Samstag, 20. April 2024

BÖLW: Politik sieht Bio als Vorreiter der Nachhaltigkeit

Berlin. (boelw) Der Bio-Empfang des Dachverbands Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zog als ein Highlight der weltgrößten Ernährungsmesse über 600 Gäste auf die Internationale Grüne Woche (IGW). Zahlreiche Minister aus dem In- und Ausland, Abgeordnete des Bundestags, der Landtage und des EU-Parlaments, Vertreter zivilgesellschaftlicher Gruppen, der Forschung und Presse, Bauern, Händler und Lebensmittelhersteller nutzten die Gelegenheit und kamen im Wahljahr über die Zukunft von Landwirtschaft und Ernährung ins Gespräch.

BÖLW-Vorstandsvorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein beschrieb, wie Bio den Umbau der Land- und Ernährungswirtschaft anpackt: «Bio-Bauern, -Produzenten und -Händler bahnen als Pioniere seit vielen Jahren den Weg in eine nachhaltige Zukunft». Er beschrieb Bio als wirksames Instrument, um der Umwelt- und Existenzkrise der Landwirtschaft zu begegnen. Mit Blick auf die große Agrardemo «Wir haben es satt» sagte Löwenstein, dass die ein wichtiger Platz für die gemeinsame Stimme für Bauern, Städter, Tier- und Umweltschützer, Imker und Lebensmittelproduzenten sei und ein konstruktives Angebot an die Politik, Landwirtschaft und Ernährung gemeinsam besser zu machen.

Bundesminister Christian Schmidt (BMEL) sagte in Berlin dem Umbau zu Öko seine Unterstützung zu: «Die deutsche Bio-Branche zeichnet sich durch ihren Unternehmergeist, ihre große Innovationskraft und die Verantwortung aus, die sie weltweit wahrnimmt. Und Bio-Lebensmittel werden bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern immer beliebter. Der Ökolandbau ist neben dem konventionellen Landbau inzwischen eine wichtige Säule der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft. Mein Ziel ist es, die Produktion von biologischen Erzeugnissen in Deutschland weiter zu steigern und den Ökolandbau zu stärken. Auch aus diesem Grund habe ich die Zukunftsstrategie ökologischer Landbau initiiert, die ich in Kürze vorstellen werde». Schmidt sprach sich dafür aus, die Verhandlungen für ein neues Bio-Recht spätestens im Sommer zu beenden. Wenn bis dahin keine tragbaren Kompromisse gefunden werden, müssen die Verhandlungen auch ohne Ergebnis beendet werden.

Ute Vogt, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, betonte auf dem Bio-Empfang die Bedeutung der Europäischen Agrarpolitik für einen Umbau Richtung Öko: «Ohne Neuausrichtung in der Land- und Ernährungswirtschaft hat die bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland keine Zukunft. Wir müssen die Chance in diesem Jahr nutzen und die EU-Mittel umschichten; 15 Prozent in die zweite Säule. Damit stärken wir den Tierschutz, Klimaschutzmaßnahmen, Biodiversitätsprogramme und die ländlichen Wertschöpfungsketten».

Der Landwirtschaftsminister Niedersachsens und amtierender Vorsitzender der Agrarministerkonferenz, Christian Meyer, betonte, dass die Bundesländer sich für verlässliche Rahmenbedingungen für mehr Bio einsetzen: «Der Bio-Boom hält an, der Ökolandbau bleibt eine Wachstumsbranche. Allein in Niedersachsen gibt es mittlerweile mehr als 1600 landwirtschaftliche Biobetriebe, auch die ökologisch bewirtschaftete Fläche ist gewachsen – in beiden Fällen sind das Rekordwerte. Umso tragischer ist das Trauerspiel um die Revision der EU-Ökoverordnung. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sollte sich bei der EU-Kommission dafür einsetzen, dass es sofort beendet wird. Die Ökobetriebe in der Europäischen Union brauchen Planungssicherheit und keine Totalrevision der EU-Ökoverordnung. Eine Diskriminierung des Ökolandbaus darf es nicht geben. Daher muss der Entwurf der Kommission vom Tisch. Das ist die einstimmige Position der Bundesländer».

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