Freitag, 26. Februar 2021

WB-28-2011

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 28. KW 2011 (09.07. bis 15.07.)
Download: https://www.webbaecker.de/11archivphp/wb2811.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN:
01. Campbell: investiert kräftig in «Backen und Naschen»
02. Kuchen + Co.: Lithardts feilen an neuer Unternehmensgruppe
03. Mittelschwaben: Greiner übergibt an Bayer
04. Hsu Fu Chi: Nestle vor dem großem Sprung

TERMINE + EVENTS:
05. wir-baecker.de: planen ersten Workshop
06. Verpackung: Marketinginstrument und Wertstoff

MANAGEMENT + BETRIEB:
07. Balzac Coffee: fusioniert mit World Coffee
08. Lkw-Kauf: Höchste Förderung für kleine Unternehmen
09. Meister-BAföG 2010: Förderung steigt weiter
10. Barry Callebaut: verkauft Stollwerck nach Belgien
11. BVE: Drittlandsmärkte gewinnen an Bedeutung
12. ZDH: Ausbildungsplatzbörsen bieten 20.000 freie Plätze

MARKETING + VERKAUF:
13. «Macher gesucht!»: Nachwuchswerbung kommt auf die Tüte
14. Kampffmeyer: Neue Dachmarke verbindet Tradition und Moderne

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER:
15. «lebensmittelklarheit.de»: soll nächste Woche kommen
16. LMIV: Das steht bald auf den Lebensmitteln
17. ZV: zur EU-Lebensmittelinformationsverordnung

PERSONEN + EHRUNGEN:
18. Qualitätsmanagement: TK-Produzent baut Team aus

BOOKMARKS + BOOKS:
19. Hintergrund: Pensionsfonds setzen voll auf Supermärkte
20. Global Industry: Campbell invests 30 million USD in innovation

REZEPTE + IDEEN:
21. Sommerlich leicht: Bagel mit Walnusscreme


MARKT + UNTERNEHMEN


Campbell: investiert kräftig in «Backen und Naschen»

Camden / NJ. (15.07. / wib) Die Zeiten, in denen die US-amerikanische Campbell Soup Company ihr Brot allein mit Suppen verdiente, sind lange vorbei. Campbell gehört zu den «Großen» unter den weltweit agierenden Lebensmittelkonzernen und verfügt mit «Pepperidge Farm» und «Arnott’s» über ein starkes Backwaren- und Snack-Segment. Genau genommen ist «Backen und Naschen» der zweitgrößte Geschäftsbereich des Konzerns. Gegenüber dem größten Segment (Suppen …) holt «Backen und Naschen» zunehmend auf. Das ist einerseits nicht schwer, weil sich Campbell mit der Entscheidung, das Salz in den Suppen zu reduzieren, weltweit den Ärger der Konsumenten zugezogen hat – und die Geschäftszahlen das widerspiegeln. Andererseits sind «Pepperidge Farm» und «Arnott’s» in ihren Märkten sehr innovativ – von herzhaft bis süß. Zwar hat die zum 01. August neu gewählte Vorstandsvorsitzende Denise Morrison noch nichts darüber verlauten lassen, was künftig mit dem Salz in den Suppen ist, doch steht eine große Investition schon mal fest: Wie der Konzern dieser Tage mitteilt, will er 30 Millionen US-Dollar in ein neues, 3’150 Quadratmeter großes Innovationszentrum investieren – am Stammsitz von Pepperidge Farm in Norwalk, Connecticut. Der Bau soll im August beginnen und im Herbst 2012 beendet sein. Nach Fertigstellung gehört die neue Einheit dann zu einem Verwaltungs-, Forschungs- und Entwicklungskomplex von Pepperidge Farm, der insgesamt knapp 14.000 Quadratmeter umfasst.

Kuchen + Co.: Lithardts feilen an neuer Unternehmensgruppe

Hamburg. (15.07. / wib) Wer glaubt, das Hamelner Unternehmer-Ehepaar Monika und Otto Lithardt würde sich nach dem Verkauf der Grabower Süßwaren Gruppe zurücklehnen (vgl. WebBaecker 17/2010, sieht sich getäuscht: Ausgehend von unterfränkischen Prichsenstadt haben die beiden längst schon wieder begonnen, sich eine neue Unternehmensgruppe aufzubauen – aus dem Erlös, den sie in Grabow erzielten. In Prichsenstadt, Ortsteil Altenschönbach, ist die StarCake Hanina GmbH ansässig, die in nicht allzu ferner Zukunft den Marktführern in Sachen Fertigkuchen hierzulande in die Parade fahren könnte. Jedenfalls werde Hanina gerade zur leistungsfähigsten Produktion für Fertigkuchen in Deutschland ausgebaut, heißt es im «LZ-Net». Das würde erklären, weshalb es Kuchenmeister derzeit drängt, seine Kapazitäten anzupassen (siehe WebBaecker 23/2011). Wir dürfen gespannt sein, wie es weitergeht. Doch haben die Lithardts nicht nur Gefallen an Fertigkuchen gefunden, sondern auch an Laugengebäck. Wie wir ebenfalls der LEH-Presse entnehmen, hat die Lithardt Holding unlängst die Brezelfabrik Josef Ams GmbH + Co. KG in Mannheim übernommen. Wobei die Lithardts vermutlich nicht von den vielen kleinen Büdchen im Südwesten angetan sind, sondern von den Produktionskapazitäten in Mannheim-Mallau. Die soll bei 15 Millionen Stück liegen und könne kurzfristig verdoppelt werden. Als Inspiration für die sicher kommende Sortimentserweiterung gilt die Brezelbäckerei Ditsch aus Mainz (im WebBaecker zuletzt vertreten 2x in der Ausgabe 26/2011).

Mittelschwaben: Greiner übergibt an Bayer

Neu-Ulm. (15.07. / div) Die Bäckerei Bayer KG übernimmt die Bäckerei Greiner. Wolfgang Greiner übergibt seinen Betrieb zum 01. August und erklärt sich gegenüber der Regionalpresse mit der zunehmend schwierigen Situation für kleine Betriebe. Wie die Bäckerei Greiner, so ist auch die Bayer KG ein Familien geführtes Unternehmen. Deshalb haben sich Greiners bewusst für das Neu-Ulmer Unternehmen entschieden. Zudem übernimmt die Bäckerei Bayer alle Mitarbeiter/innen des Sendener Betriebs. Auch Wolfgang Greiner wird künftig für Bayers arbeiten. Zudem will er versuchen, seiner Funktion als Nahversorger in Senden-Aufheim weiter nachzukommen, da es im Dorf sonst keinen Laden gebe. Gegründet 1947 in Blaubeuren und seit 1952 in Neu-Ulm ansässig, zählt die Bayer KG heute rund 90 Mitarbeitende und 13 Filialen im Raum Neu-Ulm, Ulm und Blaubeuren. Bäckermeister Rolf Bayer übernahm die Geschäftsleitung 1974 in zweiter Generation. In dritter Generation sind die Söhne Michael und Ulrich, beides Bäckermeister, heute ebenfalls im Unternehmen tätig.

Hsu Fu Chi: Nestle vor dem großem Sprung

Vevey / CH. (12.07. / nsa) In China ist die Nestle S.A. seit über zwanzig Jahren aktiv und betreibt dort aktuell 23 Fabriken, zwei F+E-Zentren und zählt etwa 14.000 Angestellte. Im Geschäftsjahr 2010 erwirtschaftete der weltgrößte Lebensmittelkonzern im Reich der Mitte 2,8 Milliarden Schweizer Franken – rund 2,34 Milliarden Euro. Dass sich Nestle den chinesischen Süßwaren-Giganten Hsu Fu Chi einverleiben könnte, elektrisiert seit Tagen die Süßwarenbranchen rund um den Globus. Während sich die Chinesen nach wie vor in Schweigen hüllen, gibt es nun eine offizielle Bestätigung aus der Schweiz: «Nestle beabsichtigt Partnerschaft mit chinesischem Süßwarenunternehmen Hsu Fu Chi». Wobei Nestle 60 Prozent von Hsu Fu Chi erwerben möchte, während die Gründerfamilie Hsu auf die verbleibenden 40 Prozent kommt. Hsu Chen, CEO und Präsident vom Ganzen, werde das Unternehmen weiterhin leiten. Die von Nestle zu zahlende Gesamtsumme zum Erwerb von 60 Prozent Hsu Fu Chi beträgt rund 2,1 Milliarden Singapur-Dollar (1,21 Milliarden Euro). Die Transaktion ist vor allem noch abhängig von der Zustimmung der chinesischen Behörden. Zum Portfolio von Hsu Fu Chi aus Dongguan in der Provinz Guangdong gehören Bonbons, Getreide-basierte Snacks, Kuchen, Kekse sowie der populäre Snack «Sachima». 2010 erreichten die Chinesen einen Gesamtumsatz von 560 Millionen Euro und eine Ebit-Marge von 17,3 Prozent. Das Unternehmen betreibt in der Volksrepublik vier große Fabriken, verfügt über sehr gute Vertriebsstrukturen und zählt rund 16.000 Beschäftigte.


TERMINE + EVENTS


wir-baecker.de: planen ersten Workshop

Offenbach. (15.07. / mm) Das Bäcker-Forum «wir-baecker.de» veranstaltet seinen ersten Workshop. Der soll die Chance bieten, dazu zu lernen und sich unter Kollegen auszutauschen. Die zweitägige kostenpflichtige Veranstaltung sei auch für weitere interessierte Unternehmer/innen offen, heißt es aus Offenbach. Der Workshop, auf 100 Teilnehmer/innen begrenzt, findet am 08. und 09. Oktober in Rothenbuch / Spessart statt. Details siehe workshop.wir-baecker.de.

Verpackung: Marketinginstrument und Wertstoff

Frankfurt / Main. (11.07. / dlg) Im Rahmen ihrer Lebensmitteltage 2011 organisiert die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) eine Fachveranstaltung zum Thema «Verpackung: Marketinginstrument und Wertstoff». Im Mittelpunkt stehen praxisorientierte Fachvorträge rund um die Themen Verpackungsmarketing, Verpackungsdesign und Wertstoff-Management. Die «Fachveranstaltung Verpackung» findet am 21. September in Darmstadt statt. Stichworte: Packaging – Hidden Champion im Marketing; Nachwuchsdesigner entwerfen Verpackungen; Eigenmarken im Premium-Bereich am Beispiel Rewe Feine Welt; Wertstofftonne – Die Suche nach dem Schatz im Müll.


MANAGEMENT + BETRIEB


Balzac Coffee: fusioniert mit World Coffee

Hamburg. (14.07. / bc) Die World Coffee Company und Balzac Coffee schlossen sich zum 13. Juli zur Balzac Coffee Company GmbH + Co KG zusammen. Das neue Unternehmen betreibt 57 Kaffeebars in 18 Städten, darunter alle Metropolregionen. «Wir haben in den letzten zwei Jahren verschiedene strategische Optionen geprüft und freuen uns, mit World Coffee einen Partner gefunden zu haben, der von den Kompetenzen und der Unternehmensphilosophie her ideal zu uns passt», sagt Vanessa Kullmann, die Balzac Coffee 1998 gemeinsam mit ihrer Schwester gründete. «Das neue gemeinsame Unternehmen hat jetzt eine Größe und Marktposition, die eine gute Ausgangsbasis für weitere Entwicklungen bieten». Innerhalb der neuen Balzac Coffee Company wird Kullmann im Beirat tätig sein und die Ausrichtung aktiv mit gestalten. Unter dem neuen Label wird sich Balzac auf drei strategische Säulen ausrichten: Kaffeebars in Einzelhandelslagen; in Verkehrsplätzen respektive Shopping-Centern sowie in Buchhandlungen. Die bestehenden Standorte der World Coffee Company und Balzac Coffee sollen sukzessive auf das neue gemeinsame Label umgestellt und das Netz der Kaffeebars weiter ausgebaut werden. Die Balzac Coffee Company wird ihre Kaffeebars auch künftig ausschließlich in Eigenregie führen. Mit der 1997 gegründeten World Coffee Company GmbH + Co KG und der 1998 gegründeten Balzac Coffee GmbH + Co KG fusionierten zwei deutsche Coffeeshop-Pioniere, die beide in Hamburg ansässig sind. Das neue Gemeinschaftsunternehmen hat einen Gesamtumsatz von rund 23 Millionen Euro.

Lkw-Kauf: Höchste Förderung für kleine Unternehmen

Frankfurt / Main. (13.07. / imu) Mit dem Programm «Anschaffung emissionsarmer Lkw – Zuschuss» fördert die KfW Bankengruppe im Auftrag des Bundes die Erneuerung des Nutzfahrzeugbestands in Deutschland. Wer jetzt beim Kauf neuer schwerer Nutzfahrzeuge auf besonders umweltverträgliche Modelle achtet, leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sondern profitiert auch unmittelbar in «barer Münze». Pro Fahrzeug können bei der KfW Bankengruppe bis zu 2.200 Euro als nicht rückzahlbarer Zuschuss beantragt werden. Dabei gilt grundsätzlich: Je kleiner das Unternehmen und je besser die Schadstoffklasse des Neuen, desto höher der Zuschuss. Weiterer Vorteil: Mit emissionsarmen Nutzfahrzeugen lassen sich auch die Betriebskosten – etwa bei der Lkw-Maut – erheblich senken. Wichtig: Anträge auf Zuschüsse müssen direkt bei der KfW Bankengruppe gestellt werden. Und: Die Zusage der KfW muss vorliegen, bevor ein Fahrzeug gekauft oder verbindlich bestellt wird. Antragsvordrucke und weitere Einzelheiten gibt es unter kfw.de (Bild + Text: imu).

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Meister-BAföG 2010: Förderung steigt weiter

Wiesbaden. (13.07. / destatis) Die Zahl der Empfänger/innen von Meister-BAföG stieg 2010 um 5,6 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, erhielten in Deutschland letztes Jahr etwa 166.000 Personen Meister-BAföG-Leistungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz. Damit stieg zum dritten Mal in Folge die Zahl der Geförderten und analog das finanzielle Fördervolumen. 31 Prozent der Geförderten waren Frauen. Ihre Zahl nahm gegenüber 2009 um 6,0 Prozent auf rund 52.000 zu. Bei den Männern stieg die Zahl um 5,5 Prozent auf knapp 115.000 Geförderte. An Leistungen wurden insgesamt rund 519 Millionen Euro bewilligt, 13,8 Prozent mehr als 2009. Knapp 65.000 (39 Prozent) der Geförderten nahmen an einer Vollzeitfortbildung teil (plus elf Prozent); 101.000 (61 Prozent) an einer Teilzeitfortbildung (plus drei Prozent). Mehr als jede zweite Fortbildung (51 Prozent) wurde nach dem Berufsbildungsgesetz durchgeführt. Hierunter fallen etwa Fachwirte, Techniker und Industriemeister. Rund 29 Prozent entschieden sich für eine Fortbildung nach der Handwerksordnung, zum Beispiel als Bäckermeister. Rund 15 Prozent absolvierten eine Fortbildung nach landesrechtlichen Regelungen, zum Beispiel als Fachkrankenpfleger. Weitere Fortbildungsziele (etwa fünf Prozent der Teilnehmer/innen) fielen unter Regelungen zu «Vergleichbarem Bundesrecht», «Ergänzungsschulen» sowie «Gesundheits- und Pflegeberufe».

Barry Callebaut: verkauft Stollwerck nach Belgien

Zürich / CH. (12.07. / bc) Die Barry Callebaut AG, spezialisiert auf Kakao- und Schokoladenprodukte, gab die Unterzeichnung einer Verkaufsvereinbarung für sein europäisches Verbrauchergeschäft (Stollwerck) an die belgische Baronie Gruppe bekannt. Die vollumfängliche Übernahme umfasst die gesamte Stollwerck Gruppe, einschließlich fünf Werke in Deutschland, Belgien und der Schweiz. Die Transaktion beinhaltet zudem eine langfristige Liefervereinbarung zwischen der Baronie Gruppe und Barry Callebaut für die Lieferung von rund 25.000 Tonnen Flüssigschokolade pro Jahr sowie die zusätzliche Lieferung von Kakaobohnen und Halbfertigprodukten. Die beabsichtigte Transaktion muss noch von den Wettbewerbsbehörden geprüft werden. Der Vertragsabschluss ist für den Herbst 2011 vorgesehen. Rabobank International fungierte als Finanzberater. Stollwerck wurde 1839 gegründet und 2002 von Barry Callebaut übernommen. Das Unternehmen bietet sein Portfolio an Schokoladenprodukten über die meisten führenden Einzelhändler in Europa an. Der Umsatz von Stollwerck beläuft sich auf rund 500 Millionen Euro per Anno und die Verkaufsmenge auf über 100.000 Tonnen. Die verkauften Mengen umfassen Handelsmarken und Traditionsmarken – Sarotti, Alprose, Alpia und Jacques – sowie die Co-Produktion für Dritte. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.700 Mitarbeitende.

BVE: Drittlandsmärkte gewinnen an Bedeutung

Berlin. (11.07. / bve) Die Ernährungsindustrie erzielte von Januar bis Mai 2011 einen Branchenumsatz von 66,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem nominalen Zuwachs von elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Exporte stiegen in diesem Zeitraum um 15 Prozent, berichtet die BVE. Ein Großteil des Umsatzwachstums der Ernährungsindustrie ist auf rohstoff-bedingte Preissteigerungen zurückzuführen. Preis- und saisonbereinigt betrug das Umsatzwachstum in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 1,8 Prozent. Laut Hamburgischem Weltwirtschaftsinstitut lagen die internationalen Lebensmittelrohstoffpreise im Juni 2011 um 47 Prozent über dem Vorjahresniveau. Wachstumstreiber in der Ernährungsindustrie ist das Auslandsgeschäft, das zu mehr als einem Viertel zum Branchenumsatz beiträgt. Die deutschen Lebensmittelexporte in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union stiegen im Zeitraum Januar bis Mai 2011 um zwölf Prozent. Die Ausfuhren in Märkte außerhalb der EU konnten im selben Zeitraum um 24 Prozent zulegen. Rund 20 Prozent der deutschen Exporte werden in Drittländern – vor allem Russland, USA und Schweiz – abgesetzt. Das Geschäftsklima in der Ernährungsindustrie blieb laut Ifo-Institut im Juni 2011 weiter stabil. Allerdings schätzten die Lebensmittelhersteller die aktuelle Lage im Juni etwas schlechter ein als noch im Mai. Die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate haben sich hingegen leicht verbessert. Die Ernährungsindustrie ist mit 544.000 Beschäftigten der viertgrößte Industriezweig und ein Garant für Wohlstand und Beschäftigung in Deutschland.

ZDH: Ausbildungsplatzbörsen bieten 20.000 freie Plätze

Berlin. (11.07. / zdh) Zum Stichtag 30. Juni liegt die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge deutlich über den Ergebnissen der letzten Jahre. 57.818 Verträge bedeuten ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders erfreulich: In Ostdeutschland liegt das Plus mit 6,9 Prozent noch über dem Zuwachs in Westdeutschland mit 6,1 Prozent. ZDH-Präsident Otto Kentzler: «Die Betriebe haben erkannt, dass sie früher im Jahr aktiv werden müssen, um geeignete Kandidaten für ihre Ausbildungsplätze zu finden». Die Zahl der angebotenen Lehrstellen ist im Vergleich zu den Vorjahren stark gestiegen. Handwerkskammern in Ballungsräumen melden, dass sich trotz rückläufiger Schulabgängerzahlen mehr Bewerber für eine Ausbildung im Handwerk interessieren. Kentzler: «Wir sind daher zuversichtlich, die Zahl von 2010 wieder zu erreichen oder sogar leicht zu übertreffen». Bis Ende Juni ist meist erst ein Drittel aller Verträge abgeschlossen. Kentzler macht Schulabgängern, die sich noch nicht für eine Ausbildung entschieden haben, daher Mut: «Aktuell melden die Handwerkskammern rund 20.000 freie Ausbildungsplätze in allen Bereichen des Handwerks, allein 5.000 für die ostdeutschen Bundesländer. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind also weiter ausgezeichnet». Kentzler empfiehlt aus eigener Erfahrung als Ausbilder, sich bei einem Betrieb der Wahl direkt vorzustellen. «Vorgefertigte und hundertfach kopierte Bewerbungen bringen die Jugendlichen selten weiter. Besser sind individuelle Bewerbungen beim Betrieb oder die Vereinbarung eines Vorstellungsgesprächs. Die Meister müssen erkennen können, ob der Jugendliche tatsächlich Interesse an der Ausbildung im gewählten Beruf hat».


MARKETING + VERKAUF


«Macher gesucht!»: Nachwuchswerbung kommt auf die Tüte

München. (13.07. / liv) Das bayerische Bäckerhandwerk unterstützt die Nachwuchskampagne «Macher gesucht!» des Bayerischen Handwerkstags (BHT) durch die Bereitstellung von Gebäcktüten mit einem speziellen «Macher»-Motiv. Ab August können Innungsbäckereien im gesamten Freistaat die Aktions-Tüten über die bayerischen Bäko-Genossenschaften beziehen. «Das Bäckerhandwerk ist damit ein aktiver Teilnehmer an der Nachwuchsarbeit des gesamten bayerischen Handwerks», sagt Landesinnungsmeister und BHT-Präsident Heinrich Traublinger MdL a. D.: «Angesichts der sinkenden Schulabgängerzahlen ist Nachwuchswerbung eine unserer zentralen Zukunftsaufgaben».

Kampffmeyer: Neue Dachmarke verbindet Tradition und Moderne

Hamburg. (13.07. / vkm) Ab sofort präsentieren sich alle deutschen Mühlenstandorte der VK Mühlen AG unter dem Markennamen «Kampffmeyer Milling Group». Der gemeinsame Auftritt unter der Dachmarke «Kampffmeyer» ist Zeichen der Rückbesinnung auf die über 120-jährige Geschichte des Unternehmens und ein neues Corporate Design soll zusätzlich die Zusammengehörigkeit der Mühlen symbolisieren. Gunnar Steffek, Hauptgeschäftsführer der Mühlengruppe: «Aus der traditionsreichen Herkunft des Hauses Kampffmeyer können wir sehr viel Kraft für unsere Zukunft schöpfen. Aufgrund der zunehmenden Internationalisierung unserer Kundenstruktur und der Getreidemärkte haben wir den englischen Namenszusatz ‘Milling Group’ gewählt». Die neun Produktionsbetriebe in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Hameln, Jarmen, Köln, Landshut, Mannheim und Völklingen sowie die Aurora Mühlen GmbH, welche führende Mehlmarken im deutschen LEH vertreibt, präsentieren sich nicht nur mit neuem Namen, sondern auch mit neuem Corporate Design.


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


«lebensmittelklarheit.de»: soll nächste Woche kommen

Berlin. (15.07. / vzbv / bmelv) Nächste Woche soll es so weit sein: Das (ehemals) viel diskutierte Verbraucherportal «lebensmittelklarheit.de» wird voraussichtlich am Mittwoch seinen Dienst aufnehmen. Weitere Details finden Interessenten auf der Homepage.

LMIV: Das steht bald auf den Lebensmitteln

Bonn. (14.07. / aid) Drei Jahre dauerte das Verfahren: In der ersten Juliwoche hat das Europäische Parlament in zweiter Lesung dem hart umkämpften Kompromisstext der europäischen Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) mit deutlicher Mehrheit zugestimmt (siehe WebBaecker 27/2011). Das Ziel der neuen Regelungen: eine umfangreichere und besser lesbare Information auf den Etiketten verpackter Lebensmittel, etwa über den Nährwert, die Herkunft von Fleisch und Geflügel oder allergene Zutaten – und zwar einheitlich für alle EU-Mitgliedstaaten. Auch lose Ware bleibt nicht außen vor. Künftig soll der Verbraucher auch in Restaurants oder in Bäckereien leichter erfahren können, in welchen Produkten sich allergene Stoffe verstecken. Die Verordnung tritt voraussichtlich Mitte November 2011 in Kraft. Auf den Etiketten werden sich die neuen Pflichten jedoch frühestens 2014 zeigen, teilweise erst später, heißt es in einer Erläuterung des aid infodiensts.

ZV: zur EU-Lebensmittelinformationsverordnung

Berlin. (09.07. / ZV) Lose Ware bleibt auch künftig von den Bestimmungen für vorverpackte Ware ausgenommen – das hat das Europäische Parlament entschieden (siehe WebBaecker 27/2011). Der Kompromiss über die Lebensmittel- Informationsverordnung (LMIV) wurde in zweiter Lesung angenommen. Die Pflicht, Informationen über allergene Stoffe bei loser Ware bereitzuhalten, ist damit amtlich. Wie die Betriebe des Lebensmittelhandwerks ihre Kunden künftig aufklären sollen, liegt jedoch in der Entscheidung der Mitgliedsstaaten. Das Bäckerhandwerk ist erleichtert, dass die praxisgerechte Bereitstellung einer Allergeninformation künftig ausreichen wird. Eine Kennzeichnungspflicht, wie die Etikettierung von loser Ware, wäre für die Betriebe praktisch unmöglich gewesen. «Von Bundesministerin Ilse Aigner haben wir bereits die Zusage, dass die Ausgestaltung der Informationspflicht für das Handwerk praktikabel bleiben wird», freut sich Peter Becker, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV). Seit Beginn des Gesetzgebungsverfahrens zur LMIV hat sich der Zentralverband unermüdlich dafür eingesetzt, dass die geplanten Regelungen Lebensmittel, die lose, also ohne Etikett, an den Verbraucher abgegeben werden, und solche, die zum alsbaldigen Verkauf vorverpackt werden, aus dem Anwendungsbereich der LMIV ausgenommen werden. Daher ist die Entscheidung des Europäischen Parlaments ein großer Erfolg. «Eine europaweit einheitliche, verpflichtende Kennzeichnung für lose, vorverpackte oder ausschließlich regional vermarktete Backwaren ist unpraktikabel, unwirtschaftlich und führt nicht zum Ziel der Verbesserung des Verbraucherschutzes», kommentiert ZV-Hauptgeschäftsführer RA Amin Werner den Beschluss.


PERSONEN + EHRUNGEN


Qualitätsmanagement: TK-Produzent baut Team aus

Fürth. (09.07. / wbb) Unternehmen der Lebensmittelbranche sehen sich mit zunehmenden Anforderungen im Bereich der gesetzlichen Regelungen zur Kennzeichnung der Ware, dem Spezifikationswesen und der allgemeinen Dokumentation im Qualitätsmanagement konfrontiert. Wolf ButterBack hat sich darauf eingestellt und in den letzten drei Jahren das Qualitätsmanagementteam von ursprünglich zwei auf heute fünf Personen erweitert. Neben Wolfgang Satzinger, Leiter des Qualitätsmanagements, und Klaus Gruber, unter anderem zuständig für den gesamten Zertifizierungsprozess, sind Heinz Hofmann und Armin Bogner verantwortlich für den Prüfprozess der Waren, die den Betrieb verlassen, wie auch der Rohstoffe und Handelswaren, die angeliefert werden. Als neueste Kollegin unterstützt Andrea Bogner seit März das QM-Team und verantwortet besonders die kunden- und länderspezifische Erstellung der Etiketten sowie die Produktkennzeichnung. In dieser Funktion ist die Diplomingenieurin (FH) der Ernährung und des Versorgungsmanagements auch Ansprechpartnerin für Kunden- und Lieferantenanfragen in Bezug auf lebensmittelrechtliche Themen und Spezifikationen.


BOOKMARKS + BOOKS


Hintergrund: Pensionsfonds setzen voll auf Supermärkte

Hamburg. (09.07. / wib) Man muss nicht Immobilienbesitzer oder Makler sein, um hin und wieder einen Blick in die «Immobilien Zeitung» zu werfen – Fachzeitung für die Immobilienwirtschaft. Was die «lebensmittelbasierten Einzelhandelsimmobilien» angeht, helfen die manchmal meterlangen Abhandlungen, Entwicklungen von einem ganz anderen Standpunkt aus zu betrachten und zu verstehen. Warum musste der weltgrößte Einzelhändler, Wal Mart aus den USA, in Deutschland scheitern? Was haben Immobilienfonds mit Backautomaten zu tun? Weshalb wird die internationale Expansion von Aldi, Lidl oder Metro kaum zu stoppen sein? Neuester Trend: Ob Profifußballer, Unternehmer oder amerikanische Pensionskasse: Sie alle vertrauen, wenn es um Handelsimmobilien geht, auf Mietverträge mit Edeka, Rewe oder Aldi. Investitionen in lebensmittelbasierte Einzelhandelsimmobilien sind derart en vogue, dass man von einer eigenen Asset-Klasse sprechen kann, schreibt die «IZ». Anleger fühlen sich sicher. «Wenn Lidl und Aldi ihre Miete nicht mehr zahlen können, haben wir in Deutschland ganz andere Probleme», sagt ein Entwickler gegenüber der Fachzeitung. Das leuchtet ein. Doch eigentlich wollten wir an dieser Stelle nur die Empfehlung abgeben, hin und wieder einen Blick in die «IZ» zu werfen. Aktuelle Gelegenheit bietet der Aufsatz «Pensionsfonds setzen voll auf Supermärkte» – mit 24.017 Anschlägen (etwa sechs Seiten) wieder etwas lang, dafür aber hochinteressant.

Global Industry: Campbell invests 30 million USD in innovation

Hamburg. (bm) Campbell Soup Company announced that it will invest more than 30 million USD to build a new 34’000-square-foot innovation center at its Pepperidge Farm facilities in Norwalk, Connecticut. The project will also include extensive upgrading of Pepperidge Farm´s existing headquarters at the site. The investment reflects Campbell´s efforts to further increase the rate of innovation across its Baking and Snacking portfolio, the company´s second-largest reporting segment, which includes both its Pepperidge Farm unit and Arnott´s in Asia Pacific. Other topics of the week:

Title Region Date
Yum! Brands: Announces Q2/2011 EPS Growth of 13 percent (US) Fri 07-15
BakeTech: signs Letter of Intend to merge with AMF (US) Fri 07-15
Premier Foods: Appoints Michael Clarke as New CEO (UK) Fri 07-15
Campbell: Invests in Pepperidge Farm Innovation Center (US) Thu 07-14
Technomic: Hispanic consumers want authentic menu items (US) Thu 07-14
Kraft Foods: announces executive leadership change in Europe (US) Thu 07-14
Campbell: to Outline New Strategic Direction (US) Wed 07-13
Starbucks: Announces New Leadership Structure (US) Wed 07-13
Nestle: to acquire 60 percent of Chinese Hsu Fu Chi (CH) Tue 07-12
Barry Callebaut: sells Stollwerck to Belgian Baronie Group (CH) Tue 07-12
CHS: Reports Nine-Month Earnings of 754,8 Million USD (US) Tue 07-12
Golden Gate Capital: Completes Acquisition of CPK (US) Mon 07-11
CKE: Announces Opening of First Two Hardee´s in Kazakhstan (US) Mon 07-11
Mintel: Value and Flavour Trump Healthy Menu Selections (US) Mon 07-11
Canada: Top 200 Restaurant Chains Improve Results (CA) Mon 07-11
Sara Lee: Names New CFO of North American Business (US) Sat 07-09
Krispy Kreme: Names New SVP of US Franchises and Company Stores (US) Sat 07-09
BFFC: Announces Results of Annual Stockholder Meeting (BR) Sat 07-09


REZEPTE + IDEEN


Sommerlich leicht: Bagel mit Walnusscreme

Image Frankfurt. (15.07. / cwc) Passend zur Jahreszeit stellt die California Walnut Commission (CWC) auf ihrer deutschen Homepage einen «Bagel mit Walnusscreme» vor, der gut zu Frühstück und Brunch passt. Das Rezept bezieht sich auf vier Bagels.

Zutaten: 100g kalifornische Walnüsse; 1 Topf Zitronenmelisse; 200g Frischkäse; 5 El Milch; Salz; 4 Bagels; einige Blätter Lollo bianco; 100g Staudensellerie; 1 reife Mango.

Zubereitung: Für die Walnusscreme die Walnüsse fein hacken. Zitronenmelisse waschen, trocken tupfen und in feine Streifen schneiden. Frischkäse mit Milch und etwas Salz verrühren. Walnüsse und Melisse zufügen und miteinander vermischen. Bagels quer halbieren. Die Salatblätter waschen und abtupfen. Staudensellerie waschen und in feine Scheiben schneiden. Mango schälen, Stein entfernen und das Fruchtfleisch in Spalten schneiden. Bagels mit Frischkäse, Salat, Staudensellerie und Mangospalten füllen. Fertig.