Donnerstag, 26. November 2020

WB-26-2014

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 26. KW 2014 (21.06. bis 27.06.)
Download: https://www.webbaecker.de/14archivphp/wb2614.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN
01. Coppenrath + Wiese: Millionen-Deal bahnt sich an
02. Schutzschirm: Middelberg zieht positive Bilanz
03. Sieben Seen Bäcker: ist wohl wieder Geschichte

TERMINE + EVENTS:
04. Saatgutfonds: Traditionelle Bäcker spenden 25.000 Euro
05. Für Anwender: Marvin-Seminare im 2. Halbjahr 2014
06. Vormerken: Weiterbildung + Co. an der Bäckerfachschule

MANAGEMENT + BETRIEB:
07. Bankenkommunikation: Der Ton macht die Musik
08. Meister-BAföG 2013: 171:000 Geförderte in Deutschland
09. Inventurdifferenzen 2014: Kriminalität nimmt zu
10. Ladendiebstahl: HDE warnt vor Bagatellisierung
11. NGG: fordert fälschungssichere Arbeitszeitnachweise
12. Exportbarometer: Lebensmittelindustrie in bester Stimmung
13. Ernährungsindustrie: TTIP sichert der Branche Wachstum
14. Investitionen: Mittelstand noch im Plus, aber …
15. ZDH appelliert: Chancen auf Auslandsaustausch für Azubis erhalten!
16. Jahresbericht: AG Mittelstand meldet 250.000 neue Jobs

MARKETING + VERKAUF:
17. Insika: Manipulationsschutz für Registrierkassen
18. HDE: Gutscheinkarten droht das Aus

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER:
19. Bauernverband: Ökolandbau nicht ausbremsen!
20. Bio wächst weiter: Starke Nachfrage endlich nutzen!
21. Hans Freitag: ruft vorsorglich Kekse zurück
22. Report: Bedeutung nachhaltiger Kaffees wächst deutlich

ROHSTOFFE + ENTWICKLUNGEN:
23. Scheidung ohne Schmerzen: Brötchen ohne Backmittel
24. DRV: erwartet überdurchschnittliche Getreideernte

PERSONEN + EHRUNGEN:
25. Lüftungstechnik: Anlagenbauer stärkt Vertrieb

BOOKMARKS + BOOKS:
26. Global Industry: Fazer closes Hyvinkää and Ulvila bakeries

REZEPTE + IDEEN:
27. Leicht und bekömmlich: Veggie-Grillen für Anfänger


MARKT + UNTERNEHMEN


Coppenrath + Wiese: Millionen-Deal bahnt sich an

Osnabrück. (26.06. / div) Die westfälische Regionalpresse ist aus dem Häuschen: Die Conditorei Coppenrath + Wiese ist verkauft – so gut wie. Nein, der Name des Käufers ist noch nicht bekannt. Weil ja nichts unter Dach und Fach ist. Aber die Gesellschafter verhandelten mit einem kleinen Kreis von Interessenten und am Dienstag sei die Entscheidung definitiv gefallen. Nein, nicht die Entscheidung, wer Coppenrath + Wiese kaufen dürfe, sondern nur die, die einen Verkauf prinzipiell gutheißt. Die eigentliche Transaktion könne nun kurzfristig erfolgen. Als Käufer kämen nur zwei Konzerne infrage. Oder taucht am Ende noch ein geheimnisvoller Dritter auf? Vor allem sei den Gesellschaftern die Absicherung der Mitarbeitenden und der Firmenkultur sehr wichtig, heißt es etwas blumig aus dem Tecklenburger Land. Wie auch immer: Gerüchte über den Verkauf gibt es schon länger. 2013 zählten die Experten für tiefgekühlte Torten, Kuchen, Desserts, Blechkuchen, Mini-Gebäck, Brötchen und Baguettes insgesamt rund 2.200 Mitarbeitende. Die Hauptverwaltung liegt in Osnabrück, produziert wird in Mettingen. Der Umsatz 2013 betrug nach Firmenangaben rund 375 Millionen Euro. Der Exportanteil liegt bei gut 25 Prozent. Neben den vier Gesellschaftern aus der Familie Coppenrath werden wohl auch die Geschäftsführer Martin Möllman und Andreas Wallmeier ein Wörtchen mitreden wollen.

Schutzschirm: Middelberg zieht positive Bilanz

Bad Iburg. (26.06. / bwm) Die Bäckerei Wilhelm Middelberg GmbH zieht eine positive Bilanz nach der Sanierung mit dem neu geschaffenen Schutzschirmverfahren. «Das Verfahren war für Middelberg genau der richtige Weg zur Sanierung», betont der neue Eigentümer Wilhelm Middelberg. «Der Schutzschirm gab dem Unternehmen die nötige Zeit und den nötigen Freiraum, um sich nachhaltig neu aufzustellen». «Unser Beispiel zeigt, dass das Schutzschirmverfahren ein hochgeeignetes Instrument zur Sanierung auch mittelständischer Unternehmen ist», ergänzt Geschäftsführerin Anja Meister. «Entscheidend ist allerdings, dass man die Unterstützung von externen Fachleuten sucht. Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Berater und Sachwalter war stets pragmatisch und kooperativ», unterstreicht Meister. «Ohne deren konstruktive Unterstützung hätte die Sanierung der Bäckerei Middelberg nicht gelingen können». Anderen Unternehmen, die sich über ein Schutzschirmverfahren sanieren möchten, empfiehlt Meister vor allem, das Verhältnis zu Mitarbeitern und Geschäftspartnern zu pflegen. «Für den Sanierungserfolg ist es ganz entscheidend, die Mitarbeiter und Geschäftspartner mit ins Boot zu holen. Dazu müssen diese wichtigen Stakeholder immer gut informiert und eng in den Prozess eingebunden werden. Nur dann bleiben die Motivation der Mitarbeiter und gute Geschäftsbeziehungen im Verfahren intakt – und darüber hinaus». Die Bäckerei Wilhelm Middelberg hatte im September 2013 die Sanierung über ein Schutzschirmverfahren begonnen und den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortgeführt. Im weiteren Verlauf stimmten die Gläubiger und das Insolvenzgericht dem vom Unternehmen entwickelten Insolvenzplan zu, so dass das Insolvenzverfahren am 30. April 2014 aufgehoben werden konnte.

Sieben Seen Bäcker: ist schon wieder Geschichte

Sternberg. (26.06. / div) Vielleicht haben Ihnen in den zurückliegenden Monaten hier und da Meldungen zum «Sieben Seen Bäcker» gefehlt, die Bäckermeister Wilfried Schütte (58) und der Unternehmensberater Friederich Landgraf (63) erst vor gut einem Jahr aus der Taufe gehoben hatten (siehe WebBaecker 17/2013). Manchmal ist eben auch ein WebBaecker sprachlos. Ohne lange herumzureden, empfehlen wir Ihnen in diesem Zusammenhang gerne noch den Bericht «Landbäckerei Grundmann – Betrugsermittlungen gegen Investor» von den Kieler Nachrichten Ende Mai. Dass der «Sieben Seen Bäcker» nun seinerseits Geschichte ist und einem Insolvenzverfahren entgegen sieht, hat die Schweriner Volkszeitung herausgefunden. Demnach hat die Bäckerei ihren Antrag auf Eröffnung des Verfahrens Ende Mai gestellt. Zuvor seien bei Gericht allerdings schon «einige andere» Insolvenzanträge eingegangen, die Bäckerei betreffend – heißt es im Nachruf auf das Unternehmen unter der Überschrift «Die Backöfen bleiben kalt».


TERMINE + EVENTS


Saatgutfonds: Traditionelle Bäcker spenden 25.000 Euro

Barsinghausen. (27.06. / db) Mit der mehrfach erwähnten Gemeinschaftsaktion «Saat Gut Brot 2014» brachten 44 Bäckereien in sechs Tagen über 25.000 Euro für die ökologischen Züchtungsinitiativen zusammen. Wie schon einmal vor rund acht Monaten, wurde die Aktion durch die Organisation Die Bäcker. Zeit für Geschmack initiiert und organisiert. Vollkornbäcker Ernst Köhler aus Würzburg sagt abschließend: «Das Thema Saatgut und Saatgut-Souveränität, auch wenn die meisten Kunden diesen Begriff nicht direkt verwenden, rückt langsam stärker in die öffentliche Wahrnehmung. Wer darüber informiert ist, dass heute nur noch wenige Großkonzerne die globale Saatgutproduktion bestimmen, kommt schnell zu der Einsicht, dass kommerzielle Züchtungspraktiken zur Herstellung öffentlicher Güter kein optimaler Weg sind». Überreicht wurde die Spende in diesen Tagen an den Geschäftsführer des Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Oliver Willing. Die-Bäcker-Vorstandsmitglied Jörg Meffert resümiert: «So ganz nebenbei zeigen die an der Aktion beteiligten Bäckereien, dass zur sauberen, Zusatzstoff-freien Verarbeitung interessanter Getreidesorten das fundierte Know-how traditioneller Handwerksbäcker und Bäckerinnen gehört. Unsere Verarbeitungsweise passt zu den Zuchtzielen der ökologischen Pflanzenzüchter/innen. Uns Bäckern und Bäckerinnen kommt also eine große Verantwortung zu, um die Qualität des biologisch gezüchteten Saatguts und die des daraus erzeugten Getreides aufzunehmen und daraus bestes, wohlschmeckendes Brot zu backen». Neben der Spende an den Saatgutfonds kamen bei der Auftaktveranstaltung in Berlin knapp 2.000 Euro zusammen, die direkt einer Organisation von Kleinbauern in Mosambik zugute kommt.

Für Anwender: Marvin-Seminare im 2. Halbjahr 2014

Kronau. (26.06. / goe) Die Marvin-Anwender-Seminare unter dem Motto «Training on the Job direkt in Ihrer Nähe» setzt Goecom auch im 2. Halbjahr 2014 fort. Der große Zuspruch und die Bereitschaft der Anwender, die Seminare in ihren eigenen Schulungsräumen stattfinden zu lassen, zeigen den Kronauer Fachleuten, dass sie mit dieser Form des Anwender-Trainings richtig liegen. Die Kombination aus vorgegebenen Themen und spontanen Aufgabenstellungen aus dem Teilnehmerkreis machen diese Seminare so effektiv. Oft gibt es als Bonus noch eine kleine Betriebsbesichtigung der Produktionsräume des jeweiligen Gastgeber. An dieser Stelle ein herzliches «Dankeschön» an alle Unternehmen, bei denen Goecom bisher und auch künftig zu Gast sein darf. Für das 2. Halbjahr 2014 stehen jetzt folgende Termine und Orte fest:
16. September in 36282 Hauneck (Kassel);
23. September in 76709 Kronau (Karlsruhe);
01. Oktober in 71088 Holzgerlingen (Stuttgart).

Das Anmeldeformular finden Interessenten wie immer online auf der Goecom Homepage unter «Events». Interesse am Seminar, aber Ort zu weit weg oder anderes Thema gewünscht? Kein Problem, denn Anfang November will Goecom noch ein weiteres Seminar stattfinden lassen und möchte dieses gerne abhängig von Ihren Vorschlägen veranstalten. Senden Sie dazu einfach Ihren Wunschort oder Ihr Wunsch-Thema mit dem Betreff «Wunschseminar» an info@goecom.de.

Vormerken: Weiterbildung + Co. an der Bäckerfachschule

Hannover. (25.06. / bfs) Auch im 2. Halbjahr 2014 hat der Bäckerinnungsverband Niedersachsen-Bremen (BIV) und die damit verbundene Bäckerfachschule Hannover (BFS) im ADB-Verbund wieder interessante Veranstaltungen im Angebot. Mit dazu gehören (nach Datum sortiert):
Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten; am 15. Juli in der BFS;
Energiegipfel 2014; am 16. Juli im Bäckeramtshaus;
Betriebswirtschaftliche Jahrestagung; am 23. Juli in der BFS;
Zertifikats-Studiengang Ernährungsberater/in (vier Module); Intensivkurs mit Lerneinheiten zuhause und an der BFS; 15. September bis 03. Dezember inklusive Prüfung;
Meisterlehrgang M-I/2015 (Vollzeit und Teilzeit) ab Januar 2015 an der BFS;
Meisterlehrgang M-II/2015 (Vollzeit und Teilzeit) ab August 2015 an der BFS.


MANAGEMENT + BETRIEB


Bankenkommunikation: Der Ton macht die Musik

Isernhagen / Hannover. (27.06. / ge) Regelmäßig haben kleine und mittelgroße Betriebe des Bäckereigewerbes mit mittlerer oder nur ausreichender Bonität gemäß Umfragen und gezeigten Erfahrungen immer noch Schwierigkeiten, eine Finanzierung für Betriebsmittel und Investitionen zu erhalten. Die Basel III-Regulierung hat starken Einfluss auf die internen Prozesse in den Banken genommen und deshalb spielen über die Bilanzzahlen hinaus die so genannten weichen Faktoren – geschäftliches Umfeld, Wettbewerb, Abnehmer, Geschäftsführung, Kontoinformationen oder die Informationspolitik – zunehmend eine wichtige Rolle. Das Ergebnis der eigenen Bonität spiegelt sich im Rating wider, das die Banken jeweils für sich nach gesetzlich vorgegebenen Bestimmungen ermitteln und eine gute Ratingnote ist das entscheidende Kriterium für die Kreditvergabe. Andererseits lautet eine bei kleinen und mittelständischen Unternehmen nach wie vor weit verbreitete Meinung: «Wir sind schon seit vielen Jahren bei unserer Bank, und diese macht sich sowieso ihr eigenes Bild von unserem Unternehmen – egal, ob mit oder ohne Bankenkommunikation». Doch die Praxis beweist das Gegenteil: Die Art der Bankenkommunikation entscheidet häufig sehr wohl über die Kreditzusage oder die Gewährung günstiger Zinskonditionen. Die Kommunikation mit der Bank sollte in den wesentlichen vier Punkten folgendermaßen erfolgen:
– regelmäßig,
– vollständig,
– realistisch,
– offen und nachvollziehbar.
Voraussetzung hierfür ist natürlich auch eine verlässliche Datenbasis durch qualifizierte Buchführung und eine übersichtliche Darstellung des wesentlichen Zahlenmaterials (zum Beispiel Branchen-BWA). In einer ausführlichen Unternehmer-Information hat die Gehrke Econ Gruppe ihre Empfehlungen zur Bankenkommunikation zusammengefasst. Diese oder/und weitergehende Informationen und Hinweise zum Thema können Sie gern bei den Steuerberatern der Gehrke Econ Gruppe aus Isernhagen unter michael.debeer@gehrke-econ.de anfordern.

Meister-BAföG 2013: 171:000 Geförderte in Deutschland

Wiesbaden. (27.06. / destatis) Die Zahl der Empfänger/innen von Meister-BAföG stieg im Jahr 2013 um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, erhielten in Deutschland im vergangenen Jahr etwa 171 000 Personen Meister-BAföG-Leistungen nach dem Aufstiegsfortbildungs- Förderungsgesetz. Damit stiegen im sechsten Jahr in Folge die Empfängerzahlen. Etwa zwei Drittel der Geförderten waren Männer. Ihre Zahl nahm gegenüber 2012 um 2,4 Prozent auf 116.000 zu. Die Zahl der Frauen mit Meister-BAföG stieg im gleichen Zeitraum um 0,7 Prozent auf 55.000. Rund 72.000 (42 Prozent) der Geförderten nahmen an einer Vollzeit- Fortbildung teil, 99.000 (58 Prozent) bildeten sich in Teilzeit fort. Gegenüber 2012 stieg die Zahl der geförderten Personen in Vollzeit um 4,9 Prozent, während die Zahl der Geförderten in Teilzeit geringfügig um 0,3 Prozent zurückging. Mit dem Meister-BAföG werden Teilnehmer/innen an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung durch Beiträge zu den Kosten der Bildungsmaßnahme und zum Lebensunterhalt finanziell unterstützt. An Förderleistungen standen im Jahr 2013 insgesamt 576 Millionen Euro zur Verfügung. Das waren 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Inventurdifferenzen 2014: Kriminalität nimmt zu

Köln. (26.06. / ehi) Die aktuellen Daten der EHI-Studie analysieren 3,9 Milliarden Euro Inventurdifferenzen im deutschen Einzelhandel und 1,3 Milliarden Euro Investitionen des Handels in Präventiv- und Sicherungsmaßnahmen. Im gesamten deutschen Einzelhandel summieren sich diese Differenzen auf 3,9 Milliarden Euro. Nach Einschätzung des Kölner EHI Retail Institutes entfällt im Schnitt aller Branchen gut die Hälfte der gesamten Verluste auf Kundendiebstähle, während wertmäßig den eigenen Mitarbeitern rund 20 Prozent anzulasten ist. In absoluten Zahlen ergeben sich daraus etwa 2,1 Milliarden Euro Schaden durch Kundendiebstähle und 900 Millionen Euro durch eigene Mitarbeiter – sowie 300 Millionen Euro durch Lieferanten und Servicekräfte. Statistisch gesehen bedient sich jeder Bundesbürger jährlich an Waren im Wert von 26 Euro im Einzelhandel, ohne zu bezahlen. Zu Verkaufspreisen ausgedrückt, geht dem Einzelhandel in branchengewichteter Hochrechnung durchschnittlich 1,01 Prozent seines Umsatzes verloren. Gegenüber 2012 haben sich die Verlustraten 2013 kaum verändert. Im Branchenvergleich stellen Baumärkte, Drogeriemärkte sowie Teile des Bekleidungshandels überdurchschnittliche Bestandsdifferenzen fest. Die polizeilich erfassten Ladendiebstähle haben 2013 abermals mit 356.152 angezeigten Fällen um 1,5 Prozent abgenommen und erwecken den Eindruck, als ob Kundendiebstähle stetig zurückgehen. Die Einschätzungen des Handels zur aktuellen Kriminalitätslage stehen allerdings im Widerspruch dazu, der Handel rechnet mit einer eher zunehmenden Kriminalität. Es gibt die Möglichkeit, auf dem EHI-Server eine Leseprobe zur aktuellen Studie herunterzuladen im Format PDF, 13 Seiten, 431 Kilobyte. Neben Vorwort und Inhaltsverzeichnis steht Interessenten damit auch eine aussagefähige Zusammenfassung zur Verfügung.

Ladendiebstahl: HDE warnt vor Bagatellisierung

Berlin. (26.06. / hde) Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert die konsequentere Bestrafung von Ladendieben. «Ladendiebstahl ist kein Bagatelldelikt. Die Einzelhändler in Deutschland verlieren so jährlich über zwei Milliarden Euro», sagt HDE-Experte Peter Schröder. Für eine wirkungsvolle Abschreckung sei eine konsequentere Bestrafung der Diebstähle unumgänglich. Der HDE fordert deshalb eine ausdrücklich im Gesetz festgelegte Bagatellgrenze bei 25 Euro. Nur so sei gewährleistet, dass nicht auch bei größeren Diebstählen von Bagatellvergehen ausgegangen werde. Außerdem sollten die Justizminister der Länder sich dafür einsetzen, dass die Staatsanwaltschaften ihre Ermittlungen bei Ladendiebstählen seltener wegen Geringfügigkeit einstellen. «Die Dunkelziffer beim Ladendiebstahl ist enorm. Das liegt auch daran, dass viele Händler angesichts der oft eingestellten Verfahren keinen Sinn mehr in einer Anzeige sehen. Das muss sich ändern». Die vom EHI Retail Institute veröffentlichte Zahlen zeigen, dass statistisch jeder Bundesbürger jährlich Waren im Wert von 26 Euro stiehlt. Insgesamt gehen den Händlern laut EHI durch Inventurdifferenzen und Investitionen zu deren Vermeidung 5,2 Milliarden Euro im Jahr verloren.

NGG: fordert fälschungssichere Arbeitszeitnachweise

Hamburg. (26.06. / ngg) «Mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns muss die Bundesregierung die Betriebe zur lückenlosen, dokumentenechten Erfassung sämtlicher Arbeitszeiten verpflichten». Das fordert Burkhard Siebert, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Mit Blick auf das Gastgewerbe wies der NGG-Vize auf eine einfache, kostengünstige und unbürokratische Möglichkeit dafür hin: «Seit Jahren liegt ein Gesetzentwurf für die Einführung einer digitalen Sicherung von elektronischen Registrierkassen in der Schublade des Bundesfinanzministers. Mit derart gesicherten Kassen sollten auch die Arbeitszeiten der Beschäftigten fälschungssicher erfasst werden». Überall, wo mit viel Bargeld gearbeitet werde, wachse die Gefahr von Missbrauch und Steuerbetrug durch Manipulation der Einnahmen: «Von Schwarzgeld wird Schwarzarbeit cash berappt», sagt Siebert. Die technischen Möglichkeiten für eine fälschungssichere Ausrüstung von elektronischen Kassensystemen seien mit der Chipkarte «Insika» – Integrierte Sicherheitslösung für messwertverarbeitende Kassensysteme – längst vorhanden. «Auch das Bundesfinanzministerium hält nach jüngsten Meldungen einen Nachweis der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden über Registrierkassen für hilfreich. Es hat sich mit den Länderfinanzministern darauf verständigt, Insika jetzt bundesweit anzugehen. Das begrüßen wir», sagt Siebert. Diese Lösung unterstütze erheblich die zwingend erforderlichen Kontrollen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit zum Mindestlohn.

Exportbarometer: Lebensmittelindustrie in bester Stimmung

Frankfurt / Berlin. (25.06. / pwc / bve) Die deutschen Lebensmittelexporteure sind bester Stimmung: Sie beurteilen sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Exportperspektiven deutlich besser als vor Jahresfrist. Mit einem Stand von plus 45 Punkten hat das Exportbarometer im Mai seinen bislang höchsten Wert erreicht. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage liegt aktuell bei 51 Punkten und damit um drei Punkte über dem Vorjahreswert. Besonders gut ist die Stimmung gegenwärtig bei den Bierexporteuren: Auf der Skala von minus 100 bis plus 100 erreicht der Saldo bemerkenswerte 72 Punkte – offenbar fördert die Fußball- Weltmeisterschaft das Geschäft. Über alle Branchen hinweg sind die Geschäftserwartungen der rund 400 befragten Unternehmen für das nächste Halbjahr ebenfalls besser als vor Jahresfrist (Saldo von 39 Punkten gegenüber 37 Punkten). Besonders zuversichtlich sind die Lebensmittelexporteure für die außereuropäischen Märkte: 54 Prozent der Befragten gehen von einem höheren Absatz in den USA aus, für den chinesischen Markt prognostizieren sogar 69 Prozent der Unternehmen Zuwächse. Vor diesem Hintergrund kommt einem Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA (Transatlantic Trade and Investment Partnership – TTIP) aus Sicht der befragten Exporteure große Bedeutung zu: Nahezu die Hälfte (47 Prozent) der Unternehmen erwarten von dem Abkommen weiter steigende Ausfuhren in die USA. 40 Prozent versprechen sich Impulse für Produktinnovationen, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Die eigenen Verkaufspreise wird TTIP nach Einschätzung der befragten Lebensmittelexporteure nahezu unverändert lassen, heißt es im aktuellen «PwC-Exportbarometer» (Format PDF) im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE).

Ernährungsindustrie: TTIP sichert der Branche Wachstum

Berlin. (25.06. / bve) Die deutschen Lebensmittelhersteller haben hohe Erwartungen an eine Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP). Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und PwC, die im Rahmen des Exportbarometers Mai 2014 durchgeführt wurde. Demnach rechnen 87 Prozent der befragten Unternehmen mit wachsenden oder stabilen Exporten in die USA. 20 Prozent gehen von Kostensenkungen und 27 Prozent von einem verringerten Bürokratie- und Zeitaufwand im US-Exportgeschäft aus. Darüber hinaus werden positive Anreize für Produktinnovationen (40 Prozent), infrastrukturelle Investitionen (33 Prozent) sowie den Arbeitskräftebedarf (24 Prozent der Unternehmen) erwartet. «Die positiven Erwartungen spiegeln sich in allen Teilbranchen und über alle Unternehmensgrößen wider. Am meisten profitieren aber kleine und mittelständische Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern von TTIP. Sie erwarten die größten Zuwächse im US-Exportgeschäft sowie die größten Kostenersparnisse», sagt BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. Doch nicht nur für den Absatz in den USA soll TTIP Vorteile bringen – gut 60 Prozent der Unternehmen rechnen durch TTIP mit einem Wachstum ihrer weltweiten Exporte. 84 Prozent sehen die Chance, dass sie durch TTIP ihre Wettbewerbsvorteile am Weltmarkt für Lebensmittel halten oder ausbauen können.

Investitionen: Mittelstand noch im Plus, aber …

Frankfurt. (24.06. / kfw) Die Investitionen der Unternehmen in Deutschland sind niedrig. Noch decken die Neuinvestitionen die Abschreibungen. Verantwortlich dafür ist der Mittelstand: Seit 2004 sind die Nettoinvestitionen in Summe mit 350 Milliarden Euro im Plus. Anders die Großunternehmen: Ihre Nettoinvestitionen liegen deutlich im Minus. Aber auch im Mittelstand nehmen Warnsignale zu. Die Nettoinvestitionen sind rückläufig. Der Substanzverlust kommt für den Mittelstand in kleinen Schritten. Das setzt Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel. Mehr Investitionen sind wünschenswert. Vielleicht könne der Staat vorangehen – heißt es im jüngsten «Fokus Volkswirtschaft» der KfW Bankengruppe (Format PDF).

ZDH appelliert: Chancen auf Auslandsaustausch für Azubis erhalten!

Berlin. (23.06. / zdh) Seit der Gründung des Netzwerks «Berufsbildung ohne Grenzen» hat sich die Zahl der Auszubildenden im Ausland verdoppelt. Vier Prozent aller Azubis gehen aktuell zum Praktikum ins Ausland. 2020 sollen es zehn Prozent sein, so will es die Bundesregierung. «Daher sind wir völlig baff, dass die Förderung für das Beratungsnetzwerk 2014 eingestellt werden soll», sagt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Denn: «Ohne die 40 Mobilitätsberater/innen wird sich nicht mehr viel bewegen». Der ZDH und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatten 2009 die Gründung des Netzwerkes angeregt. Die bei den Kammern angesiedelten Berater nehmen eine Funktion vergleichbar mit Akademischen Auslandsämtern an Hochschulen ein. Sie beraten Betriebe, Ausbilder, Lehrlinge und Gesellen hinsichtlich eines Auslandspraktikums und bereiten die Teilnehmer vor. Im Gegenzug organisieren sie mit internationalen Partnern Praktika junger Ausländer in deutschen Betrieben. «Die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung beweist sich auch bei gleichen Chancen zum Austausch mit dem Ausland», sagt Schwannecke. Neue berufsfachliche Kenntnisse, verbesserte Fremdsprachenkenntnisse und mehr interkulturelle Kompetenzen steigern die Chancen der Teilnehmer am Arbeitsmarkt. Die teilnehmenden Betriebe berichten von verbesserten Auslandskontakten, Kenntnissen über neue Märkte und einer gesteigerten Attraktivität als Ausbildungsbetrieb.

Jahresbericht: AG Mittelstand meldet 250.000 neue Jobs

Berlin. (21.06. / agm) 250.000 Arbeitsplätze und Umsatzplus – kleine und mittlere Betriebe bleiben Beschäftigungsmotor. Mit einer Viertelmillion neuer sozialversicherungspflichtig Beschäftigter bleibt der Mittelstand Jobgarant der deutschen Wirtschaft: Der Anstieg der Arbeitsplätze fiel 2013 sogar noch stärker aus als im Vorjahr. Obwohl sich das Wachstum insgesamt abgeflacht hat, konnte der Mittelstand dennoch ein Rekordergebnis erzielen. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 0,4 Prozent auf aktuell 5.082 Milliarden Euro. Das geht aus dem Jahresmittelstandsbericht 2014 unter dem Titel «Für eine zukunftsgewandte Mittelstandspolitik» hervor, den die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand jüngst veröffentlichte. Mit dem aktuellen Bericht ziehen zehn Verbände jährlich gemeinsam Bilanz und bewerten für den Mittelstand auf zentralen Entscheidungsfeldern das politische Handeln. Den Jahresmittelstandsbericht 2014 gibt es auf der Homepage der AG Mittelstand zum kostenfreien Download (Format PDF; 72 Seiten; 4.982 KB).


MARKETING + VERKAUF


Insika: Manipulationsschutz für Registrierkassen

Berlin. (26.06. / adm) Bereits im Jahresbericht 2003 des Bundesrechnungshofs wird auf drohende Steuerausfälle durch Manipulationsmöglichkeiten in modernen Registrierkassen hingewiesen. In Registrierkassen gespeicherte Daten können in vielen Systemen beliebig, ohne die geringsten Spuren zu hinterlassen, verändert werden. Abhilfe ist danach dringend geboten. Deshalb erarbeitete das BMF einen Gesetzentwurf zur Verhinderung dieser Manipulationen unter Bezug auf ein von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) und dem Bundesministerium für Finanzen vorgeschlagenen Verfahrens. In einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe Registrierkassen wurde ein Fachkonzept zur Umsetzung des Gesetzes entwickelt. Unter Leitung der PTB wurde eine entsprechende technische Lösung im Rahmen des Insika-Projekts (Integrierte Sicherheitslösung für messwertverarbeitende Kassensysteme) konzipiert und umgesetzt. Dieses Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie als MNPQ-Projekt (Messen, Normen, Prüfen und Qualitätssicherung) gefördert. Die für Juli 2008 geplante Verabschiedung des Gesetzentwurfs durch das Bundeskabinett wurde vertagt. Bei Umsetzung des Konzepts wird Steuerbetrug verhindert. Das führt zur mehr Steuergerechtigkeit. Der Steuerpflichtige hat bei Anwendung des Systems den Vorteil, dass er nachweisen kann, dass alle Bareinnahmen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Die Mehrkosten sind sowohl bei der Nachrüstung bestehender Kassensysteme als auch bei neuen Systemen gering. Der Manipulationsschutz basiert auf einer digitalen Signatur, die von einer durch eine autorisierte zentrale Stelle ausgegebenen Chipkarte erzeugt wird. Damit geschützte Daten können nicht unerkannt verändert werden. Selbst bei einer Manipulation oder beim Verlust der Daten ist durch technische Vorkehrungen eine Abschätzung der Umsätze möglich. Die Lösung basiert auf bewährter, moderner Sicherheitstechnik, ist vergleichsweise einfach zu implementieren und klassischen Fiskalspeicherlösungen in jeder Hinsicht deutlich überlegen. Mehr zum Insika-Projekt an sich, zu dessen Verbreitung und viele Hyperlinks zum Thema gibt es auf Wikipedia.

HDE: Gutscheinkarten droht das Aus

Berlin. (26.06. / hde) Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht viele etablierte Gutschein-, Geschenk- und Bonuskartensysteme durch eine Änderung bei der europäischen Zahlungsdienste-Richtlinie in Gefahr. «Die Pläne erhöhen die Hürde für viele Händler, die Geschenk- oder Bonuskarten herausgeben möchten, unnötig. Für die Unternehmen steht der Aufwand dann in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zum Nutzen», sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Viele Händler bräuchten den Plänen nach eine Lizenz als Zahlungsinstitut oder müssten eine Partnerbank beauftragen, um weiterhin ihre Karten anbieten zu können. Betroffen sind zum Beispiel Karten, die bei mehreren Händlern oder rechtlich selbständigen Filialen gelten. Nicht betroffen von der Neuregelung dagegen sollen Karten sein, die nur bei einem Unternehmen akzeptiert werden. Die Europäische Kommission möchte mit der Überarbeitung der Zahlungsdienste-Richtlinie Geldwäsche weiter erschweren. «Die Gefahr der Geldwäsche mit diesen bei einem begrenzten Händler-Kreis gültigen Karten ist minimal. Der Richtlinien-Entwurf ist deshalb unverhältnismäßig», sagt Genth. Es sei nicht nachvollziehbar, warum für eine sinnlose Maßnahme die bei den Kunden und Händlern beliebten Gutschein-, Geschenk- und Bonuskarten eingeschränkt werden sollten. Insgesamt werden schätzungsweise 2,8 Milliarden Euro Einzelhandelsumsatz über Gutscheinsysteme abgewickelt. Eine Umfrage des EHI Retail Institutes für das Jahr 2013 hatte ergeben, dass über 90 Prozent der großen Handelsunternehmen Gutscheinkarten verarbeiten. Bei den kleineren Händlern sind es immerhin noch über 50 Prozent.


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


Bauernverband: Ökolandbau nicht ausbremsen!

Berlin. (26.06. / dbv) «Die Bio-Betriebe in Deutschland dürfen nicht zum Verlierer der Reform der EU-Ökoverordnung werden», dies unterstrichen die Landwirtschaftsministerin von Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, und der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Joachim Rukwied, in einer gemeinsamen Erklärung. Ministerin Höfken hatte anlässlich des Deutschen Bauerntags im DBV-Präsidium mit den 18 Landesbauernpräsidenten eine eingehende Diskussion über aktuelle Fragen der nationalen und europäischen Agrarpolitik geführt. Beim Thema Öko-Landwirtschaft stimmte man in der Beurteilung überein, dass die Verbrauchernachfrage stetig zunehme und sich der Ökologische Landbau somit zu einem interessanten Produktions- und Marktsegment entwickele. Rukwied und Höfken sprachen sich dafür aus, dass sowohl der Öko-Landbau als auch die konventionelle Landwirtschaft sich weiterentwickeln und ihre Chancen im Markt nutzen können. Vor allem müssten die heimischen Bio-Betriebe vom Wachstum des Öko-Segments im Lebensmittel- Einzelhandel profitieren können. Für eine stabile Entwicklung benötigten die Bio-Betriebe deshalb verlässliche und praktikable Rahmenbedingungen. Der von der EU-Kommission vorgelegte Vorschlag einer Reform der Öko-Verordnung genüge diesem Anspruch jedoch in keiner Weise. Ministerin und Bauernpräsident forderten den Rat der EU-Agrarminister und das EU-Parlament auf, den Reformvorschlag in der jetzigen Fassung abzulehnen.

Bio wächst weiter: Starke Nachfrage endlich nutzen!

Berlin. (24.06. / boelw) Die in diesen Tagen veröffentlichten Zahlen der Bundesregierung zum Ökolandbau zeigen, dass die deutschen Ökoflächen 2013 um knapp zwei Prozent gewachsen sind. Dennoch hinkt die heimische Produktion weiter der steigenden Nachfrage nach Biolebensmitteln hinterher. «Die Potentiale des starken Öko-Absatzes, der 2013 um mehr als sieben Prozent zulegen konnte, werden in Deutschland nicht genutzt», sagt der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein und gibt zu Bedenken: «Die Vorzüge des Ökolandbaus kommen damit verstärkt dem Ausland zugute, wo man das mangelnde Flächenwachstum in Deutschland ausgleicht». Die Erzeugerländer profitieren vom Ökolandbau am Markt, durch sauberes Trinkwasser, eine vielfältige und artenreiche Landschaft sowie eine artgerechte Haltung der Bio-Tiere und mehr Arbeitsplätzen im ländlichen Raum. Die Bundesregierung nimmt die starke Nachfrage nach Biolebensmitteln nicht zum Anlass, um den heimischen Ökolandbau voranzubringen. Das selbstgesteckte Ziel ihrer Nachhaltigkeitsstrategie – 20 Prozent Ökolandbau in Deutschland – und die ihrer Biodiversitätsstrategie rücken damit in weite Ferne. Auch die angestrebte Verminderung des Pestizid-Einsatzes in Deutschland wird so nicht erreicht werden können. Der BÖLW-Vorsitzende betont, wie wichtig deshalb eine Ernährungswende ist: «Ökolandbau muss als Goldstandard zum Leitbild für die deutsche Landwirtschaft werden. Die politischen Rahmenbedingungen, die nach wie vor auf eine intensive und Ressourcen-fressende Landwirtschaft ausgerichtet sind, müssen so gesetzt werden, dass sich deutlich mehr Bauern dauerhaft für Ökolandbau entscheiden».

Hans Freitag: ruft vorsorglich Kekse zurück

Verden / Aller. (23.06. / hfg) «Wir haben festgestellt, dass durch einen an uns gelieferten Rohstoff metallische Fremdkörper in unsere Produktionsprozesse gelangt sind. Hiervon sind ausschließlich Keks-Artikel betroffen. Alle Waffeln sind unbedenklich. Es hat bisher keine entsprechende Reklamation von Handelskunden oder Endverbrauchern gegeben. Wir wollen uns jedoch verantwortlich zeigen und aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes eine Rückrufaktion für diverse Produkte initiieren», schreibt die Verdener Keks- und Waffelfabrik Hans Freitag GmbH + Co. KG auf ihrer Homepage. Die Fremdkörper sind etwa vier Zentimeter lang, sehr dünn und gewellt, man kann sie als «Metallhaare» bezeichnen, die zwar gut sichtbar sind, die aber auch in den Keksen teilweise oder ganz eingebacken sein könnten. Auch wenn die bei Hans Freitag an den Verpackungsmaschinen installierten Metalldetektoren diese Metallhaare finden und ausschleusen können, so bleibt doch ein Restrisiko, nach dem nicht alle betroffenen Verpackungen restlos gefunden wurden. Deshalb sieht es der Hersteller als seine Pflicht an, Verbraucher und Handelskunden über den Vorfall zu informieren. Vom öffentlichen Warenrückruf sind nur Gebäcke mit bestimmten Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) betroffen – nachzulesen im KeksBlog des Unternehmens. Die Artikel wurden über den LEH vertrieben, darunter Aldi Nord und Aldi Süd, Edeka und Netto Marken-Discount. Weitere Artikel des Unternehmens und weitere MHD sind nicht betroffen. Kunden, die Produkte mit den genannten MHD gekauft haben, können diese gegen Erstattung des Kaufpreises in ihren Einkaufsstätten zurückgeben.

Report: Bedeutung nachhaltiger Kaffees wächst deutlich

Hamburg. (23.06. / tcc) Nachhaltiger Kaffee liegt im Trend. Wer sind die Käufer und was genau verstehen Konsumenten eigentlich unter Nachhaltigkeit? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um Kaffee gibt der Tchibo «Kaffeereport 2014» mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Rund 56 Prozent der Deutschen möchten ihren Kaffee mit gutem Gewissen genießen. Zugleich ist auf dem Weltmarkt mehr nachhaltiger Kaffee verfügbar: Zwischen 2010 und 2012 zeigt sich international eine deutliche Steigerung beim Produktionsvolumen von Kaffee mit Siegeln unabhängiger Organisationen wie Rainforest Alliance (plus 72 Prozent), UTZ Certified (plus 82 Prozent), Fairtrade (plus 30 Prozent) und 4C Association (plus 176 Prozent). Bestandteil des «Kaffeereports 2014» ist eine repräsentative Studie, für die fast 4.800 Personen in ganz Deutschland befragt wurden. Auf rund hundert Seiten gibt es Wissenswertes zu Konsumverhalten und Märkten, Produkten und Trends zu entdecken. Neben einer Printversion und einer Onlineversion gibt es den Report auch als PDF-Datei zum kostenfreien Download (50 Seiten; 5.323 KB).


ROHSTOFFE + ENTWICKLUNGEN


Scheidung ohne Schmerzen: Brötchen ohne Backmittel

Image Isernhagen. (26.06. / is) Gemeinsam mit Backbetrieben jeder Größenordnung arbeiten die Fachleute aus dem IsernHäger VorteigCentrum regelmäßig daran, dass Produkte noch besser werden. In dem zu schildernden Fall war die Aufgabenstellung eines internationalen Kunden eindeutig: Wir brauchen ein Clean-Label-Brötchen. Nach Kunden-Definition ein Brötchen ohne Backmittel, das auch «über die Kälte geführt» ein Spitzenprodukt ist. Da das Produkt bereits bestand und nur (…) auf die neuen Anforderungen umgebaut werden musste, machten sich die Vorteig-Experten aus Isernhagen an die Arbeit. Welcher Vorteig passt am besten zu den Produktvorgaben? Müssen bei der Gebäckherstellung eventuell Änderungen vorgenommen werden? Schon die ersten Versuche waren vielversprechend und nach weiteren Verkostungen war schnell klar, dass der Einsatz einer Vorteig-Kombination aus Weizenvorteig-Bologna und Kochstück zum gewünschten Ziel führt. Details zur verwendeten Rezeptur und zu den Parametern «über die Kälte» erhalten Sie direkt bei Frank Brunngräber per E-Mail.

DRV: erwartet überdurchschnittliche Getreideernte

Berlin. (26.06. / drv) Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) erwartet wegen der anhaltend guten Witterungsbedingungen eine überdurchschnittliche Ernte von 48,3 Millionen Tonnen Getreide. Der Wert übersteigt das Ergebnis des Vorjahrs von 47,8 Millionen Tonnen leicht. Die Weizenernte schätzt der DRV auf 25,1 Millionen Tonnen. Bei Wintergerste erwartet der DRV bei einer geringfügig gestiegenen Anbaufläche weiter mit knapp 8,7 Millionen Tonnen eine etwas höhere Menge als zum Vorjahr (8,4 Millionen Tonnen). Beim Roggen rechnet der DRV nach wie vor mit 3,8 Millionen Tonnen. Dies ist gegenüber 2013 ein Rückgang um nahezu 20 Prozent – analog zu einem deutlichen Rückgang bei der Anbaufläche. Bei Sommergerste prognostiziert der DRV – bei einer Anbaufläche auf Vorjahresniveau – eine Erntemenge von gut 1,9 Millionen Tonnen. Dies wäre nur ein leichter Rückgang zum Vorjahr von knapp zwei Prozent. Beim Raps erwartet der Verband bei einer Anbaufläche von 1,45 Millionen Hektar derzeit eine Erntemenge leicht über Vorjahresniveau von gut 5,9 Millionen Tonnen. Der Entwicklungsvorsprung der Getreide- und Rapsbestände beträgt nach wie vor im Schnitt zwei Wochen. Die ersten Erntearbeiten in Deutschland werden wohl bald beginnen. Global wächst nach aktuellen Prognosen eine Getreideernte heran, die mengenmäßig leicht hinter dem Rekordergebnis 2013 zurückbleibt. Der Verband erwartet, dass Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht stehen. Auch für Weizen wird global eine ausgeglichene Bilanz erwartet. Ob sich allerdings diese Schätzungen bestätigen, bleibt abzuwarten. Hier kommt einmal mehr dem weiteren Witterungsverlauf entscheidender Einfluss zu. Für die Vermarktung von deutschem Weizen, vor allem im Export, wird im kommenden Jahr nicht nur der Wechselkurs zum US-Dollar, sondern auch das Angebot in anderen wichtigen Anbauregionen von Bedeutung sein. Mit großer Aufmerksamkeit schaut der DRV auf die Schwarzmeerregion und besonders die Ukraine.


PERSONEN + EHRUNGEN


Lüftungstechnik: Anlagenbauer stärkt Vertrieb

Iserlohn. (21.06. / aa) Energie-, Lüftungs- und Hygienetechnik ist das Geschäftsfeld der aTmos GmbH. Wie der Anlagenbauer aus dem Sauerland mitteilt, verstärkt ab sofort Bernd Koletzko das Unternehmen mit Sitz in Iserlohn. Der Ingenieur ist seit vielen Jahren im Projekt-gesteuerten Vertrieb tätig und besitzt profunde Branchenkenntnisse. Wie Geschäftsführer Dipl.-Ing. Albert Reichenbach in einer Mitteilung sagt, kann aTmos der wachsenden Nachfrage nach technischen, wirtschaftlichen und energetischen optimalen Lösungen mit der Verpflichtung von Koletzko folgen. Im Fokus des Unternehmens stehen nationale und internationale Bäckereien unterschiedlichster Betriebsgröße.


BOOKMARKS + BOOKS


Global Industry: Fazer closes Hyvinkää and Ulvila bakeries

Hamburg. (bm) Fazer Bakery´s collaboration negotiations regarding the bakeries in Hyvinkää and Ulvila in Finland are over. Production in the Hyvinkää and Ulvila bakeries will be terminated and the bakeries will be closed in autumn 2015. Fazer has considered different options to improve the efficiency of its bakery network, and has decided to centralise the production of bakery products. Other topics of the week:

Title Region Date
General Mills: Fiscal 2014 Results Below Expectations (US) Fri 06-27
Dunkin’ Brands: names executive chef, VP product innovation (US) Fri 06-27
Fazer: closes Hyvinkää and Ulvila bakeries (FI) Thu 06-26
Tate + Lyle: appoints new Chief Financial Officer (UK) Thu 06-26
Nestle: inaugurates chocolate factory in Egypt (CH) Wed 06-25
Cargill: develops non-GMO soybean oil (US) Wed 06-25
Whitbread: reports strong Q1/2014, sales up 12,7 percent (UK) Tue 06-24
Profile America: about the National Candy Month (US) Tue 06-24
Lantmännen: reports higher result in first trimester 2014 (SE) Mon 06-23
In with the old: Is chia the next big superfood? (US) Mon 06-23
Individual diets change German bakery market (UK) Sat 06-21
Bakery snacks: the taste of comfort and nostalgia (UK) Sat 06-21


REZEPTE + IDEEN


Leicht und bekömmlich: Veggie-Grillen für Anfänger

Bonn. (24.06. / ble) Sommerzeit, Grillzeit. Schwein, Rind und Geflügel sind hierzulande in Sachen Grillgut weiterhin die Nummer 1. Doch es muss nicht immer Fleisch sein. Vegetarisches Grillen wird nicht nur unter gesundheitsbewussten Verbrauchern zunehmend beliebt. Laut einer Grillstudie (Focus Media 2011) landen bereits bei gut 50 Prozent aller deutschen Grill-Fans häufig (30,9 Prozent) oder sogar sehr häufig (19,3 Prozent) Spargel, Zucchini + Co auf dem Rost. Mitte Mai stellten vier Bio-Spitzenköche für die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bei einem Live-Grill-Event am Kölner Rheinufer kreative Rezeptideen und praktische Warenkunde-Tipps zum Thema Veggie-Grillen mit Biozutaten vor. Details zur Veranstaltung sowie Fotos und ein Video gibt es auf oekolandbau.de. Zwölf Rezepte hatten die Bio-Köche mit dabei, darunter «Thymian-Fladenbrot» als Vorspeise, «Gegrillter Seitan mit würziger Champignonsauce» als Hauptspeise und dazu ein «Grüner Frühsommer-Smoothie» zur Erfrischung. PDF-Dateien zu den Rezepten gibt es auf den angegebenen Seiten.

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