird – mit allen negativen Folgen, bis hin zur Existenzbedrohung für das Unternehmen und seine Arbeitsplätze. Zugleich betont Abraham das große Interesse der Ernährungsindustrie an einer Verbesserung des «Wissens um Lebensmittel» in der breiten Bevölkerung. In diesem Sinn werde die Branche das Informationsangebot des Portals unterstützen und sich konstruktiv in einen Dialog einbringen.


ROHSTOFFE + ENTWICKLUNGEN


UTZ Certified: steigert Absatz deutlich im H1/2011

Amsterdam / NL. (20.07. / utz) In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden 81.319 Tonnen von «UTZ Certified Good Inside» Kaffee verkauft, was einer Absatzsteigerung von 38 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 entspricht. Nicht nur der Verkauf von zertifiziertem Kaffee stieg deutlich an; auch die Programme für Kakao und Tee entwickeln sich rasant. Im ersten Halbjahr 2011 wurden 20.300 Tonnen von UTZ-zertifiziertem Kakao und 1.778 Tonnen von UTZ-zertifiziertem Tee verkauft. Diese Zahlen entsprechen einem Plus von 76 Prozent bei Kakao und 46 Prozent bei Tee gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. UTZ Certified ist eines der weltgrößten Nachhaltigkeitsprogramme für Kaffee, Kakao und Tee. Markenunternehmen, die sich verpflichtet haben, (nachhaltige) UTZ-zertifizierte Rohstoffe zu beziehen, sind weltweite Marktführer. Bauern werden geschult, ihre landwirtschaftlichen Praktiken und ihre Betriebsführung mit Rücksicht auf Menschen und Umwelt professioneller zu gestalten. Dadurch verbessert sich die Qualität ihrer Produkte und sie werden in die Lage versetzt, größere Mengen zu niedrigeren Preisen zu produzieren. Zusätzlich erhalten Bauern, die mit UTZ Certified auf dem Weltmarkt zusammenarbeiten, eine Prämie für ihre Ernte. Für ihre Teilnahme an dem Programm müssen sie keine Jahresgebühr zahlen. Das System der Rückverfolgbarkeit von UTZ zertifizierten Rohstoffen garantiert nachträglich, dass diese tatsächlich auf verantwortungsvolle Weise gepflanzt und geerntet wurden.

Verband: Teemarkt in Deutschland bleibt stabil

Hamburg. (19.07. / tv) Der Teemarkt in Deutschland bleibt stabil. «Die Einfuhren von Schwarz- und Grüntee liegen mit rund 51.000 Tonnen wieder auf dem Niveau von 2008», sagt Jochen Spethmann, Vorsitzender des Deutschen Teeverbands – und verweist damit auf eine der Kernbotschaften des Jahreswirtschaftsberichts 2010, den sich Interessenten vom Server des Verbands herunterladen können. Die Zahlen zeigen auch, dass bereits vor dem Reaktorunfall japanische Tee-Exporte nach Deutschland mit nur 190 Tonnen nahezu bedeutungslos waren. Überraschend ist dagegen die starke Zunahme der Importe vom afrikanischen Kontinent nach Deutschland, besonders über die größte Tee-Auktion der Welt, in Mombasa, Kenia. Kenia selbst ist mit knapp 370.000 Tonnen sogar Exportweltmeister – vor China. Rund um den Globus wurden in 2010 fast 4,1 Millionen Tonnen Tee produziert. In Deutschland betrug die Inlandsverfügbarkeit von Tee im letzten Jahr rund 25.000 Tonnen, das ist zwar ein deutliches Plus gegenüber 2009, lässt sich aber auf verstärkte Lagerhaltung zurückführen. Verbraucht wurden 18.300 Tonnen. Das heißt, der deutsche Verbraucher trinkt im Durchschnitt weiterhin knapp 26 Liter Tee im Jahr. «Teetrinker bleiben ihrem Lieblingsgetränk treu, sie sind Genießer und gesundheitsbewusst. Das wird den Markt für Tee auch in den kommenden Jahren auf einem stabilen Kurs halten», ist Spethmann überzeugt.
Info: Den Jahreswirtschaftsbericht 2010 im Format PDF (13 Seiten; 4.551 KB) gibt es etwas versteckt unter Home » Aktuelles » News » Der Teemarkt in Deutschland … (Meldung bis zum Ende herunterscrollen, dem Download-Link folgen).


BOOKMARKS + BOOKS


Global Industry: Ralcorp Plans Spin-Off of Post Foods

Hamburg. (bm) Ralcorp Holdings announced that its Board of Directors has unanimously agreed in principle to separate Ralcorp and Post Foods in a tax-free spin-off to Ralcorp shareholders. The Company expects to complete the separation in approximately four to six months. The transaction does not require approval from Ralcorp shareholders. Other topics of the week:

Title Region Date
PepsiCo: Delivers Solid Financial Results for Q2/2011 (US) Fri 07-22
The Cheesecake Factory: Reports Results for Q2/2011 (US) Fri 07-22
Report: About 2011 Hotel Food and Beverage Consumer Trends (US) Fri 07-22
PepsiCo: Bunge CEO joins board of directors (US) Fri 07-22
AAK: posts record high second quarter operating profit (SE) Thu 07-21
Zetar PLC: announces preliminary results for FY 2011 (UK) Thu 07-21
Muhlenchemie: establishes laboratory in St. Petersburg (DE) Wed 07-20
UTZ Certified: Sales Increase Significantly in H1/2011 (NL) Wed 07-20
Britannia: plans to set up new manufacturing unit (IN) Tue 07-19
Technomic: Food trucks have staying power (US) Tue 07-19
Kerry: interested in Cargill´s global flavours business (IE) Mon 07-18
ADM: Benson Quinn to build elevator in Minnesota (US) Mon 07-18
Transaction: Ralcorp Plans Spin-Off of Post Foods (US) Sat 07-16
Ralcorp: Announces Preliminary Results for Q3/2011 (US) Sat 07-16


REZEPTE + IDEEN


Gemüsestrudel mit Schnittlauch-Joghurt-Sauce

Image Düsseldorf. (11.07. / kk) Ist das Wetter sommerlich oder sollte es zumindest sein, wächst die Vorliebe für leichte Speisen. Genau das ist der «Gemüsestrudel mit Schnittlauch-Joghurt-Sauce» aus der Kikkoman-Versuchsküche. Das Rezept bezieht sich auf vier Portionen.

Zutaten: 1/2 Wirsing, 1 Zwiebel, 1 rote Paprikaschote, 1 Fenchel, 2 Karotten, 1/4 Knollensellerie, 2 Zucchini, 2 EL Öl, 4 EL Kikkoman Soja-Sauce, 500g Blätterteig, 150g Mozzarella, 1 Eigelb, 150g Creme fraiche, 150g Joghurt, Salz, Pfeffer, 1 Bund Schnittlauch.

Zubereitung: Den Wirsing in einzelne Blätter teilen, große Rippen entfernen und blanchieren. Zwiebel hacken, Paprika in dickere Streifen schneiden, Fenchel vierteln und in Streifen schneiden. In Öl und Soja-Sauce andünsten. Karotten, Sellerie und Zucchini in Streifen schneiden dazugeben und kurz mitdünsten.

Den Teig ausrollen und stippen, Wirsingblätter darauf ausbreiten und das Gemüse verteilen. Mozzarella darüber geben und den Strudel einrollen. Die Enden zusammendrücken, mit Eigelb bestreichen, eventuell mit Sesam bestreuen und im Backofen bei 220° Celsius anbacken, nach zehn Minuten auf 180° Celsius zurückschalten und etwa 25 Minuten fertig backen.

Creme fraiche und Joghurt glatt rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fein geschnittenen Schnittlauch dazugeben. Strudel und Sauce zusammen anrichten.

Nährwert: je Portion 22g Eiweiß; 41g Kohlenhydrate; 56g Fett; 760 kcal, 3221 kJ.