WEBBAECKER NEWSLETTER FUER DIE 11. KALENDERWOCHE 2002



BRANCHE:
01. Mestemacher-Gruppe stabilisiert Aerzener
02. Mitarbeiter von Betriebsschliessung ueberrascht

TERMINE:
03. DLG: Jetzt anmelden zum Convenience-Wettbewerb
04. Erste Info zur neuen Nordback

THEMA DER WOCHE: MANAGEMENT
05. Kabinett beschliesst ERP-Wirtschaftsplan 2003
06. BMWI: Netzwerk Elektronischer Geschaeftsverkehr
07. Krisenmanagement: Neue BMWI-Website soll helfen
08. Bei Verpachtung kein Anspruch auf Sonderabschreibung

ALLGEMEINES:
09. VInfG: Abgespeckte Version passiert Bundestag
10. Internorga: Aufbruchstimmung befluegelt die Branche
11. Schweiz: Bundesrat soll Deklarationspflicht ergaenzen

PERSONALIEN:
12. Neuer Obermeister in Salzgitter
13. Aussendienst verstaerkt
14. Trier-Saarburg: Generationswechsel eingeleitet

BUCH-/ SURFTIPPS:
15. CMA: Website ueberarbeitet
16. BGN-Zeitschrift "Report" zum Download
17. Statistisches Jahrbuch: Ernaehrung und Landwirtschaft

REZEPT DER WOCHE:
18. Bunter Toastauflauf mit Pfeffer-Tilsiter / CMA



 BRANCHE


01. Mestemacher-Gruppe stabilisiert Aerzener
Aerzen. (11.03.) In die Krise geraten war die Aerzener Brot H. und H. Schweckendiek GmbH durch den Wegfall eines Grosskunden zu Beginn des Jahres (siehe http://www.webbaecker.de/archiv/html/wb0702.htm#03). Ende Januar waren deshalb 34 betriebsbedingte Kuendigungen ausgesprochen worden, zudem musste die Belegschaft Lohneinbussen hinnehmen. Jetzt scheint sich die Lage zu entspannen: Die Guetersloher Mestemacher-Gruppe steigt beim Aerzener Traditionsunternehmen mit einer Mehrheitsbeteiligung von ueber 50 Prozent ein. Mestemacher, gefuehrt von den Bruedern Albert und Fritz Detmers, weist in den letzten zehn Jahren ein jaehrliches Umsatzplus von durchschnittlich knapp 13 Prozent aus und exportiert Produkte in 87 Laender (siehe auch http://www.webbaecker.de/archiv/html/wb0702.htm#02). "Insbesondere im Biobrot-Sortiment ist die Mestemacher-Gruppe ein Begriff", freut sich Bernd Schweckendiek, Geschaeftsfuehrer der Aerzener Brotfabrik, ueber den neuen Partner. Seine Hoffnung: "Dass wir gegenseitig voneinander profitieren." Wichtigster Aspekt der Mestemacher-Beteiligung aus Schweckendieks Sicht: "Der Standort Aerzen ist gesichert, ebenso die Arbeitsplaetze von derzeit 120 Arbeitnehmern." Das Unternehmen werde sich bemuehen, die betriebsbedingt gekuendigten Arbeitnehmer bei besserer Auftragslage wieder einzustellen. Ein erster Schritt ist gemacht, acht Baecker konnten wieder eingestellt werden. Auch der Betriebsratsvorsitzende Erich Schaaf blickt optimistisch in die Zukunft: "Es sieht gut aus." Auftraege seien vorhanden und es bestehe die Aussicht, im Export von TK-Kuchen zuzulegen. Der Lohnverzicht werde in etwa zwei Jahren wieder ausgeglichen sein. Vorerst soll in Aerzen alles beim Alten bleiben. Das heisst, Bernd Schweckendiek bleibt Geschaeftsfuehrer, und die Backwaren aus Aerzen werden weiterhin unter eigenem Namen verkauft.

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02. Mitarbeiter von Betriebsschliessung ueberrascht
Esslingen. (11.03.) Sozusagen in einer Blitzaktion hat die Esslinger Baeckerei Lung, Inhaber Rolf Gassert, ihr Geschaeft aus wirtschaftlichen Gruenden geschlossen. Betroffen sind rund 20 Mitarbeiter/innen, die sich in einer kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung mehr oder weniger sprachlos zeigten. Das traditionsreiche Unternehmen fuehrte neben dem Hauptsitz in Hohenkreuz noch zwei Brezelhaeusle in Esslingen sowie eine Filiale in Mettingen, ist der Lokalpresse zu entnehmen. Demnach hatte Firmenchef Gassert zwei weitere Filialen bereits vor einigen Monaten geschlossen. In der lokalen Branche soll der Rueckzug damals schon als Hinweis auf wirtschaftliche Schwierigkeiten und als Versuch gewertet worden sein, den Betrieb zu konsolidieren. Auch der Belegschaft war nicht entgangen, dass es Probleme gibt. So warteten die Mitarbeiter lange Zeit vergeblich auf ihre Februar-Loehne. Ob diese inzwischen ueberwiesen wurden, war nicht zu erfahren. Das Ehepaar Gassert lehnt jede Stellungnahme ab. Der Fall beschaeftigt nun das Arbeitsamt. Die Mitarbeiter, denen "aus heiterem Himmel" zum 30. April gekuendigt wurde, gaben dort ihre Unterlagen ab. "Wir sind nicht eingeschaltet worden", teilt eine Mitarbeiterin des Amtsgerichts auf Anfrage mit. Gegen die Baeckerei laufe kein Verfahren wegen Zahlungsunfaehigkeit.


 TERMINE

03. DLG: Jetzt anmelden zum Convenience-Wettbewerb
Frankfurt / Main. (12.03. / dlg) Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) bietet wieder den Qualitaetswettbewerb fuer Tiefkuehlkost, Feinkost, Fertiggerichte und SB-verpacktes Frischfleisch an. Hersteller schaetzen nach DLG-Angaben angesichts immer anspruchsvoller werdender Verbraucher diese neutralen und unabhaengigen Analysen von einem kompetenten und akkreditierten Pruefinstitut. Als erste Organisation im ernaehrungswirtschaftlichen Bereich ist die DLG nach der europaeischen Norm DIN EN 45011 akkreditiert. Sie besitzt europaweit die Kompetenz, Lebensmittel zu pruefen und zu zertifizieren. Besonders schaetzen die Einsender des jaehrlich mehrere Tausend Proben umfassenden DLG-Qualitaetswettbewerbs die Pruefprotokolle. Darin wird genau vermerkt, was an einem bestimmten Erzeugnis noch verbessert werden kann. Gezielte Pressearbeit und attraktive Werbemittel machen den Erfolg der Preistraeger bekannt. Zusaetzlich bietet die DLG einen vielbeachteten Einkaufsfuehrer auf Papier und im Internet. Bioprodukte sind ein fester Bestandteil bei DLG-Qualitaetspruefungen. Ihr Anteil nimmt jaehrlich zu. Im Einkaufsfuehrer und in den DLG-Datenbanken sind sie deshalb besonders hervorgehoben. Zusaetzlich wird die DLG wieder die vielbeachteten Top-Ten-Ranglisten in fuehrenden Fachzeitschriften sowie im DLG-Portal veroeffentlichen. Anmeldeschluss ist der 07. Juni. Die jeweils zehn besten aus den Produktbereichen Tiefkuehlkost, Feinkost, Fertiggerichte und SB-verpacktes Frischfleisch werden im November besonders ausgezeichnet.
Info: Berthold Bauer (DLG) in 60489 Frankfurt; Telefon 069/24788-364, Telefax 069/24788-115, mailto:fleischwettbewerbe@dlg-frankfurt.de.

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04. Erste Info zur neuen Nordback
Duesseldorf. (09.03.) Die Baeko-Zentrale Nord e.G. (Duisburg / Rellingen) und die Messe Duesseldorf fuehren vom 29. September bis 1. Oktober die Nordback als Fachmesse fuer das Baecker- und Konditorenhandwerk durch. Darauf macht die Messe Duesseldorf bereits jetzt aufmerksam. Damit folge die Baeko-Zentrale Nord konsequent der Strategie der Kraeftebuendelung auch im Bereich der Baeckerfachmessen in Deutschland. Mit der Nordback, die den nordwestlichen Investitionsmarkt gezielt bedienen will, bestuenden dann mit der Suedback und der Sachsenback drei zentrale Baeckerfachmessen nationalen Zuschnitts. Diese Messen wuerden durch die internationale Leitmesse iba, die im Wechsel alle drei Jahre in Duesseldorf oder Muenchen stattfindet, ergaenzt und abgerundet, heisst es treffend aus Duesseldorf. (md)


 THEMA DER WOCHE: MANAGEMENT

05. Kabinett beschliesst ERP-Wirtschaftsplan 2003
Berlin. (14.03) Das Bundeskabinett hat ueber die ERP-Wirtschaftsfoerderung 2003 entschieden. Der neue ERP-Wirtschaftsplan umfasst insgesamt ein Foerdervolumen von rund sechs Milliarden Euro. Dabei werde ein Volumen von rund fuenf Milliarden Euro in Form von langfristigen und zinsguenstigen Krediten, besonders an mittelstaendische Unternehmen bereitgestellt. Schwerpunkte der ERP-Finanzierungshilfen sind auch weiterhin:
• die Gruendungsfoerderung durch Eigenkapitalhilfe und Existenzgruendungskredite,
• der Aufbau und die Modernisierung bestehender Unternehmen im Osten und in regionalen Foerdergebieten im Westen,
• die Innovationsfoerderung,
• die Foerderung von Umweltschutzinvestitionen,
• die Foerderung von Beteiligungskapital.
Fuer 2003 ist davon auszugehen, dass das Volumen von fuenf Milliarden Euro ausreichen wird, um die Nachfrage nach Foerdermitteln zu bedienen. Die bewaehrten finanziellen Foerderprogramme fuer die mittelstaendische Wirtschaft werden auf dem Niveau des Vorjahres fortgesetzt. Die Foerderintensitaet im Osten wird auch in 2003, gemessen an den Bevoelkerungszahlen, hoeher als im Westen bleiben. Im Wirtschaftsplan 2003 sind rund die Haelfte der Mittel, also 2,5 Milliarden Euro, fuer die Foerderung von Investitionen in den neuen Bundeslaendern vorgesehen. Ueber das gefoerderte Darlehensvolumen von rund fuenf Milliarden Euro hinaus mobilisiert das ERP-Sondervermoegen frisches Beteiligungskapital von bis zu einer Milliarde Euro ueber das Programm "BTU-Beteiligungskapital fuer kleine Technologieunternehmen". Den ERP-Wirtschaftsplan 2003 finden Sie auf der Website
Info: http://www.bmwi.de

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06. BMWI: Netzwerk Elektronischer Geschaeftsverkehr
Berlin. (13.03.) Das Bundesministerium fuer Wirtschaft und Technologie (BMWI) foerdert seit 1998 das Netzwerk Elektronischer Geschaeftsverkehr, um KMU, insbesondere das Handwerk, fuer das E-Business fit zu machen. In einer neuen Broschuere praesentiert das BMWI das aktuelle Leistungsangebot der 24 regionalen und drei branchenbezogenen Kompetenzzentren fuer den Elektronischen Geschaeftsverkehr. Aufgabe aller Zentren ist die Vermittlung neutraler Informationen, die Durchfuehrung von Schulungen sowie die sachkundige Unterstuetzung bei der Einfuehrung von E-Business-Anwendungen in Mittelstand und Handwerk. Dies kann etwa durch Erstinformation in Form von Leitfaeden und Checklisten, neutrale Einzelfallberatung oder Seminare und Workshops zu ausgewaehlten Themen erfolgen. Dabei sind sowohl Einsteiger als auch Profis im E-Business, die spezielle Fragen und Probleme haben, angesprochen. Traeger der Zentren sind Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Technologie-Transfer-Einrichtungen und Forschungsinstitute. Alle Einrichtungen sind mit externen Netzwerkpartnern zu einem bundesweiten Netzwerk zusammengeschlossen und praesentieren sich auf ihrer Internetplattform bmwi-netzwerk-ec.de. In der neuen Broschuere werden auch konkrete Beispiele aus der Praxis vorgestellt. Mittelstaendler aus den unterschiedlichsten Branchen und mit unterschiedlichen Betriebsgroessen stellen vor, wie sie die Moeglichkeiten des E-Business erfolgreich nutzen.
Info: Die Broschuere steht im Internet zur Verfuegung unter http://www.bmwi-netzwerk-ec.de (Publikationen / Netzwerk) oder kann bestellt werden bei der Fraunhofer Gesellschaft e.V., Projekttraeger Neue Medien in der Bildung + Fachinformation, Kerstin Knoell, Telefon 06151/869-4736, Telefax: 06151/869-740, mailto:knoell@ptf.fhg.de

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07. Krisenmanagement: Neue BMWI-Website soll helfen
Berlin. (12.03. / bmwi) "Viele Unternehmer/innen muessen lernen, Krisensignale besser und fruehzeitiger zu erkennen, Krisen erfolgreicher zu managen und von frueheren Fehlern zu profitieren. Wir brauchen eine Kultur der zweiten Chance", sagte die Parlamentarische Staatssekretaerin beim Bundesministerium fuer Wirtschaft und Technologie (BMWI) und Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung Margareta Wolf. Das Ministerium hat deshalb anlaesslich des Mittelstandstags 2002 gemeinsam mit der Deutschen Ausgleichsbank ein Internet-Angebot namens "Aus Fehlern lernen" ins Netz gestellt. Das Angebot besteht aus drei verschiedenen Abteilungen. Im "Unternehmer-Forum" berichten Unternehmer ueber die Bewaeltigung von wirtschaftlichen Krisen in ihren Betrieben. Die Beitraege werden online eingesandt und anonym veroeffentlicht. In einem zweiten Teil stehen Experten fuer Fragen rund um das Thema Krisenmanagement zur Verfuegung. Hieran beteiligen sich die Deutsche Ausgleichsbank, der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater, die Sozialversicherungsverbaende sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V.. Der dritte Teil enthaelt hilfreiche "Krisen-Infos". Dort sind Hinweise, Downloads und weiterfuehrende Links rund um Themen wie "Krisen vorbeugen", "Krisen managen" und "Restart" eingestellt. Einer Studie der Boston Consulting Group zufolge sind gescheiterte Restarter bei Wiedergruendungen naemlich deutlich erfolgreicher als Unternehmensgruender, denen der totale Misserfolg erspart geblieben ist.
Info: http://www.aus-fehlern-lernen.info

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08. Bei Verpachtung kein Anspruch auf Sonderabschreibung
Muenchen. (16.03.) Fuehrt der Steuerpflichtige seinen Betrieb ohne Aufgabeerklaerung durch Verpachtung im Ganzen fort, so kann er fuer nach der Verpachtung angeschaffte oder hergestellte Wirtschaftsgueter des Anlagevermoegens keine Sonderabschreibung nach 7g EStG in Anspruch nehmen. Mehr zu diesem Urteil vom FG Muenchen finden Sie unter
Info: http://www.steuernetz.de/bfh_urteile/v/20020208/xr4_99.html


 ALLGEMEINES


09. VInfG: Abgespeckte Version passiert Bundestag
Berlin. (15.03.) Als Tiger zum Sprung angesetzt, als Bettvorleger gelandet? Bevor man Verbraucherschutzministerin Renate Kuenast bedauert, dass ihr "wichtigstes verbraucherpolitisches Reformvorhaben seit Jahrzehnten" reichlich abgespeckt den Bundestag passierte, muss man darauf verweisen, dass ihr urspruenglicher Gesetzesentwurf fuer ein Verbraucherinformationsgesetz (VinfG) durchaus das Zeug zur politischen Misstrauensbekundung hatte (siehe auch WebBaecker 07/02 unter http://www.webbaecker.de/archiv/html/wb0702.htm). Wenn schon nicht fuer Schlachtbetriebe oder Legebatterien, so doch bestimmt fuer Backwaren produzierende Betriebe. Uebrig blieb ein Geruest, dessen Existenzberechtigung ob bestehender Gesetze und Verordnungen durchaus bezweifelt werden darf. Vom Kanzler ins Rennen geschickt, galoppierte Kuenast mutig los, ohne sich ausreichender Mehrheiten zu versichern. Sie meinte es mit ihrem urspruenglichen Reformwerk nur gut und war vielleicht ein wenig zu blauaeugig, was die Unterstuetzung fuer ihr Gesetz angeht. Tatsaechlich verstand auch die Allgemeinheit kaum, weshalb Hersteller und Handel schwere rechtliche und wirtschaftliche Bedenken (zu Recht) hegten. Waehrend diese nun erleichtert sind, weil sie ein von ihrem Standpunkt aus ueberzogenes und nicht praxistaugliches Vorhaben abwenden konnten, wollen Verbraucherschuetzer nicht recht glauben, dass die Wirtschaft kuenftig eine freiwillige Selbstverpflichtung zu mehr Produktinformation praktizieren wird. Doch ein Anfang ist gemacht. Deutschland ist, was das Recht auf umfassende Auskunft ueber Herstellungsbedingungen, Folgekosten und Inhaltsstoffe von Produkten angeht, schliesslich immer noch Entwicklungsland. So gesehen war es hoechste Zeit fuer ein Verbraucherinformationsgesetz. Das wichtigste Ergebnis zum aktuellen Zeitpunkt ist aber kaum mehr, als dass ein sinnvolles wie praxistaugliches Gesetz in einer so komplexen Materie nicht unter Zeitdruck entwickelt werden darf. (WebBaecker)
Info: Den Gesetzentwurf im Wortlaut finden Sie als PDF-Datei (26 Seiten) unter
http://www.verbraucherministerium.de/verbraucher/verbig-entwurf.pdf
Die leicht verstaendliche Pressemitteilung "Kuenast: Verbraucher haben Recht auf Zugang zu Informationen" finden Sie unter
http://www.verbraucherministerium.de/presse-woche-2002/PM-075-2002.htm

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10. Internorga: Aufbruchstimmung befluegelt die Branche
Hamburg. (14.03.) Das Investitionsklima in der Baeckerei- und Grosskuechentechnik erwaermt sich wieder. Teilweise deutete es sich zaghaft an, im Ganzen zeigte es sich recht deutlich auf der Internorga 2002, 76. Internationale Fachmesse fuer Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Baeckereien und Konditoreien, die nach sechstaegiger Dauer auf dem Hamburger Messegelaende jetzt zu Ende ging. Rund 110.000 Fachbesucher aus dem In- und Ausland informierten sich in zwoelf Hallen ueber die Angebote der rund 850 Aussteller aus 19 Nationen. Werner Mager, Vorsitzender des Ausstellerbeirats: "Wir sind ueberaus zufrieden. Die Investitionsbereitschaft hat sich gegenueber den Vorjahren erheblich erhoeht. Fast alle Aussteller berichteten von erfolgreichen Gespraechen mit Fachleuten und reger Ordertaetigkeit". Fuer die Baecker-Hallen 4 und 5 schaetzte Gert Leist von der Baeko-Zentrale Nord die Stimmung ein: "Bei Investitionsguetern wie Brot- und Broetchenaufbereitungsanlagen, Backoefen, Teigausrollmaschinen und Baeckerkuehlungen war das Interesse gross, die Ordertaetigkeit gut. Das Klima auf der Fachmesse war absolut positiv. Wir erwarten noch ein gutes Nachmessegeschaeft." Aehnlich positiv urteilte Marcus Hoeffer, Geschaeftsfuehrer BackEurop Deutschland. Und: "Wir sind sowohl mit der Quantitaet wie mit der Qualitaet unserer Besucher sehr zufrieden. Es sind viele gekommen, die die Messe besonders als Impulsgeber fuer den Ausser-Haus-Markt schaetzen und sich entsprechende Anregungen fuer die Praxis holen." Die Qualitaet der Kontakte waehrend der Messetage zu Entscheidern, Planern und Betriebsleitern formulierte Anneliese-Geschaeftsfuehrer Thomas Mertes so: "Wir kamen schon mit Optimismus nach Hamburg -- der sich auch bestaetigt hat. Doch dachten wir nicht, dass wir so optimistisch haetten sein koennen." Kurzum: Sowohl erfolgreiche Gespraeche wie rege Ordertaetigkeit bestaetigten sich auch in den Baecker-Hallen. Die 77. Internorga findet vom 21. bis 26. Maerz 2003 statt.(eb)

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11. Schweiz: Bundesrat soll Deklarationspflicht ergaenzen
Bern / CH. (14.03.) Enthalten Schweizer Back- oder Teigwaren auslaendische Kaefig-Eier, soll das kuenftig auf der Verpackung stehen. Der Schweizer Nationalrat hat jetzt eine entsprechende Motion (Parlamentsantrag) angenommen, berichtet der schweizerische Bund. Mit der Ausweitung der Deklarationspflicht soll einerseits die Information der Konsumenten verbessert werden. Anderseits erhalten die tier- und umweltgerecht produzierenden Bauern adaequate (Vermarktungs-) Argumente. Beispiel: Eier aus in der Schweiz verbotenen Legebatterien werden bei der Einfuhr durchaus als solche deklariert. Sind sie aber einmal zu Teig- oder Backwaren verarbeitet, faellt die Deklaration dahin. Die Konsumierenden kaufen also indirekt Kaefig-Eier, obwohl sie das vielleicht gar nicht wollen. Die Befuerworter des Parlamentsantrags rannten mit diesem Vorstoss bei den Bauernvertretern im Nationalrat offene Tueren ein. Opposition kommt hingegen aus Gewerbekreisen. Baeckermeister Christian Speck (AG) wies darauf hin, dass eine solche Deklaration in der Praxis sehr aufwendig durchzufuehren und kaum zu kontrollieren sei. Aehnlich aeusserte sich der Berner Gewerbeverbandsdirektor Pierre Triponez: Eine Deklarationspflicht sei ein nicht-tarifaeres Handelshemmnis und habe als solches fuer Konsumenten kostspielige Folgen. Ausserdem sei die bereits bestehende Deklarationspflicht kaum kontrollierbar. Gegebenenfalls muesse die Kontrollkette bei geaenderter Deklarationspflicht weit ins Ausland reichen, was kaum praktizierbar sei.


 PERSONALIEN

12. Neuer Obermeister in Salzgitter
Salzgitter. (15.03.) Die Baeckerinnung waehlte in ihrer Jahreshauptversammlung den 37jaehrigen Baeckermeister Henning Ruehmann zu ihrem neuen Obermeister. Sein Vorgaenger, der 53 Jahre alte Peter Tomandl, gab das Amt nach zwoelf Jahren aus gesundheitlichen Gruenden ab. Die anderen Vorstandsmitglieder ueben ihre Funktionen bis 2005 weiterhin aus. Stellvertretender Obermeister und Werbewart bleibt demnach Burkhard Marg, Schriftfuehrer Horst Benischowski und Lehrlingswart Peter Scholz. Beisitzer sind auch kuenftig Heinrich Samtlebe und Stefan Rossmann. Der noch fuer den Haushalt 2001 verantwortliche fruehere Geschaeftsfuehrer Werner Maschke trug eine solide Jahresbilanz vor. Der neue Geschaeftsfuehrer Uwe Zinkler praesentierte einen ausgeglichenen Haushaltsvoranschlag fuer 2002.

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13. Aussendienst verstaerkt
Affalterbach. (14.03.) Der Backofenhersteller Wiesheu hat seinen Aussendienst neu strukturiert, um die Betreuung des Handels zu intensivieren und die Kundennaehe zu optimieren, heisst es aus Affalterbach. Neu im Verkaufsteam aktiv ist demnach der gelernte Baeckermeister Ludger Muehlenkamp fuer Gebiet Deutschland Sued in den Branchen Baeckerei, Fleischerei und Gastronomie -- sowie der gelernte Koch Hans Hofmann als Gebietsleiter fuer Oesterreich, vornehmlich bei Grosskunden und im Handel aktiv.

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14. Trier-Saarburg: Generationswechsel eingeleitet
Tawern. (12.03.) Mit der Wahl von Baeckermeister Michael Borens (38) zum neuen Obermeister der Baeckerinnung Trier / Trier-Saarburg haben die Baecker der Region einen Generationswechsel eingeleitet. Denn mit Borens-Vorgaenger Eduard Baasch trat fast der gesamte Vorstand nicht mehr an. Neben Borens gehoeren diesem jetzt der stellvertretende Obermeister Dieter Blau (Osburg) an, Lehrlingswart Andreas Bollig (Pluwig) und der fuer die Oeffentlichkeitsarbeit zustaendige Rolf Luebeck (Trier-Ehrang). Beisitzer sind Michael Braunshausen (Trier-Ruwer), Detlef Anton (Trier-Kuerenz) und Rainer Lehnert (Trier).


 BUCH- / SURFTIPPS

15. CMA: Website ueberarbeitet
Bonn. (5.03.) Die CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft hat ihre Website umgebaut und neu strukturiert. Bei CMA.de stehen jetzt vier Kanaele zur Verfuegung. "Maerkte & Profis" richtet sich an die Land- und Ernaehrungswirtschaft. "Wissen & Wissenschaft" bietet Inhalte fuer Ernaehrungsberater, Aerzte und Verbraucher. Der Kanal "Young'n'fun" soll game- und funbegeisterte Jugendliche ansprechen, waehrend "Genuss & Leben" Rezepte, Warenkunde sowie Tipps und Tricks im Umgang mit Lebensmitteln und Agrarprodukten offeriert.
Info: http://www.cma.de

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16. BGN-Zeitschrift "Report" zum Download
Mannheim. (15.03.) Die BGN-Zeitschrift "Report" mit ihren Ausgaben fuer Backbetriebe sowie Hotels, Gaststaetten und Schausteller steht ab sofort im Internet zum download bereit.
Info: http://www.bgn.de/Presse/Report/Report_Index.html

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17. Statistisches Jahrbuch: Ernaehrung und Landwirtschaft
Bonn / Berlin. (09.03.) Umfangreiche Daten zu allen Bereichen der Land-, Forst- und Ernaehrungswirtschaft in Deutschland und der Europaeischen Union enthaelt das jetzt vom Bundesverbraucherministerium im bereits 45. Jahrgang herausgegebene "Statistische Jahrbuch ueber Ernaehrung, Landwirtschaft und Forsten 2001". Durch die erstmals beigefuegte CD-ROM wird die Publikation benutzerfreundlicher. Auszuege des Jahrbuches hat die Bundesanstalt fuer Landwirtschaft und Ernaehrung (BLE) in ihr Online-Angebot gestellt. Ueber diese Seite kann es auch beim Landwirtschaftsverlag bestellt werden.
Info: http://www.ble.de/agrar/jahrbe/stat_f.htm


 REZEPT DER WOCHE 

18. Bunter Toastauflauf mit Pfeffer-Tilsiter / CMA
Bonn. (15.03.) Eigentlich naheliegend, als Snack-Baecker hin und wieder einen Brotauflauf anzubieten. Sollte man meinen, ist aber nicht so. Vielleicht fehlt es hier und da an der Attraktivitaet der Rezepte, die aus einem zuenftigen Brotauflauf einen interessanten Baecker-Snack macht. Ganz das Gegenteil der "Toastauflauf mit Pfeffer-Tilsiter", entnommen der CMA-Datenbank. Das Rezept bezieht sich auf vier Portionen.

Zutaten: 600 g Rahm-Blattspinat, 2 Eier (Groesse M), 1 Knoblauchzehe (durchgepresst), Salz, Pfeffer, 12 Scheiben Toastbrot, 500 g Strauchtomaten, 400 g Ring-Fleischwurst, 300 g deutscher Pfeffer-Tilsiter in Scheiben, Kraeuter der Provence.

Zubereitung: Den Blattspinat auftauen lassen und mit den Eiern und dem Knoblauch vermengen. Mit Salz und Pfeffer wuerzen. Das Toastbrot goldbraun toasten. Tomaten in Scheiben schneiden, die Fleischwurst pellen und ebenfalls in Scheiben schneiden. In einer feuerfesten Auflaufform abwechselnd Toast, Kaese, Wurst, Tomaten und Spinat schichten, mit Salz und Kraeutern der Provence wuerzen. Die letzte Schicht sollte Tomaten und Kaese sein. Im heissen Ofen bei 180 Grad Celsius (Umluft 160 Grad), auf der zweiten Stufe von unten 35 bis 40 Minuten backen.

Zubereitungszeit: 60 Minuten.
Dazu passt: Gemischter Salat der Saison.

Tipp: Statt Toastbrot eignen sich auch kraeftigere Brotsorten zum Toasten.