Freitag, 26. Februar 2021

WB-03-2012

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 03. KW 2012 (14.01. bis 20.01.)
Download: https://www.webbaecker.de/12archivphp/wb0312.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN:
01. Lieken AG: 2010 war «außerordentlich»
02. Österreich: Die Schlacht ums «beste» Brot
03. Heberer: hält Umsatz trotz Portfoliobereinigung
04. Kathi: meldet beachtliches Umsatzplus 2011
05. TK-Spezialist gönnt sich Generalüberholung
06. Pret A Manger: meldet erste Filiale auf dem Kontinent
07. Software: 25 Jahre im Dienst von Bäckern und Konditoren

TERMINE + EVENTS:
08. GV-Barometer: Betriebe wollen Lebensmittelkennzeichnung

MANAGEMENT + BETRIEB:
09. BVE: Ernährungsindustrie wächst real moderat
10. ECVET: fördert Mobilität und Anerkennung
11. Migros: setzt 2011 nominal weniger um
12. «Chi-Quadrat»: allein kein Grund, die Buchführung zu beanstanden

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER:
13. Ernährung: Verzicht auf Fleisch schont die Umwelt
14. «Hygiene-Farbbalken»: Bayern bleibt hartnäckig
15. BLL: effiziente Lebensmittelüberwachung ist essentiell

PERSONEN + EHRUNGEN:
16. BIV: Landesbeauftragter für Marketing tritt zurück
17. BIV: trennt sich von designierter Schulleiterin
18. BIV: stellvertretender LIM legt Amt nieder
19. IHK: «Goldene Ehrennadel» für Landbäcker-Chef
20. DLG: setzt auf Kontinuität
21. Nestle Schöller: Geschäftsführer geht nach Belgrad
22. ZV: meldet neuen Referenten

BOOKMARKS + BOOKS:
23. Global Industry: Grupo Bimbo to invest in Argentina

REZEPTE + IDEEN:
24. Pitabrote mit Kichererbsen-Walnuss-Füllung


MARKT + UNTERNEHMEN


Lieken AG: 2010 war «außerordentlich»

Düsseldorf. (20.01. / lag) Wegen des Verkaufs der Kamps GmbH zum 31. August 2010 sind die Zahlen des Geschäftsjahrs 2010 der Lieken AG nur eingeschränkt mit denen von 2009 zu vergleichen. Vom Gesamtumsatz 2009 in Höhe von 953,0 Millionen Euro entfielen 137,8 Millionen Euro (14,5 Prozent) auf die Kamps GmbH. Für 2010 erläutert Lieken daher nur die Ertragslage des verbleibenden Retail Geschäftsbereichs. Die Umsatzerlöse dieses Geschäftsbereichs für 2010 betrugen 782,4 Millionen Euro – minus vier Prozent gegenüber 2009. Die Herstellungs- und Einstandskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen konnten jedoch von 532,3 Millionen Euro um 5,7 Prozent auf 502,0 Millionen Euro gesenkt werden, heißt es aus Düsseldorf. Der erhebliche Anstieg der Rohstoffpreise ab Mitte 2010 machte sich nicht in vollem Umfang bemerkbar, weil die Großbäcker noch von längerfristigen Kontrakten profitieren konnten. Die Personalkosten fielen um 0,4 Prozent auf 226,9 Millionen Euro. Die Vertriebskosten des verbleibenden Retail Konzerns sanken um 1,4 Prozent auf 270,1 Millionen Euro. Die Zinsaufwendungen verringerten sich von 22,6 Millionen Euro auf 13,3 Millionen Euro aufgrund der Rückführung bestehender Verbindlichkeiten. Das außerordentliche Ergebnis 2010 ist durch den Verkauf von Kamps, durch die erstmalige Anwendung des BilMoG (BilanzrechtsModernisierungsGesetz) und durch die geplanten Werksschließungen auf einen Fehlbetrag von 54,0 Millionen Euro gestiegen. Allein die BilMoG-Anwendung führte per Saldo zu einer Belastung von 3,48 Millionen Euro. Die Lieken AG weist aufgrund der Ereignisse und Entwicklungen in 2010 einen Jahresüberschuss von 18,9 Millionen Euro aus – gegenüber 283,1 Millionen Euro in 2009.

Österreich: Die Schlacht ums «beste» Brot

Wien / AT. (19.01. / orf) Brot erfahre derzeit einen Hype wie kein anderes alltägliches Lebensmittel. Supermärkte und Großbäcker böten eine überbordende Vielfalt an Gebäcksorten. Erste Diskontbäcker aus Deutschland drängten auf den Markt. Zugleich sei die Schlacht der Edel-, Slow-Food- und Alternativbäcker um das beste handgefertigte Brot voll ausgebrochen. Die neuen Backvisionäre würden plötzlich wie einst Winzer als Shootingstars gehandelt. Welches Brot zu Hause in den Korb komme, werde immer mehr zur Glaubensfrage. Alles in allem sei der Brotkauf im Alpenland – besonders in Wien – richtig kompliziert geworden, heißt es in dem lesenswerten Beitrag «Zwischen Pappteig und Lavendelkruste» aus der Feder des ORF. Damit skizzieren die Nachrichtenleute pointiert eine backende Branche, die in den letzten Jahren zwar Federn lassen musste, heute aber so vielfältig ist wie nie zuvor.

Heberer: hält Umsatz trotz Portfoliobereinigung

Mühlheim / Main. (17.01. / wfh) Die Wiener Feinbäckerei Heberer ist mit dem Geschäftsjahr 2011 zufrieden. Der Umsatz blieb trotz Bereinigung des Portfolios in 2011 nahezu gleich (2010: 130 Millionen Euro). Das Ebita lag erneut bei über zehn Millionen Euro. Der Durchschnittsbon hat sich auf 2,48 Euro (plus vier Prozent) verbessert. Auch der durchschnittliche Filialumsatz pro Monat stieg um vier Prozent auf knapp über 30.000 Euro. «Die Heberer-Anleihe erweist sich trotz der Finanzkrise als sicheres Papier und ist schon knapp zur Hälfte gezeichnet. Viele Anleger kennen unser seit 120 Jahren bestehendes Unternehmen als Kunde und haben Vertrauen in unsere Strategie und Ziele. Unser Ziel ist, zwölf Millionen Euro zu erreichen», sagt Alexander Heberer, gemeinsam mit seinem Bruder Georg geschäftsführender Gesellschafter der Gruppe. Die über die Anleihe erzielten Emissionserlöse werden verwendet, um die Modernisierung und den Aufbau neuer Filialen an strategisch ausgewählten Standorten zu ermöglichen. So ist das Unternehmen – neben dem Rhein-Main-Gebiet – bereits einer der Marktführer in Berlin sowie bundesweit an Frequenzstandorten wie Bahnhöfen und Flughäfen. 2012 eröffnet das Unternehmen im neuen Flugsteig A-Plus des Frankfurter Flughafens zwei neue Standorte nach dem Konzept «Heberer’s Traditional Bakery». Zusammen mit anderen Heberer-Filialen wäre das Unternehmen damit dann eine Handvoll mal in Deutschlands Flughafen Nr. 1 vertreten. Die Wiener Feinbäckerei Heberer ist mit 350 Filialen einer der führenden Filialisten im deutschen Bäckereimarkt.

Kathi: meldet beachtliches Umsatzplus 2011

Halle / Saale. (16.01. / krt) Die Kathi Rainer Thiele GmbH kann auf ein gutes Jahr 2011 zurückblicken. «Wir konnten mit einem Bruttoumsatz von 25,3 Millionen Euro abschließen. Gegenüber 2010 bedeutet dies eine rund 16-prozentige Steigerung; auch beim Absatz legten wir um etwa 15 Prozent zu», sagt Kathi-Geschäftsführer Marco Thiele. Insgesamt verließen 17,5 Millionen Packungen Mischungen und Mehle das Haus. Im Segment Backmischungen trugen 2011 besonders Hefeteig, Streuselteig und die Apfelprodukte zur Umsatzsteigerung bei. Maßgebend war hierbei die gute regionale Obsternte. Bei den Mehlen hat sich besonders die Weizentype 405 hervorragend entwickelt. Hier setzte das Unternehmen über 5,3 Millionen Tüten ab. Ein weiterer entscheidender Wachstumsträger war das Industriegeschäft. Die Zahlen belegen nicht nur, dass Kathi die Position als Marktführerin in den ostdeutschen Bundesländern weiter ausgebaut hat. Produkte aus Halle an der Saale werden zunehmend auch im Westen gelistet und tragen entsprechend zum Umsatz bei. «Das gute Ergebnis 2011 stellt eine solide Basis für das kommende Jahr dar, dennoch blicken wir verhalten auf 2012. Drastisch gestiegene Rohstoffpreise, vor allem bei unseren Hauptrohstoffen Mehl und Zucker, trüben den Ausblick. Wir gehen aber davon aus, dass wir auch 2012 den Wachstumskurs beibehalten können. Voller Zuversicht zählen wir weiter auf die Treue unserer Kunden», sagt Marco Thiele. Der Hallenser Produzent von Vor- und Fertigmischungen für Endverbraucher zählt gegenwärtig 90 Mitarbeitende. Das Sortiment an Haushaltspackungen umfasst rund 70 Produkte.

TK-Spezialist gönnt sich Generalüberholung

Fürth. (16.01. / wbb) Der Tiefkühlbäcker und -lieferant Wolf ButterBack hat im letzten Dezember zwei neue Croissantlinien in Betrieb genommen. Diese in Werk 2 installierten Anlagen ersetzen nun vollständig die beiden seit dem Bezug der Produktionsstätte in 2000 bestehenden Croissantlinien in Werk 1. Durch das stetige Wachstum des Unternehmens waren die alten Anlagen enormer Belastung ausgesetzt und seien mit der Zeit sehr fehleranfällig geworden, heißt es aus Fürth. Qualitätsschwankungen hätten nicht mehr ausgeschlossen werden können, gehörten nun aber der Vergangenheit an, zeigt sich der TK-Spezialist erleichtert. Neben technischen Innovationen – wie neueste Kältetechnik für die Teigkühlung und automatische Schlusslagenkorrektur für die Teiglinge – wurde in den Einsatz modernster Biegetechnik investiert. Ein Vakuumwickler sorgt zudem dafür, dass Croissants beim Backen nicht gerade ziehen. Ende Dezember konnte Wolf ButterBack auch ein neues Rohstofflager beziehen, das zusätzliche Räume für die Verwaltung beherbergt. Hierzu war im Laufe des Jahres das alte TK-Lager demontiert und an der selben Stelle ein neues Gebäude errichtet worden. Das Rohstofflager bietet jetzt genügend Platz für tiefgekühlte, gekühlte und trockene Rohwaren, die nun alle von einem zentralen Standort aus in den Produktionsablauf einfließen. Die erfreuliche Entwicklung in den letzten Jahren hatte zahlreiche Neueinstellungen zur Folge. Als Teil der Martin Braun-Gruppe zählt der TK-Spezialist heute am Standort Fürth über 470 Beschäftigte plus 27 Mitarbeitende im Außendienst.

Pret A Manger: meldet erste Filiale auf dem Kontinent

London / UK. (14.01. / wib) Vom britischen Sandwich-Spezialisten «Pret A Manger» hörten wir an dieser Stelle schon länger nichts mehr. Genauer gesagt seit Februar 2008, als McDonalds seine 33-prozentige Beteiligung aufgab und die Beteiligungsgesellschaft Bridgepoint Capital die Mehrheitsbeteiligung übernahm. So viel «Hintergrund» zur neuesten Meldung, nach der die Sandwichkette nun auch in Frankreich präsent ist – siehe Pret France mit einer ersten Filiale in Paris. Insgesamt zählt Pret A Manger derzeit – laut Website – über 260 Ableger und setzt grob gerechnet etwa 380 Millionen Britische Pfund (GBP) per Anno um. Pret USA weist davon 41 Standorte aus und Pret Hong Kong zwölf Filialen. Es muss also – rein rechnerisch – «über 200» Pret-Filialen in Großbritannien geben – davon 46 Filialen im Großraum London (siehe Pret UK). Die Angaben zum Gesamtumsatz 2010 schwanken übrigens je nach Quelle zwischen 320 und 380 Millionen GBP (2010). Die Zahl der Mitarbeitenden weist Pret A Manger seit eh und je mit «über 4.000» aus. Jedenfalls möchte die 1986 gegründete Kette mit ihrer ersten Filiale auf dem europäischen Kontinent ein Zeichen setzen, heißt es aus London. Und expandieren.

Software: 25 Jahre im Dienst von Bäckern und Konditoren

Kronau. (14.01. / goe) Auf 25 erfolgreiche Jahre im Dienst von Bäckern und Konditoren blickt in diesem Jahr die Softwareschmiede Goecom zurück. Ein Team um Bernd Ratzel, dem heutigen Inhaber und Gesellschafter, hatte das Unternehmen im Landkreis Karlsruhe 1987 gegründet. Was mit viel Enthusiasmus und Engagement in den Kellerräumen eines ehemaligen Getränkelagers begann, entwickelte sich schnell zu einem Dienstleister für die backenden Branchen, den heute kaum jemand nicht kennt. Immer noch haftet den erfahrenen Spezialisten das Image der «Turnschuhprogrammierer» von 1987 an. Das liegt auch daran, dass viele «alte Gesichter» von damals nach wie vor für Goecom tätig sind. Angefangen hatte alles ein paar Jahre vorher, als der damalige Informatik-Student Ratzel sich anschickte, während der Semesterferien als Aushilfskraft in einer Bäckerei zu jobben. Was als Schnupperkurs in die richtige Arbeitswelt gedacht war – natürlich auch als Gelegenheit, sich zum kargen Studenten-Salär etwas dazuzuverdienen – entwickelte sich schnell zur Möglichkeit, den Grundstein zu legen für ein branchenspezifisches Softwarepaket, das sich strikt an den Bedürfnissen und am Bedarf backender Betriebe orientiert. Vielleicht erinnern Sie sich noch an «Merlin» mit seinen DOS-Eingabemasken: 1989 im Markt eingeführt und 1990 während der Südback erstmals einem breiten Publikum vorgestellt, war die leistungsfähige Branchenlösung binnen weniger Monate in mehr als 100 Betrieben zu finden. Ein damals revolutionäres und günstiges Mietkonzept, das es übrigens auch heute noch gibt, trug zur rasanten Verbreitung von «Merlin» mit bei. Wie sich daraus «Marvin» entwickelte, das umfangreiche System zum Waren- und Kostenmanagement, das erzählen wir Ihnen an anderer Stelle.


TERMINE + EVENTS


GV-Barometer: Betriebe wollen Lebensmittelkennzeichnung

Hamburg. (20.01. / hmc) Mehr Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung (GV) in Deutschland planen für 2012 größere Investitionen als im Vorjahr. Immer stärker in den Fokus rückt das Thema «Lebensmittel-Kennzeichnung». Zu diesen Ergebnissen kommt das GV-Barometer 2012. Die repräsentative Studie untersucht anlässlich der Internorga das Innovations- und Investitionsklima in der deutschen GV. Die Leitmesse für den Außer-Haus-Markt öffnet vom 09. bis 14. März auf dem Hamburger Messegelände ihre Tore.


MANAGEMENT + BETRIEB


BVE: Ernährungsindustrie wächst real moderat

Berlin. (20.01. / bve) Die Ernährungsindustrie hat 2011 ein moderates, reales Wachstum von 1,3 Prozent erreicht. Nach Berechnungen der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 162,2 Milliarden Euro. Nominal legte der Branchenumsatz um 8,5 Prozent gegenüber 2010 zu. Der Zuwachs ging vor allem auf Preissteigerungen zurück, die durch höhere Rohstoff-, Energie-, Transport-, Verpackungs- und Personalkosten notwendig waren. Impulse für das Wachstum kamen auch 2011 wieder aus dem Exportgeschäft. Der Auslandsumsatz der Ernährungsindustrie stieg nominal um 13 Prozent an – heißt es im Branchenreport «Ernährungsindustrie wächst real moderat» zu den Konjunkturdaten 2011. Darin enthaltene Stichpunkte: Export sorgt für Wachstum – Harte Verhandlungen mit dem LEH – Zuversicht prägt Prognose 2012 – Risiken auf der Rohstoffseite – Rohstoffspekulation – Reform der Agrarpolitik – Qualitätseinkauf weiter im Aufwind – Nein zum verpflichtenden Regionalsiegel – Gemeinsame Branchenkommunikation – Verbraucheraufklärung statt Panikmache.

ECVET: fördert Mobilität und Anerkennung

Berlin. (20.01. / bbf) Mit dem Europäischen Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET) wurde ein Konzept entwickelt, das den Transfer und die Anerkennung von beruflichen Kompetenzen zwischen den europäischen Mitgliedstaaten erleichtern soll. Bis 2013 soll dieses Konzept europaweit erprobt werden. Die kompetenzorientierte Beschreibung und Bewertung der im Ausland erworbenen Lernergebnisse ermöglicht damit eine bessere Abstimmung mit der deutschen Berufsbildung und trägt zur effizienteren Nutzung von Lernzeiten bei. Um Bildungsakteure bei der Anwendung von ECVET-Instrumenten zu unterstützen, hat die Nationale Agentur Bildung für Europa beim BIBB im November 2010 im Auftrag des BMBF die Nationale Koordinierungsstelle ECVET (NKS-ECVET) eingerichtet. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat sich an der europaweiten ECVET-Erprobung mit dem Pilotprojekt «SME Master Plus» aktiv beteiligt. Bis Ende 2012 sollen nach den Vorstellungen der Europäischen Kommission nationale Umsetzungskonzepte für ECVET entwickelt werden. Derzeit lesen sich die vorhandenen Informationen noch reichlich «theoretisch», doch sieht es fast so aus, als könnte für Berufsleute (und die, die es werden wollen) aus dem Thema ECVET eine interessante Möglichkeit erwachsen, sich europaweit weiterzubilden.

Migros: setzt 2011 nominal weniger um

Zürich / CH. (18.01. / mgb) Der Migros Genossenschaftsbund (MGB) erzielte 2011 in einem schwierigen Marktumfeld und bei einer Negativteuerung von minus 2,8 Prozent einen Detailumsatz von 21,045 Milliarden Schweizer Franken (CHF). Das sind nominal 0,7 Prozent oder 155 Millionen CHF weniger als im Vorjahr. Die zehn Genossenschaften haben ihren Kunden erneut rund 600 Millionen CHF an Preisnachlässen weitergegeben, was zu einer durchschnittlichen Negativteuerung von minus 3,9 Prozent führte, heißt es in einer Mitteilung aus Zürich. Deren Umsatz beläuft sich demnach auf 14,7 Milliarden CHF (minus 3,3 Prozent). Sowohl Kundenfrequenzen und Volumen der verkauften Waren sind wiederum höher als im Vorjahr. Die Nachfrage nach Bio-Produkten stieg auch 2011 überdurchschnittlich (plus sieben Prozent). Während Denner seinen Umsatz trotz Negativteuerung von minus 1,7 Prozent auf Vorjahresniveau halten konnte, verzeichneten die Magazine zum Globus (minus 3,7 Prozent) eine rückgängige Umsatzentwicklung. Das Mineral- und Heizölgeschäft legte um plus 3,7 Prozent auf 1,77 Milliarden Franken CHF zu. Insgesamt gehen die Eidgenossen davon aus, dass der Detailumsatz in 2011 real um 2,1 Prozent gewachsen sei. Die Eigenindustrie der helvetischen Genossen – hierzu gehört auch die Jowa AG mit Hauptsitz in Volketswil – konnte ihre Marktstellung im In- und Ausland 2011 weiter ausbauen. Sie erzielte einen Umsatz von 5,338 Milliarden CHF (Vorjahr 5,316 Milliarden), was einem Plus von 0,4 Prozent entspricht. Eine separate Mitteilung hierzu folgt im Februar.

«Chi-Quadrat-Test»: allein kein Grund, die Buchführung zu beanstanden

Isernhagen. (17.01. / ge) Seit 2002 gewinnen Finanzbehörden im Rahmen der digitalen Außenprüfung Erkenntnisse aus der computergestützten Analyse steuerrelevanter Unternehmensdaten. Der ursprüngliche Zweck, die prüferische Auswahl einzelner Geschäftsvorfälle durch den Einsatz spezieller Prüfungs-Software zu erleichtern, ist zunehmend in den Hintergrund getreten. Demgegenüber hat die statistische Aufbereitung von Buchhaltungs- und Kassendaten an Bedeutung gewonnen. Eine Möglichkeit der Betriebsprüfer stellt dabei der sogenannte «Chi-Quadrat-Test» dar, sagt Carsten Klingebiel von der Gehrke Econ Steuerberatungsgesellschaft in Isernhagen bei Hannover. Dieser Test sei eine ausführlichere Betrachtung wert …
Info: https://www.webbaecker.de/r_management/2012/0312-GEHRKE-CQT.HTM


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


Ernährung: Verzicht auf Fleisch schont die Umwelt

Bonn. (20.01. / aid) Der negative Einfluss der Nutztierhaltung auf die Umwelt wird durch intensive Studien immer deutlicher. Die FAO, Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN, hatte bereits 2006 die Auswirkungen des weltweit steigenden Fleischkonsums auf Aspekte wie Umweltverschmutzung, Klimaveränderung und Biodiversität aufgezeigt. Die Aktivitäten, die zur Erzeugung tierischer Lebensmittel notwendig sind, verursachen demnach 18 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Betrachtet man nur den Landwirtschaftssektor, ist die Viehhaltung für fast 80 Prozent der Emissionen verantwortlich. Bis ein Kilogramm Rindfleisch in der Fleischtheke ankommt, werden gut 13.000 Gramm CO2-Äquivalente emittiert, für Geflügel und Schwein etwa 3.000 Gramm. Dagegen entstehen etwa bei der Herstellung von einem Kilo Teigwaren nur 900 Gramm CO2-Äquivalente und für unverarbeitetes Gemüse nur 150 Gramm. Für ein Kilo Milch werden 940 Gramm der Klimagase emittiert, für daraus hergestellte Produkte liegen die Werte je nach Verarbeitungsgrad höher. Viehhaltung und Futteranbau beanspruchen 70 Prozent der globalen landwirtschaftlichen Fläche. Der Veredelungsprozess von der Pflanze über das Viehfutter bis zum verzehrsfertigen Fleisch verschwendet enorm viel Nahrungsenergie. Je nach Tierart und Fütterung sind das Verluste von 70 bis 90 Prozent. Vegetarisch zu leben ist demnach deutlich klimaschonender und nachhaltiger als mit Mischkost, alleine schon durch den Verzicht auf Fleisch und Fisch. Der Kauf möglichst unverarbeiteter Produkte und die Bevorzugung von saisonalen und regionalen Waren verbessern die Klimabilanz zusätzlich, heißt es in einem Beitrag des aid Infodiensts aus Bonn.

«Hygiene-Farbbalken»: Bayern bleibt hartnäckig

München. (20.01. / liv) Der Landesinnungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk (LIV) lässt in seinem Kampf gegen den Hygiene-Farbbalken nicht locker: In einem Schreiben von Anfang Januar wandte sich Landesinnungsmeister Heinrich Traublinger zum wiederholten Mal direkt an den bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil mit der nachdrücklichen Bitte, «an der ablehnenden Haltung in Sachen Farbbalken-Barometer festzuhalten». Hintergrund der Hartnäckigkeit des bayerischen LIV ist das Vorhaben des Bundes, bis zum Ende Februar eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Verbraucherschutz- und Wirtschaftsminister der Länder zu bilden, um «eine Verständigung zur Hygiene-Ampel zu finden» (Volltext).

BLL: effiziente Lebensmittelüberwachung ist essentiell

Bonn. (18.01. / bll) Anlässlich des BLL-Neujahrsempfangs hat der Präsident des Bunds für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), Dr. Werner Wolf, eine erste Einschätzung zum Gutachten des Bundesbeauftragten für Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung zum Thema «Organisation des gesundheitlichen Verbraucherschutzes» abgegeben. Es enthalte eine schonungslose Analyse und mutige Vorschläge. «Eine hochqualifizierte und effiziente amtliche Lebensmittelüberwachung ist für die Lebensmittelwirtschaft essentiell», sagte Wolf in Bonn. «Vor allem aber haben wir ein ausgeklügeltes System an eigenverantwortlichen Sicherungsmaßnahmen, das vielfach weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Dass es funktioniert, belegt das hohe Sicherheits- und Qualitätsniveau unserer Lebensmittel». Würden nun Forderungen nach weitergehenden Verfeinerungen oder Verschärfungen gestellt, so müssen diese auch tatsächlich erforderlich und geeignet sein, zu weiteren Verbesserungen zu führen (Volltext).


PERSONEN + EHRUNGEN


BIV: Landesbeauftragter für Marketing tritt zurück

Meinersen. (20.01. / th) Der Landesbeauftragte für Marketing (LfM) des Bäckerinnungsverbands Niedersachsen / Bremen (BIV) tritt aus aktuellem Anlass mit sofortiger Wirkung zurück. Als Grund gibt Torsten Hacke «die Streitigkeiten, Querelen und die grottenschlechte Kommunikation beim BIV» an. Das schreibt der Bäckermeister aus Meinersen in einer E-Mail, die dem WebBaecker vorliegt. Es könne nicht sein, dass (BIV-) Amtsträger oder die Basis wichtige Informationen respektive Beschlüsse erst aus den Fachmedien erführen. Das wäre so, als informierte man zuerst die örtliche Presse über betriebliche Dinge, bevor man sich dem ordentlichen Dienstweg zuwende. So habe Hacke – um ein Beispiel zu nennen – erst aus den Fachmedien erfahren, dass sich der BIV von der designierten BFS-Schulleiterin Anke Kähler getrennt hat. Seit längerer Zeit bekomme der LfM keine aktuellen Informationen mehr vom Vorstand und erfahre Neuigkeiten eher aus den Fachmedien als vom BIV. Hacke sieht «das Vertrauensverhältnis unter diesen Umständen gestört» und zieht nun die Konsequenzen.

BIV: trennt sich von designierter Schulleiterin

Hannover. (19.01. / biv) Der Bäckerinnungsverband Niedersachsen / Bremen (BIV) hat sich von Anke Kähler, der designierten neuen Leiterin der verbandseigenen Bäckerfachschule in Hannover (BFS), getrennt. Kähler war im November 2011 als Fachlehrerin in das Kollegium berufen worden mit dem Ziel, sich bis zum Frühjahr in die Aufgaben als Fachschulleiterin einzuarbeiten. Im Verlauf der Probezeit waren jedoch Differenzen zu Tage getreten, die den BIV Mitte Januar veranlassten, die Zusammenarbeit nicht weiter fortzusetzen. «Wir bedauern die Entwicklung», sagt der Verbandsvorsitzende, Landesinnungsmeister Karl-Heinz Wohlgemuth. «Die Schulleitung muss gerade unter dem Blickwinkel, dass sich der BIV die Aus- und Weiterbildung als zentrales Aufgabengebiet auf die Fahne geschrieben hat, intensiv um Konzepte für innovative Seminarangebote kümmern». Kähler sei von Anfang an über die Prioritäten in Kenntnis gesetzt worden, auch darüber, dass ihre beruflichen Aufgaben an der BFS keinen Platz für Aktivitäten im Verein «Die Bäcker. Zeit für Geschmack» lasse. Die Aus- und Fortbildung an der BFS ist durch die Personalentscheidung nicht gefährdet, stellt Wohlgemuth fest: «Die Qualität unserer Fachlehrer ist anerkannt gut. Sie werden wie bisher den Unterrichtsbetrieb kompetent fortführen».

BIV: stellvertretender LIM legt Amt nieder

Hannover. (19.01. / biv) Der stellvertretende Landesinnungsmeister (LIM) des Bäckerinnungsverbands Niedersachsen / Bremen (BIV), Cord Buck, hat mit sofortiger Wirkung sein Vorstandsamt niedergelegt. Seinen Entschluss begründete Buck, der auch Obermeister der Bäckerinnung Hannover ist, gegenüber dem BIV damit, dass er «nicht in die Entscheidungsprozesse» des BIV einbezogen worden sei. «Der plötzliche Rückzug hat uns überrascht», bedauert Landesinnungsmeister Karl-Heinz Wohlgemuth den Schritt seines Kollegen. Seit 2008, als Buck erstmals in den geschäftsführenden Vorstand des Landesverbands gewählt wurde, habe sowohl er als Landesinnungsmeister als auch andere Vorstandsmitglieder die Zusammenarbeit mit Buck stets als erfolgreich und vertrauensvoll erlebt. Dessen Argumentation, dass seine Meinung nicht gefragt gewesen sei, greife allerdings zu kurz. «Vorstandsarbeit ist Teamarbeit, da muss sich jeder selbst aktiv einbringen», stellt Wohlgemuth fest. So bedauerlich Bucks Rücktritt auch sei, könne die Vorstandsarbeit uneingeschränkt fortgesetzt werden. Eine Nachwahl werde während der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung des BIV stattfinden. Gerüchte, dass die Innung Hannover aus dem Verband ausgetreten sei, entbehrten jeder Grundlage, stellte der Landesinnungsmeister klar: «Die Innung ist nach wie vor Mitglied des BIV. Sollte überhaupt ein solcher Schritt erwogen werden, könnte darüber frühestens die Innungsversammlung im Frühjahr entscheiden».

IHK: «Goldene Ehrennadel» für Landbäcker-Chef

Stendal. (18.01. / slb) Anfang Januar würdigte die Industrie- und Handelskammer Magdeburg (IHK) Andreas Bosse, Inhaber und Geschäftsführer der Stendaler Landbäckerei GmbH, mit der «Goldenen Ehrennadel». Bosse erhielt die höchste Auszeichnung der IHK für sein herausragendes gesellschaftliches und unternehmerisches Engagement bei der Entwicklung der Wirtschaft im nördlichen Sachsen-Anhalt. Bosses Verdienst sei es, den Standort Stendal der Großbäckerei erhalten zu haben. Heute zählt die Bäckerei über 130 Filialen in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Niedersachsen. Mehr als 800 Frauen und Männer stehen bei Bosse «in Lohn und Brot», sagte IHK-Präsident Klaus Olbricht. Darüber hinaus engagiert sich Bosse seit vielen Jahren ehrenamtlich sowohl über die IHK als auch andere Verbände vor Ort für Unternehmen und die Region. Neben Bosse erhielten auch Ralph Weitemeyer (Harzer Mineralquelle) und Finanzminister Jens Bullerjahn die «Goldene Ehrennadel» der IHK Magdeburg.

DLG: setzt auf Kontinuität

Frankfurt / Main. (18.01. / dlg) Der Gesamtausschuss der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat Mitte Januar während der Wintertagung im westfälischen Münster den Landwirt Carl-Albrecht Bartmer aus Löbnitz an der Bode (Sachsen-Anhalt) für eine weitere Amtsperiode von drei Jahren als Präsident wiedergewählt. Bartmer führt die DLG seit Januar 2006. Weiterhin bestätigte der Gesamtausschuss den Lebensmitteltechnologen Prof. Dr. Achim Stiebing aus Lemgo (Nordrhein-Westfalen) und den Landwirt Helmut Ehlen aus Ahrensmoor (Niedersachsen) für weitere drei Jahre als Vizepräsidenten.

Nestle Schöller: Geschäftsführer geht nach Belgrad

Nürnberg. (18.01. / nag) Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Nestle Schöller GmbH, Ansgar Bornemann, übernimmt ab Februar als Country Manager Serbien und Business Executive Manager (BEM) für Ice Cream Adriatics eine weiterführende Doppelaufgabe im Nestle-Konzern mit Sitz in Belgrad. Bornemann begann seine Karriere bei Nestle Schöller 2004 als Marketing Direktor und übernahm drei Jahre später die Gesamtverantwortung. Unter Leitung des 52-Jährigen wurde die Integration von Schöller in den Nestle Konzern maßgeblich voran getrieben.

ZV: meldet neuen Referenten

Berlin. (18.01. / ZV) Seit dem Jahreswechsel verstärkt Daniel Schneider als neuer Referent den Bereich Lebensmittelrecht und gewerblichen Rechtsschutz beim Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV). Seine Aufgaben umfassen Themen wie Hygiene, Kennzeichnung, Markenschutz, Urheberrecht und unlauteren Wettbewerb. Schneider, Jahrgang 1978, war zuvor mehrere Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Rechtsassessor in einer lebensmittelrechtlichen Kanzlei tätig. Ursprünglich hat der gebürtige Sauerländer in Marburg studiert und 2006 dort auch die Lebensmittelrechtsakademie absolviert.


BOOKMARKS + BOOKS


Global Industry: Grupo Bimbo to invest in Argentina

Hamburg. (bm) Bimbo Argentina, a subsidiary of Mexican Grupo Bimbo S.A.B. de C.V., the largest baking company in the world, announced the construction of what will be its sixth production facility in the South American country. The new plant will be located in the Province of Cordoba and will start operating next year. Other topics of the week:

Title Region Date
Grupo Bimbo: announces investment in Argentina (MX) Fri 01-20
Grupo Bimbo: reaches Cordoba with state incentive (MX) Fri 01-20
ABF: Kingsmill achieved growth in Q1/2012 (UK) Fri 01-20
Barry Callebaut: sales volume grows 2,6% in Q1/2012 (US) Thu 01-19
ConAgra: to acquire Del Monte Canada (US) Thu 01-19
Kraft Foods: to cut 1’600 jobs in North America (US) Thu 01-19
Barry Callebaut: becomes long-term supplier of Grupo Bimbo (CH) Thu 01-19
Ralcorp: Announces Details of Separation of Post Cereals Business (US) Thu 01-19
Premier Foods: announces update on growth plan (UK) Wed 01-18
Teamsters: Set the Record Straight on Hostess (US) Wed 01-18
Wendy’s: Names New General Counsel (US) Wed 01-18
Subway: names two Directors of Operations + Sales (US) Wed 01-18
Fazer and Rovio start strategic co-operation (FI) Tue 01-17
Domino’s UK + IRL: Q4/2011 Interim Management Statement (UK) Tue 01-17
Greggs: Excellent Christmas Despite Tough Conditions (UK) Tue 01-17
Hostess Brands: Court Grants First-Day Motions (US) Mon 01-16
BCTGM: to Continue Efforts to Protect Members at Hostess (US) Mon 01-16
Study: About Dinner and Late-Night Consumer Trends (US) Mon 01-16
Ralcorp: Announces Boards of Directors Ralcorp and Post (US) Sat 01-14
Fazer Bakeries + Confectionery: announces new VP MJD (FI) Sat 01-14


REZEPTE + IDEEN


Pitabrote mit Kichererbsen-Walnuss-Füllung

Image Frankfurt / Main. (20.01. / cwc) Pitabrote mit Kichererbsen-Walnuss-Füllung – das klingt zunächst nicht besonders aufregend. Doch ein zweiter Blick, und zwar der auf die Zutatenliste, könnte Ihr Interesse wecken: Walnüsse, Zwiebeln, Knoblauchzehen, Kichererbsen, Koriander und eine Orange nennt die deutsche Vertretung der California Walnut Commission (CWC) in ihrer Zutatenliste. Abgeschmeckt mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer ergibt dies eine Füllung, die beim passenden Brot oder Brötchen Appetit auf mehr machen kann. Das Rezept an sich gibt es auf der CWC-Homepage zum PDF-Download.